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laune

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Campe
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16 in 12 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Laune Die

Bd. 3, Sp. 49b
1. Die Laune, Mz. — n. Daß dieses Wort ehemahls die Gesichtsbildung eines Menschen und überhaupt die Gestalt eines Dinges bedeutet haben soll, ist unerwiesen. Wir schränken uns auf seine jetzige, allgemein gültige Bedeutung ein, vermöge welcher es den veränderlichen Gemüthszustand, da man oft schnell von Lust zu Unlust, von Freundlichkeit zu Unwillen, von Heiterkeit zu Trübsinn u. s. w. übergeht, bezeichnet. Seine Laune ist sehr veränderlich. Bei guter, übler Laune sein. Eine mürrische, närrische Laune haben. Eine wetterwendische Laune, die sich so leicht oder so schnell wie das Wetter ändert. Ih ward so vorsichtig, daß ich jede Veränderung meiner Laune wie der Arzt das Maß des Pulsschlages, auszuspähen suchte.« Hermes. — Laune lös't was Laune knüpfte. Schiller. I N. D. sagt man, er hat es nicht in der Laune, für, er ist dazu nicht aufgelegt, hat dazu keine Lust. Zuweilen bedeutet Laune auch Lust, Hang. Ih habe heute nicht die Laune zu scherzen. I engerer Bedeutung gebraucht man Laune 1) Für gute Laune. Da er eben bei Laune war, bewilligte er es. Seine Laune heiterte auch mich zuletzt auf. I diesem guten Verstande hat Laune auch noch eine andere Bedeutung, in welcher sie Kant erklärt, als »Das [] Talent (die Gabe), sich willkührlich in eine Gemüthsstimmung versetzen zu können, in der alle Dinge ganz anders als gewöhnlich, sogar umgekehrt, und doch gewissen Vernunftprincipien (Vernunftgrundsätzen) in einer solchen Gemüthsstimmung gemäß, beurtheilt werden.« So sagt man von einem witzigen Schriftsteller, welcher sich in diese Gemüthsstimmung (Humor) zu versetzen weiß, er habe Laune, schreibe mit Laune. Häufiger gebraucht man Laune 2) für üble, böse Laune, von einer solchen Gemüthsstimmung, wo man entweder schon mürrisch, verdießlich  ist, oder es doch leicht werden kann. Er hat heute seine Laune. Ih kenne seine Laune. Eine unausstehliche Laune. Daher das N. D. lunen, sauer sehen; lünschen, das Maul hangen lassen, und das O. D. launen, mürrisch sei. So legt man auch uneigentlich dem Glücke, dem Schicksale  Laune oder Launen bei, und sagt von einem Menschen der vielerlei Widerwärtigkeiten erlitten hat, in mancherlei sonderbaren, verwickelten, unangenehmen Lagen gewesen ist, daß er die Launen des Schicksals erfahren habe.
2268 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Laune

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Laune , plur. die -n, ein altes Wort, welches ehedem nur in den gemeinen Sprecharten üblich war, seit einiger Zeit a…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Laune

    Goethe-Wörterbuch

    Laune häufig im Frühwerk, wiederholt in Selbstcharakteristik des jungen Goethe; das breite, changierende Bedeutungsspekt…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Laune

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Laune , die wechselnde Gemüthsstimmung; wer sich der L. hingibt, ist launenhaft , wenn übler: launisch , wenn guter: lau…

  4. modern
    Dialekt
    Launef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Laune f. : wie schd., Laun, meist Pl. Laune [verbr. außer SWPf, Karch Gimmdg/Muttstdt 244 Christmann Kaulb 20 Mang 126 K…

  5. Sprichwörter
    Laune

    Wander (Sprichwörter)

    Laune 1. Wer nach seiner Laune lernt, wird nicht gelehrt, und ein Kranker nicht gesund, der nach Laune füllt den Mund. D…

  6. Spezial
    Laune

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Lau|ne f. (-,-n) 1 (Stimmung) löna (lönes) f. 2 vëia (vëies) f. 3 ester (estri) m. 4 caprize (-zi) m. 5 umor (-s) m. ▬ g…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laune

82 Bildungen · 25 Erstglied · 55 Zweitglied · 2 Ableitungen

laune‑ als Erstglied (25 von 25)

launech

LothWB

laun·ech

launech [láuneχ D. Si. ] adj. launisch. — lux. 261.

launegild

KöblerAhd

laune·gild

launegild , st. M. (a?, i?) nhd. „Lohngeld“, Gegenleistung ne. payment Q.: Cap, LLang (643) E.: s. gelt; s. germ. *launa-, *launam, st. N. (…

launen,

FWB

1. ›tauen‹; 2. ›ruhen; schlapp, gebrechlich, müde niederliegen‹

Launenbeisser

RhWB

launen·beisser

Launen-beisser lūnənbītər Gummb-Berghsn m.: verächtl. einer, der beisst, wenn er die Launen dazu hat, auch vom Pferde gesagt.

launenbeissig

RhWB

launen·beissig

launen-beissig -bītĭχ ebd., Remschd Adj.: launisch beissend; der Hongd (et Perd) es l.; wat es dat en l.ən Minschen!

Launenblitz

GWB

launen·blitz

* Launenblitz bildhaft für spontane Eingebung, plötzliche Anwandlung Gespr(He3 2 ,223) Varnhagen 19.9.27 Christiane Schulz Ch.S.

Launendüppchen

RhWB

Launen-düppchen launədibχə Simm-Argenth n.: dass.

Laun(en)fechter

PfWB

launen·fechter

Laun(en)-fechter m. : 'Mensch, der schwer an seine Berufsgeschäfte geht, Launfechter [ Klein Prov. 274]. RhWB Rhein. V 210 . —

launenfieber

DWB

launen·fieber

launenfieber , n. laune, veränderliche gemütsstimmung unter dem bilde des fiebers. Gökingk 1, 191. 193 . ebenso launenschauer 195.

launenhaft

DWB

launen·haft

launenhaft , adj. launen, veränderlicher gemütsstimmung ergeben: der ekle geschmack der launenhaften Alabanda. Wieland 6, 203 ; runder mond …

Laun(en)krämer

PfWB

launen·kraemer

Laun(en)-krämer m. : 'launischer, eigenartiger Mensch', Launekrämeʳ [ KU-Schmittw/O ]. SHW Südhess. IV 191 ; RhWB Rhein. V 210 . —

Laun(en)narr

PfWB

launen·narr

Laun(en)-narr m. : = PfWB Launenkrämer , Launenoʳʳ [ KU-Schmittw/O ]. ElsWB Els. I 779 .

Launenpeter

RhWB

launen·peter

Launen-peter lǫ·u.nəpidər Wittl-Reil , Kobl-Güls , Goar-NHeimb , May-NMendig m.: dass.

Launenspiel

Campe

launen·spiel

Das Launenspiel , — es, Mz. — e . 1) Das Spiel, die Abwechselung, Veränderung der Laune. Dem Launenspiele eines Andern zusehen. 2) ◎ I der T…

launerei

DWB

laune·rei

launerei , f. seltsame, wunderliche laune, launisches wesen. Klopstock ( nach Campe ).

Launern

Campe

laun·ern

≠ Launern , v. ntr . u. intrs . im Baierschen, zaudern. Fulda. D. Launern .

laune als Zweitglied (30 von 55)

Geberlaune

RDWB1

Geberlaune f in Geberlaune sein idiom. - раздобриться, расщедриться

Übellaune

Campe

Die Übellaune , Mz. — n , die üble Laune, und, eine üble Laune. Andere seine Übellaune empfinden lassen. Die Übellaunen Anderer ertragen.

bärenlaune

DWB

baeren·laune

bärenlaune , f. morositas, brummiges wesen: er ist heute in seiner bärenlaune.

fürstenlaune

DWB

fuersten·laune

fürstenlaune , f. eine laune oder eigenwillige gemüthsstimmung eines fürsten: der hofmann, den des fürsten laune drückt, wagts, leise sich i…

galaune

DWB

gala·une

galaune , f. borte, tresse: die silberne knöpfe und galaunen, die zu dem mantel gehörten. Simpl. 1, 227 (225 Kz. ); nach dem der teufel läng…

Grobianslaune

GWB

grobian·s·laune

* Grobianslaune in Selbstaussage Wer mit mir umgehen will, muß meine Grobians-Laune auch zugeben, ertragen, wie eines Anderen Schwachheit od…

Hausfrauenlaune

GWB

hausfrau·n·laune

Hausfrauenlaune [ aus Venedig ] Daß Sie aber in Ihrem Briefe .. die hohen Trümmern der [ Korr B30,257 ] Künste heruntersetzen und uns dafür …

Herrenlaune

GWB

herren·laune

Herrenlaune Über Wetter- und Herren-Launen | Runzle niemals die Augenbraunen GWB 2,280 Lebensart 1 Armin Giese A.G.

herzenslaune

DWB

herzen·s·laune

herzenslaune , f. : ( ein freund ) der es angemessener findet ihren herzenslaunen jetzt nicht in den weg zu kommen. Rettine briefe 1, 127 .

jägerlaune

DWB

jaeger·laune

jägerlaune , f. laune eines jägers: wers hörte, begriff gar nicht, warum die frau obristforstmeisterin .. bei ihrem feinen gefühl und ihrer …

kinderlaune

DWB

kinder·laune

kinderlaune , f. laune wie sie die kinder haben: weil sie alles für die gewöhnliche kinderlaune hielt. Lichtenberg (1800) 4, 438 .

mädchenlaune

DWB

maedchen·laune

mädchenlaune , f. : man hätte mich nun zweimahl aufgezogen? zwar hiesze das — sich selber hintergehn, allein wer kann für mädchenlaunen steh…

Mißlaune

Campe

miss·laune

○ Die Mißlaune , Mz. — n , eine üble Laune. »I Mißlaune setzen« Langbein. (R.) Die Mißlaune verscheuchen, vertreiben 

miszlaune

DWB

miszlaune , f. üble laune: eigennutz, der am hofe weniger im trüben, als im hellen fischt, weniger aus der miszlaune als aus der laune. J. P…

modelaune

DWB

model·aune

modelaune , f. laune wie sie die mode erzeugt: ich erinnere mich, dasz in früherer zeit ew. hoheit das soldatenspiel an den höfen als eine m…

Mutterlaune

Campe

mutter·laune

○ Die Mutterlaune , Mz. — n , üble Laune, wie sie Mütter gegen erwachsene Töchter zuweilen äußern. »Du siehst da Mutterlaune und Mädchenwuns…

Oppositionslaune

GWB

opposition·s·laune

Oppositionslaune zu Knebel, der in seiner O. war. Heitre Unterhaltung über Epicurismus und Platonismus GWB T4,220,20 v 16.7.11 Juliane Brand…

Revolutionslaune

GWB

revolution·s·laune

Revolutionslaune [ Schnaps, sich für das grob-enthusiastische Anrempeln Märtens entschuldigend: ] Verzeiht, ich war in meiner R. ..Zum Exemp…

sauflaune

DWB

sauf·laune

sauflaune , f. die lust zum saufen; götting.-grubenh.: wenn he de sûplne krigt. Schambach 219 b .

schäkerlaune

DWB

schaeker·laune

schäkerlaune , f. : das kitzelding neckt mich zum halben faune. ich glaube gar, es ist die schäkerlaune. Bürger 336 Sauer.

schalaune

DWB

schal·aune

schalaune , f. ein feines wollenzeug mit köper. Weigand 2, 542 , auch ein daraus gefertigter mantel, decke. der name kommt von der stadt Cha…

schicksalslaune

DWB

schicksal·s·laune

schicksalslaune , f. laune des schicksals: und die geschwister, nach so mancher wunde, die sie dem treuen schwesterherzen schlugen, theils s…

schmeichellaune

DWB

schmeichel·laune

schmeichellaune , f. schmeichelnd wolthuende laune: den schmeichellaunen selbstgeschaffener träume verschlossen. Dya Na Sore 3, 301.

Schreiblaune

GWB

schreib·laune

Schreiblaune für das Schreiben von Briefen günstige Stimmung Ich habe heut keine S. GWB B1,123,14 Behrisch 24.10.67 Karin Vorderstemann K.V.

Ableitungen von laune (2 von 2)

Mißlaune

Campe

○ Die Mißlaune , Mz. — n , eine üble Laune. »I Mißlaune setzen« Langbein. (R.) Die Mißlaune verscheuchen, vertreiben 

unlaune

DWB

unlaune , f. , gth. v. laune 4: und entschuldigte seine unlaunen mit der ... mittagshitze Doro Caro novellen (1797) 2, 40 ; Sanders erg. wb.…