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Stapel

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stapel

Bd. 4, Sp. 296
Der Stapel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches vorzüglich in der Niederdeutschen Mundart einheimisch, und aus derselben auch in die Hochdeutsche aufgenommen worden ist, in der Oberdeutschen aber Staffel lautet. Es kommt in einer doppelten Hauptbedeutung vor. 1. Ein Pfahl, eine Stütze, eine nur in einigen Fällen und Gegenden gangbare Bedeutung. So werden in den Salzwerken die in die Erde gegrabenen Pfähle, worauf die Sogbäume geleget werden, welche die Pfannen tragen, Stabeln, Stapeln, oder richtiger Stapel genannt, an deren Statt man sich auch wohl gemauerter Pfeiler bedienet. Auch wenn man die Pfannen reiniget, werden sie niedergelegt, und an einer Seite ein Stapel, d. i. eine Stütze, untergesetzt. Der Heckpfahl, oder derjenige Pfahl, woran das Heck oder die niedrige Gatterthür in den Zäunen u. s. f. befestiget ist, heißt in Niedersachsen häufig der Heckstapel. Im Angels. ist Stapul gleichfalls ein Pfahl. Es ist in dieser Bedeutung mit dem Lat. Stipes, den Deutschen Stab, Stubbe, Stoppel, Steif u. s. f. genau verwandt. 2. Ein Haufe mehrerer Dinge. (1) Eigentlich, in welchem Verstande es vorzüglich in Nieder-Deutschland gangbar ist; Nieders. Stapel, Engl. Staple, Schwed. Stapel, und schon im Salischen Gesetze Staplus. Ein Stapel Holz, ein Holzstapel, ein Haufe ordentlich auf einander gelegten Holzes. Ein Stapel Thaler, in Niedersachsen, ein Haufe auf einander gesetzter Thaler. Auf einen Stapel legen, auf einen Haufen, eben daselbst. Ein Stapel Volks, ein Haufe Volks. Im Hochdeutschen höret man es in dieser Bedeutung selten, außer etwa im gemeinen Leben. So setzen die Gärber ihre Häute in Stapel, wenn sie selbige in Haufen legen. (2) In engerer und zum Theil figürlicher Bedeutung. (a) Eine Unterlage, ein Gestell, Gerüst, worauf etwas ruhet; vorzüglich auch im Niederdeutschen. Es können zu dieser Bedeutung auch die oben aus den Salzwerken angeführten Arten des Gebrauches gerechnet werden. Besonders ist es im Schiffbaue die Grundlage oder das Gerüst, worauf der Kiel oder Boden eines Schiffes, so lange daran gebauet wird, ruhet. Daher die R. A. ein Schiff auf den Stapel setzen, anfangen daran zu bauen, den Grund dazu legen. Es vom Stapel lassen, es in das Wasser lassen, welches geschiehet, wenn der ganze Bau gezimmert und bis auf die dritte Planke verkleidet ist. In weiterer Bedeutung wird auch wohl der ganze Platz, wo Schiffe gebauet werden, der Stapel genannt. Im Schwedischen heißt auch ein hölzerner Glockenthurm, ein Stapel. (b) Ein Ort, wo man etwas auf eine Zeitlang in Haufen niederlegt. Daher war Holzstapel im Niederdeutschen ehedem so viel als ein Holzstall. Figürlich wurde ehedem in den nördlichen Gegenden Deutschlandes eine Messe, ein Jahrmarkt häufig ein Stapel genannt, weil die Waaren alsdann in Menge an einem solchen Orte niedergelegt werden; Schwed. Stape. Daher die Stapelstadt ehedem eine jede mit einem Jahrmarkte versehene Stadt war. In engerer noch jetzt gangbarer Bedeutung ist[] der Stapel, ohne Plural, die gesetzliche Niederlage gewisser Waaren an einen Ort, und das Recht, welches gewisse Handelsstädte haben, nach welchem alle durchgehende Waaren daselbst auf eine gewisse Zeit zum Verkaufe niedergeleget werden müssen, das Stapelrecht; daher auch ein mit diesem Rechte versehener Ort in engerm Verstande ein Stapelplatz oder eine Stapelstadt genannt wird. Die Oberdeutschen haben das Wort in dieser Bedeutung auch, sprechen es aber alsdann Staffel aus. Engl. Staple, Ital. Stapola, Französ. Etape, im mittlern Lat. Estapula. (c) Auf der Insel Rügen führet das zu Bergen befindliche Landgericht den Nahmen des Stapels; vielleicht von Stapel, ein Jahrmarkt, weil es etwa ursprünglich nur an den feyerlichen Jahrmärkten gehalten worden. Anm. Die Bedeutung eines Pfahles, einer Stütze und eines Haufens sind in ihrem Ursprunge nahe mit einander verwandt; S. Stab, Staffel, Stufe, Stift u. s. f. Im Lat. ist stipare, aufhäufen und Stipes, ein Pfahl, im Böhm. aber stawiti, stellen. In der Bedeutung einer gesetzlichen Niederlage der Waaren leiten es Frisch und Ihre von dem Lat. Stabulum, ein Stall, Bude, Magazin, her; allein man bleibt mit Wachtern füglicher bey der Bedeutung eines Haufens stehen. Das Nieders. Stapel, eine Heuschrecke, gehöret zu stapfen, schreiten, springen.
4291 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    stapelst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    stapel , st. M. (a) Vw.: s. stapul

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stapel

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +4 Parallelbelege

    stapel, Heuschrecke.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stapel

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Stapel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches vorzüglich in der Niederdeutschen Mundart einheimisch, und au…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stapel

    Goethe-Wörterbuch

    Stapel [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stapel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stapel , s. Herder Schiff u. Werste. — S., S. platz , Ort mit Niederlagen für Waaren. — S. recht , früher das Recht gewi…

  6. modern
    Dialekt
    Stapelm.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Stapel [štápəl Si. ] m. kommt nur vor in der Vbdg.: äm kä St. hâlen einem nicht standhalten, sich in kein Gesp…

  7. Sprichwörter
    Stapel

    Wander (Sprichwörter)

    Stapel 1. Er hat es auf Stapel gesetzt. Etwas angefangen, unternommen. Holl. : Daar is wat op stapel. – Hij heeft het op…

  8. Spezial
    Stapel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sta|pel m. (-s,-) 1 (Stoß) pira (pires) f. 2 (Haufen) müdl (-i) m. 3 (von Holzstämmen) ligná (lignas) m. 4 (Beige) liaci…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stapel

123 Bildungen · 82 Erstglied · 39 Zweitglied · 2 Ableitungen

stapel‑ als Erstglied (30 von 82)

stapelartikel

DWB

stapel·artikel

stapelartikel , m. eine ware, die den hauptsächlichen handelsartikel eines platzes bildet und daher auf vorrat hergestellt und in gröszerer …

stapelbar

DWB

stapel·bar

stapelbar , adj. ' dem stapelrechte unterworfen. stapelbare wahren, welche bey ihrem durchgange durch einen stapelplatz und dessen bezirk, a…

stāpelbêr

MNWB

stap·elber

° stāpelbêr , n. , Bier, Umtrunk als Einstand in das Schmiedeamt (Nyrop 2, 46). Vgl. 2 stāpel 1.

Stapelbeschwerung

DRW

stapel·beschwerung

Stapelbeschwerung, f. Belastung aufgrund von Stapelzwang obgedachte stapelbeschwerungen und andere inkonvenienzien immerfort kontinuieren la…

stapelblock

DWB

stapel·block

stapelblock , m. ' im schiffbaue, die blöcke oder klötze, welche unter dem kiele eines schiffes liegen und die ganze last desselben tragen, …

stāpelbrôt

MNWB

stapel·brot

stāpelbrôt , n. , Brot für die Begräbnismahlzeit ? Von den sêlegerâdeshêren für eine vom verstorbenen Amtsmeister verfügte Summe dem Amte zu…

stāpeldö̂rlĩk

MNWB

° stāpeldö̂rlĩk , adj. , hirnverbrannt (Nic. Gryse Laienbibel 2 Y 2 v).

stāpeldôre

MNWB

stapel·dore

° stāpeldôre , m. , völliger Tor, hoffnungsloser Narr (Nd. Jb. 16, 32 f. ) .

stapelei

DWB

stap·e·lei

stapelei , f. , verbalabstr. zu stapeln, vgl. das.; nd. ( ostfries. ) stapelî ' gestapel, aufeinander-gelege und gesetze '. ten Doornkaat Ko…

stapelen

LW

stap·elen

stapelen, sw. v. 1. die Grenze durch Pfähle etc. bezeichnen. 2. aufstapeln; e. Ware auf den Stapelplatz bringen.

Stapeler

DRW

stap·e·ler

Stapeler, m. Mitglied der vom engl. König privilegierten sog. Stapelgesellschaft (Company of the staple at Calais) für den Handel mit Wolle …

stapelfrei

DWB

stapel·frei

stapelfrei , adj. frei, befreit vom stapelrecht ( vgl. das. ): zu den stapelfreien ( gütern gehört, im gegensatz zu den vorher aufgezählten …

Stapelfreiheit

DRW

stapel·freiheit

Stapelfreiheit, Staffelfreiheit, f. wie Stapelrecht (I) vgl. Meßfreiheit (I) privilegien unser stat ind stapelsfryheit ... dat man ghein gue…

Stapelgäus'

MeckWB

Wossidia Stapelgäus' Pl. f. Ökel name der benachbarten Pommern (1922) Ma Malchin@Dargun Darg . Für Stoppel-, s. MeckWB Stoppelgaus .

stapelgeck

DWB

stapel·geck

stapelgeck , m. vollkommen ( unheilbar ) verrückter: hie zo Moran ( Meran ) synt gar vil geboren gecken, as man myr waerlich dae saichte, da…

stāpelgelt

MNWB

stapel·gelt

stāpelgelt , n. , das 1393 von den Vlamen bezahlte Geld für die Rückverlegung des hansischen Stapels nach Brügge.

stapelgerechtigkeit

DWB

stapel·gerechtigkeit

stapelgerechtigkeit , f. , vgl. staffelgerechtigkeit ( sp. 526, dazu: jus stapulae, die staffel-gerechtigkeit oder niederlage. Nehring manua…

stapelgericht

DWB

stapel·gericht

stapelgericht , n. : als etwas eigenthümliches in der gerichtsverfassung ( von Buxtehude ) finden wir die bis ins achtzehnte jahrhundert for…

stapelgesellschaft

DWB

stapel·gesellschaft

stapelgesellschaft , f. : in England ... wurde eine stapelgesellschaft von der Hanse in der zweiten hälfte des dreizehnten jahrhunderts erri…

stapelgesetz

DWB

stapel·gesetz

stapelgesetz , n. gesetz über den stapel (3) oder das stapelrecht: in den Niederlanden zu Dordrecht machte herzog Philipp von Burgund im jah…

stāpelgôt

MNWB

stapel·got

stāpelgôt , n. , °1. zinspflichtiger und unveräußerlicher Grundbesitz von stāpellü̂den (Ub. Dortmund 1, 216 u. 510). °2. Waren die in Ballen…

Stapelgripers

MeckWB

Wossidia Stapelgripers Pl. m. unsortierte Zigarren, die man aus dem aufgestapelten Haufen herausgreift: sin Zigarren ... wiren ... veritable…

stapelgut

DWB

stapel·gut

stapelgut , n. gut, das dem stapelrecht unterliegt, vgl. dieses und stapelbar, stapelware, sowie staffelgut ( sp. 526). Adelung. Jacobsson 7…

stapelgūt

KöblerMnd

stapelgūt , N. Vw.: s. stāpelgōt

Stapelhaltung

DRW

stapel·haltung

Stapelhaltung, f. Warenlagerung und -verkauf gemäß dem Stapelrecht (I) nach gehaltenem dreitägigen stappelhaltung, was übrig bleibt, solle d…

Stapelhaus

DRW

stapel·haus

Stapelhaus, n. I Gebäude, in dem Handelswaren gestapelt (I) werden vgl. Stapel (VII) in daß anzumietende stapel-haus zur casse dem directori…

stapel als Zweitglied (30 von 39)

Bräderstapel

MeckWB

brader·stapel

Wossidia Bräderstapel m. Haufe aufgeschichteter Bretter: achter ... sin groten Bräderstapels Bri. 2, 128.

buchenstapel

DWB

buchen·stapel

buchenstapel , m. buchenscheit: und führt buchenstapel auf lautknarrender axe hin. Voss 3, 7 .

Buᵉkestāpel

WWB

buk·e·stapel

Buᵉke-stāpel Subst. „ Bokstapel “ unterliegende Bohle in der Bokemühle ( Kr. Coesfeld Kos Kr. Coesfeld@Gescher Ge ).

dincstāpel

MNWB

dinc·stapel

°+ dincstāpel , dinxstāpel (ofries. s. Richthofen , Wb. 1074 „ thingstapul Gerichtsstaffel , Richtblock”).

dîkstapel

LW

dîk-stapel, Deichaufschüttung, Damm des Deiches.

faszstapel

DWB2

faszstapel m. : 1968 an den fässerstapeln vorbei Lenz deutschstunde 516.

Fǖrstāpel

WWB

fuerst·apel

Fǖr-stāpel m. Führstapel Holzstapel, unter den im Backofen Roggenstroh gelegt wird ( Kr. Münster Mün Kö).

gestapel

DWB

gest·apel

gestapel , n. , nd. das gestaffel, anhaltendes aufeinanderstaffeln, schichten, aufhäufen ten Doornkaat Koolman 1, 619 b ; das aufgehäufte. s…

getreidestapel

DWB

getreide·stapel

getreidestapel , m. , getreidestapelrecht , n. neue bildungen, deren erstere eine kürzung aus der zweiten darstellt: nicht lange danach, und…

Hauestāpel

WWB

haust·apel

Haue-stāpel m. meist dreibeiniger Hauklotz, auf dem das Fleisch zerlegt wird ( Kr. Herford Hfd En).

heckstapel

DWB

heck·stapel

heckstapel , m. pfahl, woran das heck befestigt ist. s. DWB heckpfahl .

Konstāpel

WWB

konst·apel

Konstāpel m. 1.1. kleine, gedrungene Person [Sos]. — 1.2. unbeholfene, schwerfällige Person ( Kr. Halle Hal Kr. Halle@Brockhagen Bh ). — 2. …

Lei(en)stapel

RhWB

leien·stapel

Lei(en)-stapel lę·i.- Köln-Stdt m.: Strasse in Köln , ursprüngl. Abladestelle u. Lagerplatz am Rhein für Dachschiefer.

Pappstapel

MeckWB

papp·stapel

Wossidia Pappstapel m. Schelte (1885) Ro; vielleicht für -stoffel, s. d.

Richtestapel

DRW

richte·stapel

Richtestapel, m. Sitz eines Gerichts richtestapel Mitte 16. Jh. ZNdSachs. 1908 S. 59 Anm. 4

richtstapel

DWB

richt·stapel

richtstapel , m. der gewöhnliche sitz eines gerichtes. Scherz-Oberlin 2, 1302 . bei Campe als veraltet aufgeführt.

springstapel

DWB

spring·stapel

springstapel , m. locusta, gryllus. auf niederdeutschem gebiete lebendiges wort: sprinkstapel ( für Osnabrück ). brem. wb. 974; springstapel…

Ableitungen von stapel (2 von 2)

bestapelen

LW

be-stapelen, mit (Grenz)pfählen versehen.

gestapel

DWB

gestapel , n. , nd. das gestaffel, anhaltendes aufeinanderstaffeln, schichten, aufhäufen ten Doornkaat Koolman 1, 619 b ; das aufgehäufte. s…