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Stab

ahd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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21 in 18 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stab Der

Bd. 4, Sp. 570a
Der Stab, — es, Mz. Stäbe; Vw. das Stäbchen, O. D. Stäblein, Х Stäbel, ein steifer, gerader, in die Länge ausgedehnter und verhältnißmäßig schmaler und dünner Körper, er sei übrigens walzenförmig oder kantig; im N. D. Staf, Mz. Stäve, Staven. So werden vierkantige gegossene oder geschmiedete lange oder verhältnißmäßig dünne Stücke Metall, besonders Eisen, Stäbe genannt, wofür man auch Stange, Zain, und bei Gold und Silber auch Barre sagt. Ein Stab Eisen. S. Stabeisen. I den Glashütten ist der Stab ein Eisen, 1 Fuß lang und 3 Zoll hoch, welches vor der Schwelle des Ringes am Ofen liegt, daß die Pfeifen und Hefteisen darauf gelegt und nach der Hitze zugeschoben oder zurückgezogen werden können. I Holzhandel und bei den Böttichern heißen die Faßdauben Stäbe. Pipenstäbe, Tonnenstäbe. S. Stabholz, Stabschläger  I engerer Bedeutung, ein solcher kleinerer Körper von Holz. Hölzerne Stäbe. Die Blumen an Stäbe anbinden. Ein aus Stäben zusammengesetztes Gitter. I einigen Gegenden nennt man die Weinpfähle Stäbel. Besonders, ein solcher hölzerner Körper, sich im Gehen darauf zu stützen, und damit zu schlagen; Х der Stock. An einem Stabe gehen, vor Schwäche entweder des Alters oder von Krankheit. »Palämon hub sich zitternd an seinem Stabe auf.« Geßner. Uneigentlich ehemahls, keine Kraft haben, ohne Gehalt, ohne Grund sein. »Din Lop get an einem Stabe.« Manessen Minnes. Seinen Stab weiter setzen, uneigentlich, weiter gehen. Er ist der Stab seines Alters, seine Stütze. Einen mit einem Stabe schlagen. Der Wanderstab, Reisestab, Hirtenstab, Bettelstab  Oft bedient man sich auch eines Stabes als eines Werkzeuges, damit zu messen, s. Maßstab, wo es in manchen Gegenden auch ein bestimmtes Längenmaß ist. I Leipzig und anderwärts hält der Stab zwei Ellen oder vier Fuß, in den Tyroler Bergwerken eine Elle und drei Finger. Uneigentlich ist der Stab 1) in der Baukunst, ein halbrundes Glied, welches als Verzierung angebracht wird; bei Goldmann der Pfuhl. Man theilt ihn in den ganzen Stab und in den Viertelstab oder den Wulst. Ein kleines rundes Glied dieser Art wird das Stäbchen, bei Andern Ring und Reifen genannt. An den Kanonen sind der Vorderstab und Hinterstab ähnliche Verzierungen. 2) I der Feuerwerkskunst sind die Stäblein gewisse Arten von Schwärmern. 3) Ein Sinnbild der höchsten richterlichen und der oberherrschaftlichen Gewalt; ohne Mehrzahl. Als Zeichen der richterlichen Gewalt kömmt er noch in den peinlichen Gerichten vor, wo zum Zeichen des unabänderlichen Todesurtheiles über den zum Tode Verurtheilten der Stab gebrochen wird, daher man auch in weiterer uneigentlicher Bedeutung sagt, über einen den Stab brechen für, ihn verurtheilen. An den Stab geloben, an den Stab rühren, hieß ehemahls, mit Berührung des Stabes dem Richter an Eides Statt versprechen. Daher bedeutete ehemahls der Stab auch ein höheres Gericht selbst, das Stabgericht. Vor dem weltlichen Stabe stehen. S. Stabgericht. Unter eines Stabe stehen, unter der Gerichtbarkeit desselben. Der Hofstab, die Gerichtbarkeit über den Hof. Der Bürgerstab, Lehenstab, die bürgerliche, lehensherrliche Gerichtbarkeit. S. auch Krummstab. Dem Stabe gesessen sein, eines Gerichtbarkeit unterworfen sein. I einigen Gegenden der Schweiz versteht man unter Stab auch das Rathhaus mit der davon abhangenden Gerichtsstätte. Als Zeichen der oberherrlichen, der königlichen Gewalt war ehemahls ein schlichter Stab sehr gewöhnlich, anstatt des künstlichern Zepters. So war der Zepter der Griechischen Könige zu Homers Zeit ein langer mit goldenen Nägeln beschlagener Stab. Oft ist der Stab auch nur ein Zeichen der befehlenden Gewalt. Der Befehlshaberstab, Marschallsstab, Heroldsstab. Daher die Bedeutung, nach welcher der Stab, als ein Sammelwort, die höhern befehlhabenden Offiziere eines Heeres, Heertheiles, selbst auch nur einer Schar oder eines Regiments bezeichnet. Der Regimentsstab, der Generalstab. Zuweilen verstand man unter Stab auch nur den befehlhabenden Offizier einer Anzahl Truppen.
4002 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    stabst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stab , st. M. (a?, i?) nhd. Stab, Stock, Stange, Keule, Barren, Strich ne. staff (N.), stick (N.), club (N.) ÜG.: lat. b…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stab

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    stab , stabe s. stap, stube;

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stab

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Stab , des -es, plur. die Stäbe, Diminut. das Stäbchen, Oberd. Stäblein, ein Wort, welches überhaupt einen steifen i…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stab

    Goethe-Wörterbuch

    Stab [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stab

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +4 Parallelbelege

    Stab , Längenmaß, in Frankreich u. der Schweiz = 526 5 / 6 Par. Lin.; in Berlin = 1 3 / 4 Elle, in Frankfurt a. M. = 2 1…

  6. modern
    Dialekt
    Stab

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Stab [ʿStâp O. U.; Pl. ʿStáp, selten ʿStâp Lobs. ] m. 1. Stab, Stock mit Griff oder Knopf. Der Ortsdiener trägt einen S.…

  7. Sprichwörter
    Stab

    Wander (Sprichwörter)

    Stab 1. Auf einem Stab geritten, ist halb gegangen. – Eiselein, 576; Simrock, 9795. Mhd. : Ûf einem stab geriten ist hal…

  8. Spezial
    Stab

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Stab m. (-[e]s, Stäbe) 1 (langer, dünner Stock) fust (fusć) m. 2 (Stock) maza (mazes) f. , bastun (-s) m. 3 (Dirigentens…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stab

506 Bildungen · 332 Erstglied · 165 Zweitglied · 9 Ableitungen

stab‑ als Erstglied (30 von 332)

stab(i)lieren

Idiotikon

stab(i)lieren Band 10, Spalte 1066 stab(i)lieren 10,1066

stabachse

DWB

stab·achse

stabachse , f. die linie, welche die schwerpunkte der querschnitte eines stabes verbindet, s. Lueger 1, 641. 7, 467 .

Stabäuer

RhWB

Stab-äuer -av·y.ər  uWupp 1870 m.: verächtl. großer, magerer Mensch (Tier).

stabarōn

KöblerAhd

stabarōn , sw. V. (2) nhd. flattern, zucken, steif im Wind flattern ne. vibrate, flutter (V.) ÜG.: lat. vibrare Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: Lbd.…

stabaslinga

KöblerAhd

stabaslinga , sw. F. (n) nhd. Schleudermaschine ne. catapult (N.) ÜG.: lat. tormentum Gl Q.: Gl (10. Jh.) I.: Lsch. lat. tormentum? E.: s. s…

stabaswert

KöblerAhd

stabaswert , st. N. (a) nhd. Dolch, Speer, kurze spießartige Waffe ne. dagger, spear (N.), short spear-like gun ÜG.: lat. dolo Gl, framea Gl…

Stābat māter

Meyers

Stābat māter (lat., »die Mutter [Jesu] stand [am Kreuz]«), Anfangsworte eines geistlichen Liedes in lateinischen Terzinen, das als sogen. Se…

Stabaus

PfWB

stab·aus

Stab-aus m. : 1. Frühlingsfest zu Lätare (dritter Sonntag vor Ostern), das mit Umzug gefeiert wird, Stabaus, Stawaus (ˈšdāb̩aus, ˈšdāw̩aus) …

Stabausbrezel

PfWB

Stabaus-brezel f. : 'Gebildbrot, das beim Sommertagsumzug von Kindern an Stecken getragen wird', Stabausbrezel (ˈšdābaus̩brędsəl) [KB-Immh K…

Stabausstecken

PfWB

stab·ausstecken

Stabaus-stecken m. : 'der mit farbigen Bändern, Brezel, Apfel u. a. geschmückte Stab, den die Kinder beim Sommertagszug tragen', Stabausstec…

Stabausstock

PfWB

Stabaus-stock m. : = Stabausstecken , Stabausstock [ FR-Quirnh LU-Ruchh NW-Ellstdt Leistdt Seeb Wachh ], Stawaus- [ FR-Lambsh NW-Kallstdt Un…

Stabauszug

PfWB

stab·auszug

Stabaus-zug m. : 'Umzug der Kinder durch das Dorf am Sonntag Lätare zum Stabausfest', Stawaszuch [ FR-Kindh ]. Die Kinder liefen ohne eine b…

stabawurz

KöblerAhd

stabawurz , st. F. (i) nhd. Stabwurz (eine Pflanze), Eberreis, Diptam? ne. southernwood ÜG.: lat. abrotanum Gl, (asplenos) Gl, (carduus maio…

stabbalken

DWB

stab·balken

stabbalken , m. , in der heraldik, ein auf die hälfte seiner gewöhnlichen breite verringerter balken, auch leiste, s. Gritzner herald. termi…

stabbau

DWB

stab·bau

stabbau , m. bezeichnung des norwegischen holzbaus mit baumstämmen.

Stabbelines

RhWB

Stabbelines -abəlīnəs  , Pl. -əsə Nfrk in Kemp-Stdt m.: verächtl. langer, steifer Kerl .

stabbeln

DWB

stabbeln , verb. , s. stabeln 3.

stabbi

KöblerAn

stabbi , sw. M. (n) nhd. Baumstumpf L.: Vr 540a

stabblei

DWB

stab·blei

stabblei , n. , bei den glasern, eine art karniesblei. Jacobsson 7, 417 a .

stabblock

DWB

stab·block

stabblock , m. ' im schiffsbaue, ein starkes stück holz, ungefähr sechs fusz lang, welches an den holzgällen, schuten und kähnen auf die heb…

Stabbrechen

DRW

stab·brechen

Stabbrechen, n. wie Stabbrechung stabbrechen: soll der richter, nach dem er den armen suͤnder dem scharpffrichter uͤberantwort, nicht vnterl…

stab als Zweitglied (30 von 165)

stiurstab?

KöblerAhd

*stiurstab? , st. M. (a) Hw.: vgl. as. stiorstaf*

Maßstab

RDWB1

Maßstab m Maßstäbe setzen idiom. служить эталоном (а не "задавать масштаб") Die alsgriechische Kultur setzte Maßstäbe für Europa. - Древнегр…

Abtstab

Idiotikon

abt·stab

Abtstab Band 10, Spalte 1031 Abtstab 10,1031

Amtsstab

DRW

amts·stab

Amtsstab Zeichen der Amtswürde 1705 BaselRQ. I 2 S. 758 (nr. 463, Anm. 5) Faksimile Reyscher,Beitr. 25

Ánfangsbuchstab

Adelung

anfangs·buchstab

Der Ánfangsbuchstab , des -ens, plur. die -en, derjenige Buchstab, welcher ein Wort, eine Zeile oder einen Satz anfängt.

Ankstab

Idiotikon

ank·stab

Ankstab Band 10, Spalte 1032 Ankstab 10,1032

Aron(s)stab

Idiotikon

Aron(s)stab Band 10, Spalte 1032 Aron(s)stab 10,1032

Ba(nn)stab

Idiotikon

Ba(nn)stab Band 10, Spalte 1042 Ba(nn)stab 10,1042

betelstab

KöblerMhd

betel·stab

betelstab , st. M. nhd. Bettelstab Hw.: vgl. mnd. bēdelstaf Q.: HvBer (FB betelstap), Elis, KarlGalie (1215), LS, Narr, Teichn, VocOpt E.: s…

bettelstab

DWB

bettel·stab

bettelstab , m. baculus mendici, denn ohne stab konnte sich das alterthum den schwachen, elenden bettler gar nicht denken, altn. und schw. b…

Bischof(s)stab

Idiotikon

Bischof(s)stab Band 10, Spalte 1043 Bischof(s)stab 10,1043

Bischofsstab

Adelung

bischof·s·stab

Der Bischofsstab , des -es, plur. die -stäbe, ein Stab von Silber oder Gold, der unten spitzig, oben aber krumm gebogen, und ein Zeichen der…

biscofesstab

AWB

biscof·es·stab

biscofesstab st. m. , mhd. bischofstap, nhd. bischofsstab ; mnd. bischop(p)esstaf; an. biskupsstafr. bis-cofestab: nom. sg. Gl 3,395,18/19 (…

biskofesstab

KöblerAhd

biskof·es·stab

biskofesstab , st. M. (a) nhd. Bischofsstab, Krummstab ne. crosier ÜG.: lat. baculus pastoralis Gl, cambuta Gl Q.: Gl (13. Jh.) I.: Lüt. lat…

brotstab

DWB

brot·stab

brotstab , m. copia panis, gleichsam der stock des brots: dan hat er für ein weil schon mangel und trübsal und thewrung in das land berufen …

Būchstab

Adelung

buch·stab

Der Būchstab , des -ens, plur. die -en, ein willkürliches Zeichen der unzertrennlichen oder einfachsten Theile eines Wortes. 1. Eigentlich. …

buohstab

AWB

buoh·stab

buohstab st. m. , mhd. buochstap, -stabe st. sw. m., nhd. buchstabe sw. m. ; as. bôkstaf, mnd. bôkstaf m. n. ; mnl. boecstaef; ae. bócstæf; …

Bëttelstab

Idiotikon

Bëttelstab Band 10, Spalte 1043 Bëttelstab 10,1043

Capitāl-Būchstab

Adelung

capital·buchstab

Der Capitāl-Būchstab , des -ens, plur. die -en, eine Art großer Buchstaben, welche zu Anfange der Capitel oder der Abschnitte eines Buches g…

Chrummstab

Idiotikon

Chrummstab Band 10, Spalte 1035 Chrummstab 10,1035

Chünigsstab

Idiotikon

Chünigsstab Band 10, Spalte 1035 Chünigsstab 10,1035

dornenstab

DWB

dornen·stab

dornenstab , m. an dem man geht, wie dornenstock, dornstecken. und von dem felsen klimmt herab mit kreideweiszem barte an seinem dürren dorn…

Ableitungen von stab (9 von 9)

bestaben

DWB

bestaben , jusjurandum recitare? ahd. bistabôn arguere ( Graff 6, 612 ); verschieden davon

bestabung

DWB

bestabung , f. beim eidschwur. Haltaus 148 .

erstabe

BMZ

erstabe swv. werde starr, steif. Cod. Schmeller 3,602. Frisch 2,313. c. dâ erstabeten (obriguerunt) alle die bûwære H. zeitschr. 8,126. si e…

erstaben

DWB

erstaben , rigere, ahd. arstapên ( Graff 6, 613 ). in einer älteren verdeutschung der bibel heiszt es 2 Sam. 23, 10 : bis dasz sin hand gebr…

gestabe

BMZ

gestabe swv. das verstärkte stabe, werde starr. Pictor.

gestaben

DWB

gestaben , verb. steif werden, starren, ahd. gistabên, kastapên, verstärktes staben ( Schm. 2 2, 718), ahd. stabên, vgl. erstaben theil 3, 9…

stabe

DWB

stabe , m. , schwache nebenform zu stab, s. das., I, 5. im nhd. nur in der bedeutung von buchstabe und offenbar rückbildung nach diesem: sta…

verstabe

BMZ

verstabe swv. werde ganz starr. obstipeo, obrigeo sumerl. 12,35. dich êren, frowe, beten tuot verstabten munt, verzagten muot lobges. 36.

verstaben

DWB

verstaben , verb. , erstarren; vgl. staben ' steif, starr sein ' th. 10, 2, 362, mit dem subst. stab zusammenhängend. schon ahd. firstabôn, …