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Griebe

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
16 in 14 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Griebe f.

Bd. 3, Sp. 436
Griebe f.: 1.a. 'ausgelassener Speckwürfel', Grieb (grīb), Pl. Griewe (grīwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf mancherorts mittl. u. südl. VPf verbr. Don Gal Buch]; vgl. Gropel 1 a. Zs.: Fett-, Fleisch-, Schmalz-, Speck-, Wurstgriebe. Die Weibsleit dun Griewe schneire (bei der Hausschlachtung) [verbr.], G. auslosse [verbr.]. Die Griewe kummen in die Worscht [verbr.]. Gerichte: Grumbeeresalat un Griewe [PS-Erfw]; Quellgrumbeere un G. [Gal-Josbg]; vgl. Tunkens 1 b. RA.: Er hot Griewe gesse, wer einen Mundausschlag hat [NW-Wachh]. Er war an de Griebcheʳ, dass. [KL-Queidb]. Er hat der Mutter die Griewe gestohl, dass. [KL-Reuschb]. Er hot mit'm Parre Griewe g'schnirre (geschnitten), dass. [LU-Alsh]. Er hot met'm Judd (mit'm Parre) Griewe gess, dass. [KU-Schellw ZW-L'wied]. Er war beim Altheimer Parre Griewe esse, dass. [ZW-Mittb]. Du hoscht met'm Parre Griewe g'fress, do horrer (hat er) dir e paar ans Maul g'schmess, dass. [KU-Nerzw]. a. 1531: vor Griefen außzulassen [GgHospRech]. — b. 'Rückstände beim Auslassen von Butter', Griewe (Pl.) [KB-Bischh]; vgl. Gropel 1 c. Zs. Buttergriebe. — 2.a. 'Mundausschlag', häufig Dim. Griebcheʳ [verbr.]; vgl. Griebenbart, -gesicht, -gusche, -maul, -nase, -schnüß, -schnute, Grind 1 e. Zs. Pfarrersgrieben. Er hot e Griebche (Griebcheʳ) am Maul [KL-Siegb, verbr.]. Griebcher kriet mer, wammer Grumbeeresupp eßt [HB-Erb], wammer uf de Owe spauzt [KL-Erlb], wammer e Mädche kißt [HB-O'bexb Pirmas]. — b.α. 'Schwanzwurzel bei Tieren' [mancherorts]. Zs. Schwanzgriebe. Dem Gaul hun se de Schwanz abgeschnitt bis uf die G. [Gal-Josbg]. — β. 'Schwanz der Kuh' [verbr. WPf NPf vereinzelt mittl. VPf]. Die Kuh stellt die G., wenn sie wild geworden ist und dahinrast [NW-Haßl]. RA.: die G. stelle 'sich schleunigst davonmachen' [Zweibr]. — c.α. 'After beim Rindvieh' [ZW-Kl'bundb KL-Stelzbg FR-N'lein]. — β. 'Gesäß beim Menschen'. Dem muß mer die G. verhaue [Ingb HB-Erb Reiskch KU-Eschau PS-Winz]. — d. 'Geschlechtsteil der Ochsen u. Pferde' [verbr. WPf]; vgl. Rute. — e. 'unordentliches Frauenzimmer'; 's Griebche [HB-Lu'thal]. Syn. s. Drecksack 1 a. — Südhess. II 1460/61; Rhein. II 1397/98; Lothr. 217; Els. I 267; Bad. II 471.
2219 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRIEBEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    GRIEBE ( ahd. griupo ) swm. griebe, überbleibsel von dem ausgeschmelzten speck. wol von einem stv. griube group; Gr. 2,9…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Griebe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Griebe , plur. die -n, ein nur in den gemeinen Sprecharten übliches Wort, gröbliche überbleibende Stücke aller Art z…

  3. modern
    Dialekt
    Griebef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Griebe f. : 1. a. 'ausgelassener Speckwürfel', Grieb (grīb), Pl. Griewe (grīwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf mancherorts m…

  4. Spezial
    Griebe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grie|be f. (-,-n) (Fettgrammel, Rückstände beim Einsieden von Tierfett, Rückstand von ausgelassenem Speck) füscia (füsce…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit griebe

60 Bildungen · 59 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von griebe

griebeln + -e

griebe leitet sich vom Lemma griebeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von griebe 2 Komponenten

gri+ebe

griebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

griebe‑ als Erstglied (30 von 59)

griebeln

DWB

griebeln , vb. , seitenform zu kribbeln th. 5, 2202: es wiebelte und griebelte und krappelte und zappelte wie eine mausz im schmalzkiebel al…

Griebenhals

SHW

Grieben-hals Band 2, Spalte 1461-1462

Griebenmaul

SHW

Grieben-maul Band 2, Spalte 1461-1462

Griebenweck

SHW

Grieben-weck Band 2, Spalte 1461-1462

Griebenbutter

RhWB

grieben·butter

Grieben-butter Lennep-Remschd Hasten ; jrē:vəlts- Sol-Witzhelden f.: Butterbrot mit Schmalz.

Griebendüppen

RhWB

grieben·dueppen

Grieben-düppen (s. S.) Allg. n.: Schmelztiegel. RA.: He es dem Pastur em Gr. gewes hat Mundausschlag Gummb , Sol ; se as sanger Mam an't Gr.…

griebendürr

DWB

grieben·duerr

griebendürr , adj. : alle ding waren auss mangel regens und übriger hitz grübendürr Seb. Franck chronica 1, 580 ; 'griebedürr sehr üblich im…

Griebenfett

PfWB

grieben·fett

Grieben-fett n. : 'Fett von ausgelassenem Speck', -fett [ LU-Altr ]; vgl. Griebe 1 a. Rhein. II 1398 . —

griebenfräszig

DWB

grieben·fraeszig

griebenfräszig , adj. : unnd fürnemlich bei dem kottfleisch ... da halt man ordenlich etlich tag dem s. Schweinhardo gribenfressige, maulsch…

griebe als Zweitglied (1 von 1)

Hungergriebe

Wander

hunger·griebe

Hungergriebe Hungergrebn schmelfen. ( Oberharz. ) Grieben = die von ausgebratenem Fett bleibenden Rückstände.