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Hurde

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Hurde

Bd. 3, Sp. 1015
Hurde Allg., u. zwar Rhfrk an der uNahe hǫăt, –ōă- ö. Kreuzn Monzig Auen Seesb, Simm-Schlierschd, sonst an der Nahe -ūă-, –ūər-, –ōă-; Saargeb. -ōă-; Hunsr n. Soonw hōrt; Mosfrk -ūă- [Trier bis Bernk, Bitb, Wittl, Daun -ōă-]; Rip, SNfrk -ūə-, –ūă-; NBerg, Eup -ōr-, –ōə- [hut Düss-Gerresh]; Klevld hǫ(r)t; Aden-Ürsf -ār-; einige MA. zeigen Umlaut hȳət Daun-Gönnersd Lissend, Aden-Stdt Drees Liers Welcherath, Ahrw-Heimersh Holzw Neuenahr, Sieg-ODollend, Dür-Nideggen, Geilk-Birgden; -ə-, –ȳə- Gummb; -īă-, –ēă- Bitb-Speicher Beiling Herforst Preist; -r- Mörs-Gerdt Rheinbg; hȳərn Pl. (Wagenleitern) Altk-Gebhardshain Nauroth; Entstellungen ūərt Heinsb-Saeffelen; jūət Ahrw-Brohl, May-Stdt Löf, Prüm-Weinsh (u. hūət); Pl. Rhfrk, Mosfrk -də(n), sonst -tə(n), Demin. hęătχə –ēă-, –īă-, –īə-, –ȳə-; im SNfrk hȳətšə, –ø-; Klevld hǫrtjə f. [n. Sieg]: 1. ursprüngl. Geflochtenes. a. Flechtwerk α. aus Reisig, Stangen zu Wänden beim Fachlehmhaus Prüm. — β. zum Ersatz von Brettern bei Baugerüsten Daun, Prüm. — γ. der geflochtene Teil der Hotte, des Rückentragkorbes WEif, Gummb-Nümbrecht. — δ. eine aus Reisig geflochtene oder aus wenigen Stangen oder Zaunlatten gezimmerte, meist nicht lange, niedrige Schranke (breiter als hoch), zum Ausheben an Garten- oder Wieseneingängen; oben u. unten hat diese H. einen Baumstamm Bitb, Prüm, Malm, Monsch, Aach, Geilk, Heinsb. Hirden Querlatten am Zaun Saarl-Pachten. — ε. Geflecht, jetzt meist ein Brett an der nicht bis zum Boden reichenden Scheunentür, beim Dreschen das Herausspringen der Körner hindernd, da das Tor offensteht MülhRh-Holweide, Aach-Höngen. — ζ. Schutzdach, meist aus Stroh geflochten, das der Steinschläger aufstellt Daun-Auel, Prüm-Willwerath, Selfk. — η. Seitenbrett des geschlossenen Kastenwagens, meist Pl., Misthorde, H.ə mit Dircher Türchen, Kopfbrettern Nahe, Hunsr, Zell, Koch, Bernk, Wittl, Prüm-Rommersh, Aden-Liers (Hüərde Wagenleiter), Westerw, MülhRh-BGladb. RA.: Er es iwer de H.ə gang durchgebrannt Birkf. — b. siebartiges Geflecht. α. stehendes Sieb aus Korbweiden Heinsb-Karken; Rahmen mit Drahtgitter (mit parallelen Eisenstäben) zum Durchwerfen von Kies, um den Sand von den kleinen Steinen zu trennen, Sand-, Kish.; Aschensieb, Äschh. Wittl, Rheinb, Bergh, Köln-Stdt, NBerg, Selfk, MGladb, Grevbr, Kemp, Kref, Klevld. — β. der Filtrierboden im Maischbottich Aach-Stdt. — γ. die schräggestellte Vorrichtung (Holzstabrost) an der Dreschmaschine, über die das vom Schüdder geholte leere Stroh herabfällt u. durch die die Spreu (Kof) zur Erde fällt Merz, Saarbg, Trier, Bitb, Düss-Kaiserswerth. — δ. ein mit figurenartigen Löchern versehenes Blechviereck, das zum Schutze der Fensterscheibe bes. in Wirtschaften aufgestellt ist, meist -tjə; kleiner Holzrahmen, auf der Fensterbank stehend, zum Einspannen kleiner Gardinen Klevld, Kref, Köln-Stdt (Drahtblende). — ε. bewegliche Wand, Türe udgl. aus Blechwerk Sieg-Much. — ζ. ein Lattengestell, in das Kellerloch eingeschoben, auf dem die Kartoffeln in den Keller hinabrollen und durch deren Ritzen die Erde fällt Birkf, Saarbg-Weiten. — η. Kohlenrutsche Saargeb. — θ. leiterähnliches Geflecht aus Haselruten über der Brechkaule (s. d.), auf dem der Flachs durch das Feuer in der Br. geröstet wird Nahe, Hunsr, Saargeb., Altk, Prüm-Steffeln. — ι. Gestänge über dem Herde zum Trocknen der Wäsche Altk-Herpteroth, Siegld-Kromb. — κ. ein mit Draht bespannter Rahmen zum Trocknen von Spulen Jül-KlBoslar. — λ. ein vor dem Netz im Wasser aufgestelltes Flechtwerk zum Schutze des Netzes vor allzu starker Strömung Kobl-SSebastian; dass. vor dem Ishus des Eisenhammers oder vor einem Wasserdurchlass, um Gras, Holz udgl. aufzuhalten Berg. — c. aus Weiden, Latten gefertigtes Gestell als Unterlage. α. zum Aufbewahren der Äpfel; die Äppel let (legt) mer of de H. Wend, Saarbr, Saarl, Birkf, Simm, Westerw, Siegld, Mosfrk, Rip, OBerg, Erk, Geilk, Heinsb. RA.: Maria Geburt schütt mer de Äppel op de H. Rip, Allg.; M. G. dreift de Schmälwe (Schwalben) furt on de Ä. op de H. Merz-Saarhölzb. — β. Gatter, Abteil im Keller aus dünnen Hasel- oder Weissbuchengerten als Kartoffelabteil Neuw, Ahrw. — γ. Lattengestell zum Lagern des Brotes Verbr. in Birkf, Saarbr, Merz, Trier, Wittl, Ahrw, Aach, MGladb, Klev, Sol. — δ. meist Demin. aus gespaltenen Weiden oder Sperrholz geflochtene Unterlage (Lattengitter), etwa 1 m lang, ½ m breit, mit flachen Seitenrändern, in den Backofen geschoben, worauf Obst, Bohnen dörren, Obstdarre, Appel-, Prumme-, Schnetzeleh. usf.; wievill Hüərtche Quetsche hat er gedrüg; en H. voll Hotzele Rip, Allg. [Hordekes Pl. Klev]. — ε. meist Demin. kleine aus Weiden geflochtene Scheibe, die die Bäcker gebrauchen, um darauf das Gebäck, bes. die grossen runden Torten auszutragen, auch im Privathaushalt; geflochtener Kuchenteller Saarbr, Ottw, Trier, Bernk, Bitb, Prüm, Rip, Eup, Erk, Geilk, Heinsb. — ζ. Demin. Gestell zum Aufstellen des Bügeleisens Ahrw-Remag, — russiger Töpfe Sol. — η. Fleischbrettchen NRip (o. O.). — θ. tellerförmiges Flechtwerk, worauf die Wolle geklaubt wird Aach-Stdt. — ι. Stangengestell zum Aufstellen des Kleeheues (Kleebock) Trier-Heidenbg, Kref-Fischeln. — κ. Lattengestell im Wagen, als Unterlage für Kälber Monsch-Rohren. — λ. Kasten zum Treiben der Kartoffeln Bo-Bornh. — μ. Sitzgestänge für die Hühner im Hühnerhaus u. dieses selbst Verbr. nach Wk. III 25 in Goar, Mos, Eif, Westerw, Siegld, Berg, Rip, SNfrk (nicht Selfk, auch nicht Aach, Jül, Eup) bis Geld, Mörs; de Huhner op de H. driwen; (jage) de H. van der H. Gummb, Allg.; H. op! ruft man den Hühnern zu MGladb; de H. röste ebd. RA.: Maria Geburt gohn de Hohner op de H. stellen das Legen ein Altk-Birken. Kriəhnt (kräht) der Hahn op de H., steht et Weər on luərt SNfrk, — es wös (wüstes) Wedder an der Luət (Luft) Dür-Frauwüllesh, — so kreit et Werrer en ander Geburt Altk-Birken Wildenbg, — dann get et en anner Geburt Altk-Wissen. De Hahn is Her of der H. Koch-Lutzerath. — Scherzh. auch vom Lager, Bett des Menschen; he geht möt die Hönner op die H. früh schlafen MGladb, SNfrk; gangk op die H.! Prüm; van der H. kun aufstehen Koch; ech gapse no der H. ich habe Schlaf Prüm. — 2. übertr. a. mit Unterholz bewachsener Bergabhang (am Dorfausgang) Gummb; henneg (hinter) de H. Kirchhof Ahrw-Bodend. — b. schmaler, dürftiger Abbau in der Grube, in der Bergmspr. Altk, Siegld. — c. en H. opsetten ein ernstes Gesicht machen, die Stirne in Falten legen Kemp, Geld. — d. -ǫ- Klappertopf, fistularia Rees-Ringenbg. — e. hū·ə.də Pl. Garben, welche einmal leicht überdroschen werden, als Schaffutter Heinsb-Karken.
6687 Zeichen · 159 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hurde

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hurde ( Hurdizie, Überzimmer, Umlauf . franz. hourds ) hießen im Mittelalter die an der Außenseite der Ringmauern und Ge…

  2. modern
    Dialekt
    Hurd(e)

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Hurd(e) [Hùrtə Olti. ; Hûrt Fisl. Heidw. Roppenzw. Hi. Pfetterhsn. Attenschw. ; Hùrt O. U. W.; Pl. meist Hùrtə, Hûrt Rop…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hurde

9 Bildungen · 8 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

hurde‑ als Erstglied (8 von 8)

Hurdelum

RhWBN

Hurdelum vereinz. Bergh-Hüchelhv n.: Gerstenkorn am Auge < lat. hordeum ‘Gerste’).

hurdelære

KöblerMhd

hurdelære , st. M. nhd. Marktbudenkrämer Q.: StRPrag (14. Jh.) E.: hurt W.: nhd. DW- L.: Lexer 96a (hurdeler), Hennig (hurdeler), LexerN 3, …

Hurdenbaum

RhWB

hurden·baum

Hurden-baum hōrdəbām Verbr. wie Hurd 1 a h m.: Leiterbaum des Wagens.

Hurdenmann

RhWB

hurden·mann

Hurden-mann hȳətə- Rheinb-Fritzd m.: Knochenflicker (wohl weil er nach dem Zusammensetzen der Knochen Hürte (Holzstäbchen) um das gebrochene…

Hurdenwagen

RhWB

hurden·wagen

Hurden-wagen hōrdewān Verbr. wie Hurd 1 a η m.: Kastenwagen für Mist oder Grund, Steine, Rüben udgl.; zwischen den Storren (Rungen) stehen d…

Hurdes, Las

Meyers

hurde·s·las

Hurdes, Las ( Jurdes ), wüste, schluchtenreiche Gegend in der span. Provinz Caceres, am östlichen Fuße der Sierra de Gata. Die zerstreut leb…

hurde als Zweitglied (1 von 1)

misthurde

Lexer

mist·hurde

mist-hurde swf. mistkorb Mone z. 1,182 ( 15. jh. ). s. hurt 1.