launig,
adj. nach laune in mehreren bedeutungen. 11)
an die eigentliche bedeutung von laune (
s.laune 1)
knüpft noch an die im Basler neuen testament von 1523
gegebene erklärung des Lutherschen monsüchtig: mönig, lunig. Fromm. 6, 43
a,
der ähnliches später nichts mehr nachzuweisen ist. 22) launig,
nach laune 2,
von böser gemütsstimmung; in oberdeutschen mundarten: launig,
verdrieszlich, nicht heiter. Schm. 1, 1478
Fromm.; launik, launi,
erzürnt, schmollend. Lexer
kärntn. wb. 174; launeg,
traurig, verstimmt. Zingerle
lusern. wb. 40
b;
mit umlaut: weil er (
der büffel) nach (
noch) ein kälblin und jung, so ist er ganz geil, lieblich und heimlich, aber so bald er aufgewachsen, ist er tükisch und leünig. Forer
thierb. 32
a. 33)
in der neueren schriftsprache in schwächerem sinne (
vergl.laune 3),
der üblen stimmung leicht unterworfen, ihr nachgebend; es ward im vorigen jahrhundert in diesem sinne neben launisch
gebraucht, während heute das letztere die angegebene bedeutung fast ausschlieszlich an sich gerissen hat: es war ein etwas seltsamer und launiger junger mann, der aber viele treffliche eigenschaften hatte. Nicolai
bei Lessing 12, 46; Leonore, ein edles, bescheidenes mädchen, nur etwas launig. Göthe 57, 18; wie er (
Wieland) denn, immer redlich, nur manchmal, wie es einem jeden geschieht, in augenblicklicher leidenschaft, bei eingeflösztem vorurtheil, in abneigungen, die nicht ganz zu schelten waren, eine launige unbilligkeit zu äuszern verführt ward. 31, 145; Cid, befremdet und betroffen, hielt in seinem groszen herzen beide — nicht für niederträchtig, nur für launig und unhöflich. Herder
z. litt. 5, 187; sodann such ich den wilden, launigen schutzengel auf (
den tempelherrn). Lessing 2, 197.
alemannisch mit umlaut lünig,
launenhaft, launisch. Seiler 196
a. 44)
aber auch ohne den üblen nebensinn, einer augenblicklichen stimmung nachgebend, bald so, bald so gestimmt (
vgl.laune 4): nach launigem willen (
wie es mir beliebt) vertändl ich die flüchtigen stunden. Gotter 3, lxxvii; nun erschien der trockne, launige mann (
Hume in Paris), der den mund nicht aufthut, wenn ihn nichts interessirt. Sturz 1 (1779), 115. 55) launig,
heitere laune habend (
vgl.laune 6): dieser launige mann erdachte, unter Wilhelms beistand, eine kleine geschichte. Göthe 18, 300; daraus war eine launige, rhapsodische art über die gegenstände zu denken, oder vielmehr ihre unmittelbaren eindrücke zu äuszern, entstanden. 19, 111; was er befahl, war gerecht; die art, wie er es ausdrückte, war launig und pikant. 24, 136; sie machen ihn (
den epilog) zu einer art von nutzanwendung, voll guter lehren, voll feiner bemerkungen über die geschilderten sitten .. und das alles in dem schnurrigsten, launigsten tone. Lessing 7, 35; launige männlein grüszen freundlich und unerwartet. H. Heine 13, 128. 66)
daran angeschlossen, als kunstwort für darstellung und vortrag, z. b. eines schriftstellers (
vgl.laune 7): wer solchen veränderungen (
dem versetzen in eine gewisse gemütsdisposition) unwillkührlich unterworfen ist, heiszt launisch, wer sie aber willkührlich (zum behufe einer lebhaften darstellung vermittelst lachen erregender contraste) anzunehmen vermag, der heiszt launig. Kant 7, 202; jede einförmige versart würde ihm (
dem heitern epischen gedichte) einen gang vorschreiben, der mit seinem launigen karakter, mit der munterkeit und dem naiven ton der erzählung, mit dem lächerlichen oder drolligen der gegenstände .. einen auffallenden abstich machen würde. Wieland 4, x; dasjenige, wovon das publicum hört, dasz man sich damit in den werkstätten, in den studirzimmern der gelehrten beschäftige, das will es auch näher kennen lernen .. darum beschäftigen sich so viele redigirende, epitomisirende, ausziehende, urtheilende, vorurtheilende; die launigen schriftsteller verfehlen nicht, seitenblicke dahin zu thun. Göthe 39, 121.