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essen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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33 in 18 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

essen

Bd. 3, Sp. 1160
essen , edere, goth. itan, ahd. ëʒan, ëʒʒan, mhd. ëʒʒen, alts. ags. ëtan, engl. eat, nl. eten, fries. ita, ëta, schw. äta, n. äde. neben ëʒan ahd. auch giëʒan, gëʒan, comedere, mhd. gëʒʒen, nhd. kein gessen; ags. geëtan. praet. und part. praet. machen eigne schwierigkeit. fürs goth. praet. at, êtun ist der sg. ohne beleg und die anscheinende analogie von frêt, frêtun, altn. ât, âto könnte auf êt, êtun leiten, doch frêt entsprang vielmehr aus fraat, bestätigt also at. ags. ät, æton oder æt, æton? engl. eat, ate. altn. ât, âto, schw. t, te, n. aad. durch solche production des sg. wird ein ablautsgesetz gekränkt. ahd. aʒ, âʒun, die kürze des sg. nach mhd. aʒ (: laʒ. Parz. 217, 11. 218, 16), âʒen, gleichwol steht geschrieben âʒ bei N. Boeth. 179, bei Grieshaber 2, 66. 113 und vrâʒ : unterlâʒ gereimt Servat. 2955; auch neben nl. at taucht aat auf. nhd. asz, aszen. das compositum ahd. giaʒ, giâʒun oder gaʒ, gâʒun, namentlich gewährt O. III. 6, 18 gâʒi und III. 6, 43. IV. 11, 1. V, 15, 1 gâʒun. mhd. gaʒ, gâʒen, gæʒe (wb. 1, 759b). nhd. alsbald er nun das imbis gasz, er wider auf seim pferdlin sasz. Wickrams bilg. 36, doch später kein gasz, gaszen. ags. geät, geæton. dem part. praet. ist goth. zuzutrauen itan, ags. ëten, engl. eaten, altn. lautet es ëtinn m. etit n., schw. ätit, n. ädt. ahd. belege sind unverzeichnet, ëʒʒan und gëʒʒan für giëʒʒan = ags. geëten höchst wahrscheinlich, wobei nur zweifelhaft bliebe, ob das anlautende g, gi blosz dem part. von ëʒan zutritt oder die composition durch das gesamte wort zieht. auf ungâʒêr incoenatus (Graff 1, 528) werde ich sogleich kommen. mhd. gelten zwei formen nebeneinander, gëʒʒen und gâʒ: ich ne hete sîn inbiʒʒen, ne hete si iʒ ê gëʒʒen. fundgr. 2, 20, 6; nû habent si wol gëʒʒen und sint dar nâch gesëʒʒen. Er. 8363; dô si getrunken hêten und gëʒʒen überal. Nib. 1612, 1; dër hunt hât lëder gëʒʒen. Freidank 138, 17; dô wolt ër aber gëʒʒen haben. pass. K. 276, 17; hâstu daʒ obeʒ gâʒ? anegenge 18, 25; dâ du ane hâst gâʒ den tôt. fundgr. 2, 20, 3; ëʒn sî denne gar ein vrâʒ, wëlt ir, si habent genuoc dâ gâʒ. Parz. 639, 2; wëlt ir, si hânt dâ gâʒ genuoc. 815, 21; ûf stuonden die dâ hêten gâʒ (: saʒ). Wh. 277, 11; ê daʒ ich mit in het dâ gâʒ (: daʒ). frauendienst 336, 15; het ich mit in niht gâʒ aldâ. 336, 19; als sie wolte haben gâʒ (: saʒ). krone 13629; als schier sie hâten gâʒ (: gesaʒ). 14804; dô si alle wârn gesëʒʒen und wol halbe hâten gâʒ (: vaʒ). 27804; schiere hâte er gnuoc gâʒ. 28876; dô daʒ gesinde het gâʒ (: baʒ). Wigam. 2664; het ër âne zannen sîn fleisch getragen dannen unt gâʒ mit gemache. a. w. 3, 172; nu dâ gâʒ was genuoc. Mai 219, 15; daʒ lieʒen si wol âne haʒ, wan si lützel hêten gâʒ. 219, 18; den het dër ungetriwe frâʒ in vil kurzer frist gâʒ. a. w. 3, 180; ich bin gewësen zwelf wochen und ein jâr, daʒ ich keiner menschen spîse nie hân gâʒ. Oswalt 1781; ich hân gâʒ, ich hân getrunken. Diemer 382, 22; daʒ diu welfer gâʒ habent die brosem. fundgr. 1, 104, 10; daʒ ër auf dem wëge hât geâʒ und getrunken. Grieshaber 1, 53; und sicher sonst noch öfter. die stellen für gâʒ weisen meist auf Baiern und Österreich, nur der dichter der genesis braucht gâʒ und gëʒʒen unmittelbar hinter einander, bei Hartmann, Gotfried, Conrad sind keine beispiele des participialen gâʒ neben haben, ein im mhd. wb. 1, 761 unbegreiflich angezognes si âʒin gâs und quâmin. Athis C*, 164 gehört vollends nicht hierher, denn gâs ist = gâhes, subito. geâʒ, gâʒ, oder nach vielen reimen gaʒ, gewinnt für unsre grammatik werth, ich sehe darin die erloschne form eines part. praet. activi, während gëʒʒen part. praet. passivi ist. beide gâʒ und gëʒʒen gleichen merkwürdig den sl. participien jed und jeden und Slaven grenzen an Ostdeutschland. zwar hat in den voranstehenden belegen gâʒ völlig die passivbedeutung von gëʒʒen und eins dieser wörter scheint entbehrlich, weshalb wir ihm auch später entsagt haben. allein der schwankende oder wechselnde, bald transitive bald intransitive sinn von essen mochte längst den der participien verwirren, man sagte ich hân gëʒʒen für intransitives edi, comedi, ich hân gâʒ den tôt für transitives edi mortem, während es im ersten fall ich hân gâʒ, im andern ich hân den tot gëʒʒen heiszen sollte. dasz gâʒ ursprünglich einen aussagt der gegessen hat, folgt unwidersprechlich aus seiner unabhängigen, adjectivischen verwendung, die auch verneinendes un vorschiebt und der wir eben bei Hartmann begegnen, welcher sich des hân gâʒ enthielt; es sind die redensarten, wo sich dies participium mit den wörtern sein, sitzen, ligen, fahren u. a. m. bindet: dô ër vierzic tage was ungâʒ. anegenge 10, 24; sô daʒ ër sîns gebëtes phlac ungâʒ unz an den dritten tac. Greg. 2598; sô muoʒ ër dâ ungâʒ ligen. 2699; manegen tac ungâʒ ër gienc. Parz. 485, 29; ungâʒ ûf dem gevilde dolten si die hungers nôt. Wigal. 254, 19; dô ich alsô trûric saʒ, ungâʒ, gedankes sat. Flore 3185; ër was ungâʒ, gedenke sat. 3026; daʒ ër ungâʒ muose sîn durch ein kleineʒ miuselîn. Haupt 7, 360; ër wær wol iemer ungâʒ und von aller swære genësen. 8, 180; nieman mac lërnen ungâʒ. Reinh. s. 337, 1248; und lige hiut den driten tac ungâʒ und ungetrunken. Grieshaber 1, 86. überein mit diesem ungetrunken kommt freilich ungëʒʒen: ob ich nu hie ungëʒʒen sitze. Renner 16397; ich bin hiut den dritten tac zwâre ungëʒʒen. GA. 2, 571; dër dô wære gesëʒʒen drî tage ungëʒʒen. 3, 115; als iwer geselle trinken sol, sô sît ungëʒʒen, daʒ stêt wol. Haupt 7, 176; und muost du ungëʒʒen wësen. 7, 359; noch was Jacob ungëʒʒen. passional H. 95, 57; daʒ ein mîn vil lieber vrunt ungëʒʒen von mir vure. 36, 94; wande si binnen vier tagen ungëʒʒen aldâ lâgen. 271, 60; daʒ si hînt sîn ungëʒʒen. pass. K. 144, 79: ich wil ungëʒʒen blîben. 226, 21; lieʒ man in wësen ungëʒʒen. 275, 1; von dem morgen dicke ër las ungëʒʒen an die vesperzît. 508, 9. ein ahd. beleg für ungâʒ incoenatus wurde vorhin angeführt und von ihm aus läszt sich folgern, dasz auch ahd. gâʒ und gëʒʒan neben einander galten. ob, ohne praefix, analoge participia ahd. âʒ und ëʒʒan, mhd. âʒ und ëʒʒen bestanden, ist nicht zu erweisen, an sich aber wahrscheinlich, demnach müste gleichfalls unâʒ oder unëʒʒen incoenatus ausdrücken, s. sp. 1163 aus Amgb. 22b. erklärbar ist die schon früh auftauchende verdopplung des praefixes, gleich als sei die wurzel des verbums nicht ëʒʒen, sondern gëʒʒen und dieses mit den völlig unverwandten ergëʒʒen, vergëʒʒen, oblivisci in éine reihe zu stellen; ein goth. gaitan (wie fraitan, frëʒan) würde nichts verwirren, das ahd. giëʒan konnte zu gëʒan, giaʒ zu gaʒ werden und verführen, noch leichter mhd. gëʒʒen, giʒʒet, wobei man das ge in gleich, genug, glauben, geglaubt betrachte. bei Grieshaber 3, 53 lesen wir: daʒ du dës boumes hâst gegâʒ; 2, 66 warumbe ër den apfel hête gegâʒ. nhd. bilden wir heute zu essen, asz ein part. gegessen, statt des organischen, noch bis ins 16 jh. allgemein gültigen gessen, geessen, wie Keisersberg, Luther, Hans Sachs, Fischart und alle ihre zeitgenossen richtig schrieben: und Adam sprach, das weib, das du mir geben hast zuo einer gesellin, die hat mir geben von dem holz und ich hab davon gessen. Keisersb. s. d. m. 12b; die schlang hat mich betrogen und ich han geessen. bibel 1483, 6b. 1 Mos. 3, 13; das dich niemand kenne bis man ganz gessen und getrunken hat. Ruth 3, 3; und da Boas gessen und getrunken hatte. 3, 7; die aber gessen hatten der waren bei fünf tausent man. Matth. 14, 21; wir haben fur dir gessen und getrunken. Luc. 13, 26; da sie das brot gessen hatten. Joh. 6, 23; davon wil ich, alsbald wir geessen, in den wald gehn. legende bei Luther 6, 501a; da man geessen hatte. 501b; ich hette nit ein bitzlin geessen. Plater 26; brosmen usz den kleken (ritzen) gesucht und geessen. 27; die hetten sie denn gedöttet und gessen. Hans Staden reise s. 129; das es so lang ungessen hieng uber dem fewr. s. 156; der eifer deines hauses hat mich gessen. Reiszner Jerus. 1, 48a; in Italien werden die delphin von niemand gessen. Forer 96a; gessen ungetrunken ist gehunken, getrunken ungessen ist zwischen zwein stülen niedergesessen. Garg. 52b; warumb wolt man sonst gessen haben? 84b, wo ungessen zugleich jenes mhd. ungëʒʒen, ungâʒ (ohne gegessen zu haben) belegt. manche schreiben, wie schon die stellen zeigen, auch ohne syncope geessen, z. b. Helber B 6b. H. Sachs III. 1, 120c, welches ganz einerlei mit gessen ist, kaum einer schreibt gegessen. dennoch mögen, nach vorausgang des mhd. gegâʒ auch ein paar gegessen früher vorkommen, Bocc. 1, 32b. 33a (Frankf. 1580) liest man hinter einander: das eine brot gegessen hatte, das ander brot auch gessen, da man nun gessen hatte; bei Steinhöwel 46. 47 steht alle dreimal gessen. im 17 jh. nimmt die schlechte form gegessen überhand, hin und wieder haftet gessen: ungeachtet wir hier köstlicher gessen haben. Lohenst. Arm. 1, 585; vogelnester, die für die niedlichste speise gessen werden. 1, 642; gleichsam als wenn man in einem capucinerconvent gessen hätte. Simpl. K. 165; der gift gessen hat. Hohberg 3, 178b. 217a. 246a. im 18 jh. drang gegessen durch, von Stieler 894 war noch aufgestellt worden: gegessen und gessen, von Frisch 1, 233 blosz: ich hab gegessen, bei Gottsched und Adelung erscheint gegessen allein richtig, Gellert setzt arm hat er sich noch satt gegessen. 1, 79; du hast zu mittage blähende sachen gegessen. 3, 226, er würde sich hüten gessen zu gebrauchen. doch hat man es späterhin für den naiven, traulichen ausdruck wieder zugelassen: schenk mir was, ich habe kein brot gessen gestern und heut. Göthe 8, 19 = 42, 22; wenn ihr gessen und trunken habt, seid ihr wie neu geboren. 42, 12 (8, 12 gegessen und getrunken); aber wir, wenn wir gessen und trunken haben. 42, 13 (8, 12 gegessen, getrunken); ich habe gestern auch éine erlegt, am feuer sie gezeitigt und gessen mit meinen brüdern. 33, 256; für drei jahr trauben gessen. Göthe bei Merk 1, 184; und als er gessen und getrunken hatte. Fr. Müller 1, 124; es beiszt mir scharf in die nase, als hätt ich meerrettig gessen. 1, 292; die leute haben gessen und schlafen. Klingers theat. 2, 272. gessen und trunken stehen einander gar nicht, nur scheinbar parallel, wol aber gessen und getrunken. so kann sich die sprache verwöhnen. das andere part. gasz kennt sie in der schrift gar nicht mehr, unterm volk in Hessen und am Main, wahrscheinlich sonst noch, ist genug zu hören 'ich han gasz'. Schmeller 2, 73 unter gâsz gegessen weist auf essen und asz 1, 116. 119, wo man auch ich han gasz, ich habe gegessen angemerkt findet. grosz ist die urverwandtschaft zu unserm essen: skr. ad, gr. ἔδειν, lat. edere, comedere = gessen, sp. comer, wofür it. mangiare, fr. manger = manducare aus mandere, ir. gal. ith, welsch it, lit. ěsti, lett. ehst, preusz. ist, altsl. iasti, russ. iest', poln. ieść, böhm. jisti, in der ersten pers. des praes. lit. edmi, sl. iesm', iam' für iadmi, böhm. jim für jedm. Nach dieser einem so althergebrachten wort gebührenden darlegung seiner form kann auf die bedeutungen eingegangen werden. 11) urbedeutung des essens scheint beiszen und kauen, wie poln. ieść, serb. jesti ausdrücklich besagen. enbeiszen (sp. 446), ags. onbîtan ist anbeiszen und essen, unser entstelltes imbs mahlzeit. der rost iszt das eisen, edit ferrum, beiszt, nagt daran. man erwäge manducare, mangiare, manger, die den begrif masticare, mâcher ermäszigen. eine bestätigung liegt in zahn, ahd. zand, ags. tôð, goth. tunþus, lat. dens dentis, welsch dant, ir. deat, lit. dantis, skr. danta, welche sämtlich schon in frühster zeit des anlautenden vocals verlustig giengen, der nur in ὀδούς, ὀδόντος haftete. die ὀδόντες sind aber edentes, nicht sowol essende, als beiszende, malende, malmende, denn essend wäre auch zunge und gaume. man sagte gleichbedeutig ein buch essen, beiszen, schlingen (s. hernach unter 10) und auch eisen essen, beiszen, fressen, kauen, nagen sind synonym. 22) der Gothe setzt gewöhnlich matjan für φαγεῖν, ἐσθίειν, τρώγειν, βιβρώσκειν, selten itan für ἐσθίειν. wäre nicht unmittelbar zusammenhang zwischen mandere und matjan? der goth. vocal ist kurz und keine spur von verengung des worts, wie sie auch mats cibus, ahd. maʒ, altn. matr abweisen. nur scheint die buchstäblich rechtfertige herleitung von matjan aus mitan dem sinne zu widerstreben, es müste denn im kauen ein messen, vermessen liegen. gleich matjan jah drigkan, manducare et bibere, ἐσθίειν καὶ πίνειν Matth. 11, 18. 19, êtun jah drugkun Luc. 17, 27. 28 stehen essen und trinken gern beisammen: mhd. si trunken sêre und âʒen. tr. kr. 16316; nhd. mit im aʒ und tranc. Grieshaber 1, 53; liebe seele, isz, trink und habe guten mut. Luc. 12, 19; so er denn gisset und trinket mesziglich. Keisersb. bilger 18b; isset oder trinkt. 18b; pfuch, alles das er isset und trinket, das lügt er. s. d. m. 25b; ir werdet essen und trinken mit mir an meinem tisch. Reiszner Jerus. 1, 16a; und zahllose mal anderwärts, der kein verdienst besasz, als dasz er vornehm trank und asz. Gellert 1, 182; er sasz in angst dabei und asz und trank nicht mehr. Lichtwer 144. zu essen und zu trinken geben: heiʒt uns drâte ze ëʒʒen gëben. Helbl. 1, 1221. man sagte sonst: ab der hand essen, vesci ex manu. Maaler 121b, heute aus der hand; den verliebten schmeckte es so wol, dasz sie einander das confect aus dem mäulchen aszen. pol. maulaffe 17. 33) das goth. fraitan ist κατεσθίειν, aufessen, verzehren, schlingen, ein etwas härterer ausdruck als itan: frêt devoravit. Luc. 15, 30; fuglôs frêtun þata fraiv, volucres comederunt illud semen. 8, 5. auch unser heutiges sprachgefühl legt essen den menschen bei, fressen den thieren: ein unvernünftig thier friszt kaum das ander, solte dann ein mensch den andern fressen? Hans Staden reise 154, welche thierische grausamkeit wir dann mit dem ausdruck menschenfresser bezeichnen. doch ahd. manëʒo, ambro und Keisersberg s. d. m. 29a drückt sich so aus: kein thier isset das ander, kein sperber, falk isset den anderen, on allein ein wülpin, die isset ein (= einen) wolf, so sie hungerig ist. hier schiene frisset zutreffender: ein mensch sol ëʒʒen, ein wolf frëʒʒen, und sol sîns lîbes pfrüende mëʒʒen. Renn. 9568, seine nahrung, speise schlingen, welches mëʒʒen sich für die ableitung von matjan brauchen liesze; wolf, nu friʒ daʒ lamp! MS. 2, 171a; ze hant ër daʒ lamp vraʒ. a. w. 3, 170; sô diu katze vriʒʒet vil, zehant sô hevet sî ir spil. Iw. 823; dës hete ër (der slange) gërne vrëʒʒen den riter edel unde starc. tr. kr. 9792; niun vogele die dër slange vraʒ. 24202; nhd. der sperling pickt und friszt die körner, der finke friszt mir aus der hand, der käfer friszt das laub, die raupe den kohl. doch Fleming 487: zu zählen, wie viel bienen essen von Hyblens süszem klee. wenn Otfried von den mit brot und fischen gespeisten leuten sagt: sô sie thar thô gâʒun thie in themo grase sâʒun. III. 6, 43; ioh ward thërô âleibô, thërô fisgô ioh thërô leibô, ni frâʒun sie iʒ allaʒ, sibun korbî ubar thaʒ. 56, so meint hier frâʒun verzehrten. nicht selten steht aber ëʒʒen von thieren, zumal den hausthieren pferd und hund (die man auch anredet): ich wæn dîn ors dicke gaʒ ze Munsalvæsche baʒ dan hie. Parz. 485, 14; æʒe ëʒ höi, ëʒ wær ein fremdeʒ pfert. Walther 82, 19; darzuo diu ros ungeëʒʒen lât. Amgb. 22b; dër hunt eniʒʒet höuwes niht. Freidank 138, 11; dër hunt hât lëder gëʒʒen. 138, 17; wie man auch huntâʒ für hundekost sagte. fraw, ich bit dich, hüte ein wenig, das der hund die speis nicht esse, die ich uf den tisch stelle. Steinhöwels Aesop 1555. 16. die bibel 1483, 169a. 1n. 21, 23 setzt: die hund werden essen Jezabel in dem acker Jezrahel, wo Luther: die hunde sollen Isebel fressen an der mauren Jesreel. sie lieszen die ros essen. buch d. l. 217, 4; darnach gab er seim ros zu essen. ebenda; und sol man dem pferde strawen bis an den buch und ein kripf und rauf in dem stall machen, esze dan er (der vogt) und das pferd gern, do luge, wo er es neme (d. h. stroh, krippe und raufe hat das pferd im stall, fürs futter sorge der vogt). weisth. 1, 743. Seuter und Uffenbach in ihren arzneibüchern gebrauchen immer essen für fressen von den pferden, z. b. wenn das pferd den wolfszan hat, mag es nit wol essen. Seuter 341. im kindermärchen wird der traulichen hausschlange zugerufen: 'ding, isz auch brocken!', andere erzählen 'frisz auch' (myth. s. 560), jenes aber ist passender. thiere, die untereinander redend aufgeführt werden, läszt man ebenfalls 'essen' sagen, so die maus: nu iʒ an, trût gespîl! Bon. 15, 20; iʒ vaste, wir sîn wol behuot vor hunden und vor katzen. 15, 24, weil es natürlich ist, in der fabel den thieren auch die menschlichen ausdrücke zu gestatten, wie überall im Reineke fuchs geschieht. auch die verwünschungen merke man: daʒ dich æʒen die maden! Helbl. 1, 1212; sô ëʒʒen si die wilden krân! Keller erz. 196; die wurme ëʒʒent uns daʒ hërze. Diemer 219, 10. des Boethius vultur, dum satur est modis, non traxit Tityi jecur verdeutscht N. 179 unde sanges satêr ne âʒ tër gîr inin diu Tityo dia lëbera. dër wolta mit Latona slâfen. daʒ rah Apollo mit tiu daʒ imo dër gîr dia lëbera âʒe unde also filo ër geâʒe, daʒ si also filo gewuohse. 44) die verba essen und trinken stehen intransitiv, wenn ihnen kein acc. folgt, transitiv wenn ein solcher von ihnen abhängt. sie, sowie alle ihnen gleichbedeutigen sind vorzugsweise geeignet, den partitivbegrif des genitivs von dem auf den ganzen gegenstand gerichteten accusativ zu unterscheiden (gramm. 4, 649) und neben diesem zeigt dann das verbum transitive, neben jenem intransitive bedeutung. des brotes essen, manger du pain heiszt ein stück davon, das brot essen, manger le pain, das ganze aufessen, doch unsre heutige, die genitivfügungen einengende sprache zieht ein unarticuliertes brot essen dem früheren brotes essen vor, was näher zu entwickeln nicht hierher gehört. beispiele des partitiven genitivs: ahd. aphules, opaʒes ëʒan, ags. ofätes ëtan, onbîtan; mhd. ê ich nû der spîse wolde lëben, diu kinde wirt von êrste gegëben, eins wilden wolves æʒe ich ê. Freidank 23, 9; si sprach 'ir sult mîn ëʒʒen niht'. Parz. 131, 24; dar zuo iʒ du dër apfel und der kriechen. MS. 2, 101a; dër brûtgoum vant in dër hant ein palmrîs mit sîner vruht, dar abe in lieblîcher zuht ër mit dër brût dës apfels aʒ. pass. H. 247, 83; dër rab dër botschaft gar vergaʒ, dô ër ein âs vant, dës er aʒ. Renn. 2563; nhd. du wilt der ersten tracht nit essen, du hoffest es werd eine bessere hernach komen, deren wiltu essen. Keisersb. siben scheiden 6; wenn ir ins land komet, darein ich euch bringen werde, das ir esset des brots im lande, solt ir dem herrn ein hebe geben. 4 Mos. 15, 19; wenn du gleich mich hie heltest, so esse ich doch deiner speise nicht. richt. 13, 16; wenns essens zeit ist, so mache dich hie herzu, und isz des brots und tunke deinen bissen in den essig. Ruth 2, 14; so sol iederman seines weinstocks und seins feigenbawms essen und seines brunnes trinken. 2n. 18, 31; esset ihr der frucht, so werdet ihr sterben. buch d. liebe 291, 4; der meins brots asz. Melissus ps. S 1a; mein nächster freund, der meines brots iszt. Opitz ps. 41. 55) statt dieses gen. reiszt bald die praep. von ein: du solt essen von allerlei bewmen im garten. 1 Mos. 2, 16; und also brach sie ein feig von dem baum und asze davon und gab sie Adam zuo versuochen. Keisersb. s. d. m. 12b; so oft ir von diesem brot esset und von diesem kelch trinket. 1 Cor. 11, 26; und er wölte von keinem mehr essen. Hans Staden reise 138; ich bin nit her kommen, das ich von dir essen wölle. 141; leben daran wol und lassen in wol sein, essen fast von milch, fladen und süszem ding. Frank weltb. 147b; ich mochte nicht davon essen; er asz von dem obst und liesz alles andere stehn; ihr spürtet ihn aus und hättet um alles gern von der waare gegessen. Göthe 40, 9; leider hab ich zu viel von einer speise gegessen. 40, 23. 66) der acc. findet sich sehr häufig, wo essen in allgemeinem sinn genommen ist oder verzehren, aufessen bedeutet: brot, fleisch, suppe, gemüse, obst, honig, früchte, kirschen, nüsse essen; ich will etwas essen; ich gebe dir gleich zu essen, du bekommst wenig zu essen; es hat zwölfe geschlagen. essen wir bald was?; bleib ich hier, was sollen wir essen? Göthe 40, 38; esset ihr mäuse so gern? ebenda; wes brot ich esse, des lied ich singe; das trockne brot essen; er hat nicht einmal das liebe brot zu essen; das gnadenbrot bei einem essen; mehr können als brot essen; iszt was er kan verdewen. Opitz Zlatna 409; an eines tisch essen; an fremder leute tisch essen; ich bereit uch als mir min vatter bereit hat, das ir essend uf minem tisch. Keisersb. bilger 199a; aus éiner schüssel essen; gut gesessen ist halb gegessen; hat der jüngling den imbisz mit dem andern hofgesind gessen. buch d. liebe 233, 4; das mahl essen. Bocc. 1, 27b = Steinhöwel 4, 18; eine mahlzeit essen. Weise erzn. 93. 114; zu mittag, zu abend, zu nacht essen. mit der hand, mit dem löffel, mit messer und gabelessen. 77) man sagte es essen, den tod, das fieber, die krankheit an etwas, an einer speise essen: si sprach 'nu iʒ den grimmen tôt! Stricker H. 11, 62; er hets an vischen gessen. Appenzeller krieg 193; er hats an eim haiszen prei gessen. fastn. 683, 16; voraus ein (krankheit), die heiszt darmvol, die hat er gegessen an eim eichen kol, noch eine, die ich auch wol waisz, die hat er gessen an eim prei haisz. 684, 21. 26; die krankheit, die in hat besessen, die hat er an eim seusack gessen. 697, 5; sonst isset man gar bald das leidig fieber dran. Alberus 61b; wie wol Adam und Eva den tod darvon geessen haben. Reuchlin augensp. 8b. 10b; wehe dem menschen, der ungeduldig sie ertrotzend, an dem sauren genusz sich den tod iszt. Göthe 57, 63; zu einem gastmahle laden, wo sie dann die wahl haben, den tod entweder an unsern dolchen zu essen oder in gutem cyprier bescheid zu thun. Schiller 164b; wüste der mensch, dasz er an diesem apfel den tod essen sollte. 209b. ähnlich ist: ach, weint ich nur auch vor lauter freude! aber ich esse mein bitteres stück schmerz mit dazu. J. P. Tit. 4, 146; das leid, der kummer, die sorge essen, fressen, verzehren mich: die sorge frasz sein herz. Lichtwer 144; altn. sorg ëtr hiarta. m. 25b; alles einessen, in sich essen, fressen, verschlucken müssen (oben sp. 168. 235), man vergleiche noch fundgr. 2, 70: er scol alles leides irgëʒʒen, dës er sich nu lange hât frëʒʒen. vom spielen sagt Konrad von Haslau (Haupt 8, 560): ëʒ prüevet aller schande hort, manslaht unde bœsiu wort, grisgrammen, sich sëlben ëʒʒen, d. i. zornig, mürrisch werden. vor zorne ër sich sëlber aʒ. GA. 3, 66; und wann nid (f.) kiflet, nagt langzit, so iszt sie sich, sunst anders nit. Brant 53, 24. 88) essen mit adjectiven verbunden, 8@aa) satt essen (saturari): jah gairnida saþ itan haurnê, ἐπεθύμει γεμίσαι τὴν κοιλίαν αὐτοῦ ἀπὸ τῶν κερατίων. Luc. 15, 16; jah gairnida saþ itan drauhsnô, χορτασθῆναι ἀπὸ τῶν ψιχίων. 16, 21; arm bin ich zwar, doch ess ich satt. Bürger 37a. 8@bb) das fleisch roh, gesotten, gebraten essen: den krëbʒ wolt ich ê ëʒʒen rô. Walther 76, 9; den teller, die schüssel leer essen (wie das glas leer trinken); den bauch, wanst, kropf voll essen (vgl. Parz. 132, 2 einen guoten kropf ër aʒ); ëʒʒen in den grans. Helmbr. 455. 8@cc) sich satt essen (saturare se), sich nicht satt essen; wir aszen uns an dem braten satt; asz mich an einer abgesottenen groszen fohr (forelle) gesund. Schweinichen 2, 185; hatte sich an einer gänseleber krank gegessen; sich dick, sich dick satt, sich rundherum satt essen; sie aszen sich an gänsen dick. Lichtwer; man bilde sich einmal ein junges mädchen ein, das sich von fetter milch die backen rund gegessen. Rost schäfererz. 57. 99) in der letzten stelle ist sich dativ, in den vorausgehenden acc. einen dat. fügt zu essen auch Logau, 1, 140, 3: mein tisch der darf mich nicht um übersatz verklagen, der gurgel ess ich nicht, ich esse nur dem magen. 1010) man sagte: ein mal essen ist göttlich, wer zwiret iszt der ist ein mensch, wer drü mal iszt der ist ein vich, wer vier mal iszt der ist ein teufel, und wer fünf mal iszt der ist des tüfels muoter genant. Keisersberg s. d. m. 5b. dem ziemlich, züchtig essen gegenüber steht unzüchtig, geitig, gierig: ein mensch der da zimlich isset, wenn er an dem morgen erwachet und abgetouwet hat, so begegnent im die ding so clar und lauter und in einer solicher feiner ordenung, das er ein ganzen tag sunst nicht finden möchte. 7a; also asz Esau geitiglichen ein schüssel mit linsen aus, darumb ward er beraubt des segens von gott, dan er het tötlich gesündet, da er also geitiglichen und giriklichen het gessen. 5a. ich esse gern, edere cupio, pruriunt mihi dentes: die Juden, da sie in der wüste waren und waren des himelbrots maszleidig, sie hetten gern fleisch gessen und sprachen 'uns unwillt ab der speis'. 4b; also hat er ein schleckerhaftige speis vor im ston, die er gern isset, so hungert in darnach, das er wolt das er mee essen möcht und ist im leid, das er niht mer mag. oder ist sollicher speis nicht genuog da, die er geren isset, so hungert in, das nit noch mer da ist, das er den sack fülle. 10a. 'es gern essen' steht sodann überhaupt für 'gern haben': 'sehe da, was mir gefehlet hat, diser baum sol mir für ein leitstab und spiesz dienen', risz in derwegen flugs leichtfertig aus wie ein anderer Christoffel, behieb im die äst und machts wie irs gern eszt. Garg. 232b. so meint auch essen sich einer andern uneszbaren sache gierig bemächtigen und ein buch essen hiesz es gierig lesen, wie wir heute sagen es verschlingen: und dunkt sich strifecht und gelert, so er die buocher hat umb kert und hat den psalter gessen schier bisz an den vers beatus vir. Brant 57, 5 (vgl.entschlafen 1 sp. 601); ein gelêrter heiʒt ein buochbîʒ. Ls. 3, 328, einer der bücher iszt oder in sich schlingt. 10b10b) ermahnung zu essen: iʒ vaste und scham dich niht. meister Eckhart 625, 36, vgl. sch. u. ernst 1555, 316: der bruder sasz nider und asz allerlei trachten die man darsetzt on scham. vgl. iʒ an, iʒ vaste sp. 1164 unter 3. 1111) wie vom essich beiszen gilt vom gährenden wein essen, was eine hübsche stelle bei Keisersberg lehrt: darumb muostu dir selber einen starken gewalt und getrang an thuon, wie man dem guoten win thuot, der do sol kreftig luter und stark werden, den thuot man in ein stark wol gebunden vasz, das wol verschlagen ist und lot im kein liblöchlin, und so wird er heisz in im selber und vocht an im vasz zuo iesen und südet und thuot vigentlichen (feindlich). so thuond sich die tugen (dauben) uf und wil usz dem vasz, so bindet man die vasz mit groszen strengen und seilen und ist angst und not das er im vasz blib. so gesitzt dan der win und isset und verieset in im selber und das werden denn die besten win. bilger 87c. 1212) eisen essen ist was eisen beiszen und geht schon auf iarn bîta der wütigen Berserker zurück: ër ist geheiʒen Ungenant und dünket sich sô ræʒe, ër springet an froun Geppen hant: hei waʒ er îsens æʒe. Neidhart 215, vgl. eisenbeiszer, eisenfresser, eisenkauer. apfel essen 1, 533. einen vor liebe essen, weil küssen und essen mit dem munde geschieht, vgl. aufessen und freszlieb. des Terenz worte Eunuch. V. 8, 56 at ego pro isto, Phaedria et tu Chaerea, hunc comedendum et ebibendum vobis propino, lauten in der verdeutschung von 1499, 83b du Phadria und du Cherea, so wil ich üch darum den zu essen zu trinken und zu verspotten schenken. bittere mandeln essen, vorwürfe, schmach, leid erdulden: lasz die wetter unterdessen über unsrer unschuld stehn, must du bittre mandeln essen und vorietzt auf dornen gehn. Günther 256; wer nicht kommt, hat gegessen = wer nicht kommen oder dabei sein will, der bleibe weg; nun konnte essen wer brot mitbrachte, nach der alten sitte brot zum mahl, das wesentlich aus fleisch und brühe bestand, wie bei den heidnischen opfern, gleich dem messer mitzubringen; ich isz mein theil ungeschlagen. Garg. 94b, brauche mich nicht zum essen treiben zu lassen; im essen bist du schnell, im gehen bist du faul, isz mit den füszen, freund, und nimm zum gehn das maul. Lessing 1, 23. frühstücken jentare heiszt bei Keisersberg frü essen. s. d. m. 6b, an dem morgen frü ein suppen essen. 4a. die niederdeutsche sprache hat für eten ein trauliches diminutivum eteken. Tewesken kinderb. a 5b, dem nichts hochdeutsches entspricht. 1313) die alte sprache war manigfalter in wörtern für essen, die den begrif nach vielen seiten abschatteten, mehrere einfache verba lassen ihn heute entweder gar nicht oder nur eingeschränkt blicken. des goth. matjan wurde vorhin gedacht. so galt nëman, capere für essen und weiden, wie wir noch sagen etwas nehmen, in sich, zu sich nehmen; nioʒan, goth. niutan, nieszen, genieszen; brauchen, ags. brûcan war frui, vesci (2, 315); entbîʒen, ags. onbîtan (3, 494); naschen geht auf leckerheit, nagen ist rodere: dër die halben bir nuoc. GA. 1, 214. speisen, ein noch nicht aufgehelltes wort, setzen wir vom essen vornehmer leute. schlingen und schlucken bedeutet hastiges essen, kauen langsames, gemächliches: der mewet die speis vorhin (ruminat, kaut wieder) ee er sie isset wie ein ochs, der die speis nach dem essen mewet und douwet. Keisersberg s. d. m. 7a. wir sagen in sich füllen, in sich schwingen, in sich bringen, hinunter bringen, asz über alle macht, soviel er nur hinunter bringen konnte. irrg. d. l. 191. aʒ in sîne hût. cod. pal. 361, 40d; aʒ in sînen munt. tr. kr. 24187; in den mund werfen, schieben, zu munde weisen, führen; dem munde bieten; einreiben; einschieben; einpacken; zu faden schlagen; räumen, aufräumen; zeliden, zerstücken, zeliden noch ëʒʒen. Karajan denkm. 82, 1, vgl.stück und frühstücken; ein lützel brôtes tœten. Renner 5256; schnabelieren, krustelieren u. a. m. von den meisten wird an ihrer stelle näher gehandelt. Adelung führt landschaftliche, hauptsächlich niederdeutsche wörter für langsam, gierig, viel, wenig, unreinlich essen an. bausen, schlemmen und demmen geht auf übermasz und ausschweifung, doch zumeist in trank: ich isz nit wenic und trink dest mer. fastn. 562, 15; lautet heute: ich esse nicht wenig, der trunk erhält mich. s.esch = eʒʒisc, fressen, gessen, abessen, anessen, aufessen, ausessen, einessen, mitessen, asz, äszig, atz, ätzen, etzen.
30346 Zeichen · 630 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    essenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    essen swv. s. asten.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êssen

    Adelung (1793–1801) · +11 Parallelbelege

    Êssen , verb. irreg. act. Indic. Präs. ich esse, du issest, er isset, oder ißt, wir essen u. s. f. Imperf. ich āß, (mit …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Essen

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Essen vereinzelt Kleinschr; fast ausschließl sg 1 das, was der Mensch ißt a die tägl Nahrung, Verpflegung, auch allg für…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Essen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Essen , Hans Henrik, Graf von, lievländischer Abkunft, geb. 1755 zu Kasiös in Schweden, wurde frühe Liebling Gustavs III…

  5. modern
    Dialekt
    ëssen

    Elsässisches Wb. · +10 Parallelbelege

    ësse n [asə Liebsd. Co. Dü. Bisch. Hf. Ndrbetschd. ; ásə Geisp. K. Pfulgriesh. Gimbr. Furchhsn. Dunzenh. Hf. Weyersh. ; …

  6. Spezial
    essen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    es|sen (isst, aß, gegessen) vb.tr. 1 mangé (-gia) 2 (zu Mittag) marné (marëna) 3 (zu Abend) cené (cëna). ▬ unmanierlich …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit essen

523 Bildungen · 102 Erstglied · 418 Zweitglied · 3 Ableitungen

essen‑ als Erstglied (30 von 102)

Essenheim

SHW

Essen-heim Band 2, Spalte 289-290

Essenkanne

SHW

Essen-kanne Band 2, Spalte 289-290

Essenkorb

SHW

Essen-korb Band 2, Spalte 289-290

Essenmande

SHW

Essen-mande Band 2, Spalte 289-290

ESSENAUSGABE

DWB2

essen·ausgabe

ESSENAUSGABE f. zuss. mit essen n. 1. oft mit dem fugenelement -s-. 1 ort, an dem (mittag) essen ausgeteilt wird: 1959 sein platz ist neben …

Essenbeutel

RhWB

essen·beutel

Essen-beutel ętəbȳəlts Ruhr-Werden Pl.: eigentl. Speisebeutel, übertr. Wallfahrer (die Lebensmittel in grossen Beuteln mit sich tragen).

essenbitter

DWB

essen·bitter

essenbitter , m. qui invitat ad coenam: tragen die hering an der stangen inn bach für erdfortische ( erfurtische ) essenbitter. Garg. 51 a .…

Essenbrand

GWB

essen·brand

Essenbrand Rußbrand im Schornstein Össenbrand bey’m Drechsler Tgb 7.1.24 bey dem neulichen Oessen brandte [ im Weim Schloß ] A(Gr5,8) Aktenn…

Essenbusen

GWB

essen·busen

Essenbusen fachspr: Wölbung des üb dem Schmelzofen angebrachten Rauchabzuges A(ZfBfr NF 9 II,1918,303) Bericht 7.11.11. K Eva Beck E. B.

Essence

Meyers

Essence (franz., spr. -āngß'), Essenz (s. d.); E. d'Orient, E. de perles , soviel wie Perlenessenz; E. de Mirbane , s. Nitrobenzol .

essencia

MLW

essencia sim. v. essent- .

essencie

MWB

essencie F., swN. ‘Wesen, Sein’ der heilige geist ist die minne. / seht, da durch und dar inne / ver einit die dri personen sin / in einer e…

essend

FWB

1. ›essbar, zum (menschlichen, seltener: tierischen) Verzehr geeignet‹; meist in festen Fügungen wie: essende / essendige dinge (häufig) / s…

ESSENDHAFT

DWB2

essend·haft

ESSENDHAFT adj. abl. von essend adj. eßbar: u1500 jezmalen aber (sind) .. der wein, das brott und andere essendthaffte speiß umb ein zimblic…

ESSENDIG

DWB2

essen·dig

ESSENDIG adj. abl. von essend adj. verbreitet im schwäb. vom 14. - 16. jh. 1 eßbar: ⟨1374⟩ nichtz koufen .., waz essendiger sach ist, ez sie…

Essending

RhWB

essen·ding

Essen-ding ēətəsdeŋ Kemp n.: Speisen; sett ens et E. op den Dösch.

Essendüppen

RhWBN

essend·ueppen

Essen-düppen (s. S.) ęsə- u. ęs- n.: zweiteiliger Essnapf, noch Saar, NHunsr, WEif verbr.

essenfassen

DWB2

essen·fassen

essenfassen n. : ⟨1929⟩ Penzoldt bitternis (1951)178. 1956 Holthusen schiff 195.

essenfasz

DWB

essenfasz , n. mensorium. voc. 1482 h 2 b . Diefenbach 356 b .

Ess(en)geschirr

PfWB

essen·geschirr

Ess(en)-geschirr n. : 'Geräte zum Essen', auch 'Gefäße zum Essentragen', Eßgeschäʳʳ (ęsgəšäʳ) [LA-Gommh, verbr.]. Esse- [ BZ-Albw ], Esseg's…

essen als Zweitglied (30 von 418)

dessen

BWB

-dessen Band 3, Spalte 3,1594

Ermessen

RDWB1

Ermessen n решение, суждение ich stelle es in Ihr ~ - я предоставляю Вам решать / принимать решение / полную свободу действий es steht nicht…

Fressen

RDWB1

Fressen n gefundenes ~ idiom. кому-л. только того и надо устойч. ; что-л. для кого-л. большая удача устойч. ; на ловца и зверь бежит идиом. …

Frustessen

RDWB1

Frustessen n (Lakune) обжорство или переедание на нервной почве

Rückwärtsessen

RDWB1

Rückwärtsessen n etw. ist zum Rückwärtsessen idiom. что-л. отвратительно; что-л. тошнотворно; от чего-л. тошнит Die Bigotterie diverser Tage…

Stammessen

RDWB1

Stammessen n auch Stammgericht любимое блюдо

a(n)beschliessen

Idiotikon

a(n)beschliessen Band 9, Spalte 721 a(n)beschliessen 9,721

Abbüßen

Adelung

Abbüßen , verb. reg. act. durch Buße, d. i. Reue, Strafe, oder Genugthuung tilgen. Seine Sünden abbüßen. Ein Verbrechen mit Gelde abbüßen. D…

abendessen

DWB

abend·essen

abendessen , n. nnl. avondeten, abendmahlzeit, coena: zum abendessen rufen. auch kirchlich für abendmahl: die wort sind das sacrament, so Ch…

abepressen

KöblerMhd

abe·pressen

abepressen , st. V. nhd. „abpressen“, auspressen, keltern Hw.: vgl. mnd. afpersen Q.: Cranc (1347-1359) (FB abe prëssen) E.: s. abe, pressen…

abessen

DWB

abe·s·sen

abessen , comedere, von etwas herunter essen, das fleisch von den knochen abessen, die suppe von dem teller, dann aber die knochen, den tell…

Abfließen

Adelung

Abfließen , verb. irreg. neutr. mit dem Hülfswort seyn, S. Adelung Fließen . 1) * Von einer Höhe hinunter fließen, hinab fließen; im Hochdeu…

Abflößen

Adelung

Abflößen , verb. reg. act. abfließend machen, so wohl von einer Höhe hinab, als auch von einem Orte hinweg. Holz abflößen, auf dem Flusse. D…

abfressen

DWB

abfressen , devorare, von etwas weg fressen: die raupen fressen alle blätter ab; der hirsch friszt die knospen ab; dann auch die bäume, den …

Abgießen

Adelung

Abgießen , verb. irreg. act. S. Adelung Gießen . 1) Den oben befindlichen flüssigen Körper durch Gießen von dem übrigen Theile absondern. Da…

abmessen

DWB

abmessen , dimetiri, nnl. afmeten, mit, nach etwas genau ermessen. sinnlich, den acker, das feld mit ruthe, schnur, schritten, schuhen abmes…

Abnießen

Adelung

* Abnießen , verb. irreg. act. S. Adelung Genießen , welches nur noch in den Rechten üblich ist, wo es so viel bedeutet, als eine Sache nütz…

abpressen

DWB

abpressen , vi exprimere, nnl. afpersen, abdrängen, abdrücken: einem geld, die beichte, das geständnis abpressen: vertrag, den man ihr durch…

Abschießen

Adelung

Abschießen , verb. irreg. S. Adelung Schießen , welches in gedoppelter Gattung üblich ist. 1) Als ein Activum. (a) Durch eine schnelle sause…

Abschließen

Adelung

Abschließen , verb. irreg. act. S. Adelung Schließen . 1) Eigentlich. (a) Was abgeschlossen war, los schließen. Einen Übelthäter abschließen…

Absprießen

Adelung

Absprießen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Sprießen ,) mit dem Hülfsworte seyn, welches in der höhern Schreibart in figürlicher Bedeutung …

Absüßen

Adelung

Absüßen , verb. irreg. act. 1) Gehörig süß machen, wofür doch süßen oder versüßen üblicher sind. Eine Arzeney absüßen. 2) In der Scheidekuns…

absüessen

Idiotikon

absüessen Band 7, Spalte 1410 absüessen 7,1410

Adressen

Wander

Adressen Adressen zeigen grossen Muth, denn sie kosten ja kein Blut.

al(le)dāgesküssen

MNWB

al(le)dāgesküssen , n. , ~lâken, n. , das gewöhnliche Kissen, Bettuch, Alltagsbettzeug (: Staatsbetten).

altgesessen

DRW

alt·gesessen

altgesessen von altersher ansässig 1445 HanseRez.² III 98 Faksimile 1469 SchweizId. VII 1750 Faksimile

altsessen

DRW

alt·sessen

altsessen nd. oltßeten alteingesessen vgl. Altsasse altsessen lute 1324 Schranil,StVerfMagdeb. 176 Anm. 2 mid anwisinge vromer lude und von …

Amsessen

Wander

amse·s·sen

Amsessen He hett Amsessen 1 in de Snût. – Schütz, I, 35. 1 ) Ränke. Sinn: Er ist ein Schlaukopf, er sieht nach Ränken aus.

Amtleuteessen

DRW

amtleute·essen

Amtleuteessen sin amptlutessen uff der brucken in sinem wonhaus gehalten 1570 BuchWeinsberg V 79

Ableitungen von essen (3 von 3)

geessen

DWB

geessen , verstärktes essen, mhd. geëʒʒen, noch im 16. jh.: unz man ze naht geisset. weisth. 4, 231, s. sp. 1613 ( β ) das weitere. im praet…

uressen

BWB

uressen Band 1, Spalte 1,645

veressen

DWB

veressen , verb. durch essen aufbrauchen: er veriszt und vertrinkt sein geld.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „essen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/essen/dwb?formid=E09818
MLA
Cotta, Marcel. „essen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/essen/dwb?formid=E09818. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „essen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/essen/dwb?formid=E09818.
BibTeX
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  title        = {„essen"},
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