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Undank

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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Undank

Bd. 4, Sp. 1423
Undank 1. Besser der erst vndanck als der letzte. – Gruter, III, 9; Lehmann, II, 50, 28; Sailer, 111. Schwed.: Bättre första wreden än den sidsta. (Grubb, 76.) 2. Besser Undank mit Wahrheit als Dank mit Lüge. – Sailer, 111; Henisch, 644, 70. 3. Dem ist vndanck zu lohn beschert, der dient, biss das er wirt vnwerth. – Henisch, 643, 1. 4. Der Undank ist eine bittere Wurzel, aus der viel Sünden wachsen. 5. Dess vndancks ist die Welt gar vol, das möcht ein frommen kräncken wol. – Henisch, 642, 87. 6. Im Undank stecken alle Laster. – Gaal, 1567. 7. Mancher erhelt ein vndanck, so er vermeine, er het ein danck zu erlange. – Henisch, 642, 67. 8. Mit Undank lohnt man den Knecht, es geh krumm oder recht. 9. Mit Vndanck der Wolthat (Warheit) die Welt lont sein Herren, der Hund beist vors Brot. – Gruter, III, 70; Lehmann, II, 413, 87. 10. Nimms (niemand) mutt meh Undank erfahren, as uns Hergett. (Rendsburg.) 11. Undank berechtigt nicht zur Undienstfertigkeit. – Simrock, 10637. 12. Undank haut der Wohlthat den Zapfen ab. – Eiselein, 609; Simrock, 10623; Braun, I, 4649. 13. Undank ist aller Uebel Anfang. 14. Undank ist das gröste Laster. – Seume, Sämmtl. Werke (Leipzig 1835), S. 525. »Wen man undankbar nennen kann, dem henget alle laster an.« (Froschm., CVIIIb.) Lat.: Ingrato homine terra nihil pejus creat. (Philippi, I, 198; Seybold, 263; Schonheim, J, 18; Frob., 386.) – Ingratum si dixeris, et omnia dixisti. (Egeria, 113.) 15. Undank ist der Welt Lohn. – Bücking, 257; Hollenberg, I, 96; Beyer, II, 246; Guttenstein, 208, 93; Mayer, I, 77; Nieter, 109; Müller, 9, 8; Simrock, 10630; Gaal, 1568; Härling, 46; Körte, 6127; Günther, 90; Ramann, II, Pred., II, 446; Ramann, Unterr., I, 21; Hermes, IV, 88; Steiger, 191; Lohrengel, II, 651; Braun, I, 4647; Dove, 69 u. 695; Schwerin, 84; Masson, 338; für Waldeck: Curtze, 345, 396. Vgl. ferner darüber in den Gelehrten Beiträgen, zu den braunschweigischen Anzeigen, 1768, St. 33; dann. K. W. Mose, Einige Lichtseiten des Satzes: Undank ist der Welt Lohn, Frankfurt a.M. 1799, S. 31. »Es ist ein gemeiner Verss: Hic most est horum, Vndank in fine laborum.« (Mathesy, 388b.) Ein Gedicht von Langbein hat dies Sprichwort zur Ueberschrift. (Düsseldorf, II.) Frz.: Le mond paie d'ingratitude. (Gaal, 1568.) Holl.: Ondankbaarheid is's werelds loon. – Op wel doen valt wel ondank in 't einde. (Harrebomée, II, 134b.) It.: Il mondo paga d'ingratitudine. – Non si paga gran benefizio senza ingratitudine. (Gaal, 1707.) Lat.: Ingrati immemores beneficiorum esse solent homines. (Philippi, I, 197.) – Mens prava malorum immemor accepti non timet esse boni. (Anonius.) (Binder II, 1844.) – Omnia sunt ingrata, nihil fecisse benigne est debita pro meritis gratia nulla redit. (Catullus.) (Philippi, II, 71.) Poln.: Kruk chowany i panu oczy wydłubie. – Nie pamieta krowa zimy, kiedy się lata dvezeka. (Masson, 339.) Schwed.: Otack är werldens lön. (Wensell, 63.) Span.: La buena vida padre y madre olvida. – Oria corvo y sacar te hal el ojo. (Masson, 339.) 16. Undank ist die linke Hand der Selbstsucht. – Witzfunken, VIIa, 147. 17. Undank ist ein gemeiner Stank. – Körte, 6128; Körte2, 7692. Schwed.: Otack är hvars mans snack. (Grubb, 657.) 18. Undank ist vieler Uebel Anfang. Lat.: In ingratitudine nihil mali non est. (Philippi, I, 198.) 19. Undank macht Wohlthun krank. – Eiselein, 609; Braun, I, 4641. Schwed.: Otack för wälgjord gjör tröga wänner i nöden. (Grubb, 595.) 20. Undank schadet auch dem Unschuldigen. – Simrock, 10635; Körte, 6129. Denn es benimmt die Lust zu helfen. Lat.: Malignum fieri maxime ingrati docent. (Philippi, I, 238.) 21. Undank thut wehe. – Mayer, I, 77. 22. Undank und Mist findet sich überall. – Frischbier2, 3863. 23. Undanks Wolfahrt ward selten alt. – Froschm., HhVIIIb; Petri, II, 556. 24. Vmb der Welt danck nichts angefangen, vmb jhren vndanck nichts gelassen. – Henisch, 642, 69. 25. Vndanck, Hoffart vnd Neid sind drey böse Hell Hund. – Petri, II, 556. 26. Vndanck in fine laborum. – Latendorf II, 26. Lat.: Serpentem in sinu fovere. (Seybold, 554.) 27. Vndanck ist auch den vnschuldigen schad. – Franck, I, 59b; Lehmann, II, 791, 91. Lat.: Ingratitudo multis immerentibus noxia. (Franck, I, 59b.) 28. Vndanck ist böse Kraut. – Petri, II, 556. Schwed.: Otack är paddesnack. (Grubb, 665.) 29. Vndanck ist das täglich Brot. – Petri, II, 556. 30. Vndanck ist der Leut bester lohn. – Lehmann, 811, 21. Schwed.: Otack wed ändan. (Grubb, 656.) 31. Vndanck ist ein laster wider gemeynen nutz. – Franck, I, 59b. 32. Vndanck lohnt mit Guckucks Danck. – Gruter, III, 91; Lehmann, II, 802, 96. Lat.: Alituram arius rependit. (Seybold, 19.) 33. Vndanck mit gutthaten vergelten, ist Gottes vnnd frommer Leute Tugendt. – Lehmann, 811, 10. 34. Vndanck soll Christen die Händt nicht abhawen. – Lehmann, 811, 11. »Man soll nicht aufhören, Gutes zu thun, auch wenn man mit Undank belohnt wird; Christus machte zehn gesund und nur einer war dankbar.« 35. Weil Undank überall zu Haus, richt man mit Wohlthun wenig aus. – Seybold, 412. 36. Wer nicht wol vndanck leiden kann, der ist der Welt ein vnnütz Mann. – Petri, II, 745; Henisch, 643, 3; Dove, 924. Lat.: Omne dixeris, quam ingratum hominem dixeris. (Philippi, II, 65.) 37. Vndanck auff sich laden. Lat.: Accersere malam gratiam, offendere aliquem; incurrere in offensam, inuidiam apud aliquem. (Henisch, 642, 50.) [Zusätze und Ergänzungen] 38. Undank ist eine Landplage, die auch den Unschuldigen trifft. Zehn Arme werden abgewiesen um eines Undankbaren willen. Lat.: Ingratitudo multis immerentibus nocua. (Sailer, Sprüche, 143, 147.) 39. Vndank ist der Welt Tranckgeld. – Herberger, I, 602. 40. Vndank ist die grösste Vngerechtigkeit. – Herberger, II, 206.
5776 Zeichen · 215 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    undankst. M. (a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    undank , st. M. (a) nhd. Undank, Undankbarkeit ne. ungratefullness ÜG.: lat. (procella) Gl Hw.: s. undankes; vgl. anfrk.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    undankPräp.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    undank , Präp. nhd. gegen Q.: Hanserec. III 1, 265 E.: s. un... (1), dank (4) L.: MndHwb 3, 2, 202 (undank) Son.: örtlic…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Undank

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Undank , des -es, plur. car. eigentlich Mangel, Abwesenheit des pflichtmäßigen Dankes; ingleichen in härterm Verstan…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Undank

    Goethe-Wörterbuch

    Undank [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    Undank

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Undank Band 3, Spalte 3,1172

  6. Sprichwörter
    Undank

    Wander (Sprichwörter)

    Undank 1. Besser der erst vndanck als der letzte. – Gruter, III, 9; Lehmann, II, 50, 28; Sailer, 111. Schwed. : Bättre f…

  7. Spezial
    Undank

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Un|dank m. (-[e]s) malreconescënza f. , pücia reconescënza f. ✒ Undank ist der Welten Lohn la pücia reconescënza é le pa…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit undank

74 Bildungen · 74 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von undank

un- + dank

undank leitet sich vom Lemma dank ab mit Präfix un-.

Zerlegung von undank 2 Komponenten

und+ank

undank setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

undank‑ als Erstglied (30 von 74)

undankbar

DWB

undank·bar

undankbar , adj. adv. , gegentheil von dankbar. ahd. undancbâri ( neben undancfol, undanchfellich, ags. unþancful, engl. unthankful); mhd. u…

Undankbarer

Wander

Undankbarer 1. An Undankbaren ist alle Wohlthat verloren. 2. Beim vndanckbaren verdient man Danck, alss wie der so Erbss auff die Stiegen st…

undankbârhêⁱt

MNWB

undankbar·heit

undankbârhêⁱt , -berhê(i)t , f. : Undankbarkeit , „Ingratitudo vndanckbarheit ” (Dief. 18), „Ingratitudo, Vndanckbarheit ” (Chytr. 576), „ d…

undankbârich

MNWB

undank·barich

° undankbârich (flekt. -g- ), adj. : undankbar , „ de minschen werden sik sulvest beleven, girich ... den olderen nicht gehorsam, undankbari…

undankbarkeit

DWB

undankbar·keit

undankbarkeit , f. , gegentheil der dankbarkeit. mhd. undancbærkeit ( neben undancbære); mnd. undankberkeit; mnl. ondancbaerheit; nl. ondank…

undankbârlĩk

MNWB

undankbar·lik

° undankbârlĩk , adj. , adv. : undankbar, „ ed were voer lange tijt gewesen, dat min here sinen boͤsen, vuͦlen, tragen und undankbarliken kn…

undankberkēt

KöblerMnd

undankberkēt , F. Vw.: s. undankbārkēt

undankbor

MeckWB

undank·bor

undankbor undankbar: 'dewyle du Godt offt sehr undanckbar gewesen' Gry. Lb. 2, I 3 a ; sonn' undankboren Bengel Ro Ribn ; schlecht: undankbo…

Undankborkeit

MeckWB

undankbor·keit

Undankborkeit f. Undankbarkeit: 'mit dem ... laster der undanckbarheit' Gry. Lb. 2, I 3 a ; dat is pure Undankborkeit Ha Witt .

undankbār

KöblerMnd

undank·bār

undankbār , Adj. nhd. undankbar, nicht aufgeschlossen Hw.: vgl. mhd. undancbære Q.: Veghe 69 E.: un... (1), dankbār W.: s. nhd. undankbar, A…

undankbārhēt

KöblerMnd

undankbārhēt , F. nhd. Undankbarkeit Hw.: vgl. mhd. undancbærkeit* Q.: Dief. 18 E.: s. un... (1), dankbārhēt W.: s. nhd. Undankbarkeit, F., …

undankbāri

KöblerAhd

undankbāri , Adj. nhd. undankbar, danklos ne. ungrateful ÜG.: lat. ingratus Gl, NGl, T Q.: Gl (Anfang 9. Jh.), NGl, OT, T I.: Lüt. lat. ingr…

undankbārich

KöblerMnd

undankbār·ich

undankbārich , Adj. nhd. undankbar Q.: Oldecop 172 E.: s. un... (1), dankbārich L.: MndHwb 3, 2, 203 (undankbârich) Son.: örtlich beschränkt

undankbārkēt

KöblerMnd

undankbārkēt , F. nhd. Undankbarkeit Q.: Dief. 18 E.: s. un... (1), dankbārkēt W.: s. nhd. Undankbarkeit, F., Undankbarkeit, DW 24, 432? L.:…

undankbārlīk

KöblerMnd

undankbārlīk , Adv. nhd. undankbar Q.: Russow Livl. Chr. 6 (1584) E.: s. un... (1), dankbārlīk L.: MndHwb 3, 2, 203 (undankbârlīk) Son.: ört…

undankbārīg

KöblerAhd

undankbārīg , Adj. nhd. undankbar, danklos, unangenehm? ne. ungrateful ÜG.: lat. ingratus Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: Lüt. lat. ingratus E.: s. …

undanken

DWB

undan·ken

undanken , veraltetes verb., undankbar sein. ahd. undanchôn punire, ubelên Graff 5, 172 : der undanckt, den wird got nicht ungestrafft lasse…

undankenes

KöblerMnd

undank·e·nes

undankenes , Adv. nhd. ungern, widerwillig, unabsichtlich, ohne Absicht Hw.: s. undankes Q.: SSp (1221-1224) E.: s. undank (1) L.: MndHwb 3,…

undankens

MNWB

undank·ens

undankens , adv. : ohne Absicht, „ Svie des anderen ve dodet, dat man't eten mut, dankes oder ane dank (Hss. Bn Co Dhm Eais undankens ), die…

undankfellīg

KöblerAhd

undankfellīg , Adj. nhd. undankbar ne. ungrateful ÜG.: lat. ingratus NGl Q.: NGl (2. Viertel 11. Jh.) I.: Lüt. lat. ingratus? E.: s. un, dan…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „undank". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/undank/wander
MLA
Cotta, Marcel. „undank". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/undank/wander. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „undank". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/undank/wander.
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