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licken

ahd. bis Dial. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MNWB
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Eintrag · Mittelniederdeutsches Wb.

licken stv.

Bd. 2-1, Sp. 817
liggen (licgen, likgen, ligken, licken, lichghen, lichen), ligen (liegen), °lîen (: dîen [Sündenfall V. 722]), stv. (3. Sg. Präs. lēget lecht [leycht] leyt [meist : -eyt/-êit] liget lît [liet, häufig : tît] ligget [licget] licht [ligt lihd]; Sg. Prät. lach [lag], Plur. lêgen [leyghen] °lâgen [RV. V. 475; Monotess. 58; Eberh. v. Gandersh. V. 1423 u. a.]; Part. Prät. [ge]lēgen [-leegen -leyghen]), 1. liegen, sich in horizontaler Lage befinden, (von Personen:) hê lach unde slêp, l. gân sich hinlegen, up de(r) ērde(n) l., in sînem gebēde l. knieende, liegende Gebetshaltung einnehmen, up ênem bedde l., an kerker/in dem tōrne l. im Gefängnis liegen, (bei Krankheit:) bettlägerich sein, sô krank dat he licht, in/an krankhê(i)t/sü̂ke l., krank/sêk l., stille l. fest liegen, in sînen (lesten) ende/an sîneme lesten l., uppe dat leste l. auf dem Totenbette liegen, im grāve l., dat graf dâr got inne lach das Heilige Grab; *Rda. sô ligg dû dâr! Ausruf des Erstaunens, der Überraschung („da legst dich nieder!”); (von Sachen:) liegen, aufliegen, gelagert sein, (Wertpapiere, Buch:) in der kesten, in der kēden l.; im wāter l., (von auf dem Wasser „liegenden” Schiffen:) vȫr anker, vȫr dem winde l., up/in der sê l.; — l. mit/bî a) beiliegen, beischlafen, bî dem wîve l., bî ênander l., b) wohnen bei jem., bî/mit ênem (tô hûse) l.; — °vul l. mit der Unterlage als Subj.: de wech lach vul klê(i)der (nur Köln. Bib. 4. Reg. 7, 15 = Bugenhagen nach Luther); — trans. dôt l. (ein Kind) im Schlaf erdrücken. 2. sich aufhalten, lach unde wōnde in N., mit präpos. Vbdg. an bî vȫr in tô ümme under up; sich lagern, in Quartier liegen, in der hāvene l. im Hafen liegen, in Bereitschaft liegen, sich bereit halten, l. vȫr belagern, l. up ênen jem.m auflauern, (mit innerem Obj.:) ên lēger l. Einlager halten, winterlâge l. überwintern; — bildl.: tô velde/tô strîde l. Krieg führen, tõr wēre l. sich auf Wachtposten legen, wedder ênen l. gegen jem. zu Felde ziehen, jem. bekämpfen; in sünden, in unplicht l. einen unmoralischen Lebenswandel führen. — 3. sich befinden, (Geld, Wertpapiere:) deponiert, aufbewahrt sein, (Lage von Krankheitssymptomen:) dat licht in der cellen, de cōlera licht under dem nāvel; insbes. l., gelēgen sîn mit präpos. Vbdg. (für die räumliche Beziehung zwischen zwei Örtlichkeiten:) êne hôve licht tô N., de mȫle licht twischen X. und Y., (Lagebestimmung einer Ortschaft, eines Gebäudes:) êne stat licht bî dem mēre, hûs l.de bî dem markede, hof dâr de berchvrēde up licht, de gōte licht up N. hûs, (geographische Bestimmung in einem Gebiet:) de stat N. is in X. gelēgen; übertr. angelegt sein de rente licht in dem hûse, an êner wēse, []überlassen sein dat gôt licht in der stādes wōlt; — mit Präd.-Erg. durch Adj.: lēdich l. unbenutzt stehen, wö̂ste l. wüst liegen, kōlt l. unbeheizt, still liegen (Erz-, Siedehütte), durch Part. Prät.: vorborgen/bedeckt l., gevangen l., begrāven l. — 4. in negat. Bedeut. mit lâten (IV 2 b): a) unberührt, unbenutzt lassen, stapeln, den grunt, dat gôt l. lâten, b) liegen lassen, unbeachtet lassen, ruhen lassen, dat ampt l. lâten, vernachlässigen sînen dîk l. lâten, nicht ansteuern, tõr rechten l. lâten. 5. in bildl. Bed. mit präpos. Vbdg. (auf Personen bezogen:) an/in ênen l. gehören zu, jem.m zugeteilt sein, verbunden sein mit, sich stützen auf, zurückgehen auf, veranlaßt sein durch, de hülpe/trôst licht an/in ..., de macht licht in/an dem kȫninge, it licht an/in dem râde dat ..., (auf Sachen bezogen:) enthalten, enthalten sein in, beruhen auf, sich stützen auf, des lîves hêrschop licht an schö̂ne, ādeldôm is gelēgen an sēden, dâr licht nut/bēteringe an, dâr licht dȫget, schande inne; (unpers.:) ênem licht/is gelēgen an jem.m liegt/ist gelegen an etw., jem. hält etw. für wichtig, ist daran interessiert, dâr licht it an/is it an gelēgen darauf kommt es an, das ist wichtig, (meist mit Negation:) dâr licht nicht an das ist nicht von Bedeutung, daran liegt nichts (s. noch anliggen), verstärkt dâr licht/is (grôt) macht ān(e) c. D. p. das ist wichtig, von Bedeutung für jem., jem.m liegt sehr daran, jem. hat Interesse daran (s. auch 1macht 2); — feste präpos. Vbgd.n: in gōdes gewalt l. in Gottes Hand gegeben sein, ênem in dem wēge l. im Wege stehen, hinderlich sein, in dēme drecke l. (uneigentl.:) im Schmutz versunken sein, ênem in den ôren l. jem. inständig bitten, (Schreck:) in den knōken l. im Leibe stecken, l. up leben, existieren von, up sik sülven l. selbständig sein (SL). — 6. passen, bequem, angenehm sein, °it lêge ênem wol es käme jem.m gut zu Passe (Chr. d. d. St. 36, 327), überw. Part. Prät. (ge)lēgen (s. d. 1). Part. Präs. liggent (flekt. liggende, liggene) in festen Verbindungen: a) festliegend, l.-de guͤdere, erve Immobilien (: vārende, stânde), bes. l.-de gründe Landbesitz (s. grunt 2); b) schriftlich niedergelegt, l.-de orkünde schriftliches, urkundliches Zeugnis (: lēvendich, s. d.); c) vereinzelte Wendungen: l.-de stê(i)n s. stê(i)n 6; l.-de holt Leseholz (Inv. nichtstaatl. Arch. III 2, 196); in l.-der sāke im laufenden Verfahren (Finn. Ub. 5, 136); kost l.-de hebben an Unkosten für etw. aufgewandt haben (SL; Ub. Hildesh. 1, 563).
5164 Zeichen · 175 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    licken

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    firlockônAWB Gl. 4,167,3 (12. Jh.): ‚anlo- cken; allicere‘ (mhd., nhd. verlocken; mndd. vorlocken). – gilockônAWB, giloc…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    licken swv. BMZ locken Ls. 3. 231,34 (: stricken). vgl. Stald. 2,171 u. lücken 3. — mit be-.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lickensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    licken , sw. V. Vw.: s. liggen (1) L.: MndHwb 2, 822 (licken)

  4. modern
    Dialekt
    (licken

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    ( licke n , lickere n ) in erlicke n [ərlekə Steinb. M. ]

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit licken

101 Bildungen · 3 Erstglied · 95 Zweitglied · 3 Ableitungen

licken‑ als Erstglied (3 von 3)

licken II

RhWB

licken II = alles beim Sterbefall besorgen s. leichen bei Leiche.

licken III

RhWB

licken III -ik- Dinsl schw.: einen (etwas) l., gern haben.

licken IV

RhWB

licken IV -ik-, –e- das Wort, zu ahd. lîchan, mhd. lîchen ‘glatt machen’, in Abl. weit verbr., ist nur in Sol , Remschd bezeugt schw.: mit e…

licken als Zweitglied (30 von 95)

geblicken?

KöblerMnd

*ge·blicken

*geblicken? , sw. V. nhd. blicken, glänzen Hw.: s. geblicken (2), geblicke; vgl. mhd. geblicken E.: s. ge, blicken (1)

himelblicken?

KöblerMhd

*himelblicken? , V. nhd. „Himmelslicht erblicken“ Hw.: s. himelblicken (2) E.: s. himel, blicken W.: nhd. DW-

krǖzevlicken

KöblerMnd

*krǖzevlicken , sw. V. nhd. kreuzflicken Hw.: s. krǖzevlickære E.: s. krǖze, vlicken Son.: langes ü

slicken?

KöblerMnd

*slicken? , st. V. nhd. „schlicken“, mit Schlick bedecken Vw.: s. tō- E.: s. slik (2)

verlicken

KöblerMhd

*verlicken , V. nhd. versitzen, versessen sein (V.) Hw.: s. verlicket E.: s. ver…, licken

zuovlicken

KöblerMhd

*zuovlicken , V. nhd. „zuflicken“, schmeicheln Hw.: s. zuovlickære*; vgl. mnd. tōvlicken E.: s. zuo, vlicken W.: s. nhd. (ält.) zuflicken, V…

abblicken

DWB

abblicken , relucere, auf der schmelzhütte ein zeichen völliger reinheit des metalls: das silber blickt ab. s. blicken.

Achterflicken

Wander

achter·flicken

Achterflicken 1. Een Paar Achterflicken geben. – Richey. Eigentlich die Sohle unter dem Absatz; da diese bei Frauenschuhen aber leicht abgel…

anblicken

DWB

anblic·ken

anblicken , intueri, aspicere, nnl. aanblikken, ahd. anaplicchan, mhd. aneblicken, einen blick an jemand werfen: blickt keine schone frauen …

ane blicken

MWB

ane blicken swV. ‘jmdn./etw. ansehen, anschauen’ bliche sine vrische wunden an BenGeb 69; dô er sich ûf gerihte / und sich selben ane blihte…

ane erblicken

MWB

ane erblicken swV. ‘jmdn. ansehen’ ofte erblihte Herwîc die juncfrouwen an Kudr 1234,1; do ich ewch erst an erplicht / vor fräwden ich ersch…

ane vlicken

MWB

ane vlicken swV. ‘etw. anheften’ ein ander holz, / dar an di uberschrift gezwickt / was geschriben und angeflickt JvFrst 8744 MWB 1 302,19; …

aneerblicken

KöblerMhd

ane·erblicken

aneerblicken , sw. V. nhd. ansehen Q.: Enik (FB ane erblicken), Kudr (1230/1240), MinneR159 E.: s. ane, erblicken W.: nhd. DW2- L.: Hennig (…

anegeblicken

KöblerMhd

ane·geblicken

anegeblicken , sw. V. nhd. blicken, anblicken Q.: Frl, Heimesf (1200-1210), KvWLd E.: s. ane, geblicken W.: nhd. DW- L.: Benecke/Müller/Zarn…

aneplicken

KöblerMhd

aneplicken , sw. V. Vw.: s. aneblicken (1)

anerblicken

DWB

aner·blicken

anerblicken , aspicere: der alte erblickte mich halb lachelend an. pers. rosenth. 6, 1.

anevlicken

KöblerMhd

ane·vlicken

anevlicken , sw. V. nhd. „anflicken“, anheften Q.: JvFrst (1340-1350) (FB ane vlicken) E.: s. ane, vlicken W.: nhd. anflicken, sw. V., anfli…

anflicken

DWB

anflicken , assuere: dem mantel purpurlappen anflicken; es möchte noch alles gehen, wann er bisweilen doch nur eine wahrheit mit anflickte. …

anplicken

KöblerMhd

anplicken , sw. V. Vw.: s. aneblicken (1)

Anschlicken

Adelung

* Anschlicken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, aber am häufigsten in Niedersachsen vorkommt, durch angesetzten Schl…

aufblicken

DWB

auf·blicken

aufblicken , suspicere, die augen aufschlagen, aufwärts blicken: unter heiszen thränen blickte sie auf; der könig zieht ein, alles blickt au…

aufflicken

DWB

auf·flicken

aufflicken , assuere, nnl. opflikken, fast eins mit anflicken, da das aufgenähte zugleich angenäht wird: wenn unser einer seine eigenheiten …

Aufschlicken

Adelung

auf·schlicken

* Aufschlicken , verb. reg. act. durch Schlick oder Schlamm erhöhen. So schlicken manche Flüsse das Ufer auf.

ausflicken

DWB

aus·flicken

ausflicken , resarcire, ausbessern: ein altes kleid, haus ausflicken; es braucht ein böser mensch das schweren wie ein tuch, damit zu flicke…

beiflicken

DWB

bei·flicken

beiflicken , assuere, anflicken: ich trieb den satz weit und flickte noch bei. J. Paul teufelsp. 2, 23 .

beklicken

DWB

bek·licken

beklicken , maculare: und stellen ire sachen nur auf viel bücher schreiben und papir beklicken. Luther 3, 338 b ; du beklickest das papir mi…

belicken

Lexer

be-licken swv. verlocken, bestricken. hæte mich ir minne belicket Ulr. Wh. 160 d .

Ableitungen von licken (3 von 3)

belicken

Lexer

be-licken swv. verlocken, bestricken. hæte mich ir minne belicket Ulr. Wh. 160 d .

gelicken

Lexer

ge-licken stv. s. geligen.

verlicken

Lexer

ver-licken swv. ausraufen? so wirt im ain haur nit verrüert noch verlickt Hb. M. 368.

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APA
Cotta, M. (2026). „licken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/licken/mnwb
MLA
Cotta, Marcel. „licken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/licken/mnwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „licken". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/licken/mnwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_licken_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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