Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Tanz
Tanz
tanzen Vb. ‘sich rhythmisch (zu Musik) bewegen’, auch ‘hüpfen, springen, sich leicht und froh bewegen’, mhd. tanzen, mnd. dansen, danzen, Entlehnung des höfischen Rittertums (mit hd. t- aus d- und -z- als Übergangslaut zwischen n und s) über Flandern (vgl. mnl. nl. dansen) aus gleichbed. afrz. dancer, dancier, danser (frz. danser). Herkunft ungeklärt. Man hat auf Grund der zuerst nordfrz. Bezeugung des Verbs germ. Ursprung angenommen und setzt anfrk. *dintjan ‘sich hin und her bewegen’ voraus (vgl. mnl. deinsen, nl. deinzen ‘zurückweichen, -schrecken’, fries. dintje ‘leicht zittern’, isl. dynta ‘den Körper auf- und niederbewegen’). FEW 15, 2, 63 möchte dagegen (im Hinblick auf den Stammvokal afrz. -a-) eher anfrk. *dantisōn vorziehen. Anders in: Archiv f. d. Studium d. neueren Spr. 203 (1966/67) 321 ff., die, ausgehend von lat. rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’, rotundāre ‘rund machen, abrunden’, Formen wie vlat. *retundāre oder *rotantiāre, *retantiāre ‘drehen, tanzen’ und *rotantia, *retantia ‘Drehung, Tanz’ erschließen, woraus sich im Westroman. *redançare und *redança bzw. mit Abfall von re- *dançare und *dança entwickelt habe. – Tanz m. ‘Folge rhythmischer (von Musik begleiteter) Körperbewegungen’, auch das diese begleitende ‘Instrumentalstück’ sowie ‘Tanzveranstaltung’, mhd. tanz, mnd. dans, danz, entlehnt (wie das Verb) über mnl. dans aus afrz. dance, danse.