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Hund

got. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Hund Pl.

Bd. 3, Sp. 849
Wossidia Hund Pl. Hunn' m. Hund, canis familiaris: 'ein Hundt' Chytr. 361; Mi 35a; die noch heute im Munde alter Leute gehörte mouillierte Aussprache Hujnd ist für 1824 als Hujnd, Pl. Hujn im Freim. Abendbl. 7, 150 bezeugt und begegnet 1881 in den Auskünften für den Sprachatlas des Deutschen Reiches vielfach in den Schreibungen Hujnd, Hunjd, Hundj; daraus hat sich die häufig beobachtete Aussprache Hünd, Hünn' ergeben. I. Allgemeines: als dem Menschen seit ältester Zeit am engsten verbundenes Haustier, als sein Gefährte und Gehilfe lebt er auch in der Mda. wie kein zweites; dies zeigen schon einesteils die mannigfachen Sonderbezeichnungen; z. B. für den jungen Hund Wölps, Zipp, für den männlichen Tubben, für die Hündin Täw, Tiff, Ziff, Töl, Zul, für den großen Hund Räkel, für den gewöhnlichen Rassenmischling Köter, andernteils die zahlreichen Zss., deren eine Gruppe die Rasse kennzeichnet wie Block-, Box-, Pu- del-, Spitz-, Teckel-, Windhund; der Kläffer ist ein Blauf-, der zur Paarungszeit sich herumtreibende ein Dräwelhund; die Kindersprache hat den Wauf-, Waufer-, Wauwauhund; nach ihrem Herrn und ihrer Bestimmung heißen der Buer-, Garwer-, Häuder-, Heir-, Hoff-, Käden-, Karren-, Pracher-, Scheper-, Slachter-, Slüter-, Späl-, Staats-, Veih-, Wachhund; der Bauer sagt: dei Fru in 'n Hus', dei Hund hüürt up 'n Hoff HaHagenow@VellahnVell; Mann Fru, Katt, dei Hund achter dei grot Dör, denn is dei Wirtschaft in 'n Gang RoRostock@DierhagenDierh; (der Besitzlose ist) 'n Kirl, de noch sinleder keinen eigen Hund hatt hett Stillfr. Sl. 137; Wachhunde hatte man einst für die Kirchenschätze, so in Wi in der Marienkirche: 'Johannis baptiste XII s. den hunden to veghende in der Kerken de toto anno' (für den Bälgetreter; 1516) Jb. 3, 157; den Jagdhund und seine Arten bezeichnen Zss. wie Jäger-, Driw-, Häuhner-, Scheithund; von den Jungen des Hundes heißt es: nägen Dag' jagen, nägen Wochen dragen, nägen Dag' blind, dat is 'n Hund sin Kind HaHagenow@HoortHoort; Eigennamen des Hundes aus älterer und neuerer Zeit sind: Wasser, Strom, Nero, Türk, Sultan, Sachs, Karo Nds. 4, 318b; Mohr, Leo, Tyra Meckl. 18, 38; Schäferhunde heißen Schüken, Schüten, Züten, Wittfaut, Fix, Bauschan, Dill-, Murrjahn, Mulldux, Fenus, Filax, Greif, Wacker, Wachtel; auch Bonepart, Nelson, Blücher Schill. Kr. 3, 3b; ein Torschreiberhund in GüGüstrow@BützowBütz hieß Sachte; im Scherz in der Antwort auf die Frage wo heit dei Hund?, doch auch im Ernst treten als Namen auf: As du; Frag' em; Rad' mal Wo. V. 3, 1620; im Wiegenlied: Hinklepink, Kringeling, Pinkering, Enzeljahn 72; die vielen im Ilo-Halslösungsrätsel neben Ilo selbst auftretenden Hundenamen s. 1, S. 194; das Hundegebell, -winseln, -knurren und ähnl. bezeichnen lautmalende Verben wie bläken, blaffen, blaufen, waufen, wuffen, muffen, jaufen, jaulen, jaumeln, jauken, jaukeln, jautern, jalken, jalpern, jiwweln, jawweln, zawweln, zawwern, zaffen, zauern, zauken, zaustern, jiffjaffen, jichern, jachern, hulen, günsen, kliffen, blewwern, marren, gnurren, knurren 2, 283, 6; Deutungen der Hundestimme: Wauf, wauf, wauf, Uns' Mudder hett Backbeeren naug, naug, naug, Uns' Vadder kriggt in 'n Läben nich naug 435 b; wirft man nach ihm, hinkt er ab: ach du Gott, ach du Gott a; s. ferner Backbeer 3 (1, 543); vor der Kornernte ruft er: Jakobi (25. Juli), kumm ball, ball, ball, Minen Buern sin Brotkuurn is all' all all' 438 c; im Herbst aber: Appelmaus, -maus, -maus d; den Fremden bellt er an: rut, rut, wist du rut, rut, rut 442; die vor der Tür blasenden Musikanten: Lüd' nog, nog, nog 443; den vorübergehenden jungen Mann: Brüjams naug, naug, naug 445; der kleine Hund, der mit dem großen aus einer Schüssel frißt, ruft: ät, ät; der große, ihn fortbeißend: ick heff all, ick heff all, worauf der Kleine mit der Aufforderung abhinkt: denn drink, denn drink 447; jagende Hunde rufen: täuw, täuw, ick will di krigen oder haff, haff, ick krig' di 450; hinter dem Hasen: hebben, hebben 451; ferner: jag', jag', und nachdem sie das Wild gepackt haben: all uns', all uns' 452; auf der Spur: wur? wur?, witternd: ick seih 'n all, ick seih 'n all, worauf die Meute antwortet: grip em, grip em! Staud. Ernst. 119; im Tiergespräch über Krieg und Soldaten fragt der Hund: wo? wo? wo? Wo. V. 2, 338; von wo? 348 a; man scheucht den Hund mit Zurufen wie will 'e Hund to Hus! oder hett de Hund ok 'n Start? Wi. II. aus dem überreichen sprachlichen Niederschlag 1. Rdaa., die die guten Eigenschaften des Hundes loben, seinen Mut: dat is 'n Hund uppe Pierd' der sich sogar an Pferde wagt Ro Rostock@RövershagenRöv; seine Bissigkeit: dei Hund is bäätsch, dei möt anbunnen warden ebda; dei Hund bitt nah dei Dör rin hinter einem fortgehenden Besucher MaMalchin@GnoienGnoi; seine Wachsamkeit: dei Hund hüürt allens, em kümmt nicks weg Ro Rostock@RövershagenRöv; seinen Spürsinn: dei Hund hett ne bannig scharpe Näs' MaMalchin@GnoienGnoi; von jem., der gut riechen kann, heißt es: dei hett an 'n Hund sagen WaWaren@JabelJab; seine Schnelligkeit kommt der des Hasen nicht gleich, daher kriegen ihn nur viele: väl Hunn' sünd 'n Hasen sin Dod Ro Rostock@KlockenhagenKlock. 2. Verhalten der Menschen zum Hunde a. der Hund wird gering geschätzt und mißachtet: 'myn vOerige Mann wnschede my offt den Dodt, Oeverst nu ys he dodt unde ick leeve noch: O ho ydt kmpt nicht by den Hunden tho dat de Perde sterven' Gry. Wed. K 7b; hei is von 't Pierd up 'n Hund kamen HaHagenow@BelschBelsch; hei kümmt ok noch eins up 'n Hund tau riden heißt es von einem schlecht wirtschaftenden Bauern RoRostock@KühlungsbornKühl; verstärkt: du warst up eenen stuven Hund (einen räudigen ohne Schwanz und Ohren) tho riden kamen Mantz. Sel. 2, 224; allgem.: up 'n Hund kamen herunterkommen in Stellung, Erwerb, Ansehen; auch: hei hett dat bet up 'n Hund bröcht SchwSchwerin@PampowPamp; bildlich von etwas Minderwertigem, Schlechtem: So 'n Stückschen Speck dat is keen Hund! Bahrdt 1, 167; 'n verfluchten Hund von Pierd, säd' dei Jung', hadd' uppe Katt räden MaMalchin@RemplinRempl; sogar: hei was en rechten Hund von Köter Mull.-Friese 176. b. wie der Hund behandelt wird; man hat Mitgefühl mit ihm: is 'n Wäder, wenn dei Buer 'n gauden Hund hett, jöggt hei 'n nich rut PaParchim@GoldbergGoldb; is 'n Wäder, dat kann 'n Hund jammern allgem.; dee Angst ... mag ik keenen Hund günnen Quitz. 3, 129; und achtet auf jede Regung von ihm: Wenn anner Fruns sick adlich putzen, So ball de Hund den Schwanz man röhgt Babst 1, 171; wua dei Hund man den'n Swanz rögt, dor ward 'ne grod' Geschicht von makt Camm. Bil. 20; sei hett em so liederlich utschullen, dat dei Hunn' kein Stück Brot von em nähmen RoRostock@KlockenhagenKlock. c. man zieht, züchtigt und mißhandelt den Hund: 'alse einer de einen Hundt slan wil, balde einen stock finden kan' Gry. Paw. O 1b; de 'n Hund smiten will, fin'nt woll licht en Stein Derb. 2, 16; bös' Hunn' möten 'n Knüppel hebben Bri. Volkssp. 28; Orrnung regiert de Welt, de Knüppel den Hund Schill. Kr. 3, 4a; treck Schoh an, säd' Meier un perrt den Hund uppe Been Ro; in Bildern ausgedrückt: 'n Hund œwer 't Heck (œwer 'n Tun) slagen beim Stricken eine Nadel überschlagen StaStargard@GrammertinGramm; regnet es in der Erntezeit, dann heißt es: nu sleiht dei Buer sinen Hund wedder WaWaren@SpeckSpeck; ebenso bei scharfem Frost Mantz. Ruh. 13, 78; wer keenen Stock för de Hunn' hett, möt mit Bratwust üm sick smiten Schill. Kr. 3, 4b; in Bezug auf Menschen; von einem Platz, den jem. sich scheut zu betreten, sagt man: he hefft dar eenen Hund uhtstüpen sehn Mantz. Sel. 2, 232; wenn sich jem. längere Zeit nicht hat sehen lassen, fragt man ihn: bi uns hest woll 'n Hund hängen seihn? RoRostock@DierhagenDierh; bei schlechtem Wetter heißt es: is gaut Wäder, Hunn' uptauhängen, kamen kein Taukikers HaHagenow@RedefinRed; sprw.: zu jem., der nach Tisch friert, sagt man: ja, wenn de Hunn' satt (dick) sünd, denn frieren (friert) se Wa; GüGüstrow@BützowBütz; vom Armen: je naakter dei Hund, je mihr Flöh Wo. Sa.; vgl. ferner flöhen und flitig; häufig in Abweisungen von Fragen und Aufforderungen: büst du mäud'? Ach wat, Hunn' un Katten warden mäud'! GüGüstrow@BossowBoss; frig' doch! Ach wat, frigen don de Hunn' Ro; lop doch! Lopen is för de Hunn' StaStargard@WarlinWarl; wat sall ick don? Gah nah 'n Hunn'leiden, kriggst acht Gröschen StaStargard@WokuhlWok; Reut. 3, 396. 3. der bellende Hund: dor is kein Hund so dumm, dat hei nich bellen lihrt PaParchim@PlauPlau; ne Fru, dei nich schellt, un 'n Hund, dei nich bellt, sünd beid' so väl nütt as 't föft Rad an 'n Wagen Schill. Kr. 3, 4b; wotau holl ick mi 'n Hund, wenn ick sülwst bellen sall? Firm. 3, 11; dei geiht nich wider (von Hause fort), as hei dei Hunn' bellen hüren kann SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; dei Wind is so still, dat 'n dei Hunn' in Hamborg bellen hüren kann WaWaren@JabelJab; hinner denn' (dem Todkranken mit bösem Husten) bellen den Kulengräwer sin Hunn' ok all PaParchim@BurowBur; dee (die leicht Reizbare) dörf keen Hund anbellen Wa; dei bang'sten Hunn' sünd mit 'n Mul dei gröttsten GüGüstrow@BützowBütz; satt Hunn' bläken nich Wo. Sa.; dei is bannig klauk, kann hüren, wenn dei Hund von achtern bellt GüGüstrow@RecknitzReckn; wo 't Mod' is, bläken dei Hunn' ut 'n Noors PaParchim@DobbertinDobb; in Ortsneckereien: in Below (Wäsenbarg; Sta Stargard@BelowBel; Wes) bläken de Hunn' ut 't verkihrt Enn' Gü; Raabe Allg. Volksb. 213; ähnl. in Abweisungen von Fragen wie wo kümmst du her? Ut Buxtehusen, wo de Hunn' mit 'n Noors bläken StaStargard@WulkenzinWulk; wo wist du hen? Nah Ollen Mokum (d. i. StaStargard@Alt StrelitzAStrel), wo de Hunn' von 'n Heustall blaffen Wes; hierzu die ironisch entschuldigende Bemerkung über jem.s Unwissenheit: je, weit dei Hund, ut wecker Enn' hei bläken möt? SchöSchönberg@WarnowWarn; übertr.: dei Hunn' bellen der Hunger meldet sich HaHagenow@RedefinRed; willn den Hund mal bläken laten saufen, zechen Vell. 4. der beißende Hund; im Wiegenlied: Bahschœping bet de Hund Wo. V. 3, 101; dat is 'n Läben, säd' dei Jung', dor bet dei Hund den Voß dot E. Boll Charakt. 215b; vielfach bildl.: wat kümmt, bitt dei Hund SchöSchönberg@DemernDem; den Letzten biten dei Hunn' Schill. Kr. 3, 4b; bellen (blaffen, bläken) Hunn' biten nich allgem.; een Hund bitt sick nich, dat möten ümmer twee sin Pfitzn.-K. 34; einer kann 't so driben, dat em sin eigen Hunn' biten GüGüstrow@Groß RidsenowGRids; denn' (den Toten) biten de Hunn' nich mihr Nds. 8, 77b; denn' (den großen Reiter auf kleinem Pferde) biten dei Hunn' in dei Fäut HaHagenow@RedefinRed; dat hest drapen, säd' dei Krœpel, as em dei Hund int hölten Bein bäten hadd' Raabe Allg. Volksb. 103; di hett dei Hund woll inne Hacken bäten? fragt man jem., dessen Strumpfhacke zerrissen ist SchöSchönberg@GrevesmühlenGrev; von einem schlecht gemachten Bett heißt es: dor hebben dei Hunn' sick woll in bäten Schlagsd; dei Hunn', dei so fründlich swänzeln, biten tauierst RoRostock@ReinshagenReinsh; de lütten Hunn' biten am scharpsten Gü; dei Hunn', dei dot sünd, biten nich mihr heißt es auch von erledigter Arbeit RoRostock@KlockenhagenKlock; ironische Entschuldigung: dat is dorför, dat jug' Farken unsen Hund bet MaMalchin@WalkendorfWalk; dei Hund, dei mi abends bäten hett, möt mi morgens wedder licken besagt bildl. das Gleiche wie das Wort an den Zecher 'Deinem Kater weiß ich Rat, Trinke früh, was du trankst spat' Wo. Sa. 5. der scheißende Hund in vielen Rdaa. und Sprichww., meist zur Bezeichnung von Wertlosem, Nichtigem; Mahnung zur Eile: ünner dee Tit, dat de Hund schitt, is de Has' in 'n Busch Wi; de Hund schitt den Jäger in de Tasch wenn er, statt zu apportieren, kurz vor dem Jäger Kot läßt GüGüstrow@BützowBütz; dei Wind is so still, dat dei Hund in dei Rauden (Mühlenflügel) schitt Wa; grobe Ablehnung einer Bitte: dei Hund sall di wat schiten nichts sollst du erhalten allgem.; im Abzählreim: Wat de Hund schitt, dat is din Wo. V. 4, 1072; Fru Gaud' sagt zu dem von ihr Beschenkten, der noch Goldspäne nachholen will: nu hett de Hund wat schäten Lu; im gleichen Sinne heißt es von Fehlschlägen und Enttäuschungen: Dor hett dei Hund di säten Seem. Hä. 68; Häg'up hett wat, Frätup schitt de Hund wat Wa; ein bevorstehender Schade kündigt sich an: wenn dat linke Uhr klingt, denn schitt de Hund int rechte Wa; der erlittene zeigt sich: dee geiht, as wenn em de Hund upt Uhr schäten hett StaStargard@MirowMir; de Minsch sall 'n annern helpen, dat anner dor schiten de Hunn' in Ro; dor schitt dei Hund an daran liegt mir nichts, das ist mir gleichgültig MaMalchin@GnoienGnoi; Rda. zur Abfertigung: segg' du man Töller, de Hund schitt di Wust Fromm. Mdaa. 7, 501; ähnl. sagt man zum Glückskinde: di schitt dei Hund ümmer in 'n Kohl, anner Lüd' möten Fleisch instäken Wo. Sa.; weitere Abweisungen und Abfertigungen: wo kümmst du her? (wo wist du hen?) Wo de Hund di henschitt Wa; sast mit (das Kind, das mitfahren will), wo dei Hund henschitt, sast 'n Sack uphollen RoRostock@DierhagenDierh; das verpönte Lob, wie 'schön' sein Vieh sei, weist der Bauer zurück: schön schitt dei Hund Wa Waren@ZielowZiel; Ablehnung enthält das Wort: minetwägen, schitt de Hund Botter, ick frät se nich Wa; die Äußerung ick möt woll gahn findet die ironische Antwort: oh, töw so lang', bet de Hund 'n Pierd schitt, denn kannst riden Wi; vom Neugierigen heißt es: dee möt œwerall sin, wo de Hund schitt, gifft wat to rüken Wa; von der angeblichen Dummheit des Bauern: schitt dei Hund int Füertüg, denkt dei Buer, dat blitzt HaHagenow@RedefinRed; tiefste Verachtung drückt das Urteil aus: dat is 'n Kierl, slichter kann em 'n oll Hund nich schiten SchöSchönberg@ZiethenZieth; vom übermütigen Kraftprotzen heißt es: denn' schitt de Hund ok noch upt Graff; vom Todkranken: denn' ward de Hund ok bald 'n Denkmal setten StaStargard@WulkenzinWulk; gestrenge Herren regieren nicht lange: de Dreck von de Hunn', dee so heit schiten, verdampt bald StaStargard@KratzeburgKratz; Heilsegen für Kinder: Ick still, ick still mit de kolle Hand, Wo schiten de Hunn', wo stöwt dat Sand Wo. V. 3, 578. 6. verbunden mit Adjektivattributen wie a. jung: dat is tau 'n Jung'-Hunn'-Krigen zum Tollwerden Ha Hagenow@LankLank; zum Abwarten mahnend: dat kümmt noch, säd' dei Buer, dei jungen Hunn' krigen den näägten Dag ok ierst Ogen GüGüstrow@LüssowLüss; im Vergleich: du günst ... as 'n jungen Hund, den de Kœksch ut Versehn mit heet Water begaten hett Bri. 4, 21; hei schellt ehr (schilt sie) as 'n jungen Hund SchöSchönberg@CarlowCarl; von einem überlebhaften, tapsigen, unreifen Menschen heißt es: he is as 'n jungen Hund Gü; von jem., der ein Loch im Strumpf hat: dee hett jung' Hunn' in 'n Hus' Wa; von jem., dem der Magen knurrt: dee hett jung' Hunn' in 'n Liw Schw; ebenso heißt es von der röchelnden Tabakspfeife: dor sünd woll jung' Hunn' in? HaHagenow@RedefinRed; die Frage wat gifft 't tau äten? fertigt man ab: jung' Hunn' un Stickelbeeren PaParchim@PlauPlau oder: suer Klüt un jung' Hunn' StaStargard@WulkenzinWulk. b. olt: de olden Hunde sind quat (schlecht) tho bändigen Mantz. Ruh. 20, 31; 'n ollen Hund bitt nich up 'n Stock LuLudwigslust@GranzinGranz; jem., der einen Älteren erregt zurechtweisen will, muß hören: du wist doch keinen ollen Hund suer Höltick äten lihren? RoRostock@DierhagenDierh, von einem auf den Füßen schwachen alten Mann sagt man: dei hett den ollen Hund ok in dei Hessen ebda. c. grot: de grot Hund ist Kinderscheuche Wo. V. 3, 1031; im Wiegenlied: Donn kemen grote Hunn' 3, 98; dem gefallenen Kinde sagt man: stah up, dor sall dei grot Hund liggen 524; auf die Frage wat krig' ick dorför? die abweisende Antwort: di sall dei grot Hund wat dresseln 1792; von einem überheblichen und übermütigen Jungen: dei glöwt woll, dat dei grot Hund sin Vetter is GüGüstrow@BützowBütz; seem. übertr. das Meer; vom Seekranken heißt es: he gifft den groten Hund wat Wi; wenn der Koch Essenreste über Bord schüttet: dat kriggt de grot Hund RoRostock@RibnitzRibn; auch der erste Bootsoder Steuermann heißt de grot Hund Ro. d. dull: de dull Hund Kinderscheuche Wo. V. 3, 1031; in Vergleichen: dei (der Jähzornige) möt anbunnen warden as 'n dullen Hund Wa; sick dot scheeten ... laten as sonn' dullen Hund Bri. 2, 240; dalslahn ... as 'n dullen Hund Seem. And. 74; sonst meist bildl.: 'n dullen Hund bitt sinen eegen Herrn Zand. Franz. 8; man kann 'n dullen Hund nich tau fast anbinnen Wa; RoRostock@KühlungsbornKühl; HaHagenow@RedefinRed; prädikativ: dei Hund löppt nich sœben Johr dull, hei ward tauletzt doch eins infungen RoRostock@RetschowRetsch; öft.; Bri. 1, 115; 4, 42; von alle dullen Hunn' sünd de Windhunn' un de Swinhunn' de dullsten ebda; auch übertr.: dor liggt 'n dull Hund vör ein Schloß StaStargard@WulkenzinWulk; s. ferner IV 3 und die Zs. Dullhund (Kartenspiel). e. bunt und andere Farbenbezeichnungen; im Wiegenlied Din Vader dee fangt Hiring: Mi eenen, di eenen, unsen ollen bunten Hund ok eenen Wo. V. 3, 15 a; hei is so bekannt as 'n bunten Hund Schill. Kr. 3, 4b; dat is so bunt as de bunt Hund RoRostock@KühlungsbornKühl; scherzend sagt man zu den Kindern, die zum ersten Mal in die Stadt mitkommen sollen, um ihre Ungeduld zu zügeln: du mööst den bunten (witten, gälen) Hund in 'n Noors licken (blasen, küssen) Wo. V. 3, 1998; s. ferner bunt 1 (2, 142). f. swart: man möt faken 'n swarten Hund Swan heiten oft anders reden, als man denkt E. Boll Charakt. 214a; dat wir dei Düwel, hadd' dei Jung' seggt, hadd' 'n swarten Hund lopen seihn HaHagenow@RedefinRed; Schö; dat liggt as sonn' swarten Hund in 'n Aben das Feuer im Ofen, das nicht brennen will Ha Hagenow@RedefinRed; ähnl. heißt es von angebranntem Essen: dor hett dei Hund in 'n Grapen käken mit 't swart Mul WaWaren@EldenburgEld; vgl. ferner V 3 e. g. slicht und ähnl.: dat is 'n slichten Hund, dei bi 't Aas liggt un frett nich dorvon HaHagenow@RedefinRed; LuLudwigslust@GrabowGrab; blöd' Hunn' warden nich fett RoRostock@RibnitzRibn; 'n fulen Hund schitt sick sweitig GüGüstrow@BützowBütz. 7. gekoppelt a. mit Katt; im Heilsegen für Kinder: Up N. ehr Mund Sitt Katt un Hund, Is all gesund Wo. V. 3, 556; im Neckreim: Korlin, Korlan Hett Hochtit dan, ... Hett alle Hunn' un Katten bäden 4, 318; im Märchen: in Hus un Stall wir kein Minsch tau finnen, nich Hund, nich Katt RoRostock@VölkshagenVölksh; sprw.: mit Schön-Dank hett männigein Hund un Katt mit dot faudert Wa; von in sich Zwiespältigem, doppelt Geartetem heißt es: dat is half Hund, half Katt Wa; im Vergleich: dei (uneinige Eheleute) läben as Hund un Katt allgem.; dat steiht di an, as wenn dei Hunn' Leihm hacken un dei Katten kleimen Schill. Kr. 3, 6b. b. mit Hahn: 'idt kreyede wedder Hundt noch Hane darna' Gry. Paw. M 3a; dar schall keen Hund na blecken und keen Hahn na kreyen Mantz. Ruh. 9, 33; dor kreiht nich Hund noch Hahn nah Reut. 3, 290; Bri. 3, 25; hier (bei einer Arbeit an entlegener Stelle) hinnert uns nich Hund oder Hahn RoRostock@KühlungsbornKühl. c. mit Personen: Hunn' un Jung's maken den Weg dreimal RoRostock@RibnitzRibn; Jung's un jung' Hunn' möten Släg' hebben, süs krigen s' kein Däg' Wa; wo die Erwachsenen ungestört unter sich sein wollen, heißt es: Hunn' un Jung's rut! Schw; der Handwerksmeister gebietet am Feierabend: Hunn' un Jung' rut un dei Gesellen tau Bœhn LuLudwigslust@BockupBock; Soldaten un Hunn' sünd fri haben freien Eintritt WaWaren@MalchowMalch; Dei Preister un dei Hund Verdeinen ehr Brot mit dei Mund MaMalchin@Groß MethlingGMethl; RoRostock@RibnitzRibn; Hunn' un Eddellüd' laten dei Dör apen ebda; tru kein Pierd, keinen Hund un keinen Eddelmann Wa; s. ferner Floh 2. 8. weitere Rdaa. und Sprww.; der Leichtsinn spricht: 'lat den Hundt sorgen, de bedarff veer Scho' Gry. Wed. J 8a; von einem an der Landstraße liegenden Hause heißt es: dor is ein Hund nich naug RoRostock@RibnitzRibn; von einem unordentlichen Hauswesen: dor krigen de Hunn' int Brotschapp Jung' Wa; ausweichend auf die Frage woväl: so väl, as 'n Hund Jung' hett HaHagenow@RedefinRed; auf die Frage wennihr wir dat? As de Elw brennen ded' un de Hunn' dat Stroh ransläpen deden to 'n Löschen Wo. V. 3, 1635; zum Kinde, das entwöhnt wird: de Hund is kamen, hett 'n Titt wegnahmen 242; bei scharfem Frost: dei Hunn' hulen noch Wa; über eine Prügelei: dee hebben sick slahn, dat de Hunn' dat Blot lappt hebben StaStargard@WulkenzinWulk; von einem großen Loch in der Kleidung: dor kann 'n Hund ut slappen SchöSchönberg@CarlowCarl; wenn bei einer Frau der Unterrock sichtbar ist: dor lopen dei Hunn' hinneran RoRostock@RibnitzRibn; von einem sehr langsam fahrenden Wagen: dor kœnen dei Hunn' dörch dei Speiken lopen, inne Speiken biten, dei Speiken beschiten GüGüstrow@BützowBütz; WaWaren@Groß GievitzGGiev; Wa; von ungenauem, zu großem Wegemaß: dat is mit 'n Hund mäten, un dei Start is taugäben HaHagenow@RedefinRed; von einem häßlichen, schlecht gebauten Hause: dor is dei Hund mit dei Teiknung weglopen SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; zu jem., der schlecht singt: di is woll de Hund mit 'n Stimmstaken weglopen Wa; von einer schlechten Zigarre: wenn ick dei anrok, lopen alle Hunn' ut dei Stuw rut ebda; von einem überraschend Verschwundenen, auch von dem unbekannten Vater eines Kindes: dei is mit dei Hunn' œwer alle Barg' lopen ebda; von einem zerrissenen Freundschaftsband: dor sünd dei Hunn' woll mank kamen HaHagenow@BesitzBes; zu einem bestürzt und betrübt Dreinblickenden: di hebben de Hunn' woll de Botter von 't Brot nahmen StaStargard@WulkenzinWulk; von nicht mehr ausbesserungsfähiger Kleidung: smer man 'n Pund Bodder an und giff 't den Hund HaHagenow@BelschBelsch; wenn die Drescher ermatten: willen de Flœgels mit Botter insmeren un de Hunn' gäben StaStargard@WulkenzinWulk; um den Angehörigen des Sprechers die Sorge um sein Begräbnis zu nehmen: binn't mi man 'n Stück Speck an 'n Bein, denn torren mi dei Hunn' weg Wa; zum Ausdruck starken Erstaunens: wo is 't mœglich, dat de Hund dat Bil frett un lett 'n Stäl liggen StaStargard@HeinrichswaldeHeinr; von Schwäche und Unfähigkeit: keinen Hund achtern (unnern) Aben rutlocken kœnen allgem.; vgl. Aben 1 (1, 22) und Backaben 2 a (1, 537); Reut. 3, 396; von tiefer Verachtung: büst jo nich wiert, dat di dei Hunn' anpissen HaHagenow@BelschBelsch; dazu: hest hüt Morgen woll 'n Gröschen inne Tasch, süs würden di dei Hunn' anmigen Bes; Hunn' pissen un Frugenslüd' weinen, wenn s' willen Raabe Allg. Volksb. 10; Hunn'hinken un Frugenskranken duern nich lang' Gü; in ä. Spr. den Hund hinken laten sich unzuverlässig zeigen, so bei Gry.: 'dat de vornemesten und meisten ... den hundt hincken leten' Slüt. G 2b; im Heilsegen für Kinder heißt es: Hund springt œwer 't Heck, Springt wedder œwer 't Heck; sprw.: wo de Tun am sidsten is, springen de Hun'n äwer (an der Stelle des geringsten Widerstandes besteht die größte Gefahr; auch: der Arme und Schwache hat durch die Bösen am ehesten zu leiden) Reut. 6, 268; 2, 23; ümsüs springt kein Hund œwer 'n Tun, hei möt weiten, wat dor achter is der Arbeiter muß wissen, welchen Lohn er zu erwarten hat Ha Hagenow@RedefinRed; ein unangebrachtes Hilfsverlangen wird zurückgewiesen: dat is nich den Scheper sin Sak, wo dei Hund den Start œwer 'n Tun kriggt WiWismar@WarinWar; sprw.: is de Hund œwer 'n Tun, kümmt de Swanz ok noch rœwer ist die Hauptschwierigkeit überwunden, ergibt sich das übrige von selbst StaStargard@HelptHelpt; ebenso: kahm ick äver den Hund, so kahm ick oock äver den Schwanz Mantz. Ruh. 18, 21; wenn einer œwer 'n Hund is, kümmt hei ok woll œwer 'n Stiert allgem.; dei mank dei Hunn' is, möt dormank hulen mit den Wölfen muß man heulen MaMalchin@Groß MethlingGMethl; ein Hund frett nich von 'n annern eine Krähe hackt der andern nicht die Augen aus GüGüstrow@BaumgartenBaumg; wenn dei Hunn' fett warden, denn jœkt ehr dat Fell wem es zu wohl ergeht, wird übermütig PaParchim@PlauPlau; wenn de Hund mus't un de Jäger plückt Nœt, ward ut de Jagd 'n Schät wo nicht jeder das Seine tut, wird nichts erreicht StaStargard@WulkenzinWulk; höllst du di einen Hund, denn fauder em ok wer A sagt, muß auch B sagen RoRostock@RibnitzRibn; scherzend sagt man zum Hirtenjungen nach Bejahung der Frage: wist du den Hund noch länger hebben? Na, denn treck em länger ebda; ausweichend auf die Frage wennihr? Wenn dei Hunn' dräben zur Laufzeit der Hunde Wa; sehr derb: wist din Fleisch eins in anner Lüd' Fleisch hebben? Ja. Na, denn stäk din Näs' 'n Hund in 'n Noors ebda; Warnung vor einem Wechsel der Dienststelle: dor schurren dei Hunn' ok up 'n Noors RoRostock@KühlungsbornKühl; Antwort auf die Frage wo geiht 't? Bäter as 'n Hund, wi kœnen uns dei Hand gäben, wenn dei Hunn' sick begegen, dei möten sick vör 'n Noors rüken WaWaren@LansenLans; ein gähnendes Kind wird zurechtgewiesen: blas' 'n Hund in 'n Noors HaHagenow@HoortHoort; Abfertigung: gah hen un lick 'n Hund dreimal in 'n Noors un wohr din Arbeit LuLudwigslust@GrabowGrab; vom Unwissenden und Ahnungslosen sagt man: dei weit ok von 'n Hund sinen Noors nicks RoRostock@KühlungsbornKühl; zum Kinde, das im Sitzen mit den herunterhängenden Beinen 'läutet': wecke Hund is storben? Wo. Sa.; wenn eine Schwierigkeit sich gelöst hat, bes. wenn die verborgene Ursache eines Schadens endlich gefunden ist: dor liggt de Hund begraben allgem.; Beispielsprw.: wo is dat mœglich, dat dei Hund in dei Koppel kümmt? säd' dei Jung', dei Tun is doch heil, un 't Räk is vör PaParchim@PlauPlau; proost Mahltit, säd' dei oll Fru, dunn haakt dei Hund mit 'n Kalwsbraden ut Wo. Sa.; ierst wull 't kein Minsch hebben, nu geiht 't ritewis' af, säd' dei Snurrer, donn reten em dei Hunn' dei Rockslippen af HaHagenow@WittenburgWitt. 9. Vergleiche: 'solcker Fabelhans (großsprecherischer Kriegsmann) ... hOeldt synen Artyckelsbreff alse de Hundt de Vasten' Gry. Lb. 1, Ee 2b; 'werde my datslve (der Witwe eine zweite Heirat) Oeveler bekamen, alse dem Hunde dat Gras' Wed. P 4b; Derb. 2, 31; he iß, as de Hund up den Heu: sülvst ett he et nich, un de Koh günnt he et nich Mantz. Ruh. 24, 62; Zier. Kiesb. 35; dor hebben sei sik ... in fast beten as dei Hund in 't Voßfell 36; hei rönnt as 'n Hund in 'n Kägelschuppen GüGüstrow@BützowBütz; dei föllt dorœwerher as dei Hund œwer dei Wust SchöSchönberg@DemernDem; he snackt dörch de Blom as de Hund dörch 'n Tun Ro; dat schürrt he af as de Hund den Rägen Wi; dei besteiht up sinen Kopp as dei Hund up 'n Noorsknaken WaWaren@SchwastorfSchwast; he hefft synen eegenen Willen, aß de Hund im Soode Mantz. Ruh. 6, 73; Reut. 3, 53; na, denn sast dinen Willen hebben as dei Hund in 'n Sot MaMalchin@Groß MethlingGMethl; dat paßt as de Hund in 'n Sot RoRostock@MüritzMür; derb: dat (eine schwere Arbeit) is grad', as wenn 'n 'n Hund wat ut 'n Noors treckt GüGüstrow@PassinPass; HaHagenow@RedefinRed; LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; von jem., der nachdenklich einhergeht, als stünde er mit der Geisterwelt in Verbindung, heißt es: hei geiht as dei Hund in dei Twölften (in 'n Manschin) Fromm Meckl. 121; vom krankhaft Schiefbeinigen, Bezechten oder jem., dessen Schuhe schiefe Absätze haben: dee geiht as de Hund to Hochtit Wi; Wa; ..., as wenn de Hunn' nah 'n Dräwen gahn Ro; von der Mannstollen: mit dei is 't gor, as wenn dei Hunn' bullen HaHagenow@RedefinRed; von einem sehr behutsam und unsicher Gehenden: dei geiht, as wenn dei Hund uppe Klöten geiht Wa; von sich trennenden Eheleuten: dei lopen ut'nanner as 'n poor Hunn' RoRostock@KühlungsbornKühl; vom Zauderer: dor geiht hei üm hen, as dei Hund üm dei heit Supp Dierh; zum vergebens Wartenden: steh hier nich vor den Baum as en Hund, wenn 'ne Katt in den Bom hüppt is Reut. 2, 282; von jem., der Strafe erwartet: nu stunn' hei ... dor, as en Hund, de de Wust stahlen hett Derb. 1, 97; von Unvollkommenem jeder Art: dat is so gaut as 'n Hund ahn Stiert Schill. Kr. 3, 4b; Reut. 1, 33; dazu: ein Kierl ahn Hot is so got as 'n Hund ahn Swanz (1885) Ro; im Wortspiel: hei kem dorachter (kam dahinter, begriff es) as dei Hund achter dei Schap SchöSchönberg@DemernDem; dei (Weitgereiste, Vielerfahrene) hett sick dei Welt üm dei Uhren slahn as dei Hund dei Kaldun WaWaren@MalchowMalch; dat (wenn ein Seemann von langer Fahrt nach Hause zurückkehrt) is, as wenn 'n Hund ut de Käd' kümmt WiWismar@KirchdorfKirchd; dee (das langsam fahrende Schiff, die schlecht schneidende Säge) geiht dörch as Schit dörch 'n Hund RoRostock@BörgerendeBörg; dei (das scheuende Pferd, der kräftige Schnaps) geiht dörch as Hessen sin Hund dörch dei Boddermelk SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; hei (der Achtlose, Oberflächliche) löppt dorvon af as dei Hund von 'n Hop HaHagenow@Kirch JesarKJes; SchöSchönberg@DemernDem; He ging weg as een beschniet Hund (bestürzt, verdutzt, enttäuscht) Mantz. Ruh. 24, 62; er ... gung ab as en schulschen Hund (argwöhnisch zurückschielend) Reut. 2, 220; ick schäämt mi as 'n verbrennten Hund GüGüstrow@GülzowGülz; inpurrt ... achter de Kirchhoffsmuer as Hunn', dee de Räud' hebben daun Bri. 5, 127; dei (die dauernd sich Küssenden) lappen sick as dei Hunn' GüGüstrow@GülzowGülz; dei (die Kinderreichen) hecken as dei Hunn' Wa; mi friert as 'n Hund StaStargard@NeustrelitzNStrel; hei (der prügellustige Dienstherr) sleiht œwer (über die Deinsten) as œwer 'n Hund SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; hei (der Ehemann) höllt (behannelt) ehr (seine Frau) as 'n Hund HaHagenow@RedefinRed; verächtlich sagt man von kleinem Vieh: Dinger as 'n Hund hoch SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd. 10. Volksreime, -rätsel, -märchen, -sagen; im Verwunderungslied: Dei Hund dei hödd' dei Bodder Wo. V. 2, 1505; im Kinderreiterlied: N. up den Hund bito 3, 474; im Tanzreim: Dei Hund liggt achter 'n Tun ... Donn rep dei Hund Pagelun 2, 1733; Dei Hund dei jaug't, dei Katt dei maug't 1743; im Rätsel von der Schere: Dor lep 'n lütten blagen Hund Lank 'n witten Stig 1, 107 a; im Ilo-Halslösungsrätsel trägt der oder die Verurteilte Schuhe, Sohlen, Muff oder Handschuhe aus dem Fell des Hundes Ilo 962; Scherzfragen: wennihr is dei Hund magerän (majorenn)? Wenn hei 'n Bein upböhrt bi 't Pissen 650 b; wat maakt dei Hund in 'n Manschin? 'n Schatten V.-H.-Kal. 1942, S. 57; das Märchen von der einen Ähre, die dem Roggen auf Bitten des Hundes noch verblieben ist, s. unter Roggenohr; in der Volkssage ist der Hund als gespenstisches Wesen, bes. als Schatzwächter, ungemein häufig, meist ein schwarzer, der zugleich den Teufel bedeutet; vgl. Bartsch 1, 134—138; 236; 240; 245; 248; 303; 332; zur Wilden Jagd und zu dem Gefolge der Fru Gaud' gehört stets eine größere oder geringere Anzahl von Hunden, von denen oft einer in dem Hause zurückbleibt, durch das der Waud' oder Fru Gaud' ihren Weg genommen haben; s. Bartsch 2, 242—245; Wo. Sag. 1, 16 ff.; 54 ff. 11. Dim.: catellus 'ein Hndeken' Chytr. 361; im Dorfreim: In Klinken (PaParchim@KlinkenKlink) is 'n lütt Hündken, Dei hett wat int Mündken Wo. Sa.; hüŋkŋ Schmidt Gad. 1, 89; im Scherenrätsel: In dei Günten (dort drüben, s. jünt) Dor lep 'n lütt Hünn'ten Wo. V. 1, 107 a; Lep 'n lütt Hünning In 'n deip Grünning ebda; im Wiegenlied: Hünning, Hünning wau, wau, wau 3, 80; im Heilsegen: Hünning bitt, Katting schitt, Heil is dit 563; von einem bei der Herrschaft sich einschmeichelnden Dienstboten sagen die andern: dei kann gaut lütt Hünning Wa; Zs. der Kindersprache: Waufhünning. III. Volksglaube und -brauch: in Hexenprozessen erscheint der Satan in Gestalt eines Hundes (Ro 1584) Bartsch 2, 16; bes. eines schwarzen ebda; 20; Nd. Kbl. 21, 19; die Hexen reiten auf einem solchen zum Blocksberg (Ro 1584) 28; (Ro 1735) Mantz. Sel. 5, 44; blickt man einem andern ins Auge und erblickt darin das Spiegelbild eines Hundes, dann hat der andere Umgang mit dem Bösen HaHagenow@HelmHelm; Ein Buer un sin Knecht in Völkshagen (RoRostock@VölkshagenVölksh) sünd up unrechten Wägen wääst, dor hebben sei 'n groten swarten Hund seihn Wo. Sag. 2, L; weit verbreitet ist der Glaube, daß Hunde selbst, bes. solche mit duwwelt Windklaben (d. h. recht vollen, runden Ballen), Geister sehen und auch wegbeißen können LII; Hunn' mit duwwelt Windklaben hissen den Düwel vör de Höll weg HaHagenow@WittenburgWitt; allgem. glaubt man, daß ein schwarzer Hund im Hause (wie auch eine schwarze Katze) Glück bringe Bartsch 2, 137; Hunde, die Namen von Fließendem haben wie Wasser, Strom können nicht behext, auch von Dieben nicht gebannt und so am Bellen verhindert werden 139; das Vergraben eines lebenden noch blinden jungen Hundes unter der Krippe der Zugtiere soll diese vor Krankheit schützen 147; bei Frost wirft man vor dem Tränken der Pferde, damit diese nicht erkranken, einen Hund in die Tränke 228; vgl. auch Börntrogg (1, 1037); am Weihnachts- und Neujahrsmorgen jagt man, ehe ein Mensch das Haus verläßt, einen Hund oder eine Katze aus der Tür, damit diese das treffe, was etwa Hexen dem Hause angetan haben 38, oder damit der Mensch im neuen Jahre nicht sterbe 241; Hundegeheul, bes. nächtliches, kündigt einen Todesfall an 125; hält ein heulender Hund die Schnauze zur Erde, so gibt es einen Toten, hält er sie in die Höhe, so gibt es eine Braut oder einen Dieb im Hause, bei Unwetter auch Feuer 139; an einer Stelle der Straße, wo ein Hund unruhig hin- und herläuft, ohne daß jem. in der Nähe ist, gibt es bald Lärm und Streit ebda; um nachts in einem Dorfe nicht von bellenden Hunden verfolgt zu werden, zieht man aus dem Strohdach des ersten Hauses drei Halme und steckt sie wieder hinein; doch darf währenddessen kein Dorfhund bellen; auch soll den, der bei Nacht rückwärts an ein Bauernhaus geht, drei Halme aus dem Strohdach zieht und sie in seine Schuhe legt, der Hofhund nicht anbellen; gegen bissige Hunde wirkt Einschlagen des Daumens sowie der Spruch: 'Mutter Maria ging über Sand und Land, Sie hatte einen Stab in ihrer Hand, Sie führte Gottes Wort im Mund, Damit schlug sie den bösen Hund. Im Namen usw.' oder ein dem Hunde auf einem Butterbrot eingegebener Zettel, auf dem die von je zwei Kreuzen umrahmten Worte stehen: 'Bel, Visa, Cass, Cohro, Homo, Natus', oder mit je drei Kreuzen dahinter die Worte: raude, vaude, naude; ist man von einem tollen Hund gebissen, soll man, indem man jedesmal ein Kreuz schlägt, folgende Worte sprechen: raure, graure, naure, graure, naure, raure, naure, raure, graure 449; oder ein Stück Papier, das man mit den Worten aus Psalm 36, 7 'Herr, du hilfst beiden, Mensch und Vieh', beschrieben, zusammengefaltet und auf ein Butterbrot gelegt hat, mit diesem aufessen 138; ein magisches Heilmittel liefert auch die fule Lis' (Ackergauchheil); wer morgens nüchtern den Kuckuck rufen hört, wird von einem tollen Hunde nicht gebissen 175; ebensowenig, wer Johannisblut in Hemd oder Unterkleidung hat 286; als Hauptvorbeugungsmittel gegen die Tollwut der Hunde galt früher das Dullwormsniden; s. Dullworm; ferner geschabtes Silber, auf Butterbrot den Hunden zu Weihnachten, Neujahr und am Dreikönigstage eingegeben Col. Oec. 1, 479b; gewöhnliche Hundebißwunden heilen am schnellsten, wenn man sie von dem Hunde selbst belecken läßt, ihm Haare aus dem Nacken schneidet und diese auf die Wunde legt Bartsch 2, 138; als Mittel gegen die Staupe gibt man den Hunden je drei Ellen mit Indigo blau gefärbter gesponnener Wolle, mit Butter vermischt, zu drei verschiedenen Zeiten des gleichen Tages zu fressen Zeitschrift 'Der praktische Landwirth' 2 (1854) 247a; jungen Hunden ein Stückchen eines Kupferdreiers in Butterbrot Bartsch 2, 138; um einen Hund rasch an seinen neuen Herrn zu gewöhnen, schneidet man ihm etwas Haar aus dem Fell und trägt es in Schuh oder Stiefel bei sich; oder man schneidet sich selbst einige Haare aus der Achselhöhle und läßt sie den Hund mit Butterbrot verzehren 137; auch läßt man einen neu gekauften Hund neben sich in den Spiegel sehen 140; am Weihnachtsabend erhielt der Hund (wie auch die Katzen) in der Gegend von LuLudwigslust@EldenaEld von allen Gerichten des Tages seinen Anteil, um GüGüstrow@SchwaanSchwaan statt der gewöhnlichen Kost ein Butterbrot 227; um Fieber zu stillen, soll man dreimal abwechselnd mit einem Hunde aus der gleichen Schale Milch trinken und jedesmal dazu sprechen: Prost, Brauder Hund! Du 't Feewer un ick gesund! 395; an Hunden darf der Stillende eine magische Krankheitsbehandlung nicht vornehmen, sonst wird seine Kunst für Mensch und Vieh unwirksam 488; hat man Geschwüre, so soll man das für sie gebrauchte Pflaster einem Hunde in Brot zu fressen geben SchwSchwerin@CrivitzCriv; damit in den Speck keine Maden kommen, soll man am 1. Mai mit dem Spät, woran er aufgehängt ist, nach den Hunden werfen SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; um etwas nicht zu verrufen, spuckt man dreimal aus und ruft dreimal: Hunn' ok SchwSchwerin@GodernGod; Käse soll man Hunden nicht geben, sonst verlieren sie den Geruch Sta Stargard@Alt StrelitzAStrel; Wetterglaube: frißt der Hund Gras, so zieht bald ein Gewitter herauf Lu; Sta; Regen gibt es, wenn er Sand frißt WaWaren@PoppentinPopp; ebenso, wenn hei so väl waalt wühlt, sich wälzt LuLudwigslust@Groß LaaschGLaasch; wenn hei Släden führt mit dem After auf dem Boden entlang rutscht Pa Parchim@PlauPlau; wenn dei Hunn' ahn Grund bläken WaWaren@PoppentinPopp. IV. Spiele 1. das Greifspiel Gäl Hund, wo löppst du rümmer? geht um einen freistehenden Zaun, Holzhaufen oder ähnl. herum; der Greifer steht an einem, die übrigen Spieler am andern Ende und rufen die genannte Frage; auf die Antwort des Greifers 'links' laufen alle links herum; wer gegriffen wird, wird alsdann Gäl Hund LuLudwigslust@LoosenLoos. 2. das Kartenspiel Hund, früher allgem. sehr beliebt; vgl. Jb. 2, 123; Fromm Meckl. 93 a. mit je acht Karten: vier Spieler empfangen je acht Karten; wer die Kreuzdame erhält, hat die Vorhand und die Kreuzfarbe zum Trumpf; die übrigen haben der Reihe nach Pik, Herz und Karo als Trumpf; die Vorhand spielt aus, jeder hat zu bedienen oder mit seiner Trumpffarbe zu stechen; wer keins von beiden kann, muß die ausgespielten Karten einnehmen; die Reihenfolge der Karten ist As, Zehn, König usw.; das Spiel endet, wenn einer mit allen Karten sitzengeblieben ist; er hat verloren und ist Hund; bei nur drei Spielern wird eine Farbe ganz aus dem Spiel herausgelassen HaHagenow@BelschBelsch. b. mit je drei Karten: jeder Spieler erhält drei Karten; von den übrigen wird die erste aufgedeckt auf den Tisch gelegt, ihre Farbe ist Trumpf für alle; von den andern nimmt jeder eine ab, sobald er ausgespielt hat; im übrigen verläuft das Spiel gleich dem mit acht Karten ebda. c. mit je einer Karte: jeder der beliebig vielen Spieler erhält eine Karte; die übrigen Karten werden mit ihrer Bildseite nach oben auf einen Haufen gelegt; Vorhand hat eine Kreuzkarte; liegt nun eine andere Karte obenauf, so muß sie abgenommen werden; paßt auch des nächsten Spielers Karte in der Farbe nicht zu der jetzt oben liegenden, nimmt er sie gleichfalls ab usw.; hat aber ein Spieler, sobald er daran ist, eine zu der oben liegenden Farbe passende Karte, so legt er sie darauf und noch eine von seinen etwa schon gesammelten Karten dazu; wer keine Karten mehr hat, scheidet aus; wer die letzte Karte behält, hat verloren und ist Hund PaParchim@WulfsahlWulfs. 3. in den Rdaa., von denen die Kartenspiele jeder Art begleitet werden, spielt der Hund eine bedeutende Rolle, z. B. sagt der Stechende oder der Gewinner: all' min eigen, Hund un Kor RoRostock@FreudenbergFreud; ..., bloß 't Rad nich Kühl; vom Verlierenden heißt es: dee verspäält Hund un Kor, Rad blifft in 'n Graben Wa; beim Überstechen sagt man: wat, du wist minen Hund biten? StaStargard@NeustrelitzNStrel; wenn der Gegner verloren ist: nu ward de Hund balbiert StaStargard@NeustrelitzNStrel; wenn das Spiel sich bessert: ja, dat is dei näägt Dag, dei Hund kriggt Ogen RoRostock@RibnitzRibn; stärker: dull Hund bitt scharp Börg; fehlt einem Spieler eine Farbe gänzlich, so äußert er wohl: ut alle Dörper 'n Hund, ut Perdöhl (HaHagenow@PerdöhlPerd) keinen HaHagenow@RedefinRed; von schlechten Karten: dei frett dei Hund nich, möt ierst Bodder upsmeert warden GüGüstrow@WarnowWarn oder dei schitt dei Hund nich bäter Ha; Lu. V. übertr. 1. auf Menschen, meist als Schelte wie in den Zss. Blaut-, Galee-, Galgen-, Himmel-, Höllen-, Lumpen-, Lus'-, Pott-, Schinner-, Swin-, Zappel-, Zipphund; 'welkere bOese hunde (unkameradschaftliche Kriegsmänner) gemeinichlicken thoretene velle dragen' Gry. Lb. 1, Dd 1b; 'büst doch en Veegen Hundt in der Huet, dar nichtes hinden iß' Laur. in Nd. Jb. 11, 148; et iß een leddern Hund (der schlechte Bezahler) Mantz. Ruh. 20, 29; dat 's 'n ganzen dwalschen Hund (ein ganz verrückter Kerl) Jac. 1, 48; du vermuckte Hund wird ein widerspenstiges Kind gescholten Wo. V. 3, 964; hei is 'n bäätschen, fulen, unklauken Hund RoRostock@KlockenhagenKlock; der gut Gesättigte sagt zufrieden: wer mi nu för 'n hungrigen Hund utschellt, dee grippt œwer bannig vörbi StaStargard@WulkenzinWulk; zu Wo. selbst äußerte ein Bauer: Sei sünd 'n losen Hund ein heller Kopf SchöSchönberg@WarnowWarn; von einem Schlaukopf, der andere hineinzulegen weiß, heißt es: hei is 'n Hund GüGüstrow@PassinPass; ein Vater sagt von der Zeit, in der seine Tochter erwachsen sein wird: denn krigen wi de Hunn' (die Freier) vör de Dör Wa; de Herren sünd recht got, œwer de Hunn'! heißt es von Unterbeamten oder andern Untergebenen im Gegensatz zu ihren Vorgesetzten Gü; zu dem, der bei der Kornernte die letzte Garbe bindet, sagt man: du büst Hund worden SchöSchönberg@WalksfeldeWalksf, vgl. unt., 3 d und Garw1 2. 2. auf andere Tiere in den Zss. Feld-, Voß-, Sal-, See-, Waterhund; der Seehund zuweilen auch nur Hund genannt LuLudwigslust@DömitzDöm. 3. auf Lebloses a. Gewissen: 'de Kle ... schal noch wassen, darmit men den bellenden und blekeden raseden Hundt in der luchteren Borst kan tho dode slan' Gry. Lb. 1, X 2b. b. Wolke: dei grisen Hunn' GüGüstrow@Klein GrabowKGrab; Zs. Waterhund. c. seem. die See, das Meer: de grote Hund Wo. Seem. 2, 169, s. ob. II 6 c. d. Bezeichnung der letzten Garbe bei der Kornernte SchöSchönberg@WalksfeldeWalksf. e. das Feuer des zum Flachsbrechen geheizten Backofens, das bis auf das letzte Fünkchen herausgenommen werden muß, wenn der Ofen die genügende Hitze hat, um den Flachs aufnehmen zu können: sei is dei fixte Dirn in 'n Dörp, halt den'n Hund ut 'n Awen, as man dat nennt, wenn dei Kahlen un Asch rute fegt war'n Camm. Bil. 69; GüGüstrow@StrenzStrenz; MaMalchin@DargunDarg; Jörd; WiWismar@DreveskirchenDrev; dei swarte Hund is rut Schw Pamp; ist das Feuer ausgegangen, so heißt es: dor is 'n dodigen Hund in 'n Aben StaStargard@CarwitzCarw. f. Geräte mannigfacher Art: hölten Hund die Flachsbreche, bes. die enzelt Brak; vgl. Brak3 (1, 1084); von ihrem Geklapper heißt es: hüt Abend bellen dei hölten Hunn' werrer dull WaWaren@BuchholzBuchh; dei hölten Hunn' blaffen PaParchim@PlauPlau; StaStargard@MirowMir; gleichbedeutend sind die Zss. Backaben-, Harwst-, Landdaagshund; ein hölten Hund ist auch der Dreschflegel Wo. Sa.; 'n lütten Hund das Branntweinfäßchen, ein 'Achtel' RoRostock@MüritzMür; WaWaren@PenzlinPenzl; dull Hund die Strohwade des Fischers WaWaren@WredenhagenWred; vgl. Zastrow 58; 73; ferner Hund der Beikahn des Fischers, hinten an das Boot gebunden, zur Aufnahme der gefangenen Fische, bes. der kleinen Schw; HaHagenow@WittenburgWitt; Gerät beim Netzeknüpfen, bes. das Holzstück, das unten in das fertige Ende eingeklemmt wird, damit dieses straff hängt Wi; Holzklotz mit langem Stiel oder langes, starkes Brett zum Wegstoßen der Pallingen (Halteklötze) beim Stapellauf eines Schiffes RoRostock@RibnitzRibn; Wa; die kleine Hungerharke, von Menschen gezogen, häufiger Köter genannt Lu; StaWeisd; die minderwertige Sense aus Kätelgaut in der Zs. Kätelhund (s. d.); der Stift am vorderen Ende der Wagendeichsel zum Halten der Halskoppelkette der Pferde MaMalchin@WasdowWasd; Ro Rostock@BentwischBentw; Spielbezeichnung für das meist Wagenwulf genannte Kinderspiel in der Zs. Wagenhund. — FN.: Fule Hund; Grot, Lütt Hundaas; Hundescheißwiese; Hunn'blocken, -fort, -füt, -hüürn, -hüürnslagg, -kamp, -koppel, -kraug, -kraugskamp, -kul, -noors, -pauhl, -rügg', -soll, -stiert, -wisch. — Mnd. hunt. — Br. Wb. 2, 669; Dä. 198b; Kü. 1, 773; Me. 2, 928; Schu. 2.
41287 Zeichen · 437 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    hundst. N. (a) = Num. Kard.

    Köbler Got. Wörterbuch

    hund , st. N. (a) = Num. Kard. nhd. hundert ne. hundred (= 100) ÜG.: gr. -κόσιοι; ÜE.: lat. -centi (= in ducenti, trecen…

  2. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    hundNum. Kard.

    Köbler As. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    hund , Num. Kard. nhd. hundert ne. hundred (Num. Kard.) ÜG.: lat. (ducenti) H Vw.: s. -erod Hw.: s. *ant? (2), hunno; vg…

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    hund

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    hund(e)lînAWB mhd. st. n., Gl. 3,446,33 (13. Jh.): ‚Hündchen; caniculus‘ (nhd. Hünd- lein; vgl. mndd. hündeken; mndl. ho…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Hund

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    2. Der Hund , des -es, plur. die -e, eine gleichfalls nur noch in einigen einzelnen Fällen übliches Wort, ein hohles Beh…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hund

    Goethe-Wörterbuch

    Hund Pl einmal endungslos 8,140,15 A Tiergattung 1 das (Haus-)Tier; auch in (sinnbildl) Bezugsetzung zum Menschen, im Bi…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Hund (Canis) , Gattung Säugethiere aus der Ordnung der Raubthiere, mit dem Gebiß der Fleischfresser u. vorn 5, hinten 4 …

  7. modern
    Dialekt
    Hund

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Hund [Hùnt O. Z. Han. Betschd. W.; Hù S.; Høynt Weyersh. ; Ht M. ; Hût Sulzern ; Høyt Geisp. Dachstn. ; Hǿnt Dunzenh. …

  8. Sprichwörter
    Hund

    Wander (Sprichwörter)

    Hund 1. A guate Hund ve'laft se' nit 1 u 2 an schlecht'n is kua Schad. ( Unterinnthal. ) – Frommann, VI, 36, 63. 1 ) Ver…

  9. Spezial
    Hund

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hund m. (-[e]s,-e) 1 ‹zool› cian (-s) m. 2 ‹pop, umor› (Haudegen, Draufgänger) bestiun (-s) m. , videl (vidí) m. ▬ bissi…

Verweisungsnetz

412 Knoten, 413 Kanten

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1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 16 Hub 5 Wurzel 3 Kompositum 379 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hund

2.002 Bildungen · 1.803 Erstglied · 194 Zweitglied · 5 Ableitungen

hund‑ als Erstglied (30 von 1.803)

hund(s)alt

Idiotikon

hund(s)alt Band 1, Spalte 205 hund(s)alt 1,205

Hund(s)arbeit

Idiotikon

Hund(s)arbeit Band 2, Spalte 1428 Hund(s)arbeit 2,1428 o.

Hund(s)bann

Idiotikon

Hund(s)bann Band 4, Spalte 1276 Hund(s)bann 4,1276

Hund(s)ber

Idiotikon

Hund(s)ber Band 4, Spalte 1467 Hund(s)ber 4,1467

Hund(s)besti

Idiotikon

Hund(s)besti Band 4, Spalte 1792 Hund(s)besti 4,1792 u.

Hund(s)biss

Idiotikon

Hund(s)biss Band 4, Spalte 1694 Hund(s)biss 4,1694

Hund(s)bluem(eⁿ)

Idiotikon

Hund(s)bluem(eⁿ) Band 5, Spalte 78 Hund(s)bluem(eⁿ) 5,78

Hund(s)bock

Idiotikon

Hund(s)bock Band 4, Spalte 1130 Hund(s)bock 4,1130

Hund(s)bodeⁿ

Idiotikon

Hund(s)bodeⁿ Band 4, Spalte 1030 Hund(s)bodeⁿ 4,1030

Hund(s)bätzger

Idiotikon

Hund(s)bätzger Band 4, Spalte 2037 Hund(s)bätzger 4,2037 o.

Hund(s)chabis

Idiotikon

Hund(s)chabis Band 3, Spalte 99 Hund(s)chabis 3,99

Hund(s)chappeⁿ

Idiotikon

Hund(s)chappeⁿ Band 3, Spalte 390 Hund(s)chappeⁿ 3,390

Hund(s)chetzer

Idiotikon

Hund(s)chetzer Band 3, Spalte 596 Hund(s)chetzer 3,596

Hund(s)chirseⁿ

Idiotikon

Hund(s)chirseⁿ Band 3, Spalte 481 Hund(s)chirseⁿ 3,481

Hund(s)chnoblauch

Idiotikon

Hund(s)chnoblauch Band 3, Spalte 1007 Hund(s)chnoblauch 3,1007

Hund(s)chopf

Idiotikon

Hund(s)chopf Band 3, Spalte 412 Hund(s)chopf 3,412

Hund(s)chrampf

Idiotikon

Hund(s)chrampf Band 3, Spalte 825 Hund(s)chrampf 3,825

Hund(s)chratteⁿ

Idiotikon

Hund(s)chratteⁿ Band 3, Spalte 874 Hund(s)chratteⁿ 3,874

hund als Zweitglied (30 von 194)

tēhund

KöblerGot

-tēhund , Suff. nhd. -zig ne. -ty Vw.: s. ahtau-, niun-, sibun-, taihun-

Bluthund

RDWB1

Bluthund m übertr. (о злобном, жестоком человеке) пёс, цепной пёс перен. , зверь перен.

Grubenhund

RDWB1

Grubenhund m (Lakune) особая разновидность газетной утки, которая по своей абсурдности должна немедленно бросаться читателю в глаза

Schund

RDWB1

Schund m abwertend s. RDWB1 Groschenroman барахло пренебр. , макулатура (о книге) перен. , пренебр. , полная дрянь, бульварная литература, б…

Schweinehund

RDWB1

Schweinehund m гад разг. , гадёныш разг. , подонок, негодяй, мазурик разг. , шаромыжник разг. , паскудник разг. , паскуда груб. , поганец, м…

Äntenhund

Adelung

anten·hund

Der Äntenhund , des -es, plur. die -e, ein kleiner Hund, der zum Fange der wilden Änten abgerichtet ist.

ahtautēhund

KöblerGot

ahtautēhund , Num. Kard. nhd. achtzig ne. eighty ÜG.: gr. ὀγδοήκοντα; ÜE.: lat. octoginta Q.: Bi (340-380) E.: s. ahtau, hund?, taihun?; B.:…

Alleehund

MeckWBN

allee·hund

Wossidia Alleehund m. scherzh. für mageres Schaf Pa Parchim@Woosten Woost .

bachhund

DWB

bach·hund

bachhund , m. bachhündlein n., ein dachshund zur otter- und biberjagd.

Bauernhund

Wander

bauern·hund

Bauernhund Ein Bauernhund hält keine Gemeinschaft mit einem Jagdhunde.

Beitzhund

Adelung

Der Beitzhund , des -es, plur. die -e, eine Art kleiner Spürhunde, welche den Hühnerhunden gleichen, und vornehmlich bey der Hasenbeitze geb…

biberhund

DWB

biber·hund

biberhund , m. der zum biberfang abgerichtet ist, schon in den alten volksrechten piparhunt. Xenophon aber leitet den namen καστόριαι falsch…

Bleicherhund

Wander

bleicher·hund

Bleicherhund Nur von Bleicherhunden sagt man: es sind Bestien. Von brutalen Menschen. Holl. : Men zegt van bleekers honden maar dat zijn bee…

bluthund

DWB

blut·hund

bluthund , m. 1 1) schweiszhund, canis venaticus, qui sanguinem ferae sequitur. 2 2) immanis bellua, crudelissimus tyrannus: er aus, er aus …

Blägerhund

Idiotikon

Blägerhund Band 2, Spalte 1433 Blägerhund 2,1433

Bürschhund

Adelung

buersch·hund

Der Bürschhund , des -es, plur. die -e, bey den Jägern, ein Hund, welcher das angeschossene oder gebürschte Wildbret verfolget und niederrei…

Bëttelhund

Idiotikon

Bëttelhund Band 2, Spalte 1433 Bëttelhund 2,1433

Bëtzgerhund

Idiotikon

Bëtzgerhund Band 2, Spalte 1433 Bëtzgerhund 2,1433

Chalberhund

Idiotikon

Chalberhund Band 2, Spalte 1432 Chalberhund 2,1432

Chilchwīhhund

Idiotikon

Chilchwīhhund Band 2, Spalte 1434 Chilchwīhhund 2,1434

Chrǟmerhund

Idiotikon

Chrǟmerhund Band 2, Spalte 1432 Chrǟmerhund 2,1432

Chüehund

Idiotikon

Chüehund Band 2, Spalte 1432 Chüehund 2,1432

dachshund

DWB

dachs·hund

dachshund , m. canis vertagus, canis cunicularius Stieler 867 . ein kleiner, aber starker, meist dunkelbrauner oder schwarzer hund mit lange…

Ableitungen von hund (5 von 5)

behunden

DWB

behunden , invadere, incurrere canibus: zerreiszen von einem wilden stier, der da ist stark behundt, und durch den ganzen tag gezogen und ve…

gehunde

KöblerMhd

gehunde , st. N. Vw.: s. gehünde (1)

hunde

DWB

hund , hunde , m. centenarius, ein unterrichter: item hant sie gewiesen, dasz die gerichtsherrn macht haben ihr geseig ( geaichtes masz ) zu…

urhund

DWB

urhund , m. , ein kapitaler h.; vgl. urhirsch (ur- C 4 a): o tante, du weiszt gar nicht, was das für ein hund ist, das ist ein u., ein famos…

verhunden

Lexer

ver-hunden swv. fangen Will. Hag. 5,163. 64.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hund". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hund/meckwb?formid=H04076
MLA
Cotta, Marcel. „hund". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hund/meckwb?formid=H04076. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hund". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hund/meckwb?formid=H04076.
BibTeX
@misc{lautwandel_hund_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„hund"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-19},
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