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Hund

got. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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30 in 22 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Hund Der

Bd. 2, Sp. 801a
1. Der Hund, des — es, Mz. die — e; die Hündinn, Mz. die — en; Verkleinungsw. das Hündchen, O. D. Hündlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. die allgemeine Benennung derjenigen Säugethiere, welche in beiden Kinnladen sechs ungleich lange Vorderzähne, lange, spitzige, gekrümmte und einzeln stehende Eckzähne, sechs bis sieben zackige Backenzähne auf jeder Seite, auf der Stirne der Länge nach eine Furche und Füße mit fünf Zehen haben (Canis). Dazu gehören außer unserm eigentlichen Hunde, der Wolf, die Hiäne, der Fuchs  I engerer und gewöhnlicher Bedeutung bezeichnet Hund eine aus vielen Arten bestehende Gattung jenes Geschlechtes; der gemeine Hund, Haushund (Canis familiaris L.). Die Unterlippe bei demselben wird von dem nackten gezähnelten Seitenrande der obern bedeckt, die runzelige Nase ist immer feucht und kalt, an den Seiten der Schnauze stehen fünf bis sechs Reihen Barthaare und der Schwanz ist meist nach der linken Seite in die Höhe gebogen. Der Hund, das männliche Thier dieser Gattung heißt auch, die Rätte, und das weibliche Thier, die Hündinn, im gemeinen Leben auch die Petze, im O. D. auch Zaupe, Zauche, Zaucke, Zuche, Bräcke, Metze oder Mätze, Lusch, in Schlesien Lutsche, im N. D. Tere, Tiffe, Tieve, Thöle, Zippe, im Hannöverschen Tache, anderwärts auch Luppe, und bei den Jägern auch Wölfinn, Fähe, und Tebe. Die verschiedenen Arten führen verschiedne Namen, welche besonders von dem Gebrauche, den man von ihnen macht, hergenommen sind. S. Haushund, Hofhund, Kettenhund, Schooßhund, Schäferhund, Jagdhund, Windhund, Spürhund, Leithund, Hetzhund, Hühnerhund, Dachshund, Wasserhund , wie auch Dachs, Köter, Mops, Pudel, Rüde, Spitz  — Davon, das Hundefell, Hundefett, Hundefleisch, Hundskopf, Hundsschwanz  das Fell, Fett, Fleisch, der Kopf, der Schwanz  des Hundes. Hunde halten. Hunde abrichten. Etwas vor die Hunde werfen. Einen mit Hunden hetzen. Einen wie einen Hund halten, behandeln, oder ihm wie einem Hunde begegnen, d. h. sehr schlecht, verächtlich. Der Hund, welcher das treueste und ein sehr nützliches Hausthier ist, deß ungeachtet aber den nützlichern Hausthieren, welche wir auch zur Nahrung gebrauchen, nachgesetzt und wegen mancher böser Eigenschaften selbst verachtet wird, hat zu einer Menge uneigentlicher und sprichwörtlicher Redensarten, welche im gemeinen Leben üblich sind, Veranlassung gegeben. Viel Hunde sind des Hasen Tod, Ei=[] ner muß, wenn er von Vielen verfolgt wird, unterliegen. Zwei Hunde an Einem Knochen vertragen sich selten, zwei, die nach einer und derselben Sache streben, gerathen leicht in Händel. Mit gezwungenen Hunden ist nicht gut jagen, durch Zwang erreicht man bei Andern seinen Zweck nicht am besten. Todte Hunde beißen nicht. Er ist so bekannt wie ein bunter Hund. Der Knüttel liegt beim Hunde, die mit einer Sache verbundenen Umstände machen sie mißlich, verhindern sie. Es wird ihm bekommen, wie dem Hunde das Grasfressen, d. h. übel, weil die Hunde zur Verbesserung des verdorbenen Magens Gras zu fressen pflegen, worauf sie sich brechen. Da liegt der Hund begraben, da steckt es, darauf kömmt es an, darin liegt eben die Schwierigkeit  Damit kann man keinen Hund aus dem Ofen locken, d. h. es ist wenig werth, ohne Wirkung. Auch, er kann keinen Hund aus dem Ofen lokken, er vermag, verstehet nichts. Komme ich über den Hund, so komme ich auch über den Schwanz, überwinde ich das größere Hinderniß, so werde ich wol auch mit dem kleinern fertig. Ӿ Auf den Hund kommen, ganz herabkommen, in schlechte Umstände gerathen. Ӿ Auf dem Hunde sein, in schlechten Umständen sein. Er muß an Ende noch Hunde führen (bis Bauzen), er wird an Ende noch in die drückendste Armuth gerathen. Er muß es haben, als hätte ihn ein Hund gebissen, er muß es ungeahndet, ohne zu klagen, hingehen lassen. Er gehet wie ein begossener Hund, d. h. furchtsam und tief beschämt, gleichsam wie ein begossener Hund, welcher den Schwanz einziehet. Er steht als hätte ihn ein Hund gebissen, er steht da in großer Verlegenheit. Es nimmt kein Hund ein Stück Brot von ihm, sagt man von einem höchst verächtlichen und beschimpften Menschen. Am Riemchen lernen die Hunde Leder kauen, man gewöhnet sich nur stufenweise an das Laster. Je fetterer Floh, je magerer Hund, je reicher die Beamten sind, desto ärmer sind die Bauern, weil jene sie aussaugen. I N. D. sagt man auch: Х vom Hunde die Wurst kaufen, von einem kleinen Krämer etwas theuer kaufen, was man aus der ersten Hand wohlfeiler haben kann, ohne Noth Andern den Vortheil zukommen lassen, den man sich selbst hätte verschaffen können; der Hund heißt Denks, d. h. die Hunde haben ein gutes Gedächtniß; diese Meile hat der Hund gemessen und den Schwanz zugegeben, d. h. dies ist eine große Meile, in welcher Redensart man auch für Hund das Wort Fuchs gebraucht. Uneigentlich nennt man Hund 1) wegen einiger Ähnlichkeit in der Gestalt ein Seethier, den Seehund (s. d.), und eine Art großer Fledermäuse, den fliegenden Hund oder Hundskopf (Vespertilio vampyrus L.). 2) I der Sternkunde zwei Sternbilder. Der große Hund, ein aus 19 und der kleine Hund, ein aus 8 Sternen bestehendes Sternbild. 3) Ӿ Einen nichtswürdigen, höchst verächtlichen Menschen. »Haußen sind die Hunde.« Offenb. 22, 15. Der niedrige rohe Pöbel der verschiedenen Glaubensparteien pflegt auch andre Glaubensgenossen Hunde zu nennen. So hört man noch zuweilen die Juden und Türken Hunde nennen, wogegen die Türken die Kristen von ihrer Seite wieder Kristenhunde nennen. S. auch Bluthund, Lumpenhund  — Es werden mit Hund eine Menge Wörter zusammengesetzt, in welchen es bald Hunde, bald und gewöhnlich Hunds lautet.
5623 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 4.–6. Jh.
    Gotisch
    hundst. N. (a) = Num. Kard.

    Köbler Got. Wörterbuch

    hund , st. N. (a) = Num. Kard. nhd. hundert ne. hundred (= 100) ÜG.: gr. -κόσιοι; ÜE.: lat. -centi (= in ducenti, trecen…

  2. 9.–12. Jh.
    Altsächsisch
    hundst. M. (a)

    Köbler As. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    hund , st. M. (a) nhd. Hund ne. dog (N.) ÜG.: lat. canis H Hw.: vgl. ahd. hunt (1) (st. M. a); anfrk. hunt Q.: H (830), …

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    hund

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

    hund(e)lînAWB mhd. st. n., Gl. 3,446,33 (13. Jh.): ‚Hündchen; caniculus‘ (nhd. Hünd- lein; vgl. mndd. hündeken; mndl. ho…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hund

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Hund , des -es, plur. die -e, in einigen einzelnen Fällen noch ein Nahme eines Werkzeuges etwas damit zu halten o…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Hund

    Goethe-Wörterbuch

    Hund Pl einmal endungslos GWB 8,140,15 A Tiergattung 1 das (Haus-)Tier; auch in (sinnbildl) Bezugsetzung zum Menschen, i…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Hund (Canis) , Gattung Säugethiere aus der Ordnung der Raubthiere, mit dem Gebiß der Fleischfresser u. vorn 5, hinten 4 …

  7. modern
    Dialekt
    Hund

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Hund [Hùnt O. Z. Han. Betschd. W.; Hù S.; Høynt Weyersh. ; Ht M. ; Hût Sulzern ; Høyt Geisp. Dachstn. ; Hǿnt Dunzenh. …

  8. Sprichwörter
    Hund

    Wander (Sprichwörter)

    Hund 1. A guate Hund ve'laft se' nit 1 u 2 an schlecht'n is kua Schad. ( Unterinnthal. ) – Frommann, VI, 36, 63. 1 ) Ver…

  9. Spezial
    Hund

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Hund m. (-[e]s,-e) 1 ‹zool› cian (-s) m. 2 ‹pop, umor› (Haudegen, Draufgänger) bestiun (-s) m. , videl (vidí) m. ▬ bissi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hund

2.348 Bildungen · 1.803 Erstglied · 540 Zweitglied · 5 Ableitungen

hund‑ als Erstglied (30 von 1.803)

hund(s)alt

Idiotikon

hund(s)alt Band 1, Spalte 205 hund(s)alt 1,205

Hund(s)arbeit

Idiotikon

Hund(s)arbeit Band 2, Spalte 1428 Hund(s)arbeit 2,1428 o.

Hund(s)bann

Idiotikon

Hund(s)bann Band 4, Spalte 1276 Hund(s)bann 4,1276

Hund(s)ber

Idiotikon

Hund(s)ber Band 4, Spalte 1467 Hund(s)ber 4,1467

Hund(s)besti

Idiotikon

Hund(s)besti Band 4, Spalte 1792 Hund(s)besti 4,1792 u.

Hund(s)biss

Idiotikon

Hund(s)biss Band 4, Spalte 1694 Hund(s)biss 4,1694

Hund(s)bluem(eⁿ)

Idiotikon

Hund(s)bluem(eⁿ) Band 5, Spalte 78 Hund(s)bluem(eⁿ) 5,78

Hund(s)bock

Idiotikon

Hund(s)bock Band 4, Spalte 1130 Hund(s)bock 4,1130

Hund(s)bodeⁿ

Idiotikon

Hund(s)bodeⁿ Band 4, Spalte 1030 Hund(s)bodeⁿ 4,1030

Hund(s)bätzger

Idiotikon

Hund(s)bätzger Band 4, Spalte 2037 Hund(s)bätzger 4,2037 o.

Hund(s)chabis

Idiotikon

Hund(s)chabis Band 3, Spalte 99 Hund(s)chabis 3,99

Hund(s)chappeⁿ

Idiotikon

Hund(s)chappeⁿ Band 3, Spalte 390 Hund(s)chappeⁿ 3,390

Hund(s)chetzer

Idiotikon

Hund(s)chetzer Band 3, Spalte 596 Hund(s)chetzer 3,596

Hund(s)chirseⁿ

Idiotikon

Hund(s)chirseⁿ Band 3, Spalte 481 Hund(s)chirseⁿ 3,481

Hund(s)chnoblauch

Idiotikon

Hund(s)chnoblauch Band 3, Spalte 1007 Hund(s)chnoblauch 3,1007

Hund(s)chopf

Idiotikon

Hund(s)chopf Band 3, Spalte 412 Hund(s)chopf 3,412

Hund(s)chrampf

Idiotikon

Hund(s)chrampf Band 3, Spalte 825 Hund(s)chrampf 3,825

Hund(s)chratteⁿ

Idiotikon

Hund(s)chratteⁿ Band 3, Spalte 874 Hund(s)chratteⁿ 3,874

hund als Zweitglied (30 von 540)

tēhund

KöblerGot

-tēhund , Suff. nhd. -zig ne. -ty Vw.: s. ahtau-, niun-, sibun-, taihun-

Bluthund

RDWB1

Bluthund m übertr. (о злобном, жестоком человеке) пёс, цепной пёс перен. , зверь перен.

Grubenhund

RDWB1

Grubenhund m (Lakune) особая разновидность газетной утки, которая по своей абсурдности должна немедленно бросаться читателю в глаза

Ɉagdhund

Campe

Der Ɉagdhund , des — es, Mz. die — e , ein zur Jagd abgerichteter Hund. I engerer Bedeutung führen diesen Namen die Windhunde und andere Het…

Ɉungfernhund

Campe

† Der Ɉungfernhund , des — es, Mz. die — e , im N. D. ein kleiner zarter Schooßhund.

Schund

RDWB1

Schund m abwertend s. RDWB1 Groschenroman барахло пренебр. , макулатура (о книге) перен. , пренебр. , полная дрянь, бульварная литература, б…

Schweinehund

RDWB1

Schweinehund m гад разг. , гадёныш разг. , подонок, негодяй, мазурик разг. , шаромыжник разг. , паскудник разг. , паскуда груб. , поганец, м…

Äntenhund

Adelung

anten·hund

Der Äntenhund , des -es, plur. die -e, ein kleiner Hund, der zum Fange der wilden Änten abgerichtet ist.

ahtautēhund

KöblerGot

ahtautēhund , Num. Kard. nhd. achtzig ne. eighty ÜG.: gr. ὀγδοήκοντα; ÜE.: lat. octoginta Q.: Bi (340-380) E.: s. ahtau, hund?, taihun?; B.:…

Alleehund

MeckWBN

allee·hund

Wossidia Alleehund m. scherzh. für mageres Schaf Pa Parchim@Woosten Woost .

Ardflō²hund

WWB

Ärdflō²-hund Wühlmaus die krfr. Städte Essen u. Oberhausen Ess die krfr. Städte Essen u. Oberhausen@Byfang Bf , ( Kr. Iserlohn Isl Kr. Iserl…

Ashund

WWB

As-hund Schimpfwort ( Kr. Vechta Vch Kr. Vechta@Langförden Lf , Kr. Minden Min Kr. Minden@Südhemmern Sh , Kr. Ahaus Ahs Kr. Ahaus@Asbeck Ab …

bachhund

DWB

bach·hund

bachhund , m. bachhündlein n., ein dachshund zur otter- und biberjagd.

Backabenhund

MeckWB

backaben·hund

Wossidia Backabenhund m. in der Wendung: de Backabenhunn' janken es wird gebrakt Wa @ Bül.

barbehund

DWB

barbe·hund

barbehund , m. zum barbenfang abgerichteter hund: im maul holen, wie unsere barbehund. Garg. 179 a .

Bauernhund

Wander

bauern·hund

Bauernhund Ein Bauernhund hält keine Gemeinschaft mit einem Jagdhunde.

Beitzhund

Adelung

Der Beitzhund , des -es, plur. die -e, eine Art kleiner Spürhunde, welche den Hühnerhunden gleichen, und vornehmlich bey der Hasenbeitze geb…

bettelhund

DWB

bettel·hund

bettelhund , m. schelte: du bettelhund, wer warest du, als du in deinem lausigten hemdchen angestochen kamest? Weise erzn. 11 ; der bettelhu…

biberhund

DWB

biber·hund

biberhund , m. der zum biberfang abgerichtet ist, schon in den alten volksrechten piparhunt. Xenophon aber leitet den namen καστόριαι falsch…

bierhund

DWB

bier·hund

bierhund , m. ein alter käse, der im bier gelegen hat; ein biersäufer.

Billhund

RhWB

bill·hund

Billhund May-Collig m.: im Rätsel: Ver Rolle, ver Stolle, en Klippklapp on e Billhündche debei Wagen, Pferd u. Peitsche.

birschhund

DWB

birsch·hund

birschhund , m. canis cursorius, schweiszhund. mhd. birshunt. welsch. gast 14602.

Ableitungen von hund (5 von 5)

behunden

DWB

behunden , invadere, incurrere canibus: zerreiszen von einem wilden stier, der da ist stark behundt, und durch den ganzen tag gezogen und ve…

gehunde

KöblerMhd

gehunde , st. N. Vw.: s. gehünde (1)

hunde

DWB

hund , hunde , m. centenarius, ein unterrichter: item hant sie gewiesen, dasz die gerichtsherrn macht haben ihr geseig ( geaichtes masz ) zu…

urhund

DWB

urhund , m. , ein kapitaler h.; vgl. urhirsch (ur- C 4 a): o tante, du weiszt gar nicht, was das für ein hund ist, das ist ein u., ein famos…

verhunden

Lexer

ver-hunden swv. fangen Will. Hag. 5,163. 64.