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horde

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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20 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

horde f.

Bd. 10, Sp. 1804
horde, f. 11) flechtwerk von reisig oder stäben, und der mit einem solchen umschlossene raum. neben der mhd. form hurt, plur. hürte, aus der sich unser hürde, plur. hürden entwickelt hat (s. d.), erscheint, namentlich mitteldeutsch und niederdeutsch, auch hurt, hort, horte crates Dief. 155b, niederl. hoert cratis nov. gloss. 118a, dem sich ein untermoselsches hoerte anschlieszt, womit der rost zum verbrennen eines verbrechers gemeint ist: item weiset man in diesem reich (zu Cröve) an dem hohe gericht acht gericht, das ein ist der strank, das ander das ratt, das dritt die kule, das vierte der style, das funft die hoerte .. weisth. 2, 378. die mitteldeutsche form horde neben der oberdeutschen hürde hat sich zunächst nur in der technischen sprache erhalten, bei wollarbeitern, brauern, in tabaksmanufacturen, wo es ein viereckiges flechtwerk von reisern oder draht, ähnlich einem tischblatt, bezeichnet. Jacobsson 2, 285b. 6, 115a. bei den schäfern heiszt horde das reisiggeflecht, das den raum auf dem die schafe nachts bewahrt werden, einhegt: mit leimen getünchte horden von schilf. Heilmans Thucgd. 269; wenn ich dich nun in meine horden einnähme, sage mir doch, wer sollte alsdenn meine armen schafe gegen dich (den wolf) beschützen? Lessing 1, 161; ein hirte liesz auf grüner heiden ein tausend und acht schaafe weiden, bisz .. grauer abend es war worden, da führte er sie in zwölf horden. Seriander rechtschreiberei (1739) s. 465; die triften wurden leer. man sah die dichten haufen mit blökendem geschrei nach ihren horden laufen. Rost schäferged. 92; die schafe liefen fort und blieben in den feldern bei fremden horden stehn. daselbst; so vergnügt ist nicht das schäfchen, wenn es aus den horden eilt. Eschenburg Lukas u. Hannchen 34. 22) horde, schaar, umherstreifender haufe, wird von Weigand 1, 703 als ein ganz anderes wort von asiatischem ursprunge (vgl. russ. orda, pers. ordu kriegsheer, lager) genommen, mit erstmaligem vorkommen um 1768. allein die belege reichen weiter hinauf, der hervorgang dieser bedeutung aus der vorigen läszt sich ebenso gut denken, als ein fremdländischer ursprung: horden, also heiszen die lagerstätte derer Tartarn .. item von weiden oder anderen stäben geflochtene quadrat länglichte lager, darauf das malz getreuget wird; ingleichen kleine wände von dinnen stäben, oder sonst gemacht, deren sich die schäfer bei dem pferchen bedienen. Nehring histor.-polit. lexicon (1736) 564, diese stelle kann den übergang zeigen; lasz ihn (den Vulcan) sammt seinen horden nur hämmern tapfer drauf. Kongehl Innocent. (1683) 69; (Friedrich ist) den phalangen Europens nicht, auch nicht der wuth der horden Asiens bezwinglich. Ramler 1, 54 (v. 1762). das wort erscheint aber erst seit dem ende des vorigen jahrh., in in der gewähltern sprache, häufiger: Hagar flieht, um bei andern horden einen bessern zustand zu finden. Göthe 24, 210; (greuel) so jene scheuszlichen horden dermaleinst in diesen fluren verübet. Holtei Lammfell 187. auch in allgemeinerem sinne, der an die nomaden anknüpft: losung und feldgeschrei, woran sich die glieder unserer kleinen academischen horde zu erkennen und zu erquicken pflegten. Göthe 26, 57; von einer schaar wölfe: es kracht der schnee, schnell sind die grauen horden. Lenau neue ged. 81. horden, phalanges, die familien z. b. der papilionen, phalänen. Nemnich 4, 926.
3382 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hordestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    horde stf. schaar, menge. Frl. 409,17.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    hōrdef.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    * hōrde , hȫrde , f. , eingefriedigtes Landstück (Staatsb. Mag. 7, 730; vgl. Schl.-H. Wb. 2, 893). S. noch 1 hōrt.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Horde

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    1. Die Horde , plur. die -n, ein Steckenzaun, ein Flechtwerk, S. Adelung Hürde .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Horde

    Goethe-Wörterbuch

    Horde 1 umherstreifender ungeordneter (Kriegs-)Haufen, (marodierende) Schar; gelegentl ‘wilde H-n’; einmal ‘zu ganzen H-…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Horde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Horde (v. russ. ordà , pers. ordu , »Kriegsheer«), soviel wie Schar, umherstreifender Menschenhaufe, besonders Stammesge…

  6. modern
    Dialekt
    Hordef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Horde f. : 1. a. 'viereckiges Flechtwerk aus Spanholz zum Trocknen von Obst und Gemüse', Hoʳd (hǫʳd), Pl. Hoʳde [verbr.,…

  7. Spezial
    Horde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hor|de f. (-,-n) maniga (-ghes) f. , fola (foles) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit horde

38 Bildungen · 29 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

horde‑ als Erstglied (29 von 29)

Hordeaceae

Herder

Hordeaceae , 6. Ordnung der Familie der Gräser, zu welcher unsere meisten Getreidearten gehören.

hordeaceus

MLW

hordeaceus (o-, -dia-, -da-, -ec-, -asc-, -atius, -cius sim. ), -a, -um. κρίθινος – Gersten- : 1 in univ.: Hildeg. phys. 8,17,3 qui orfune h…

hordearius

MLW

horde·arius

hordearius (o-, -reus), -a, -um. κρίθινος – Gersten- : Chart. episc. Hild. I 271 p. 250,20 (s. XII. 2 ) villicus (sc. persolvit) ... xv modi…

Hrdeken

WWB

horde·ken

Hordeken n. [verstr.] 1. Gestell zum Trocknen von Obst. — 2. Gartenpforte ( Olp Rh ). — 3. Gardinenersatz [WMünsterl]: geflochtener Rahmen (…

hordendraht

DWB

horden·draht

hordendraht , m. draht der zu malz- oder darrhorden gebraucht wird. Jacobsson 2, 285 b .

hordengestell

DWB

horden·gestell

hordengestell , n. gestell, worauf in den tabaksmanufacturen die horden zur trocknung des tabaks ruhen. Jacobsson 6, 115 b .

hordengruppe

DWB

horden·gruppe

hordengruppe , f. gruppe von nomadisierenden volksstämmen oder familien: eine ganz ähnliche bewandtnis wie mit den Crens hat es mit der hord…

hordenrahmen

DWB

horden·rahmen

hordenrahmen , m. rahmen, in den die horden in den tabaksmanufacturen eingespannt werden. Jacobsson 6, 115 a .

Hrdenrükken

WWB

Horden-rükken n. Versetzen von Schafhürden ( Mes Ra).

hordenschlag

DWB

horden·schlag

hordenschlag , m. das aufschlagen von horden: so heiszt es, wenn die schafe über nacht im felde bleiben, und ihre lager auf dem zu düngenden…

Hrdensetter

WWB

horden·setter

Horden-setter m. a) Schaf, das nachts nicht im Pferch bleibt, sondern über die Hürden springt. — b) „aushäusiger Jugendlicher“ ( Det Is).

hordensprache

DWB

horden·sprache

hordensprache , f. sprache nomadisierender horden: wenn sich nur reisende finden, die der hordensprache mächtig. ausland 40. jahrg. s. 872.

Hrdenspringer

WWB

horden·springer

Horden-springer m. [verstr.] 1. Schaf, das nachts nicht im Pferch bleibt, sondern über die Hürden springt. — 2. untreuer Ehemann ( Sos SchmB…

hordenwilder

DWB

hordenwilder , m. wilder einer nomadisierenden horde: hordenwilde, heilige und weise nennen Zevs dich, Jovah oder gott. Seume ged. (1804) s.…

hordere

KöblerAe

hord·ere

hordere , st. M. (ja) nhd. Schatzmeister, Kanzler, Truchsess E.: s. hord L.: Hall/Meritt 190a, Lehnert 117b

horderen

MWB

hord·eren

horderen swV. refl. ‘sich mehren’ (vgl. horden 3 ): deme vierden [ kunge ] kumet me / richtumes wan den vordirn: / swenne sich im wirt hordi…

Hordēum

Meyers

Hordēum , Pflanzengattung, s. Gerste .

horde als Zweitglied (7 von 7)

darrhorde

DWB

darr·horde

darrhorde darrhürde , f. aus haselruthen oder draht geflochten, das malz darauf zu darren. s. darrholz .

Hasenhorde

Adelung

hasen·horde

Die Hasenhorde , oder Hasenhürde, plur. die -n, Hürden, welche man einem spitzigen Winkel aufstellet, die mit Krautstauden angekörnten Hasen…

Käsehorde

Adelung

kaese·horde

Die Käsehorde , plur. die -n, eine Horde oder Flechtwerk von Ruthen, worauf die Käse getrocknet werden.

schorde

Lexer

sch·orde

schorde BMZ swie sîn schorde unt misericorde sîn gesliffen Msh. 3,191 b .

tůbyhorde

KöblerMnd

tůbyhorde , F. Vw.: s. tōbehōrede*

Ableitungen von horde (2 von 2)

gehorde

BMZ

gehorde swv. sammele als einen schatz. daʒ er sô vil ni gehurte sô ers bidorfte Genes. fundgr. 2,61,41. ein vürste kan niht beʒʒern hort geh…

urhorde

DWB

urhorde (ur- C 4 c) Marggraff bücher u. menschen (1837) 291 ,