lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Tanz

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
23 in 21 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
104
Verweise raus
81

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Tanz

Bd. 19, Sp. 314
Tanz, gewisse, meist von Musik begleitete und in einem bestimmten Zeitmaß (Rhythmus) ausgeführte körperliche Bewegungen, die, ausgeübt in dem schöpferischen Drange nach einem in sich harmonischen Erleben des Weltgeschehens, durch technische Fertigkeit und Geschmack in das Gebiet der Kunst erhoben werden können (Tanzkunst), sowie das begleitende Musikstück selbst (s. Tanzmusik). Die Tanzkunst gehört unter die mimischen Künste; wie aber bei der Pantomime die Bewegungen der Füße den Bewegungen und Gebärden des übrigen Körpers untergeordnet sind, so finden im T. umgekehrt die Bewegungen der Füße eine Begleitung in den Bewegungen des übrigen Körpers. Man teilt den T. in den gesellschaftlichen und den theatralischen. Der gesellschaftliche T. hat das gemeinschaftliche Vergnügen, die Unterhaltung zum Zweck und schließt auch die sogen. Nationaltänze, die als Ausdruck nationaler Eigentümlichkeiten von besonderer Bedeutung sind, in sich. Zu den Nationaltänzen gehören bei den Deutschen namentlich der Walzer (künstlich zur Allemande ausgebildet), bei den Franzosen die Menuett und Française, in England die Anglaise, in Schottland die Ekossäse, bei den Spaniern die Sarabande und der Fandango, bei den Italienern die Tarantella und der Saltarello, in Polen die Polonäse, Mazurka, der Krakowiak etc. Beim theatralischen T., der von künstlerisch gebildeten Tänzern ausgeführt wird, unterscheidet man gewöhnlich die grotesken Tänze, die mehr Ausdruck der Kraft als der Grazie, ungewöhnliche Sprünge und Gebärden erfordern; die komischen Tänze, die, ebenfalls lebhaft, sich mitunter bis zum Mutwillen steigern, und die halben Charaktere, die eine Intrige, eine Liebesaffaire darstellen und besonders Zierlichkeit und Geschmack verlangen; hierzu kommt noch das Ballett (s. d.). – Schon in den frühesten Zeiten des Altertums nahm der T. eine wichtige Stelle ein und zwar vorzugsweise zur Verherrlichung öffentlicher Feste und als Teil des Kultus; namentlich konnte in Asien der sinnliche Götterdienst des Tanzes nicht entbehren. Am meisten wurde aber die Kunst des Tanzes (Orchestik) bei den Griechen ausgebildet, bei denen sie auch das ganze Gebärdenspiel mit in sich schloß und in der innigsten Vereinigung mit Gesang, Poesie und Schauspielkunst stand (vgl. Flach, Der T. bei den Griechen, Berl. 1880; W. Emmanuel, La danse grecque antique, Par. 1896; Kirchhoff, Dramatische Orchestik der Hellenen, Leipz. 1898). Die Römer überkamen Tänze von den Griechen, eigentliche Nationaltänze hatten sie kaum. Die Histrionen (ludii) tanzten auf den Theatern nach dem Flötenspiel, ohne dabei zu singen, und suchten durch Gebärden Ernsthaftes auf lächerliche Weise nachzuahmen. Von der altrömischen Bühne ging der T. auf die italienischen Volkstheater über; die neuere Tanzkunst ist von den Italienern und Franzosen ausgegangen. Die Gesellschaftstänze haben mehrfache Wandlungen durchgemacht. Anfangs wurde bei diesen sogen. niedrigen Tänzen (danses basses) weder gesprungen noch gehüpft, sondern man bewegte sich nur in feierlichem Schritt (pas). Diese Tanzweise fand in Frankreich unter Ludwig XII., Franz I. und Heinrich II. Eingang. Unter Katharina von Medici erhielten die Damen üppigere Kleidung, kurze Röcke etc., und die Tänze selbst wurden lebhafter; auch verband man Maskeraden mit Bällen und tanzte die Nationaltänze der Provinzen. Unter Ludwig XIV. legte Beauchamp den Grund zu dem künstlichen theatralischen T. der Franzosen, den später besonders Noverre ausbildete. In der neuern Zeit machten sich besonders die Familien Vestris und Taglioni im Kunsttanzen berühmt. Außerdem sind als hervorragende Tänzerinnen zu nennen Therese und Fanny Elßler, Fanny Cerrito, Marie Taglioni, Grisi, Lucile Grahn, Adele Granzow, Zucchi, Dell' Era Sandriri (Paris), Otéro, Cléo de Mérode, Saharet, Loïe Fuller und Isadora Duncan, welch letztere durch eignes Auftreten und schulmäßige Ausbildung (Duncansche Tanzschule in Grunewald bei Berlin) nach antiken Vasenbildern und Gemälden die rhythmischen Tanzformen der alten Griechen wieder zu beleben suchte und klassische Musikstücke (Couperin, Gluck, Chopin u. a.) in Tänze übersetzte. Geraume Zeit leistete das Ballett der Großen Oper in Paris das Höchste in dieser Kunst, bis ihm in der neuern Zeit das Ballett des Berliner Opernhauses und später des Wiener Hofoperntheaters ebenbürtig zur Seite traten. Vgl. Czerwinski, T. und Tanzkunst (2. Ausg., Leipz. 1882), Die Tänze des 16. Jahrhunderts (Danz. 1878) und Brevier der Tanzkunst (Leipz. 1879); Voß, Der T. und seine Geschichte (Berl. 1868); Angerstein, Die Volkstänze im deutschen Mittelalter (2. Aufl., das. 1874); Klemm, Katechismus der Tanzkunst (7. Aufl., Leipz. 1901); Böhme, Geschichte des Tanzes in Deutschland (das. 1886, 2 Bde., mit Musikbeilagen); Zorn, Grammatik der Tanzkunst, Atlas und Notenheft (das. 1887); Freising, Leitfaden für den Tanzunterricht (Berl. 1892); Diringer, Die Tanzkunst (4. Aufl., Münch. 1895); Desrat, Dictionnaire de la danse (Par. 1896); Mürich, Neue und alte Tänze. Ein Lehrbuch der modernen Tänze (Erfurt 1900); de Soria,Histoire pittoresque de la danse (Par. 1897); Vuillier, La danse à travers les âges (das. 1897); M. L. Becker, Der T. (Leipz. 1901); Storck, Der T. (Bielefeld 1903); Bie, Der T. (Berl. 1906) und Tanzmusik (das. 1905); Georg Fuchs, Der T. (Stuttg. 1906); Jolizza, Die Schule des Tanzes (Wien 1907). Zeitschrift: »Der Tanzlehrer« (Berl., seit 1892).
5430 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TANZstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    TANZ stm. tanz. franz. danse ; vgl. ich dinse. tanz ist eine von dem reien verschiedene gattung des tanzens, umfaßt aber…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tanz

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Tanz , des -es, plur. die Tänze, Diminut. das Tänzchen, Oberd. Tänzlein, eine Reihe an einander hängender Bewegungen…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tanz

    Goethe-Wörterbuch

    Tanz [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tanz

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Tanz , gewisse, meist von Musik begleitete und in einem bestimmten Zeitmaß (Rhythmus) ausgeführte körperliche Bewegungen…

  5. modern
    Dialekt
    Tanz

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    Tanz Band 3, Spalte 3,1190–1192

  6. Sprichwörter
    Tanz

    Wander (Sprichwörter)

    Tanz 1. A Tanz geht nit var (vor) an Essen. ( Jüd.-deutsch. Warschau. ) (S. Essen, Subst., 35.) 2. Beim besten Tanz blei…

  7. Spezial
    Tanzf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Tanz , f танец , м

Verweisungsnetz

157 Knoten, 147 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 7 Hub 3 Kompositum 134 Sackgasse 13

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tanz

613 Bildungen · 324 Erstglied · 281 Zweitglied · 8 Ableitungen

tanz‑ als Erstglied (30 von 324)

Tanzball

SHW

Tanz-ball Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzband

SHW

Tanz-band Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzbein

SHW

Tanz-bein Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzbodem

SHW

Tanz-bodem Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzbursche

SHW

Tanz-bursche Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzbändel

SHW

Tanz-bändel Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzbär

SHW

Tanz-bär Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzdoppich

SHW

Tanz-doppich Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzel

SHW

Tanz-el Band 1, Spalte 1357-1358

Tanzert

SHW

Tanz-ert Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzgeld

SHW

Tanz-geld Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzkarte

SHW

Tanz-karte Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzkleid

SHW

Tanz-kleid Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzknopf

SHW

Tanz-knopf Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzlehrer

SHW

Tanz-lehrer Band 1, Spalte 1361-1362

tanzlustig

SHW

tanz-lustig Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzmeister

SHW

Tanz-meister Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzmensch

SHW

Tanz-mensch Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzmusik

SHW

Tanz-musik Band 1, Spalte 1361-1362

tanznarrig

SHW

tanz-narrig Band 1, Spalte 1361-1362

Tanzsaal

SHW

Tanz-saal Band 1, Spalte 1363-1364

Tanzschuh

SHW

Tanz-schuh Band 1, Spalte 1363-1364

Tanzschule

SHW

Tanz-schule Band 1, Spalte 1363-1364

Tanzstunde

SHW

Tanz-stunde Band 1, Spalte 1363-1364

tanz als Zweitglied (30 von 281)

Akzeptanz

RDWB1

Akzeptanz f одобрение, положительный приём, признание (напр., со стороны публики, со стороны коллег) diese Maßnahme fand allgemeine Akzeptan…

Distanz

RDWB1

Distanz f auf Distanz gehen: отойти, отстраниться, соблюдать дистанцию, не сближаться (с кем-л.) отмежеваться

Eiertanz

RDWB1

Eiertanz m einen Eiertanz aufführen / vollführen idiom. , umg. лавировать, осторожничать разг. , очень осторожно подходить к решению щекотли…

Hexentanz

RDWB1

Hexentanz m шабаш (ведьм)

Substanz

RDWB1

Substanz f auf die Substanz rücken / gehen idiom. - действовать на нервы идиом. , раздражать

abendtanz

DWB

abend·tanz

abendtanz , m. abendlicher. halten ein herlichen abenttanz. Jac. Ayrer 410 a . H. Sachs 1, 233 b .

abetanz

Lexer

abe·tanz

abe-tanz stm. das hinabtanzen, ain abtanz in die êwigen marter Mgb. 484, 10, schlusstanz, kehraus Ls. 2. 387, 89.

Abhandlungsinstanz

DRW

abhandlung·s·instanz

Abhandlungsinstanz Instanz für die Verlassenschafts-Abhandlung vgl. Abhandlungsstelle in betref des veränderungs- und totenpfundgelds dahin …

Abtanz

BWB

Abtanz Band 3, Spalte 3,1192

Adeltanz

DRW

adel·tanz

Adeltanz Zusammenkunft des Adels zu geselligem Zweck mir die ausrichtung des Schkeuditzer adell-tantzes ... aufgetragen ... worden 1626 Klin…

affentanz

DWB

affen·tanz

affentanz , m. was affenschwanz: für gottes wort all gschwetz dargeben ists teufels affentanz anheben. Kirchhof wendunm. 438 b ; feil ist, s…

Alptanz

DRW

alp·tanz

Alptanz sovil die almtänz belangen thuet, sollen ... on ... vorwissen ... der obrigkhait nit angericht noch gehalten werden 1558 Peetz,VwStu…

Armsēleⁿtanz

Idiotikon

Armsēleⁿtanz Band 13, Spalte 875 Armsēleⁿtanz 13,875

Bastanz

Idiotikon

bas·tanz

Bastanz Band 4, Spalte 1782 Bastanz (I) 4,1782

bauerntanz

DWB

bauern·tanz

bauerntanz , m. chorea agrestis: den bauerntanz aufstreichen. Schelmufsky 1, 50.

berentanz

KöblerMhd

beren·tanz

berentanz , st. M. nhd. „Bärentanz“ Q.: Narr (1494) E.: s. ber (2), tanz W.: nhd. Bärentanz, M., Bärentanz, DW 1, 1130 L.: LexerHW 1, 196 (b…

Ableitungen von tanz (8 von 8)

ertanzen

DWB

ertanzen , saltando obtinere, quaestum facere. Stieler 2256 : er hab sein hannen thun ertanzen. H. Sachs III. 3, 24 c ; du wilt in deiner ma…

getanze

DWB

getanze , getänze , n. , das letztere sammelwort zu tanz ( th. 11, 117), das erste verbalsubstantiv zu tanzen ( th. 11, 122 ff. ). 1 1) die …

getanzen

Lexer

ge-tanzen swv. Bihteb. 43.

tanze

BMZ

tanze swv. ich tanze. tanzen unde springen En. 12962. tanzen unde reien s. H. zeitschr. 6,79. dise tanzten Iw. 11. die gerne tanzten unde sp…

urtanz

DWB

urtanz , m. (ur- C 4 c) Böhme gesch. d. tanzes 125 . —

vertanze

BMZ

vertanze swv. verbringe durch tanzen. Bert. 312.

vertanzen

DWB

vertanzen , verb. , ähnlich vertändeln (fra- type ) ' tanzend hinbringen '. mhd. vertanzen mhd. wb. 3, 14 a ; Lexer 3, 266 . nhd. saltando p…

Zertanzen

Campe

Zertanzen , v. trs . entzwei tanzen. Die Schuhe zertanzen. D. Zertanzen .