böse ,
malus, pravus, iratus, oft in bös
gekürzt und schon im 16
jh., mit der falschen schreibung bösz,
z. b. der bösz geist. Keisersb.
bilg. 55
d,
doch Luther in der
bibel von 1545
schreibt nur böse.
wichtiger als diese schreibung ist die geschichte eines uns heute so geläufigen wortes. Es ermangelt goth. alts. ags. altn., ebenso engl. schw. dän. durchaus, zeigt sich nur ahd. mhd. nhd., mnl. nnl., dem anschein nach auch fries. die noch seltnen beispiele des ahd. pôsi
vilis, infirmus, ineptus, hauptsächlich aus Notker,
verzeichnet Graff 3, 216;
mhd. bœse
ist desto häufiger (Ben. 1, 224. 225);
mnl. bose
aber dünn gesät, auszer Partonopeus 30, 21. 33, 22. 111, 3
und Fergût 5345 (
wo aber bois: Walois)
keine stelle, namentlich hat das wort Maerlant
nie, nnl. kommt boos
öfter vor. das fries. bâse (
wie lâs = lôs)
beruht blosz auf thi bâse feng Richth. 96, 17,
der böse grif, scheint aber unbedenklich. Schwierig sind ursprung und urverwandtschaft. der nächste gedanke wäre ans mlat. bausiare,
fallere, decipere, bausia
felonia (Ducange 1, 629. 630),
prov. bauzar
tromper, bauzia, bauza
fraus, bausios
fallax (Rayn. 2, 202. 203),
was genau einem für ahd. pôsi
anzusetzenden goth. bausis
entspräche, und ohne lat. wurzel ist; altfranz. steht für bauzar boiser,
für bauza boisie, boisdie,
was jenem mnl. bois
gliche. auch Diez
etym. wb. 76
leitet die romanischen wörter aus unserm pôsi
und böse
her. bausis
aber würde starken anklang haben an litt. baisus
terribilis, crudelis, greulich, schrecklich, fürchterlich von der wurzel bijoti
fürchten (Nesselm. 329),
dann aber an běsas
teufel (Nesselm. 328
a)
und durch alle slavische sprachen geht ein subst. altsl. russ. bjes'',
poln. bies (Linde 1, 106
b),
böhm. [] běs (Jungm. 1, 101)
teufel, serb. bijes
rabies, illyr. běs
furor, ein adj. kommt nicht vor; aber auch finnisch begegnet piessa, piessahainen,
genius malus. gerade so heiszt uns vorzugsweise der teufel der böse, der böse geist (
siehe hernach unter 4),
und die berührung scheint unabweislich. wenn it. bugiare
lügen, bugiardo
lügner, betrieger gleichzustellen ist dem prov. bauzar
und bauzador
ist wiederum der teufel der lügner und vater der lügen. übergänge des AU
in AI,
wie zwischen bausis
und baisus,
zwischen bausiare
und boiser,
zwischen bose, boos
und bois
erheben sich oft. Eben mit rücksicht darauf möchte man auch irgend einen bezug von böse
auf die wurzel beiszen,
goth. beitan
suchen, aus welcher goth. beist,
ζύμη,
fermentum und altn. beiskr,
ahd. peiskar
amarus entsprosz. es soll hernach unter 6
belegt werden, dasz 'nicht böse'
wie 'nicht bitter'
gebraucht wird, und der teufel heiszt, wie der tod, der bittere (Grieshaber 1, 52).
finnisch paholainen, pahoillinen,
lapp. pahakes,
wiederum von paha
malus, welches nach dem wechsel des H
und S pasa
lauten, folglich bausis
und pôsi
erreichen würde. noch wichtiger ist der anklang von lat. infensus, fostis (
s. 5).
Diese etymologien können licht werfen auf die bedeutungen. 11)
der echten sinnlichen, ohne welche doch über den ursprung kaum zu entscheiden ist, hält es schwer habhaft zu werden. auf leibliche gegenstände angewandt bezeichnet böse
das schmerzende, wehthuende und kann dann oft mit schlimm
tauschen: er hat einen bösen finger, das böse ding am finger; das ich sie mit der lautern warheit etwa unversehens an die böse zeh hart getroffen hette. Ringwald
vorrede A 5
b; ich leide an bösen augen; sie konnte nicht mitgehn, weil sie einen bösen hals hatte; ein böses maul,
das ausgefahren ist; ein böser kopf,
grindiger; mein fusz schon lange böse; zohe einen bösen schenkel nach. Alberus 1; und es war ein mann zu Lystra, der muste sitzen, denn er hatte böse füsze und war lahm von mutterleibe, der noch nie gewandelt hatte.
apost. gesch. 14, 8,
wo das original setzt ἀδύνατος τοῖς ποσὶν ἐκάθητο,
vulg. infirmus pedibus sedebat; an ihm ist keine böse ader, kein bös härchen; ein böser zahn; her her, wer hat ein bösen zan? ein böser zan, ein böser gast, leszt dem man weder ru noch rast. H. Sachs I, 529
e;
wird aber auch gesagt von einem eszlustigen, leckeren: bisz und lachet, lachet und bisz, hett zwen böse zän, der ein asz gern weiszbrot, der ander lebkuchen.
Garg. 129
a.
in allen diesen fällen dürfte schlimm
stehn, nicht aber schlecht,
denn er hat schlechte zähne
ist etwas andres als böse zähne. 22)
die krankheit selbst heiszt böse,
im sinne von bösartig,
malignus: so wird der herr wünderlich mit dir umbgehen mit plagen auf dich und deinen samen, mit bösen und langwerigen krankheiten.
5 Mos. 28, 59; und er starb an bösen krankheiten.
2 chron. 21, 19; der herr wird von dir thun alle krankheit und wird keine böse seuche der Egypter dir auflegen. 5
Mos. 7, 15; das böse schwarze blattern auffaren. 2
Mos. 9, 9; da furen auf böse schwarze blattern, beide an menschen und vieh. 9, 10; die herschenden blattern sind böse; der herr wird dich schlahen mit einer bösen drüs an den knien und waden.
5 Mos. 28, 35; und es ward eine böse und arge drüse an den menschen,
ἕλκος κακὸν καὶ πονηρόν,
vulg. vulnus saevum ac pessimum.
offenbar. Joh. 16, 2; da fuhr der satan aus vom angesicht des herrn und schlug Hiob mit bösen schweren von der fuszsolen an bis auf seine scheitel.
Hiob 2, 7; und unser wunden sind so gar böse, das sie niemand heilen kan.
Jer. 15, 18; dein schade ist verzweivelt böse und deine wunden sind unheilbar. 30, 12; aber er wird zuletzt ein böse fieber davon kriegen.
Sir. 41, 32; das böse wesen,
die epilepsie, finn. pahan pieksiä,
vgl. bösding. 33) böse
von maul und zunge gebraucht bedeutet beiszend, bissig, verletzend, wie Freidank
sagt 164, 3: daʒ wirste lit, daʒ ieman treit, deist diu zunge, sô man seit, dein pos maul.
fastn. sp. 254, 2; und hast erwelet ein schalkhaftige zunge.
Hiob 15, 5; fur den zenkischen zungen.
ps. 31, 21; die orenbläser und falsche, böse meuler sind verflucht.
Sir. 28, 15; ein böses maul macht viel leute uneins. 28, 16; ein böse maul wird kein glück haben auf erden.
ps. 140, 12; er hat eine böse zunge,
eine scharfe, beiszende; gräfin. wissen sie auch, dasz man viel in der stadt von ihnen spricht?
Marie. ich weisz, dasz es allenthalben
[] böse zungen gibt. Lenz 1, 296; ich verschwieg nicht, wenn ich etwas abgeschmackt fand und man hatte immer von meinem bösen maule zu reden. Göthe 20, 23.
in solchem sinne sagen wir ein böser hund,
ein bissiger: böser dann ein wütender hund. Keisersb.
s. d. m. 20
a;
überhaupt ein böses thier, böser wolf,
oft auch ein böses weib. lasset uns sagen, ein böses thier habe in gefressen.
1 Mos. 37, 20; ich wil die bösen thier aus ewrem lande thun.
3 Mos. 26, 6; die Creter sind immer lügner, böse thier und faule bäuche.
Tit. 1, 12 (
goth. liugnjans, ubila biarja, vambôs latôs,
gr. ψεῦσται,
κακὰ θηρία,
γαστέρες ἀργαί,
vulg. mendaces, malae bestiae, ventres pigri).
hier verdeutscht also Ulfilas ubila biarja,
doch heute wäre übele thiere
unstatthaft. und wenn ich böse thiere in das land bringen würde, die die leute aufreumeten.
Ez. 14, 15; wurden durch die menge der bösen würme gemartert.
weish. Sal. 16, 1.
nicht anders heiszt der beiszende, versehrende pfeil, wie sonst bitter (
πικρὸς ὀϊστός), der böse: wenn ich böse pfeil des hungers unter sie schieszen werde.
Ez. 5, 16. 44)
die bisher erörterten vorstellungen führen schon von sachen auf lebende wesen, thiere und menschen, wie auch die krankheiten und plagen personificiert werden, böse
ist mordax, saevus, crudelis, rabidus, was unmittelbar dem litt. baisus
entspricht, aber zugleich den begrif des sl. subst. bjes, bies
vollkommen erreicht, wodurch der satan, kakodaemon, teufel, der böse feind
oder geist
bezeichnet wurde: des andern tags geriet der böse geist uber Saul.
1 Sam. 18, 10; aber der böse geist vom herrn kam uber Saul. 19, 9; der hös geist gibt im die ding in. Keisersb.
s. d. m. 19
a; owee vatter, sich (
siehe) vil schwarzer mann! das waren moren und böse geist. 21
a; ein fraw, die was besessen mit dem bösen geist. wenn man den vers raunet einem besesznen in das or, so wirt der bös geist bewegt zuo antwurten. 24
a; da gieng erst der bös geist von der frawen. 24
b; sie wollen kurzum im schif Noe nit pleiben, so ersaufen sie (
mergantur) auszerhalb dem schif in aller bösen (
d. i. geister) namen.
bienenk. 13
b; als ob die kindlin vom bösen feind besessen weren. 22
c;
unter den spielen verzeichnet Fischart
no 484 'alle bösen',
was wol auch heiszen soll alle bösen geister.
dieselbe ellipse gilt noch heute: und ich dacht, es kann der knabe mit der schönen lichten gabe wahrlich nicht der böse sein. Göthe 1, 199; welch entsetzliches getöse! laszt uns, laszt uns alle fliehen, oben flammt und saust der böse! 1, 235; sieh, da flammt, da zieht der böse! 1, 236; den bösen sind sie los, die bösen sind geblieben. 12, 128.
hierüber sind auch noch die mythol. 940—943
gesammelten benennungen nachzusehn. wie der böse
hiesz der teufel früher auch der üble, der leidige, leide, unholde, ungeheure,
alts. wrêtho,
ags. vrâða =
altn. reiði,
der nie gutes rieth oder that, daher lett. ne labbais,
der ungute und wir sagen es stinkt hier wie nichts gutes,
stinkt teuflisch. wiederum war den Gothen zulässig mit ahma
zu verbinden ubils: ahmanê ubilaizê.
Luc. 7, 21. 8, 2,
wo wir heute nur böser geist
setzen, mhd. der ubel âtem.
fundgr. 2, 18,
was jetzt einen verderbten athem ausdrückt. böser geist
ist böser wicht, bösewicht,
mhd. du bœser wiht ungehiure!
Geo. 3508;
nhd. Markolf, du alter poser wicht!
fastn. sp. 536, 25. 55)
aus diesem wrêth,
altn. reiðr,
schw. dän. vred,
zornig, zürnend, feind oder feindlich ergibt sich dieselbe subjective bedeutung auch für böse
und wir fügen den dat. der person, oder die praep. auf, über
hinzu. ein solcher gebrauch von böse
läszt sich weder ahd. noch mhd. aufweisen, ist aber nhd. und nnl. so häufig und eingewurzelt, dasz er leicht der ursprüngliche sinn des worts gewesen sein kann. pôsi, bausis
würde auf ein verbum biusan baus
furere zurückgehn, woneben auch beisan, bais
denkbar wäre, vgl. bîse
boreas (1, 1398), bisen
lascivire (2, 46), biswurm
oestrus (2, 48)
und anklang an beitan, bait
mordere möglich, unmittelbare berührung mit lat. infensus, infestus, fostis = hostis,
die ebenso den pers. dat. bei sich haben, glaublich. böse sein, böse werden
ist succensere, irasci: du wirst gleich böse,
du fährst auf; er ist sehr böse,
er zürnt heftig; er thut böse,
stellt sich zornig an; mache mich nicht erst böse,
bring mich nicht auf; sie neckte ihn damit, Woldemar wurde nie böse.
Woldemar 61;
Schulz. nu nu, schwager nit gleich bös, nit gleich bös!
Walter. ei was bös, das mädel soll singen. Fr. Müller 1, 244; da wurden die schneider
[] ganz bös uf in.
Eulensp. cap. 50; er ist bös auf mich, bös über dich? du wärst bös über ihn? Göthe 57, 168; du bist mir bös, Octavio? Schiller 355
b; ich bin dir böse,
wie ich bin dir feind,
hostis, mhd. vîent, gevê,
und umgekehrt, ich bin dir gut,
geneigt, hold, mhd. ich bin dir wæge, ich bin dir holt (
Tit. 77, 1); sie sind böse mit einander,
haben sich erzürnt, überworfen. für alle diese böse
können wir wieder nicht sagen übel, schlimm, schlecht, arg,
weil in böse
der stärkere begrif des zürnens und wütens enthalten ist. nnl. boos zijn, boos worden, op iemand.
altn. vera, verða reiðr,
doch auch illr,
dän. väre, blive ond. 66)
milder ist böse =
schlecht, gering, verdorben, falsch, ganz objectiv genommen: und was fur ein land ist, darinnen sie wonen, obs gut oder böse sei.
4 Mos. 13, 20; ein böser,
schlechter weg, boden; hier aber ist ein böser boden, kleine steine und kurzes gras, schnelles reiten ist unsicher. Göthe 15, 314; es ist gut wonen in diser stad, aber es ist böse wasser und das land unfruchtbar.
2 kön. 2, 19; böse luft, aria cattiva,
auch schlechte luft; die bösen wetter,
im bergwerk; böses wetter = schlechtes wetter,
mauvais temps; kelte und böses gewitter. Schertlins
br. 135;
hierher böses blut, das wird böses blut machen, setzen (
oben sp. 171). ein schädliche, böse wurzel. 1
Macc. 1, 11; böses korn; so will die spreuer allzeit oben schweben, und wann man das bös korn nit bald malet, so fliegets doch aus.
bienenk. 35
b; böses gras, böses kraut,
altfranz. male herbe (
woher der eigenname Malesherbes),
sp. mala hierba; böse blume, böser Heinrich (
oben sp. 178)
im gegensatz zu der herba boni Henrici; böse frucht tragen; gute und böse feigen, das man sie nicht essen kan, so böse sind sie.
Jer. 24, 2. 3; und wil mit inen umbgehen, wie mit den bösen feigen, da einem fur ekelt zu essen. 29, 17; böse speise; blanke und lautere weine sind nicht böse. Mülman 29; pfeffer und sulz die warn nit bö
s. H. Sachs I, 530
d,
wie sonst nicht bitter, nicht übel.
zumal oft von geringen, schlechten, schnöden kleidern, si (
die bauern) truogen auch: das nu lützel keiner thuot ein grabe kappen und ein bösen huot.
fastn. sp. 440, 10; und wer do guote kleider hat, dem werden böse an die stat. Uhland 613; man suochet dir aus das bösest hembdlin, das man findet, und legt es dir an, und brecht man ein guot hembd, so sprechen die erben, was wil man das guot hembd verderben und in grund zuolegen und legt dir ein strouwens ringlin under das haubt und laszt dich anhin faren. Keisersb.
wannenkr. 108
c; gekleidet mit einem schwarzen bösen rocke und hatte einen bösen huet auf seinem heubte. L. Döner
bei Luther 6, 333
a; da man nu geessen hatte, da thet
s. Johannes als er im gedacht hatte, und stal sich heimlichen von inen und legt böse kleider an, das man in nicht erkennet.
legende bei Luther 6, 501
b; bawerleins ... mit bösen kleidern. Alrerus 10
b; so zeucht es (
das vollsaufen) gute kleider ab, gibt hänfen schauben, böse schuh. Ringwald
laut. warh. 70 (67); ein solcher frecher bruder nasz bekömpt die leng ein ledig tasch, geringe kleider und darzu viel kleine vieh und böse schuh. 306 (299); böse kleider bedürfen viel flickens, also auch böse händel viel schmückens. Ayrer
proc. 3, 4; sie werden allesammt durch letzten sturm zerreiszen und wie ein alt gewand und böses kleid verschleiszen. Fleming 24. böse steine,
unechte, falsche edelsteine, böses geld, würfel, karten
und gewicht,
falsches: das es nicht alles keiserstein seind, sunder vil böser stein und sünden. Keisersb.
s. d. m. 30
b; nim war, wie vil böser stein du darinnen erfinden werdest. 38
a; in dem see zu Laich (
Laach) findt man stein grün, gäl und rotfarbe gleich den bösen smaragden und hyacinthen. Münster
kosmogr.; phening vier und nit der bösen.
ring 7
c, 13; ir seit all ungetreu einander, und habt bös münz, das ist das ander, und falsch richter und ungetreu amptleut.
fastn. sp. 296, 12; da behieltens pöser karten zwu und trugen andre unter dem tisch zu, das triben sie da mit mir an als lang pis das mir gelts zuran. 757, 4;
[] wucher, kauf, pöses gewicht ist nit mein minste zuversicht. Schwarzenb. 137, 2; wie der bös pfennig unter dem geld mit unter get, also ist Witzel im anfang auch evangelisch worden. Alberus
wider Witzel F 6
a; kaufleut, die nimmer bös gelt nemen. Fischart
groszm. 53; und ferner hat er tausend jar ablasz verordnet, daran wird kein guter heller bö
s. bienenk. 212
a; durchstreichen und für bös umgänge münz verwerfen. 37
a; wenn denn i.
f. gn. nach Prag fort musten, als bracht ich bei einem tuchmacher Griebel genannt i.
f. gn. lauter böses geld als 40 rth. zu wege. Schweinichen 2, 11; ein böser thaler,
adulterinus; heute schlechtes,
falsches, auszer umlauf gesetztes geld.
man sagt aber noch: er ist bekannt wie ein böser kreuzer =
von allen gekannt, im schlimmen sinne; in Schwaben, er geht zu bösen häusern. Wagners
handstreich 4, 29,
gewöhnlich, in schlechte häuser. gedenk du habest vil böser stein in deinem kartenspil. Keisersb.
s. d. m. 27
b; die sieben bösen ins teufels carnöffelspiel. Fischart
bienenk. 164
a. 77) Stalder 1, 206. 207
führt auch für böse
die bedeutung von fein, gelehrt, erfahren an, die sich aus der von schlau und listig leicht entfaltet: ein böser,
ein feiner mann; ein böser,
erfahrner schütz.
ebenso hat Tobler 70
b en bösa jeger,
ein geschickter, treflicher; en bösa spiller,
ein geschickter spieler. 88)
nun werden sich auch die abstracten verwendungen erklären lassen. böse
drückt sehr oft den gegensatz des guten oder nützlichen, frommen, das untaugende, nichtsnutze aus. 8@aa)
von leuten gebraucht, improbi: die augen des herrn schawen an allen orten, beide die bösen und fromen.
spr. Sal. 15, 3; ein böser achtet auf böse meuler. 17, 4; erzürne dich nicht uber den bösen und eiver nicht uber die gottlosen, denn der böse hat nichts zu hoffen, und die leuchte der gottlosen wird verleschen. 24, 19. 20; hunde haben mich umbgeben und der bösen rotte hat sich umb mich gemacht.
ps. 22, 17; das heiszt gemurmlet, so du beredest das kalt wetter, das du arm bist, das es dem bösen wol gat. Keisersb.
s. d. m. 17
a; und das es dem bösen menschen so wol gat und manigem schalk. 17
b; errette mich herr von den bösen menschen.
ps. 140, 2; ein frevel, böser mensch wird verjagt und gestürzt werden. 140, 12; ein böser mensch bringet böses her aus seinem bösen schatz (
ahd. ubil man fon ubilemo tresowe bringit ubilu).
Matth. 12, 35; aber die leute zu Sodom waren böse.
1 Mos 13, 13; und Ger war böse fur dem herrn. 38, 7; Ger aber, der erste son Juda, war böse fur dem herrn, darumb tödtet er in.
1 chron. 2, 3; was böse und lose leute waren.
1 Sam. 30, 22; o wie fro wolten wir sein, wenn er gleich alle bewme zu ruten machet uber die bösen kinder.
Ez. 21, 10; sihe, da kamen die leute der stad, böse buben, und umbgaben das haus.
richt. 19, 22; so gebt nur her die menner, die bösen buben. 20, 13; aber die söne Eli waren böse buben, die fragten nicht nach dem herrn. 1
Sam. 2, 12; da er zuo der statt kam, in deren bös knaben waren, die giengen im entgegen. Keisersb.
s. d. m. 38
b; du bist gefallen, wie man fur bösen buben felt.
2 Sam. 3, 34; mein kind, wenn dich die böse buben locken, so folge nicht.
spr. Sal. 1, 10; war ists, kein bube ist so böse, wenn er in der kirche solchen vers singt oder sonst höret, er leszt sich dünken, er verstehe in uberaus wol. Luther 5, 45
a; als Ovidius die bösen knaben leret, sie sollen den weibern vil verheiszen umb böser lieb willen und nüt halten. Keisersb.
s. d. m. 64
b; das thuon die bösen (
unartigen) kinder gern. 32
b; so sich zimpt, das du deine kind magst mit ruten houwen und dem bösen knaben eins an den backen geben. 35
b; und liesz im (
dem Hiob) gott nummen ein bös weib. 13
b; so man doch selten hört, dasz ein frommer vorfar böse nachfaren habe. Fischart
bienenk. 14
b; das gibt gemeiniglich böse eheleut, böse meister, hümpler und stümpler. Schuppius 8; juristen sind böse christen; und eh vier wochen noch vergiengen, war sein Johann fromm wie ein kind. wie? liesz er ihn ins zuchthaus bringen? ich dachte gar. warum nicht lieber auf den bau? er wust ihn besser zu bezwingen, er gab ihm eine böse frau. Gellert 1, 235; sehet auf die hunde, sehet auf die bösen arbeiter (
goth. þans ubilans vaurstvjans).
Philipp. 3, 2; bös reuter zu Venedig, bös mörleut im Turgöw. Fischart
groszm. 135; soll wie ein böser schuldner sitzen. Göthe 12, 192.
die ältere sprache gestattete hier meistentheils übel
statt unseres [] böse,
aber für böse buben
können wir heute weder üble
noch schlechte
sagen, allenfalls schlimme buben, schlimme leute, ein schlimmes
oder arges weib. ein schlechtes weib
wäre etwas anders, ein sich schlecht aufführendes, während das böse weib
eins von bösem gemüt ist. ein schlechtes weib,
ein schlechter kerl
sind sittlich verdorben, ein böses weib,
ein böser kerl
solche, vor denen man sich zu hüten hat, auf deren lebensart aber kein vorwurf fällt. in böse
blickt das zornige, trotzige durch, das sich freilich mit frech, schlecht, frevelhaft berührt. 8@bb)
die allgemeinste vorstellung des bösen wie seines gegensatzes drücken wir nur durch das neutrum böse
und gut, böses
und gutes,
ohne beigefügtes subst. aus. so neben thun, reden, sagen, denken, wissen, finden
u. a. m. wo sich der gerechte keret von seiner gerechtigkeit und thut böses.
Ez. 18, 24; sol man am sabbath gutes thun oder böses thun? (
goth. skuldu ist in sabbatim þiuþ taujan aiþþau unþiuþ taujan?
ἀγαθοποιῆσαι ἢ κακοποιῆσαι; vulg. bene facere an male?)
Marc. 3, 4.
Luc. 6, 9; ehe die kinder geboren waren und weder gutes noch böses gethan hatten (
goth. tavidêdeina hva þiuþis aiþþau unþiuþis,
μηδὲ πραξάντων τι ἀγαθὸν ἢ φαῦλον,
vulg. aut aliquid egissent bonum aut malum.
Röm. 9, 11; daʒ ir im niemer mê getuot enweder übel noch guot.
Iw. 5006; darumb können wir nichts wider dich reden, weder böses noch guts.
1 Mos. 24, 50; und der herr hat böses uber dich geredt.
1 kön. 22, 23.
2 chron. 18, 22; dein maul lessest du böses reden.
ps. 50, 49; du redest lieber böses denn gutes. 52, 5; ir otterngezüchte, wie könnet ir gutes reden, dieweil ir böse seid? (
ahd. barn natrôno, wie mugut ir guotu sprechan, mit thiu ir ubilê birut,
wo der pl. guotiu
dem gr. ἀγαθά,
lat. bona
entspricht).
Matth. 12, 34; der klapperer sagt auch böses von eim. Keisersb.
s. d. m. 46
b; und gond dan von dir zuo einem andern und sagen demselben böses von dir. 35
b; es möcht mir böses nachreden. 78
a; alle dise menschen reden guots von einem in seiner gegenwertikeit, aber so einer von inen kümpt, so reden sie böses. 67
b; fluchen ist nit anders weder eim böses sagen wünschlich. 38
b; was gedenkent ir böses in euwerm herzen? 70
b; da aber David merket, das Saul böses uber in gedacht.
1 Sam. 23, 9; lasz kein böses an dir gefunden werden dein lebenlang. 25, 28; wird aber böses an im funden, so sol er sterben.
1 kön. 1, 52; gedenke, son, das du dein gutes empfangen hast in deinem leben und Lazarus dagegen hat böses empfangen.
Luc. 16, 25; hörest du was böses, das sage nicht nach.
Sir. 19, 6; vergeltet niemand böses mit bösem (
goth. ni ainummêhun ubil und ubilamma usgibandans).
Röm. 12, 17; du meinst erlangen guots, so erlangest du böses. Keisersb.
s. d. m. 34
a; darumb wünschet er im böses. 38
b; die kunstrichter haben vil böses davon gesagt. Lessing 7, 68; dreihundert jahre sind vorbei, werden auch nicht wieder kommen, sie haben böses, frank und frei, auch gutes mitgenommen. Göthe 3, 289.
man sieht, die alte sprache setzte dem guten
in diesem sinne entgegen das üble,
wo wir heute sagen das böse;
nur im gebet des herrn Matth. 6, 13
hielt Luther
das kirchlich hergebrachte 'erlöse uns von dem übel'
fest, goth. lausei uns af þamma ubilin,
ahd. arlôsi unsih fona ubile,
wo die reformierten beten: 'von dem bösen',
was auch Luther
hätte setzen müssen, wie er Matth. 5, 45
schreibt: lasset seine sonne aufgehen über die bösen und über die guten (
ahd. ubar guotê inti ubar ubilê,
goth. ana ubilans jah gôdans); 12, 35 ein böser mensch bringet böses her aus seinem bösen schatz (
ahd. ubil man fon ubilemo tresowe bringit ubilu); 22, 35 brachten zusammen wen sie funden, böse und gute (
ahd. ubilê inti guotê). schlimmes, arges, schlechtes thun
oder reden
wäre nicht mehr der reine gegensatz des guten,
wie er in übles
oder böses
liegt, sondern empfienge die nebenbedeutung des verkehrten, lasterhaften, untaugenden. unflectiertes böse, übel, schlimm, schlecht
müste an sich gestattet sein, kommt auch früher nicht selten vor, z. b. bös von den leuten sagen. Keisersb.
s. d. m. 67
b; und wil es frischlich mit euch wagen, ee das man pös von mir solt sagen.
fastn. sp. 636, 22;
man meidet es aber heute, weil unter gut, übel, schlecht thun, reden
adverbiales bene, male agere, loqui verstanden wird. beim verb. subst. oder bei nennen
ist das praedicative adj. unverkennbar, [] und steht dann, wie überall, ohne flexion: werdet wissen was gut oder böse ist.
1 Mos. 3, 5. 22; die meinung scheint nicht böse zu sein. Hoffmansw.
st. Socr. 127,
wofür doch gewöhnlich gilt, nicht übel; der gröszte theil des unheils und dessen, was man bös in der welt nennt, entsteht blosz, weil die menschen zu nachlässig sind ihre zwecke recht kennen zu lernen. Göthe 19, 339.
Kaum gesagt zu werden braucht, dasz auch mit dem artikel das böse
als subject stehen kann: wirfst dich hervor, wie das bös in der wannen. Frey
garteng. cap. 56; wissen das bös und das guot = das böse, das gute. Keisersb.
s. d. m. 12
b; dem guten fördernd meine hände reichte, dem bösen wie dem übel widerstritt. Göthe 9, 306. Keisersb.
setzt 'ein böses'
für etwas böses: es ist nicht anders weder ein böses wünschen.
s. d. m. 38
b.
bemerkenswerth sind die redensarten 'im bösen, nicht im bösen, in keinem bösen',
wie 'im guten': er that es im bösen, in böser meinung
oder absicht; ich sage dirs nicht im bösen, sondern im guten; es geschah im bösen, in keinem bösen: das binden steht bei uns, gleichwie bei euch das lösen, und gläubt, dis was wir thun, geschicht aus keinem bösen. Fleming 55. 8@cc)
oft steht nun auch böse
neben substantiven: das ist ein böses ding, eine böse sache, ein böser handel, böser brauch;
den umständen nach gleichviel mit übel, schlimm, schlecht: ich neme mir keine böse sach fur.
ps. 101, 3; wan einem böse ding ze handen gond, die er vorhin hatt gewüst, dieselben thuond im nit also we, als het er sie nit gewüst. Keisersb.
s. d. m. 65
a.
in so allgemeinem ausdruck kann es bald nur eine schwierige, bedenkliche, misliche sache, bald eine ungerechte, verworfne, schlechte bezeichnen. wir sagen, in völlig gleichem sinn, eine böse, üble, schlechte gewohnheit ablegen. das geschieht nicht in böser, übler meinung, dasz ich dich offen tadle;
dagegen ich habe eine schlechte = geringe meinung von der sache; sich rümen aus böser meinung. Keisersb.
s. d. m. 56
a; usz böser meinung. 27
b. einen bösen rath geben
heiszt einen bösgemeinten, verderblichen; einen schlechten rath geben,
einen unbrauchbaren. böse gesellschaft = schlechte. eins sein in bösen dingen. Keisersb.
s. d. m. 47
a,
in allem schlechten, bösen; Ipocras wurd einist gefragt von bösen, schamperen (
schandbarn) dingen. da sprach er, antwurt zuo diser frag ist schweigen. 77
b. böse worte
sind schlechte, einem böse worte geben,
einen hart und zornig anfahren; gab er mir etliche böse wort. Götz von Berl.
lebensb. 83; böse, lästerliche wort darunter mischen. Keisersb.
s. d. m. 51
b; das du hinfür die alte sprach der bösen wort nit me brauchest. 89
b; es ist nichts anders dann böse rede. 46
a,
üble nachrede, verleumdung. schlechte worte
sind unbrauchbare, unnütze. ein böser grund,
ein bösgemeinter, ein schlechter grund,
ein nichts taugender, nichts beweisender. böser wille, böse absicht, böser vorsatz
gehen darauf aus zu schaden; man sagt auch schlechte absicht,
nicht schlechter wille. böse list,
dolus malus: die gsellschaft auch versamlet ist, on bösen list.
Garg. 87
b; was kümmert dich der böse schein bei der gerechten sache? Schiller 420
a; eine böse that,
maleficium, übelthat, missethat. unw. doct. 660;
ebenso ein böses stück (
was auch den übelthäter bezeichnen kann): wer sich nicht vollsaufen darf, hat entweder ein bös stuck gethan oder wils begehn.
Garg. 101
a; bösen lohn empfangen; ja kamen beid umb leib und leben, solch böser lohn ward in gegeben. Alberus 17
b; eins bösen tods ersterben.
Aimon X 1. ein böses spiel (
foul play); ei, ei, herr baron, wie verzagt! sind sie ein weltmann und wissen nicht, dasz die ängstlichkeit des spielers ein böses spiel verräth? Gotter 3, 22. böses beispiel verdirbt gute sitten; ein böses gewissen; ein böses herz; böser geschmack
was schlechter geschmack: in verhältnismäszig bösem geschmack ausgeziert und meubliert. Göthe 3, 81,
dagegen heiszt es ein übler geschmack im munde; böse wege,
was schlechte, schlimme, abführende; ein iglicher bekere sich von seinem bösen wege.
Jonas 3, 8; böse tage, böse zeit und stunde: am guten tage sei guter dinge und den bösen tag nim auch fur gut.
pred. Sal. 7, 15; gedenk an deinen schepfer in deiner jugent, ehe denn die bösen tage komen. 12, 1; so werden auch die menschen berückt zur bösen zeit. 12, 1; denn es ist eine böse zeit.
Amos 5, 13;
[] ob etwan kämen böse tag. H. Sachs I, 536
a; ihr same sei als unsrer väter war, von dir gebenedeit, und breche, wie vor (
antea) sie, durch alle böse zeit. Fleming 25; damit sie für einen bösen und mühsamen tag ein guten abend bekommen. Schuppius 740; in raschen jahren gehts wol an, so um und um frei durch die welt zu streifen; doch kömmt die böse zeit heran, und sich als hagestolz allein zum grab zu schleifen, das hat noch keinem wol gethan. Göthe 12, 161; entflöhe der gelegenheit, mich kühn der hohen ahnen würdig zu beweisen, und jeden, der mich ungerecht verletzt in böser stunde hülfreich zu beschämen. 9, 380.
mhd. noch übel zît: ich wæne ir swæren tac und übele zît hinne tragt.
Iw. 1740. böse nachrichten, meldungen, botschaften,
was üble, schlimme, schlechte;
schon mhd. dem brâhtes bœsiu mære.
Iw. 1995; ouch nâht im bœse mære. 3096; alsô bœsiu mære.
Nib. 960, 2; eine böse nachricht über die andere traf ein; ich bringe böse neuigkeiten. böses,
wie schlechtes, schlimmes ende: denn die ungerechten nemen ein böses ende.
weish. Sal. 3, 19; die sache nimmt ein böses ende; die krankheit hat bösen verlauf;
mhd. diu gir nâch grôʒem guote vil bœseʒ ende gît.
Nib. 1494, 2. 99)
die ganze untersuchung von 1—7
ergibt, dasz, wie ein goth. bausis
noch gar nicht aufzuweisen war, ahd. pôsi
geringen umfang hatte und ihm upil
weit überwog, mhd. bœse
dem übel
bereits gleichstand, nhd. böse
die anwendung von übel
noch mehr beschränkt hat und vorherschend geworden ist. diesem entspricht nicht ganz das verhältnis der steigerung, die goth. und ahd. anomal ergehend den comp. vairsiza, wirsiro,
den superl. vairsist, wirsist
bildete. mhd. erscheint neben wirser, wirsest
oft schon bœser, bœsest,
in schwacher form der bœste,
gekürzt aus bœseste (
wie der beste
aus beʒʒeste).
nhd. sind böser
und böst, bösest
im 16
jh. häufiger als heute, doch meidet sie Luther
und setzt dafür erger, ergst,
wie wir jetzt ärger, schlimmer, schlechter, der ärgste, schlimmste, schlechteste
vorziehen, wovon unter diesen wörtern das nähere einzusehen ist. hier folgen belege für böser: so bistu böser dann ein jud. Keisersb.
s. d. m. 20
a; das thorecht dunken der menschen macht, das wir das böser erwölen. 26
a; darumb ist schmeichlen böser dann eer abschneiden. 33
a; ie mehr er schmeichlet, ie mehr er es verhönet und böser macht. 34
b; und was ist er dann dester böser, das er frembd ist? 37
b; besunder wan du etwas böses von eim sagst mit halben worten, das ist böser, dan so mans sagt mit ganzen worten. 45
a; unreinikeit (
des herzens), die böser ist, dan schlechte unkeuscheit. 53
b; je böser mensch, je besser glück. Mathesius 38
a; aber der Luther sei böser dann der bapst. Kirchhof
wendunm. 465
a; so sol er holen den mittelmeszigen wein, nit den besten, auch nit den bösten.
weisth. 2, 168; diser wein ist nit der bösest, ist aller wein ein fürst.
Garg. 242
b; der allerböst under allen,
pessimus. Maaler 74
b; das ist das böste alles bösen. Ayrer 445
b.
Da der beste
und böste
gegensatz bilden, musz man auf seiner hut sein, beide nicht zu vermengen, wie bei der schreibung böste
für beste
geschehen könnte, vgl. 1, 1659. 1660. böste
für beste
hat kurzen vocal, böste =
mhd. bœste
langen oder gedehnten. in der Schweiz unterscheidet man richtig einem zbest reda
und zböst reda,
etwas zu gunsten oder zu nachtheil eines sagen. man sagt auch sböst machen,
schaden leiden, den schlimmsten theil davon tragen. Stalder 1, 207. Frisch
wagt einmal böser
noch weiter zu steigern in böserer,
was dem mehrere,
ahd. mêriro
für mehre,
ahd. mêro,
goth. maiza
gleicht: die andern nach der welt urtheil böser und vor gott schier böserer, betrugen damit also die leut.
chron. 1531. 479
b vielleicht öfter. Übrigens mahnt, wenn man will, auch pejor
und pessimus,
neben fensus
und fostis,
an die gesuchte dunkle wurzel unseres böse.
vgl. bitterböse, bodenböse, erzböse, grundböse.