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Griebe

mhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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16 in 14 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Griebe

Bd. 2, Sp. 1397
Griebe Rhfrk grīp [Birkf -eip u. -ī-; in Kreuzn, Simm vielfach -ū-; Simm-Castellaun -y-], Pl. -wə; Mosfrk -ī:f, –ē:- [an der uSaar in geschloss. Geb., in Bernk -ēi-, –e·i.-; Trier-Fell Mehring, Zell-Pünderich -E:-; Koch-Treis, Merz-Losh -ū:-; Kreuzn-Münchwald -ūft], Pl. -wən; Rip -ē:-, Pl. -və [Jül-Calr -ē:vəl, Pl. -ələ]; Berg -ē:-, –ī·ə.-, –ī-, –ei-, Pl. -wən; Eup -e·i.-, Pl. -və; Siegld -ep, Pl. -bə; das Wort reicht bis einschl. Aach-Orsb Stdt Würselen Merkst, Geilk-Immend, Jül-Gevelsd Tetz, Erk-Immerath, Grevbr-Beckr Buchholz, MGladb-Rheind Neuwerk, Kref-Willich, Neuss-Büttgen Stdt, Düss-Stdt, Sol-Ohligs, Mettm-Cronenbg Schöller, Elbf, Mettm-Dönbg, Gummb-Nümbrecht; lrhn. über die L. hinaus noch in Geilk-Brüxgen Kreuzr Langbr u. Heinsb-Stdt, Kref-Ürding, Klev-Schneppenbaum; rrhn. noch in Dinsl-Walsum Möllen Vörde Spellen Friedrichsf Oberhsn; Mörs-Neuk γrEwən Pl.; Ess-Schonnebeck -Eb-; MülhRuhr -ē:wəln Pl.; Mörs-Asbg krEwəlts Pl.; n. der L. k·ə.m, kr-, Selfk krap, Klevld k, prekəl, šrīf (s. d. W.) f., meist Pl. [m. Bitb, Daun, Prüm; dEr jrē:wən Prüm-Bleialf]: 1. Der Rückstand, den man beim Ausbraten des zerschnittenen tierischen Fettes behält (bei Talg, Speck, auch wohl bei Butter), Fett-, Speck-, Schmalzgr. (s. auch Bauch-, Kack-, Kreisch-, Treipengr.); die Fett-, Schmalzgr. kommen unter das Wurstfüllsel; früher wurden sie wohl auch mit gestampften Kartoffeln vermengt u. an Stelle von Butter auf Brot gegessen (s. Ochsenbutter); Speckgr., geröstete Speckstückchen, nicht allzusehr ausgelassen, werden über die Kartoffeln oder in die Erbsensuppe gestreut; Gr.ən kreischen Fett auslassen Prüm. RA.: De vergeht (geht zeröck) wie en Gr. on (in) der Pann wirtschaftlich oder körperlich geht er ganz zurück Prüm, Allg.; den muss vergihn wie en Gr. en der P.! Verwünschung Trier. Heə sitt us wie en Gr. ausgemergelt Aach; he os verhutscht wie en Gr. durch Wärme verweichlicht Schleid-Hellenth; so mager wie en Gr. Aach. Sech de Gr.ə von der Zopp huəle lossen borniert sein Bitb-Geichl. Wennt der Bur et Speck en Gr.ə schnitt en et Mehl en Waffele beckt, werd he gene rike Mann Eup. Mat (mit) er Döstel am (im) Strih as en Koh am Wanter (Winter) esu fruh wie e Bauer mat em Gr. op de Gromper (Kartoffel) Bitb-Mettend. Was haben wir gekocht? Antw.: Gromperenzopp on Gr.ən Daun-Katzwinkel, — mot Gr.ən drop Malm-Ouren. Burgsonntag singen die heischenden Kinder: Schneckt (schneidet) hei, schn. dief, schn. en decke, fette Gr.! Prüm-Ihren. Adam u. Ev zanken em en Gr. gesagt, wenn jmd. um eine Kleinigkeit zankt, bes. unter Kindern Prüm-Laschd. Wer Ausschlag am Munde hat, der hät dem Pastur de Gr.ə gestolle (geschlouche Dür-Winden) Rip, Allg., — hat Gr.ə met der Pastur geəte Eup, — es P. an de Gr.ə gewes, do hät de en möm Schümleffel für de Mul geschlage Bergh, — do hat er die Schmelzpann of et Maul kriet Ottw-Merchw, — do hat der em en nogeworf, die es em an der Schniss hänge blif Saarbr-Feching, — den höt em noch e Scheimlefel voll nogeschmass, die sen em am Gesicht hänke gebliwen Trier-Thomm, — wor dem Her an de Gr.ən Eif, — hot de Gr.ə geschnäst (genascht) Bernk, — dem Paff de Gr.ən afgefreten Sol, — hät dem Pastur an de Gr.ə geleck Köln, — hat der Motter de Gr.ən geschneist uSaar, Trier, Bitb, Wittl, Bernk, — hot seiner Modder de Gr.ən aus der Pann gestohl Trier-Stdt, — hät dem Metzger (Schleiter) Gr.ən gekläut Barm; de Jüdde han em en Gr. nogeworfe Aden-Virnebg; der Paff hot en mit Gr.ə beworf Bernk-Rhaunen; den hat de Gr.ən last (längs) de Mond gestoche (gedohn) Prüm, Bitb, Wittl; den hot e Gr. lastgestoch Bitb-Geichl; der hat de Gr.ə net ausgeass May-Köllig. — 2. übertr. a. sachl. α. Ausschlag, bes. am Munde, bes. nach dem Genusse reichlichen u. vielfach unreifen Obstes; Wundkruste, schorfige Wunde; er hat Gr.ən am Mond, em Gesicht; die Wonn hat en Gr. gezoge Rip, Allg. — β. e Gr. Woll die nach dem Scheren zusammengeschlagene, gerollte Wolle eines Schafes Prüm. — γ. -īwə Pl. Rest des Kernobstes Siegld-Lützeln; -Eb- Ess-Schonnebeck. — δ. der in dem Schwanz bes. des Pferdes verlaufende Endteil des Rückgrates, Möhre Saarbr-Feching. — ε. Pl. scherzh. Schulden Koch-Lutzerath. — b. persönl. α. magerer Mensch MGladb-Rheind; mageres Weib, en dönn Gr. Eup; en verplackte Gr. Aach, Schleid. — β. Ofenhocker(in) Schleid-Hellenth. — γ. -ībχə verächtl. grüner Bursche Birkf.
4408 Zeichen · 122 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GRIEBEswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    GRIEBE ( ahd. griupo ) swm. griebe, überbleibsel von dem ausgeschmelzten speck. wol von einem stv. griube group; Gr. 2,9…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Griebe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Griebe , plur. die -n, ein nur in den gemeinen Sprecharten übliches Wort, gröbliche überbleibende Stücke aller Art z…

  3. modern
    Dialekt
    Griebef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Griebe f. : 1. a. 'ausgelassener Speckwürfel', Grieb (grīb), Pl. Griewe (grīwə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf mancherorts m…

  4. Spezial
    Griebe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Grie|be f. (-,-n) (Fettgrammel, Rückstände beim Einsieden von Tierfett, Rückstand von ausgelassenem Speck) füscia (füsce…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit griebe

60 Bildungen · 59 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von griebe

griebeln + -e

griebe leitet sich vom Lemma griebeln ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von griebe 2 Komponenten

gri+ebe

griebe setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

griebe‑ als Erstglied (30 von 59)

griebeln

DWB

griebeln , vb. , seitenform zu kribbeln th. 5, 2202: es wiebelte und griebelte und krappelte und zappelte wie eine mausz im schmalzkiebel al…

Griebenhals

SHW

Grieben-hals Band 2, Spalte 1461-1462

Griebenmaul

SHW

Grieben-maul Band 2, Spalte 1461-1462

Griebenweck

SHW

Grieben-weck Band 2, Spalte 1461-1462

Griebenbutter

RhWB

grieben·butter

Grieben-butter Lennep-Remschd Hasten ; jrē:vəlts- Sol-Witzhelden f.: Butterbrot mit Schmalz.

Griebendüppen

RhWB

grieben·dueppen

Grieben-düppen (s. S.) Allg. n.: Schmelztiegel. RA.: He es dem Pastur em Gr. gewes hat Mundausschlag Gummb , Sol ; se as sanger Mam an't Gr.…

griebendürr

DWB

grieben·duerr

griebendürr , adj. : alle ding waren auss mangel regens und übriger hitz grübendürr Seb. Franck chronica 1, 580 ; 'griebedürr sehr üblich im…

Griebenfett

PfWB

grieben·fett

Grieben-fett n. : 'Fett von ausgelassenem Speck', -fett [ LU-Altr ]; vgl. Griebe 1 a. Rhein. II 1398 . —

griebenfräszig

DWB

grieben·fraeszig

griebenfräszig , adj. : unnd fürnemlich bei dem kottfleisch ... da halt man ordenlich etlich tag dem s. Schweinhardo gribenfressige, maulsch…

griebe als Zweitglied (1 von 1)

Hungergriebe

Wander

hunger·griebe

Hungergriebe Hungergrebn schmelfen. ( Oberharz. ) Grieben = die von ausgebratenem Fett bleibenden Rückstände.