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Rêdlich

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Rêdlich

Bd. 3, Sp. 1015
Rêdlich, -er, -ste, adj. et adv. welches nach Maßgebung des größten Theils veralteten Red, Rede, ehedem in verschiedenen Bedeutungen üblich war, und es zum Theil noch ist. 1. * Von dem veralteten Rede, Vernunft, eine figürliche Bedeutung unsers heutigen Rede, war redlich ehedem vernünftig. In diesem Verstande kommt so wohl redelicho als redihaft bey dem Ottfried und Notker vor, und das Holländische redenlik, redelik, und Nieders. redelik hat noch eben die Bedeutung, und ist dem redelos, unvernünftig, entgegen gesetzet. Da denn auch Redelichkeit, Redlichkeit, die Vernunft ist. Im Hochdeutschen ist diese Bedeutung veraltet. 2. * Von dem veralteten Red, Rath, ist redlic im Angelsächsischen, mit Rath, mit Bedacht, mit Überlegung, behuthsam, im Gegensatze des redeleas, redelos, unbesonnen. Auch diese Bedeutung kennen wir nicht mehr. 3. * Eine andere veraltete Bedeutung kommt bey dem Kero vor, der redalihho für strenue gebraucht, wo es zu Rad, reiten, in der weitesten Bedeutung einer schnellen raschen Bewegung, zu gehören scheinet. S. Bereit. 4. Von dem veralteten Red, Schwed. Rätt, welches ehedem für Recht üblich war, (S. die Anmerkung zu diesem Worte,) kommt es außer einigen gleichfalls veralteten Bedeutungen noch in verschiedenen Fällen vor. 1) Von Red, Recht, so fern es ein Gesetz und den Inbegriff mehrerer Gesetze bezeichnet. (a) * Rechtmäßig; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung. Redliche Kinder, eine redliche Ehe, redliche Nachkommen u. s. f. für rechtmäßige, in den Schriften der vorigen Jahrhunderte. (b) In engerer und figürlicher Bedeutung ist es noch im Oberdeutschen für das Hochdeutsche ehrlich üblich, doch nur so fern es den angenommenen Begriffen der äußern Ehre gemäß bedeutet. Die Abdecker und Henker sind nicht redlich, d. i. nicht ehrlich. Sich redlich nähren, Ps. 37, 3. Ich will nicht redlich seyn, nicht ehrlich. (c) Erlaubt, durch kein Gesetz verbothen, rechtmäßig; noch in einigen Fällen des gemeinen Lebens. Sich redlich nähren, auf eine erlaubte Art. Es gehet hier nicht redlich zu, nicht rechtmäßig. 2) Von Recht und folglich auch dem veralteten Red, Übereinstimmung mit der Pflicht, Absicht und dem Endzwecke, ist redlich noch jetzt, besonders in der vertraulichen Sprechart, so wie rechtschaffen, seiner Pflicht, seiner Absicht, seinem Endzwecke vollkommen gemäß. Er hat das seinige redlich gethan. Seine[] Mutter war eine redliche Gehülfinn ihres Mannes. Sich redlich wehren. Ein redlicher Mann. Ein redliches Gemüth. Redlich mit jemanden umgehen. Dein Verfahren gegen mich ist nicht redlich. Es gehet hier nicht redlich zu. Ein redlicher Freund. Mit redlichen Leuten ist gut handeln. Alles was die Kunst aus den großen, hervor ragenden, stieren, starren Augen der Gräfinn Gutes machen kann, das haben sie redlich daraus gemacht. Redlich, sag' ich? Nicht so redlich, wäre redlicher, Less. in der Emil. Galotti; wo es so viel sagen will, sie haben zwar alle Kräfte daran gewandt, alles daraus zu machen, sie haben ihr aber auch dabey geschmeichelt, die Wahrheit überschritten. Ingleichen dem Versprechen, der Zusage gemäß, wo es auch von Rede abstammen kann, seiner Rede gemäß. Jemanden redlich bezahlen. Er hat sein Wort redlich gehalten. 3) In engerer Bedeutung, geneigt und Fertigkeit besitzend, das was recht und billig ist, darum zu thun, weil es recht und billig ist, für rechtschaffen; eine im Hochdeutschen größten Theils veraltete Bedeutung, in welcher es im engern und theologischen Verstande noch mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkommt. Wer redlich ist, und auf die Götter traut, der wandelt nicht auf triegendem Sumpf, Geßn.
3601 Zeichen · 56 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    redlichAdj.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    redlich , Adj. Vw.: s. redelich

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rêdlich

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Rêdlich , -er, -ste, adj. et adv. welches nach Maßgebung des größten Theils veralteten Red, Rede, ehedem in verschiedene…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    redlich

    Goethe-Wörterbuch

    redlich ‘redlig’ GWB B1,255,7 , Großschr GWB 52,273,11 ; adj und adv Gebrauch etwa gleich häufig; mehrf subst Mask (pl),…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Redlich

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Redlich , Oswald , österreich. Historiker, geb. 17. Sept. 1858 in Innsbruck, studierte an der Universität daselbst Gesch…

  5. modern
    Dialekt
    redlich

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB redlich [rètli Z. ] Adj. wie hochd., nur in der Verbindung r. un d e h rli ch Ingenh. — Bayer. 2, 56.

  6. Sprichwörter
    Redlich

    Wander (Sprichwörter)

    Redlich 1. Auswendig redlich, innen Gift und schädlich. – Parömiakon, 3158. 2. Besser zehn redlich machen als einen vnre…

  7. Spezial
    redlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    red|lich I adj. 1 (aufrichtig) sinzier (-s, -a) 2 leal (leai, -a) 3 (ehrlich) iüst (-sć, -a) 4 (anständig) sciöche al al…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit redlich

22 Bildungen · 6 Erstglied · 14 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von redlich

red + -lich

redlich leitet sich vom Lemma red ab mit Suffix -lich.

redlich‑ als Erstglied (6 von 6)

redlichdumm

DWB

redlich·dumm

redlichdumm , adj. : wär auch ich der redlichdumme gewesen, den schalk nicht zu merken. Schiller Fiesko 5, 16 .

Redlicher

Wander

Redlicher 1. Der Redliche beweist auch Treue dem Feinde. Lat. : Etiam hosti est aequus, qui habet in consilio fidem. ( Publ. Syr. ) ( Philip…

redlichfromm

DWB

redlich·fromm

redlichfromm , adj. : wann ein redlichfrommer christ hin sich sichert in den sark. Logau 2, 46 .

redlichkeit

DWB

redlich·keit

redlichkeit , f. in mehreren bedeutungen nach dem adj. redlich. 1 1) ( vergl. redlich 1) ordnung, gesetzmäszigkeit, rechtmäszigkeit: dorumb …

redlichkeit

FWB

1. ›Anstand, Tugend(haftigkeit), Sittsamkeit‹ (als positiv konnotierte Charaktereigenschaft, die den gesellschaflichen Konventionen entspric…

Redlich, Osw

DWBQVZ

Redlich, Osw. *1858 Innsbruck †1944 Wien.

redlich als Zweitglied (14 von 14)

aufredlich

DRW

auf·redlich

aufredlich (wohl aus: redlich und aufrecht entstanden) rechtmäßig, ehrlich SchweizId. VI 582 Faksimile

nachredlich

DWB

nach·redlich

nachredlich , adj. mit ( böser ) nachrede verbunden, nachrede verdienend: nichts .., das seinen kurf. gnaden nachredlich und verweislich kün…

nā(ch)redlich

Idiotikon

nā(ch)redlich Band 6, Spalte 568 nā(ch)redlich 6,568

treuredlich

DWB

treu·redlich

treuredlich , adj. : trewredliches hertz Schottel haubtsprache (1663) 468 ; wäre aber nicht recht, viel weniger ein stück von einem treuredl…

u(n)redlich

Idiotikon

u(n)redlich Band 6, Spalte 582 u(n)redlich 6,582

unabredlich

DWB

unabredlich , veraltetes adj. Schmidt els. wb. 373 b . unabredlich ist jemand, bei dem man sich durch leugnen nicht entschuldigen kann. vgl.…

Unausredlich

Campe

unau·s·redlich

Unausredlich , adj . u. adv . 1) Nicht ausgeredet, ausgesprochen, erzählt werden könnend. Stieler. 2) Keine Ausrede gestattend, nicht entsch…

unb(e)redlich

Idiotikon

unb(e)redlich Band 6, Spalte 573 unb(e)redlich 6,573

unredlich

DWB

unredlich , adj. adv. , gth. v. redlich. ahd. unredelîh, mhd. unredelîch, mnd. unredelik, mnl. onredelijc, nl. onredelijk, dän. uredlig, sch…

unterredlich

DWB

unter·redlich

unterredlich , adj. adv. , interlocutorius, -e; bes. interlocutory, underredlich urtheil sententia interlocutoria Schöpper syn. G 6 c ; vgl.…

unwiderredlich

DWB

unwiderredlich , adj. adv. , selten für unwidersprechlich, irrefragabilis: eine unwiderredliche warheit, ein unwiderredlicher befehl Kramer …

ūfredlich

Idiotikon

ūfredlich Band 6, Spalte 582 ūfredlich 6,582

Ableitungen von redlich (2 von 2)

unredlich

DWB

unredlich , adj. adv. , gth. v. redlich. ahd. unredelîh, mhd. unredelîch, mnd. unredelik, mnl. onredelijc, nl. onredelijk, dän. uredlig, sch…

Unredliche

GWB

Unredliche [bisher nicht publizierter Wortartikel]