ab-nehmen: 1. trans. a. etwas a. α. von etwas entfernen, wegheben;
den Hot (de Kapp) a.; nemm rasch de Pott af (vam Für af)! den Topf vom Herde Rip (nur in diesen Wend.);
de Rom a. den Ram von der Milch abschöpfen Klevld;
de Melch a. Rip. Verbreiteter mit Ortsangabe,
de Wäsch van der Ling (Leine)
a.; de Äppel van de Böm a. Rip, Nfrk. —
Den Desch a. abdecken (mit Vertauschung des Obj.) Rip. — β. abtrennen, abschneiden;
den Bart a. rasieren Allg.;
dat en Botzeben (Hosenbein)
ös onne ze lang, du kas et en bess-che a.; en Ben, Arm a. amputieren Rip, Allg. — b. einem etwas a. α. ihn von der Last befreien;
nemm mer den Sack es af! Rip, Allg. —
sich de Tantpin (Zahnpein)
a. lote durch sympathetische Mittel Geld. — β. widerrechtlich, mit Gewalt wegnehmen;
er horr em alles abgenumm Simm, Allg. RA.: Der gierig Essende
es bang, se nöhme höm jet af Aach-Mariad.
Nem gohnende Mann nemmt ner ge Peərd af wer nichts hat, dem kann man auch nichts nehmen Dür-Golzh, Rip, Nfrk (
s. Pferd).
Mer kann unsem Herrgott wahl jet afbedde, ävver nicks a. Köln-Stdt;
osen H. ös miəh oftebenen as often. SNfrk.
Ens gegəve es (bleff) g., afgenoəhme es gestoəhle, drej Kannen Blot; morge kömmt (sall) dech der Düvel hoəle! sagen die Kinder, wenn sie getauscht haben u. der andere das Seinige zurückverlangt Heinsb, Geld, Verbr. (
s. geben). — γ. mit Berechtigung a.;
du häs mer net ze vill Geld afgenonn; wievill niste mer af? wieviel Geld forderst du? Rip, Allg. — δ. einem ein Versprechen, einen Eid a., nach dem Nhd. Allg. — c. übertr. folgern, schliessen;
senge Wört konnt mer a., dat he Kennes (Kenntnis)
van den Dengen hatt Rip.
Ich kann an meine Birre a., wann anner Leit ihre zeidig sin OMosfrk;
das werd er sich vun seine eigene Bire a. Kreuzn. —
d. absol. α. mindern, beim Stricken Ottw, Saarbr, Rip, Düss, Mörs (aber auch mit Obj.
ech bön der Stromp am a. MGladb). — β. den Bart an der Bruchstelle der Nadel abfeilen, in der N.fabrikation Aach. — γ. glühenden Faden um die fertige Walze an der Trennungsstelle legen, was mit dem
Abnehmeisen geschieht, in der Glasfabrikation Saarbr [auch mit Obj.
die Walz a.). — δ. im Kindersp. mit einer Kordel, die von den Händen des einen Kindes zu denen des andern wandert, wobei allerlei Figuren entstehen (
Kerkefensters, Linne ‘Leinen’,
Kuhback ‘Trog’,
Pöggsken ‘Schweinchen’
op de Ledder ‘Leiter’) Mörs. — e. einen (sich) a. α. einem einen a., etwa ein Kind, wegnehmen Allg. Ein Mädchensp., wobei von den Mädchen um ein in der Mitte sitzendes ein Kreis gebildet wird, wobei diese dessen Kleid rundherum in die Höhe fassen; dabei wird abwechselnd gesungen: A. (Kreis):
Jöffrau en de hohgen Thron! B. (das in der Mitte sitzende Mädchen):
Wabliff (was beliebt),
min Sohn? A.:
Wi hören all die Kinderkes tu? B.: Min tu! A. (eine):
Sok (soll ich)
der ouw en a.? B.: Nä! A.:
Sok der ouw en afstehle? B.: Nä! A.:
Dann soll ek no Scholten Diener gohn, den sall ouw de Kopp afschlohn; dat Kind sall met min gohn; darauf wird getanzt Emmerich. — β. einen
an der Bahn a. in Empfang nehmen;
enen vom Zug a. Verbr. in den mosfrk. u. slrip. Geb., wo
holen u.
n. leicht verwechselt werden. — γ.
sech a. losse photographieren lassen Rip, Allg. — δ. ein Pferd a. lassen, zu Ader l. Geilk. — 2. intrans. mit ‘haben’. a. an Körpergewicht verlieren;
ech nenn emmer mih af; ech han at (schon)
vill (zehn Pond) afgenonn Rip, Allg. (auch Rhfrk). —
Et A. Auszehrung, Schwindsucht Hunsr, Nahe;
de afnemmende Krankhet Rip, Allg. — b. vom Monde;
der Mond nit af Rip, Allg. — c. von der Länge der Tage im Herbste;
de Da hon schunn arg abgenumm Hunsr, Allg. —
d. bleichen, von Leinen;
et Lenget mott döchtig begoəte werden, dat et ofnömmpt Kemp.