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Stapel

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Campe
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24 in 19 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stapel Der

Bd. 4, Sp. 593b
Der Stapel, — s, Mz. gl. 1) † Ein Pfahl, eine Stütze. So heißen in den Salzwerken die in die Erde gegrabenen Pfähle, oder auch gemauerte Pfeiler, auf welche die Sogbäume gelegt werden, die Pfannen zu tragen, Stapeln, Stabeln, richtiger Stapel. Der Heckstapel ist im N. D. derjenige Pfahl, woran das Heck oder die niedrige Gatterthür in den Zäunen  befestiget, der Heckpfahl. I engerer und zum Theil uneigentlicher Bedeutung, (1) eine Unterlage, ein Gerüst, worauf etwas ruhet; besonders im N. D. Vorzüglich nennt man im Schiffbaue Stapel, die Baustelle eines Schiffes oder den gegen das Wasser geneigten Platz eines Schiffswerftes, wo das Schiff, während man daran bauet, auf seinen Stapelblöcken ruhet, auf welchen der Kiel oder Boden eines Schiffes ruhet, so lange daran gebauet wird. Ein Schiff auf den Stapel setzen, den Grund dazu legen, anfangen dasselbe zu bauen. Ein Schiff vom Stapel lassen, oder laufen lassen, es ins Wasser lassen, welches geschiehet, wenn es ganz gezimmert und bis auf die dritte Planke verkleidet ist. Das Schiff ist vom Stapel gelaufen. Uneigentlich heißt, vom Stapel laufen, vollendet sein, fertig, vollendet aus den Händen des Meisters kommen. »— kurz, die Sache war glücklich gezimmert, vom Stapel gelaufen « Benzel=Sternau. I weiterer Bedeutung wird auch wol der ganze Platz, wo Schiffe gebauet werden, das Werft, Stapel genannt. (2) Ein Ding, welches auf langen Beinen wie auf Stützen ruhet, auf langen Beinen sich beweget. So heißt im N. D. eine Heuschrecke Stapel. 2) Ein Haufe mehrerer Dinge; besonders im N. D. Ein Stapel Holz, ein Haufe über einander gelegten oder aufgeschichteten Holzes. Ein Stapel Thaler, ein Haufe über einander gesetzter Thaler. Ein Stapel Volkes, ein Haufe Volkes. Etwas auf einen Stapel legen, setzen. Die Gerber setzen ihre Häute in Stapel, wenn sie dieselben zu Haufen legen. 3) Ein Ort, wo man etwas auf eine Zeitlang in Haufen niederleget. So war im N. D. der Holzstapel ehemahls der Holzstall. Uneigentlich wurde in nördlichen Gegenden Deutschlands eine Messe, ein Jahrmarkt ein Stapel genannt, weil dann an Orten, wo der Markt ist, Waaren in Menge niedergelegt sind. I engerer und jetzt noch gewöhnlicher Bedeutung ist der Stapel die gesetzliche Niederlegung gewisser Waaren an einen Ort, und das Recht, welches große Handelsstädte haben, nach welchem alle durchgehende Waaren daselbst auf gewisse Zeit zum Verkaufe niedergelegt werden müssen, das Stapelrecht; ohne Mehrzahl. 4) Auf der Isel Rügen heißt das zu Bergen befindliche Landgericht Stapel. — I O. D. lautet dies Wort Staffel.
2569 Zeichen · 37 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    stapelst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    stapel , st. M. (a) Vw.: s. stapul

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stapel

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +4 Parallelbelege

    stapel, Heuschrecke.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stapel

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Der Stapel , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, welches vorzüglich in der Niederdeutschen Mundart einheimisch, und au…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Stapel

    Goethe-Wörterbuch

    Stapel [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stapel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Stapel , s. Herder Schiff u. Werste. — S., S. platz , Ort mit Niederlagen für Waaren. — S. recht , früher das Recht gewi…

  6. modern
    Dialekt
    Stapelm.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Stapel [štápəl Si. ] m. kommt nur vor in der Vbdg.: äm kä St. hâlen einem nicht standhalten, sich in kein Gesp…

  7. Sprichwörter
    Stapel

    Wander (Sprichwörter)

    Stapel 1. Er hat es auf Stapel gesetzt. Etwas angefangen, unternommen. Holl. : Daar is wat op stapel. – Hij heeft het op…

  8. Spezial
    Stapel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Sta|pel m. (-s,-) 1 (Stoß) pira (pires) f. 2 (Haufen) müdl (-i) m. 3 (von Holzstämmen) ligná (lignas) m. 4 (Beige) liaci…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stapel

123 Bildungen · 82 Erstglied · 39 Zweitglied · 2 Ableitungen

stapel‑ als Erstglied (30 von 82)

stapelartikel

DWB

stapel·artikel

stapelartikel , m. eine ware, die den hauptsächlichen handelsartikel eines platzes bildet und daher auf vorrat hergestellt und in gröszerer …

stapelbar

DWB

stapel·bar

stapelbar , adj. ' dem stapelrechte unterworfen. stapelbare wahren, welche bey ihrem durchgange durch einen stapelplatz und dessen bezirk, a…

stāpelbêr

MNWB

stap·elber

° stāpelbêr , n. , Bier, Umtrunk als Einstand in das Schmiedeamt (Nyrop 2, 46). Vgl. 2 stāpel 1.

Stapelbeschwerung

DRW

stapel·beschwerung

Stapelbeschwerung, f. Belastung aufgrund von Stapelzwang obgedachte stapelbeschwerungen und andere inkonvenienzien immerfort kontinuieren la…

stapelblock

DWB

stapel·block

stapelblock , m. ' im schiffbaue, die blöcke oder klötze, welche unter dem kiele eines schiffes liegen und die ganze last desselben tragen, …

stāpelbrôt

MNWB

stapel·brot

stāpelbrôt , n. , Brot für die Begräbnismahlzeit ? Von den sêlegerâdeshêren für eine vom verstorbenen Amtsmeister verfügte Summe dem Amte zu…

stāpeldö̂rlĩk

MNWB

° stāpeldö̂rlĩk , adj. , hirnverbrannt (Nic. Gryse Laienbibel 2 Y 2 v).

stāpeldôre

MNWB

stapel·dore

° stāpeldôre , m. , völliger Tor, hoffnungsloser Narr (Nd. Jb. 16, 32 f. ) .

stapelei

DWB

stap·e·lei

stapelei , f. , verbalabstr. zu stapeln, vgl. das.; nd. ( ostfries. ) stapelî ' gestapel, aufeinander-gelege und gesetze '. ten Doornkaat Ko…

stapelen

LW

stap·elen

stapelen, sw. v. 1. die Grenze durch Pfähle etc. bezeichnen. 2. aufstapeln; e. Ware auf den Stapelplatz bringen.

Stapeler

DRW

stap·e·ler

Stapeler, m. Mitglied der vom engl. König privilegierten sog. Stapelgesellschaft (Company of the staple at Calais) für den Handel mit Wolle …

stapelfrei

DWB

stapel·frei

stapelfrei , adj. frei, befreit vom stapelrecht ( vgl. das. ): zu den stapelfreien ( gütern gehört, im gegensatz zu den vorher aufgezählten …

Stapelfreiheit

DRW

stapel·freiheit

Stapelfreiheit, Staffelfreiheit, f. wie Stapelrecht (I) vgl. Meßfreiheit (I) privilegien unser stat ind stapelsfryheit ... dat man ghein gue…

Stapelgäus'

MeckWB

Wossidia Stapelgäus' Pl. f. Ökel name der benachbarten Pommern (1922) Ma Malchin@Dargun Darg . Für Stoppel-, s. MeckWB Stoppelgaus .

stapelgeck

DWB

stapel·geck

stapelgeck , m. vollkommen ( unheilbar ) verrückter: hie zo Moran ( Meran ) synt gar vil geboren gecken, as man myr waerlich dae saichte, da…

stāpelgelt

MNWB

stapel·gelt

stāpelgelt , n. , das 1393 von den Vlamen bezahlte Geld für die Rückverlegung des hansischen Stapels nach Brügge.

stapelgerechtigkeit

DWB

stapel·gerechtigkeit

stapelgerechtigkeit , f. , vgl. staffelgerechtigkeit ( sp. 526, dazu: jus stapulae, die staffel-gerechtigkeit oder niederlage. Nehring manua…

stapelgericht

DWB

stapel·gericht

stapelgericht , n. : als etwas eigenthümliches in der gerichtsverfassung ( von Buxtehude ) finden wir die bis ins achtzehnte jahrhundert for…

stapelgesellschaft

DWB

stapel·gesellschaft

stapelgesellschaft , f. : in England ... wurde eine stapelgesellschaft von der Hanse in der zweiten hälfte des dreizehnten jahrhunderts erri…

stapelgesetz

DWB

stapel·gesetz

stapelgesetz , n. gesetz über den stapel (3) oder das stapelrecht: in den Niederlanden zu Dordrecht machte herzog Philipp von Burgund im jah…

stāpelgôt

MNWB

stapel·got

stāpelgôt , n. , °1. zinspflichtiger und unveräußerlicher Grundbesitz von stāpellü̂den (Ub. Dortmund 1, 216 u. 510). °2. Waren die in Ballen…

Stapelgripers

MeckWB

Wossidia Stapelgripers Pl. m. unsortierte Zigarren, die man aus dem aufgestapelten Haufen herausgreift: sin Zigarren ... wiren ... veritable…

stapelgut

DWB

stapel·gut

stapelgut , n. gut, das dem stapelrecht unterliegt, vgl. dieses und stapelbar, stapelware, sowie staffelgut ( sp. 526). Adelung. Jacobsson 7…

stapelgūt

KöblerMnd

stapelgūt , N. Vw.: s. stāpelgōt

Stapelhaltung

DRW

stapel·haltung

Stapelhaltung, f. Warenlagerung und -verkauf gemäß dem Stapelrecht (I) nach gehaltenem dreitägigen stappelhaltung, was übrig bleibt, solle d…

Stapelhaus

DRW

stapel·haus

Stapelhaus, n. I Gebäude, in dem Handelswaren gestapelt (I) werden vgl. Stapel (VII) in daß anzumietende stapel-haus zur casse dem directori…

stapel als Zweitglied (30 von 39)

Bräderstapel

MeckWB

brader·stapel

Wossidia Bräderstapel m. Haufe aufgeschichteter Bretter: achter ... sin groten Bräderstapels Bri. 2, 128.

buchenstapel

DWB

buchen·stapel

buchenstapel , m. buchenscheit: und führt buchenstapel auf lautknarrender axe hin. Voss 3, 7 .

Buᵉkestāpel

WWB

buk·e·stapel

Buᵉke-stāpel Subst. „ Bokstapel “ unterliegende Bohle in der Bokemühle ( Kr. Coesfeld Kos Kr. Coesfeld@Gescher Ge ).

dincstāpel

MNWB

dinc·stapel

°+ dincstāpel , dinxstāpel (ofries. s. Richthofen , Wb. 1074 „ thingstapul Gerichtsstaffel , Richtblock”).

dîkstapel

LW

dîk-stapel, Deichaufschüttung, Damm des Deiches.

faszstapel

DWB2

faszstapel m. : 1968 an den fässerstapeln vorbei Lenz deutschstunde 516.

Fǖrstāpel

WWB

fuerst·apel

Fǖr-stāpel m. Führstapel Holzstapel, unter den im Backofen Roggenstroh gelegt wird ( Kr. Münster Mün Kö).

gestapel

DWB

gest·apel

gestapel , n. , nd. das gestaffel, anhaltendes aufeinanderstaffeln, schichten, aufhäufen ten Doornkaat Koolman 1, 619 b ; das aufgehäufte. s…

getreidestapel

DWB

getreide·stapel

getreidestapel , m. , getreidestapelrecht , n. neue bildungen, deren erstere eine kürzung aus der zweiten darstellt: nicht lange danach, und…

Hauestāpel

WWB

haust·apel

Haue-stāpel m. meist dreibeiniger Hauklotz, auf dem das Fleisch zerlegt wird ( Kr. Herford Hfd En).

heckstapel

DWB

heck·stapel

heckstapel , m. pfahl, woran das heck befestigt ist. s. DWB heckpfahl .

Konstāpel

WWB

konst·apel

Konstāpel m. 1.1. kleine, gedrungene Person [Sos]. — 1.2. unbeholfene, schwerfällige Person ( Kr. Halle Hal Kr. Halle@Brockhagen Bh ). — 2. …

Lei(en)stapel

RhWB

leien·stapel

Lei(en)-stapel lę·i.- Köln-Stdt m.: Strasse in Köln , ursprüngl. Abladestelle u. Lagerplatz am Rhein für Dachschiefer.

Pappstapel

MeckWB

papp·stapel

Wossidia Pappstapel m. Schelte (1885) Ro; vielleicht für -stoffel, s. d.

Richtestapel

DRW

richte·stapel

Richtestapel, m. Sitz eines Gerichts richtestapel Mitte 16. Jh. ZNdSachs. 1908 S. 59 Anm. 4

richtstapel

DWB

richt·stapel

richtstapel , m. der gewöhnliche sitz eines gerichtes. Scherz-Oberlin 2, 1302 . bei Campe als veraltet aufgeführt.

springstapel

DWB

spring·stapel

springstapel , m. locusta, gryllus. auf niederdeutschem gebiete lebendiges wort: sprinkstapel ( für Osnabrück ). brem. wb. 974; springstapel…

Ableitungen von stapel (2 von 2)

bestapelen

LW

be-stapelen, mit (Grenz)pfählen versehen.

gestapel

DWB

gestapel , n. , nd. das gestaffel, anhaltendes aufeinanderstaffeln, schichten, aufhäufen ten Doornkaat Koolman 1, 619 b ; das aufgehäufte. s…