Gewalt auch -dt u Kleinschr, abgekürzt ‘Gew.’ GWB42
2,354
, öfter Pl; rund 850 Belege. — Auffallend, wie wenig die negativen Bedeutungen G-s Wortgebrauch prägen. Zwar ist der Komplex physischer (selten psychischer) Gewalt (C) mit üb 250 Belegen - davon etwa die Hälfte idVbdg ‘mit ( .. ) G.’ - gut belegt, er tritt aber gegen die Bedeutungen ‘Kraft’ (A) u ‘Macht’ (B) deutlich zurück. In letzteren vornehmlich dokumentiert sich G-s sprachschöpferisches Vermögen, bei A in Charakterisierung (elementarer) physischer wie geistiger Vitalität u Durchsetzungskraft, bei B in der Umschreibung politischer u geistiger Machtverhältnisse. Als eine Elementarkategorie politischen Handelns wird ‘Gewalt’ dabei nicht der Kritik unterzogen. A
überlegene, Hemmnisse, Widerstände überwindende (schöpferische, gestaltende) Kraft 1
das jdm od einer Sache zur Verfügung stehende Vermögen, die geistige (od physische) Fähigkeit, etw zu bewegen, zu bewirken, mehrf idVbdgn ‘G. haben zu etw’, ‘in jds G., zu G. stehen’ aus allem .. zieh ich immer meine eigne Nuzzanwendung. Im Stillen Krafft und Fähigkeit [Fertigkeit
K] (das heist G.) zu sammlen, zu halten [spaaren
K], und auszuarbeiten und auf Glück zu warten wo das mögte zu brauchen seyn!! GWBB4,216,2 ChStein 5.5.80 [
mBez auf Cellinis seelisch-geistige Disposition] Überhaupt erscheint die G. sich innere Bilder zu wirklich gewissen Gegenständen zu realisiren, mehrmals in ihrer völligen Stärke GWB44,357,24 CellAnh XII werther Diderot, drücke dich, da dir die Sprache so zu G. steht, bestimmter aus GWB45,270,9 Diderot,Malerei Anm GWB32,196,13 ItR GWBN5
2,219,32 FlP Plp GWBN7,61,22 SpiralTend
uö iSv Gewandtheit GWB23,335 Lj VII 8 Var 2
vitale, (primär) physische Wirkkraft, öfter in personaler Vorstellung a
belebende, naturgesetzlich regelnde od auch bedrohliche Elementarkraft, Urgewalt der Natur, auch bildhaft-symbolisch, ‘(heilsam) schaffende G.’ für die (Gott-)Natur in ihrer schöpferischen Potenz Geben wir genau auf diese Mannichfaltigkeit [
der Knochenbildung] Acht, so werden wir in den Stand gesetzt, nicht allein die Thiere unter einander, sondern sogar das Thier mit sich selbst zu vergleichen. In dieser bei genauer Betrachtung die größte Bewunderung erregenden Veränderlichkeit der Theile ruht die ganze G. der bildenden Natur GWBN8,272,14 VersGestaltTiere Wenn Menschen gegen Elemente kämpfen oder, von solcher G. bedrängt, sich zu retten suchen, finden sich immer die günstigsten Gegenstände für bildende Kunst GWB48,68,15 Kunstausstellg 1803 Die Elemente sind die Willkür selbst zu nennen .... Die erhöhte Anziehungskraft der Erde .. ist die G. die den Zustand der Atmosphäre regelt und den Elementen ein Ziel setzt GWBN12,103,25 Witterungslehre 1825 [
iZshg mit der Erörterung versch Erdentstehungstheorien] mächtige in dem Schoos der Erde schon völlig fertig gewordene Gebilde seien, mittelst unwiderstehlich elastischer G-en [durch unwiderstehliche Gasarten GWB25
2,122
Var], durch die Erdrinde hindurch in die Höhe getrieben GWB25
1,27,18 Wj II 9 [
die verwandelte Brahmane:] Und so soll ich die Bramane, | Mit dem Haupt im Himmel weilend, | Fühlen Paria dieser Erde | Niederziehende G. GWB3,14 PariaLegende 116 GWBFaust I 1380 GWBN8,73,2 Vortr VglAnatomie 2 GWBB21,311,15 CarlAug 24.5.10 GWBN12,25,14 Wolkengest GWB16,207 Maskenz Planetentanz 112
uö als der mittlere Begriff in einem Schema von Grundkonstituenten des Lebens [
terminolog umfaßt von ‘Leben’:] Stoff. | Vermö
gen. Kraft. G. Streben. Trieb. | Form GWBN7,73,19 Bildungstrieb
iSv verschwenderische Fülle, Überfluß Nichts kann die angebaute Region des Ätna übertreffen, weder in Reichthum des Bodens, noch in der G. [
luxuriance] der Vegetation GWB46,218,4 Hackert TgbKnight b
körperl Stärke od einem Lebewesen inhärente, insbes das Wachstum regulierende Kraft [
Hzg zur Tochter:] Dein überkühner Muth, mit dem du dich, | Als wie an’s Pferd gewachsen, voll Gefühl | Der doppelten, centaurischen G., | Durch Thal und Berg, durch Fluß und Graben schleuderst GWBNatT 591 Es läßt sich bei verschiedenen Samen bemerken, daß er Blätter zu seinen nächsten Hüllen umbilde .. ja meistens durch seine G. sie völlig an sich schließe GWBN6,69,8 MetamPfl 82 Der feurigste Maler darf nicht sudeln, so wenig als der feurigste Musikus falsch greifen darf; das Organ, in dem die größte G. und Geschwindigkeit sich äußern will, muß erst richtig sein GWBB5,137,19 Maler Müller 21.6.81 [
für: forza] GWB43,330,14 Cell II 11 [
für: force] GWBN7,45,16 SpiralTend GWB49
1,132,24 Philostrat
uö bildl, iSv Anstrengung [
nach Antritt einer Dienstreise] Lebe wohl mir thun die Arme noch von der G. weh, die ich anwenden musste, den stärcksten aller Knoten zu zerreissen GWBB5,291,8 ChStein 29.3.[82] c
materiellen Dingen, Stoffen od (techn) Produkten innewohnende Kraft, Energie, auch ‘zerstörende G.’ eine sehr bequeme Art .. zwei Glasarten gegen einander zu messen, in wiefern ihre G. die Farbenerscheinung zu verstärken gegen einander proportionirt sei GWBN5
1,217,15 FarbenerschRefraktion 80 Wie ich das Schiespulver ehre dessen G. mir einen Vogel aus der Lufft herunter hohlt [
Korr GWBB50,207] GWBB2,99,7 Kestner [Anf] Aug [73] [Korr DjG
33,42,17] GWB33,323,13 BelagergMainz GWBN8,80,17 Vortr VglAnatomie 3
uö 3
innere, seelisch-geistige Wirkkraft, Dynamik; auch in personaler Vorstellung a
geistiger [] Elan, Durchsetzungs-, Schwungkraft, auch in kritischer Beurteilung, öfter in Gen-Vbdgn wie ‘G. des Geistes, Verstandes, der Einbildungskraft’, auch ‘mit (aller) G.’ Brutus .. Schau die unerschütterliche Gestalt! Diesen .. zusammen geknoteten Drang .. Welche G. und welche Lieblichkeit! GWB37,356,1 PhysiognFragm [
Schema zum Aufsatz ‘Über Newtons Hypothese der diversen Refrangibilität’] Newton | Genie | G. | subordinirt sich die Sachen sich nicht ihnen GWBN5
2,350,18 Fl Plp Ich freue mich sehr dir auch in der Geschichte entgegen zu kommen. Denn was du durch die G. des Geistes aus der Überliefrung zusammengreifst, das muß ich nach meiner Art aus jeder Himmelsgegend, von Bergen, Hügeln und Flüßen zusammschleppen GWBB8,152,19 Herder 25./[27]. 1.87 [
mBez auf die Lektüre ital u engl Schriftsteller] Der erste spricht .. durch alle Sinne .. der letzte bleibt immer der G. der Einbildungskraft mehr ausgesetzt GWBB14,95,18 WHumboldt 26.5.99 K [
Faust zum Kaiser:] Sie [
die Geister] wirken still durch labyrinthische Klüfte, | .. Mit leisem Finger geistiger G-en | Erbauen sie durchsichtige Gestalten GWBFaust II 10433 GWB28,168,11 DuW 12 GWBFaust II 7438 GWB42
2,443,14 Epoche d forciertTalente Schema GWBT1,255,26 v 3.10.86~GWB30,114,23 ItR GWB28,54,24 DuW 11
uö iGz körperl Kraft [
Wilh in einer Lebenskrise] Und er wäre auch untergegangen, hätte ihn nicht die Kraft seiner Natur, die wieder zum Geraden und Reinen strebte, gerettet. Je enger jene körperliche Fesseln zusammengezogen wurden, desto mehr sträubte sich die innere G., brach bei der ersten Gelegenheit los und durchwühlte das ganze Gebäude GWB51,103,25 ThS II 1
mit Hervorhebung der Einschränkung, Begrenzung Die arme beschränckte G. der kräfftigsten Menschen mögte gern Himmel und Erde nach ihren Lieblings Ideen umschaffen GWBB6,324,27 ChStein 9.7.[84]
(zugl) iS einer magischen Kraft Wie mit Geists G. | Hebet die Gestalt [
der Körper des Mädchens] | Lang und langsam sich im Bett’ empor GWB1,224 Braut vKorinth 152
für ein spezif Naturell, eine Eigenart [
Epos, ‘Götz’ auslegend:] Ihm [
Götz] steht entgegen .. | Des Pfaffenhofes listgesinnte Macht, | .. Das wankt und wogt, ein streitend Gleichgewicht, | Die Ränke siegen, die G. zerbricht GWB16,282 Maskenz 1818 Festz 544 scheint es auch, als wenn epische und dramatische Dichtung genugsam außer uns, vor uns stünden, daß man über deren Beurtheilung sich vereinigen könnte, so zeigt sich doch auch hier die G. des Subjects GWB41
2,271,2 Üb:Solger,Nachl uBr b
innere Ausstrahlung, Faszination, Suggestivkraft [
betr Rezeption von ‘Wilhelm Meister’] von Humboldt, von Dalberg .. Voß, die meisten .. se defendendo, gegen die geheime G. des Werkes sich in Positur setzend GWB35,46,21 TuJ 1795 [
Bruder Marcus im Kloster] Ein jeder drängt sich zu, um auch zu hören, | Und ist bewegt von heimlicher G., | Kein Odem wagt den seltnen Gast zu stören GWB16,174 Geheimnisse 90 Man gedenke der G. des Wollens, der Intentionen, der Wünsche, des Gebetes GWBN3,222,19 FlH IV wer kennt nicht die G. einer Lieblingsidee, einer Idea fixa! GWB37,266,10 FGA Joch,TürkGesetze [Schlosser/G?] GWB17,128,9 GrCoph I 2 GWBN2,27,13 FlP 45
uö c
(zwischen Liebenden wirkender) geistig-emotionaler Zauber, (dem Künstler, Kunstwerken eigene) übersinnl, magische Kraft, auch Pl [
Gretchen üb Faust:] Sein hoher Gang, | Sein’ edle Gestalt, | Seines Mundes Lächeln, | Seiner Augen G. GWBFaust I 3397~GWBUrfaust 1089 Fesselt dich die Jugendblüthe, | .. Dieser Blick voll Treu’ und Güte, | Mit unendlicher G.? GWB1,70 Neue Liebe neues Leben 12=GWB29,39,20 DuW 17 sie [
bildende Künstler der neueren Zeit] bedürfen des Dichters .. Er versetzt sie erst durch seine magische G. in den Zustand, der zugleich natürlich und künstlich, zugleich sinnlich und geistig ist GWB48,60,2 Preisaufg 1803 [
Eugenie zur Hofmstrn:] Nun leihe mir der Perlen sanftes Licht, | Auch der Juwelen leuchtende G. GWBNatT 1063 GWBNatT 655 GWB6,184 Vs 13 DivSuleika GWBB16,118,16 Zelter 31.8.02 Tasso 3274 GWBNatT 2533
uö d
künstlerische Verve, (mitreißende, tief beeindruckende) Gestaltungs-, Ausdruckskraft [
Wilh mBez auf Shakespeares Werk:] Ich bin über die Stärke und Zartheit, über die G. und Ruhe so erstaunt und außer aller Fassung gebracht, daß ich nur mit Sehnsucht auf die Zeit warte .. weiter zu lesen GWB21,310,2 Lj III 11~GWB52,161,3 ThS V 10 Scizze zur Hochzeit von Cana durch Paul Veronese ein treffliches Stück, mit groser liebe und leichtigkeit gemahlen und g. und tüchtigkeit GWBB4,64,21 ChStein 25.9.79 [
Aurelie zu Wilh:] Wußt’ ich ihn [
Lothar] unter den Zuhörern, so getraute ich mich nicht, mit der ganzen G. zu sprechen GWB22,105,13 Lj IV 16~GWB52,263,20 ThS VI 11 GWBT2,155,4 v 19.9.97 [
für: force] GWB40,229,24 Staël,Dichtgn
uö 4
metaphysische Kraft, Macht a
die Omnipotenz Gottes der Nekromant .. beschwur sie [
die Teufel], im Namen und G. [
potenza] Gottes, des unerschaffnen, lebendigen und ewigen GWB43,186,16 Cell II 1 b
die Macht schicksalhafter, übernatürl Kräfte [
Euphanie zu Amenaide:] Nicht des Geschicks G., des Hofes Reiz | Vermochte .. | Dich aufzuhalten GWB9,380 Tancred 444 Alexander und Cäsar .. | Gäben die Hälfte mir gern ihres erworbenen Ruhms, | Könnt’ ich auf Eine Nacht dieß Lager jedem vergönnen; | Aber die armen, sie hält strenge des Orkus G. GWB1,245 Vs 192 RömEleg X Licht und Finsterniß führen einen beständigen Streit miteinander .. das Licht .. verdrängt die Finsterniß .. Aber sobald diese unmittelbare Wirkung wieder aufhört, zeigt die Finsterniß wieder ihre G. und stellt sich in Schatten, Dämmerung und Nacht sogleich wieder her GWBN5
1,15,10 BeitrOpt I 24 GWBB5,35,12 CarlAug 18.1.81 GWB16,173 Geheimnisse 61
uö c
die alles vernichtende Macht der Zeit [
Bildbeschreibung] Massen von überbliebenem Mauerwerk .. die G. der Zeit hat aber alle Menschen-Bemühungen unnütz und unbrauchbar gemacht GWBB35,303,4 Zelter 31.3.22~GWB49
1,298,17 Üb:Kupferst nachTizian N1,XIII,26 Fl Vorw GWB53,150 KöniglEinsiedlerin 10=GWB51,132,11 ThS II 4 5
für besondere, (geheimnisvoll-)zwingende Macht ausübende Wesenheiten, schicksalhafte Kräfte, mehrf ‘obere, höhere G-en’ Und so spricht mir rings die Natur: auch du bist, Amyntas, | Unter das strenge Gesetz ehrner G-en gebeugt GWB1,288 Amyntas 12 [
mBez auf G-s 50-jährige Dienste für das Herzogtum] ich .. habe so manches gelingen und mißlingen sehen durch Verdienst und Schuld der Personen wie auch durch Einwirkung höherer G-en GWBB47,187,21 Maria Paulowna [Mitte Aug 30] K GWB41
2,249,18 Zu Aristot,Poetik GWBB33,231,3 Reinhard 15.9.20
uö in allegor Vorstellung [
Hoffnung:] Im Tiefsten, hohl, das Erdreich untergraben, | Auf welchem jene schrecklichen G-en [
List, Krieg, Unterdrückung] | Nun offenbar ihr wildes Wesen haben, | In majestätisch häßlichen Gestalten GWB16,366 Epimen 635
[] doppeldeutig (vgl B3f) GWB33,55,20 Camp
mit Hervorhebung der menschl Handlungs-, Willensfreiheit, auch ‘alle G-en’ In diesem innern Sturm [
geistiges Vorwärtsstreben] und äußern Streite | Vernimmt der Geist ein schwer verstanden Wort: | Von der G., die alle Wesen bindet, | Befreit der Mensch sich, der sich überwindet GWB16,178 Geheimnisse 191 Allen G-en | Zum Trutz sich erhalten; | Nimmer sich beugen, | Kräftig sich zeigen, | Rufet die Arme | Der Götter herbei GWB4,99 Feiger Gedanken 7~GWB12,62,12 Lila II GWBB8,10,21 ChStein 1.9.86 B
(durch Machtverleihung erlangte) Befugnis zu wirken, herrschen; eingesetzte, institutionalisierte Macht 1
Befehls-, Verfügungsgewalt a
politische, gesellschaftliche, administrative (vereinzelt auch militärische) Macht, Herrschaft, mehrf in personaler Vorstellung, öfter ‘höchste, absolute, oberste, landesherrliche G.’, einmal ‘fremde G.’ iSv Fremdherrschaft daß in allen [
Regierungsformen] .. Freiheit und Knechtschaft zugleich polarisch existire. Steht die G. bei Einem, so ist die Menge unterwürfig, ist die G. bei der Menge, so steht der Einzelne im Nachtheil .. Wie man denn niemals mehr von Freiheit reden hört, als wenn eine Partei die andere unterjochen will und es auf weiter nichts angesehen ist, als daß G., Einfluß und Vermögen aus einer Hand in die andere gehen sollen GWB7,94,2u4u13 DivNot [
Egm zur Volksmenge:] Reizt den König nicht mehr, er hat zuletzt doch die G. in Händen GWB8,211,9 Egm II Aber mir [
G] hat er [
CarlAug] gegeben, was Große selten gewähren, | Stand, Vertrauen, G., Garten und Wohnung und Geld GWB1,452 VenEpigr 34b Var zu Vs 176 Im Süden [
von Ital] selbst suchten edlere schönere Geister sich von der G. der allbeherrschenden Kirche loszulösen GWB32,414,14 ItR Plp [
Chorus, Meph u seine ‘drei gewaltigen Gesellen’:] Das alte Wort, das Wort erschallt: | Gehorche willig der G.! | Und bist du kühn und hältst du Stich, | So wage Haus und Hof und - Dich
1) GWBFaust II 11375 Gespr (He5,67) Kanzl Müller 1832 GWB49
1,57,12 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] GWB24,100,4 Wj I 6 GWBFaust II 9323 DjG
34,190,20 RAnw [15.1.74]
uö sprichw [
Metzler:] G. geht vor Recht GWB13
1,331,1 Götz
3 V
‘öffentliche G.’ für Staatsmacht Er [
Chevalier des Grieux] bekennt das bisherige Verhältniß dem Gouverneur .. Dieser .. bedeutet ihn, daß Manon der öffentlichen G. heimfalle GWB26,380,13 DuW 5 Plp nach Prévost,Manon
häufig in (verbalen) Vbdgn wie ‘in jds G. (sein, kommen, bekommen, locken, wünschen, kriegen)’, auch für die Herrschaftssphäre [
Rat zu Gottfr:] Ihr wart in der G. des Kaysers, dessen Väterliche Gnade, an den Plaz der Majestätischen Gerechtigkeit trat GWB39,124,19 Götz
1 IV~GWB8,122,24 Götz
2 [
Almaide zu Lila:] Nach und nach hat jener Dämon alle deine Verwandten, alle deine Freunde in seine G. gelockt GWB12,66,16 Lila II Er [
Dämon der Unterdrückung] wünscht nun auch die Hoffnung in seine G. GWB16,541 Epimen Plp GWBB46,128,19 Zelter 1.11.29 GWBReinF IV 52 GWB12,365 Lila Var
uö b
(offizielles) Mandat, (rechtl, jur) Legitimation, (amtl) Vollmacht, mehrf ‘G. geben’ α
auf Grund gesetzten, überkommenen Rechts, auch die jdm ‘verliehene, übertragene G.’, ‘kaiserliche, obervormundschaftliche, innehabende G.’ [
Silva verliest den Urteilsspruch:] Im Namen des Königs, und Kraft besonderer von Seiner Majestät uns übertragenen G., alle seine Unterthanen .. zu richten GWB8,292,12 Egm V [
Plutus zum Herold:] Schrecken ist genug verbreitet, | Hülfe sei nun eingeleitet!- | Schlage heil’gen Stabs G., | Daß der Boden bebt und schallt! GWBFaust II 5972 GWB39,127,2 Götz
1 IV DjG
34,211,33 RAnw [13.4.74] GWBB23,260,18 J O’Donell 22.1.13
uö für die Schlüsselgewalt des Papstes die Päpste haben G. [
autorità] viel größere Dinge denn dieses zu lösen und zu binden GWB43,177,13 Cell I 12 β
auf Grund persönl Machtfülle, mehrf ‘(aus eigener) Macht und G.’, auch mit nichtpersönl Subj [
mBez auf orthograph Konventionen für Ausg.l.H.] gebe zugleich völlige Macht und G. fernerhin nach Ihrer Überzeugung zu handeln GWBB39,135,19 Göttling 12.3.25 [
Friedrich zu Wilh:] Natalie ist dein! Ich bin der Zauberer, der diesen Schatz gehoben hat .. Hast du Auftrag? sagte der Baron [
Lothario] .. Aus eigner Macht und G., versetzte Friedrich GWB23,307,27 Lj VIII 10 daß das Pflanzenleben .. den letzten abgesonderten Samen aus eigner Macht und G. umher streue GWBN6,189,24 VerstäubgVerdunstgVertropfg GWBB23,368,14 Riemer 20.6.13 GWBB27,234,14 Zelter 14.11.16
uö 2
der beherrschende Einfluß, die bestimmende, verändernde Wirkung a
die Einflußnahme, Kontrolle, auch ‘unglaubliche G.’, häufig ‘G. (aus-)üben (auf, über, gegen jdn, etw)’ α
von Personen, übermenschl Wesen, häufig in Vbdgn wie ‘G. haben über, auf jdn, etw’, ‘in jds G. haben’, ‘über jdn G. haben, erwerben’, ‘jdm G. einräumen’, ‘unter jds G. bringen’, mit Attr wie ‘unwiderstehlich, uneingeschränkt’ [
Meph mBez auf Gretchen:] Es ist ein gar unschuldig Ding, | Das eben für nichts zur Beichte ging; | Über die hab’ ich keine G.! GWBFaust I 2626 [
Graf:] wenn er [
der Mensch] sich .. die Neigung der Menschen, den Gehorsam der Thiere, ja sogar G. über Elemente und Geister stufenweise zu verschaffen denkt GWB17,198,2 GrCoph III 9 außerordentliche Menschen üben eine solche G. aus, daß sie ganz bequem ihre zufälligen Irrthümer fortpflanzen, indeß weniger begabte und beglückte keine Mittel finden, ihren wohleingesehenen Wahrheiten Raum zu machen GWBN3,346,25 FlH V [
mBez auf Lavater u andere Prediger] Auf G., Rang, Geld, Einfluß, Talent pp. ist ihre Nase wie eine Wünschelruthe gerichtet GWBB10,75,19 Herder uFr 7.6.93 Wie eingeschränckt ist der Mensch bald an Verstand, bald an Krafft, bald an G., bald an Willen GWBB6,295,10 ChStein 9.6.84 GWB23,94,11 Lj VII 8 GWB44,338,12 CellAnh X GWB51,226,16 ThS III 7 GWB1,259 Vs 414 RömEleg XIX GWB21,54,2 Lj I 10
uö Kontrolle über sich selbst, in Vbdgn wie ‘G. über sich (selbst) haben, besitzen’; ‘etw in seine G. bekommen’ [
Regentin:] So viel G. hab’ ich über mich, um stille zu sein GWB8,235,27 Egm III Charlotte .. entsagte ihm [
dem Hauptmann] rein und völlig. Dagegen glaubte sie nun auch die G., die sie über sich selbst ausgeübt, von andern fordern zu können GWB20,164,13 Wv I 16 Wir haben aber unser Gemüth nicht in unserer G., versezte die Pfarrern AA35,18 Werth
1 I~Werth
2 GWBN5
1,162,19 ÜbNewt DivRefrangib GWB20,121,15 Wv I 10 GWB40,426 Regeln fSchausp [G/Eckerm] Plp
uö β
von Naturmächten, (geistigen) Kräften ua ausgehender Einfluß, mit Charakterisierungen wie ‘spezifisch, wirklich, durchdringend, groß’, auch ‘G. einräumen auf etw’, ‘G. der Gewohnheit’ Und daher ist den Löwen gehörnt der ewigen Mutter [
Natur] | Ganz unmöglich zu bilden und böte sie alle G. auf GWB3,90 MetamTiere 47 die ursprüngliche eigentliche etymologische Bedeutung eines Wortes hat mehr G. über die Vorstellung als man gewahr wird GWBN13,60,4 Morph Plp Auch mir war es nicht angenehm daß die
[] jovialische Stimmung unterbrochen wurde .. Doch dünckt mich das Wölckchen ging bald vorüber und die Tonkunst übte ihre G. aus GWBB9,164,23 Reichardt 10.12.89 Adieu wenn ich den duncklen Vorstellungen recht ihre G. lasse, so komm ich auch nach Tische nicht auf die Bahn GWBB5,35,3 ChStein 18.1.81 konnte ich der Versuchung nicht widerstehen meine alten Freunde [
die Berge] wiederzusehen, die in früherer Zeit so viel G. über mich ausgeübt haben GWBB12,321,7 Cotta 27.9.97 GWBN4,478,8 FlH Plp GWBB23,305,5 Knebel 27.3.13
uö b
die Autorität, das Ansehen (mehrf in Berührung mit anderen Bedeutungspunkten), mit Charakterisierungen wie ‘höchst, entschieden, himmlisch’ Wo ich aufhören muß, sittlich zu sein, habe ich keine G. mehr GWB42
2,193,17 MuR(678) [
Phileros mBez auf Epimeleia:] Nun sage mir, Vater, wer gab der Gestalt | Die einzige furchtbar entschiedne G.? GWBPand 462 [
Sirenen mBez auf die Kabiren:] Klein von Gestalt, | Groß von G., | Der Scheiternden Retter, | Uralt verehrte Götter GWBFaust II 8175 Es ist wunderlich, aber freylich nicht anders in der Welt, daß brauchbare Menschen die G. mißbrauchen, die ihnen ihr Verdienst giebt GWBB22,342,2 Voigt 21.4.12 [
Prometh zum Sohn:] Hier morden? Unbewehrte? Geh zu Raub und Krieg! | Hin, wo Gewalt Gesetz macht! Denn wo sich Gesetz, | Wo Vaterwille sich G. schuf, taugst du nicht GWBPand 436 GWBHermDor VII 116 GWB27,117,16 DuW 7 GWBN9,257,26 GeologProbl GWB13
1,81,11 Was wir bringen [1802]
uö in personaler Vorstellung Es gibt zwei friedliche G-en: das Recht und die Schicklichkeit. Das Recht dringt auf Schuldigkeit, die Polizei auf’s Geziemende GWB42
2,183,6 MuR(543f) c
mit nichtpers Bezug: die Geltung, Wichtigkeit, Bedeutung, einmal (vom Geschmack) ‘gesetzgebende G.’ Die Kunst übernimmt nicht mit der Natur, in ihrer Breite und Tiefe, zu wetteifern, sie hält sich an die Oberfläche der natürlichen Erscheinungen; aber sie hat ihre eigne Tiefe, ihre eigne G. GWB45,260,14 Diderot,Malerei Anm Der Aberglaube .. verliert sehr leicht an seiner G., wenn er .. unserer Eitelkeit .. in den Weg tritt GWB28,24,12 DuW 11 Wenn man den charakteristischen Effect [
beim Kolorit] in seiner vollen G. [Bedeutung GWBN1,346,18] hervorbringen will, so kann man die geforderte Farbe bis auf ein Minimum ausschließen GWBN1,397 FlD 884 Var Wir lassen die Existenz, die Würde, die G. von irgend einem Dinge gelten, ohne daß wir seinen Ursprung, sein Herkommen, seinen Werth deutlich einsehen und erkennen GWBN3,145,12 FlH III GWBB11,69,26 Meyer 20./22.5.96 GWB4,195 Hier schick’ ich dir 14
uö 3
für eine weltl od geistl Herrschaftsmacht a
für ein politisches Gemeinwesen, einen (mächtigen, einflußreichen) Staat, ‘äußere G.’ für Besatzungsmacht [
mBez auf die frz Besatzung] muß man sagen, daß Deutschland von einer innern Fäulniß weit schlimmer angegriffen ist, als von einer äußern G., von der man doch wenigstens einsieht was sie will und was sie kann GWBB19,518 Cotta [24.12.06] GWB36,33,13 TuJ 1808 GWBB41,246,10 CarlAug 5.12.26 b
für einzelne Staatsorgane: ‘exekutive, ausübende G.’ für die Exekutive, ‘bestimmende, gesetzgebende G.’ für die Legislative so komme auch in einem Reiche alles auf die executive G. an; die gesetzgebende möge so vernünftig sein als sie wolle, es helfe dem Staate nichts, wenn die ausführende nicht mächtig sei GWB18,222,18 Unterhaltungen Nur die bestimmende G.[best. Gew. &spiklauf;Obergewalt] war gelähmt | Die ausführende umgekehrt GWB42
2,354 Notiz [gestr] GWB28,142,24 DuW 12 GWBA(53,287,30) Votum [Jan 92] K c
für Heeres-, Truppenmacht, auch ‘mit verstärkter G.’ Die Franzosen sind Meister vom ganzen linken Ufer des Rheins .. die Kaiserlichen haben ihre mögliche G. an die Lahn gezogen und wehren sich .. was sie können GWBB11,102,6 Meyer 20.6.96 GWBB4,8,14 CarlAug [9.2.79 Korr A1,52,9] d
für mächtige, einflußreiche Gruppierungen, Körperschaften, Gremien uä, überwiegend Pl ich .. bemerken mußte, daß hier [
anläßl der Krönung Josephs II] mehrere G-en einander gegenüber standen [
Kurfürsten, Fürsten, Reichsstädte, Landstände], die sich das Gleichgewicht hielten GWB26,290,27 DuW 5 [
mBez auf Konflikte zw Landständen u König in der württ Ständeversammlung] soll man denn .. die Hoffnung ganz aufgeben, daß die Welt jemals zu vernünftigen Gesinnungen kommen werde und daß der Conflict zwischen den Kräften und G-en jemals beyzulegen seyn möchte? GWBB27,204,22 Cotta 22.10.16 GWB27,304,25 DuW 10 GWBB18,9,16 CarlAug [Anf Jun 95] K [Korr A2,435] GWB13
1,109 Was wir bringen Halle [1814] Vs 329 [G/Riemer]
uö e
‘priesterliche G.’ für die geistliche Obrigkeit [
mBez auf die Macht der byzantin Kirche] wir aber sprechen .. nur mit wenigen Worten aus .. wie die priesterliche G. sich durchaus den Majestätsrechten gleichzustellen gewußt GWB41
2,316,15 NationDichtk Litt grecque mod AADiv3,109,44 Bem üb 1.Buch Mose Plp f
für oberste Träger der Exekutive, Staatsoberhäupter, militärische Befehlshaber, meist ‘oberste, höchste G(-en)’ Der [
oriental] Monarch ist wie das Schicksal .. Der obersten G. jedoch, von der alles herfließt, Wohlthat und Pein, unterwerfen sich mäßige, feste, folgerechte Naturen GWB7,98,23 DivNot Wir nun, obgleich mehr zum Beobachten als zum Beurtheilen geneigt, konnten doch der Betrachtung nicht ausweichen, welche von beiden G-en [
König von Preußen od Hzg von Braunschweig] denn eigentlich die obere sei? GWB33,21,1 Camp GWB33,100,3 Camp GWB8,268,22 Egm IV
uö in exemplarischer Hinsicht für Pompejus [
Erichtho:] Hier aber [
bei Pharsalos] ward ein großes Beispiel durchgekämpft: | Wie sich G. Gewaltigerem [Gewaltigstem
Var <Gewaltigem] entgegenstellt, | Der Freiheit holder tausendblumiger Kranz zerreißt, | Der starre Lorbeer sich um’s Haupt des Herrschers biegt GWBFaust II 7019 C
Gewaltsamkeit 1
als (rohe) Zerstörungskraft, Aggressivität a
die Gewalttätigkeit, aggressive Wut, Brutalität, Willkür des Menschen (insbes des Mannes) u, vereinzelt, best Tiere; häufig ‘mit ( .. ) Gewalt’ α
im Umgang mit- bzw gegeneinander, als Element individueller Auseinandersetzung sowie Mittel weltl, geistl Herrschaft; mehrf im Ruf um Hilfe, auch personalisierend u metonym für den Gewalttätigen, den Aggressor (als einzelnen od anonyme Masse), auch ‘Macht und G.’, ‘G. und List’, ‘rohe, physische, offene, verderbende G.’ [
Epos, Gestalten aus ‘Götz’ einführend:] Doch dieses Bild führt uns heran die Zeit | Wo Deutschland, in- und mit sich selbst entzweit, | Verworren wogte .. | Wo auf der schönen Erde nur G., | Verschmitzte Habsucht, kühne Wagniß galt GWB16,281 Maskenz 1818 Festz 527 [
Orest mBez auf Iph:] G. und List, der Männer höchster Ruhm, | Wird durch die Wahrheit dieser hohen Seele | Beschämt GWBIph
2 2142~GWB39,403,6 Iph
1 V 7 [
nach der Völkerschlacht bei Leipzig] wir hatten von der rohen losgelassenen G. alles zu fürchten und vieles zu ertragen B24,
[] 22,13 J O’Donell 30.10.13 Es ist die ganze Kirchengeschichte | Mischmasch von Irrthum und von G. GWB5
1,131 ZXenNachl IX 667 Menschen mit gefährlichen Thieren im Kampfe, und zwar mit Thieren, die nicht als Massen oder G-en, sondern als ausgetheilte Kräfte wirken GWB47,111,17 ÜbLaokoon GWBPand 418u420 GWBReinF X 202 GWBB11,160,6 Schiller 13.8.96 GWB15
2,177 Faust II Plp GWBIph
2 196~GWB39,330,18 Iph
1 I 2
uö in (wertender) Gegenüberstellung zu ‘Recht’, ‘Gericht’, ‘Gesetz’ [
Gerichtsrat nach Lesung der sog ‘Lettre de cachet’:] Nicht ist von Recht, noch von Gericht die Rede; | Hier ist G.! entsetzliche G., | Selbst wenn sie klug, selbst wenn sie weise handelt GWBNatT 1748 [
Eugenie zum Gerichtsrat:] Was ist Gesetz und Ordnung? Können sie | Der Unschuld Kindertage nicht beschützen? | Wer seid denn ihr, die ihr mit leerem Stolz | Durch’s Recht G. zu bänd’gen euch berühmt? GWBNatT 2008 GWBPand 435
uö prägnant iSv Waffengewalt [
Weisl zu Adelh:] Mit Ernst und G. wird nun der Bund gegen sie [
die Aufrührer] wirken GWB13
1, 305,13 Götz
3 IV
uö in Vbdgn wie ‘G. brauchen, leiden, versuchen’, ‘jdm geschieht G.’ iS einer körperl Attacke iUz Unrecht [
Gottfr zu seiner Frau:] er [
Sickingen] soll ohnverzüglich herein brechen .. Wenn sich die Schurcken hier widersetzen, soll er G. brauchen GWB39,130,10 Götz
1 IV [
das eingekerkerte Gretchen zu Faust:] Laß mich! Nein, ich leide keine G.! | Fasse mich nicht so mörderisch an! GWBFaust I 4576 GWB1,168 Erlkönig 26 GWB2,244 Sprichw 476 GWB40,84,9 WeimHoftheat
uö ‘G. gebrauchen’, ‘jdm G. antun’ iSv vergewaltigen [
Egm zum Sekretär:] Wenn es ein ehrlich Mädchen ist, und sie [
zwei von Egmonts Leuten] haben G. gebraucht; so .. GWB8,215,20 Egm II GWB40,353,12 Üb:Wunderhorn
‘in G. und Liebe’ wohl Hendiadyoin: in gewaltsamer Liebe Hab’ ich mich für frei erkläret | Von den Narren, von den Weisen, | .. Jene .. | Denken, in G. und Liebe | Müßten wir zuletzt uns gatten
2) GWB6,99 Div Übermacht 13 β
im Umgang mit der (urbar zu machenden) Natur od mit (geistigen) Objekten; mehrf idVbdg ‘G. antun’ [
Odoardo:] daß in der alten Welt so gut wie in der neuen Räume sind, welche einen bessern Anbau bedürfen .. Die Natur ist durch Emsigkeit der Menschen, durch G. oder Überredung zu nöthigen GWB25
1,217,3 Wj III 12 Auch Montan war es [
das Kästchen] gezeigt worden, und auch er der Meynung, daß man es uneröffnet verwahre, ohne ihm G. anzuthun GWB25
2,16 Wj [nur 1821] Wir ergreifen die Natur nur durch Kunst, und jede Kunst muß der Natur G. anthun GWBN4,429,4 FlH Plp GWB20,56,9 Wv I 4 GWBN8,159,10 BeschreibgZwKnoch
uö b
das Gewaltsame, Annihilierende des Tagesgeschehens (iGz Bleibenden) [
Dichter:] Ach! was in tiefer Brust uns da entsprungen, | Was sich die Lippe schüchtern vorgelallt, | .. Verschlingt des wilden Augenblicks G. GWBFaust I 70 Wortschall herrscht in des Tags G. | Liebe wäget so fröhlichen Sinn | Daß ein glücklicher ausruft GWB12,426 Löwenstuhl Drama Plp c
gewaltsame Kraft, Zwang in der Natur, im Bereich des Dinglichen, mehrf mBez auf vulkanische Phänomene, einmal (in Faust II) mit Einschluß des Politischen, auch in personaler Vorstellung die G. der Vulcane .. noch immer fortdauernde aber oberflächliche Spätlingswirkung der Natur GWBN9,263,1 VerschBekenntn [
Thales zu Anaxagoras:] Nie war Natur und ihr lebendiges Fließen | Auf Tag und Nacht und Stunden angewiesen. | Sie bildet regelnd jegliche Gestalt, | Und selbst im Großen ist es nicht G. GWBFaust II 7864 Er [
Wilh als Schauspieler] genoß ganz den köstlichen Eindruck, der Mittelpunct zu sein .. sich als der Schlußstein eines großen Gewölbes zu fühlen, wohin tausend Steine, ohne ihn zu belästigen, drucken, und der sie ohne Arbeit und G. bloß durch seine Lage zusammenhält GWB52,5,25 ThS IV 1 [
Meph zu Faust:] Natur sei wie sie sei! | ’s ist Ehrenpunct! — Der Teufel war dabei. | Wir sind die Leute Großes zu erreichen; | Tumult, G. und Unsinn! sieh das Zeichen! - | Doch, daß ich endlich ganz verständlich spreche, | Gefiel dir nichts an unsrer Oberfläche? GWBFaust II 10127 GWBB8,270,17 CarlAug 23.10.87 GWBN8,192,24 AllgKnochLehre 6 GWBN1,26,1 FlD 55 GWBN5
2,42,18 FlD Plp
uö 2
als psychischer Zwang a
Drangsalierung anderer od auch Selbstdisziplinierung, öfter idVbdg ‘sich G. antun’ [
Iph zu Thoas:] du willst mich zwingen! | .. Laß ab! Beschönige nicht die G., | Die sich der Schwachheit eines Weibes freut GWBIph
2 1856~GWB39,391,11 Iph
1 V 3 Unvergeßlich wird mir der Augenblick seyn in dem ich das Glück hatte mich Ew. Durchl. vor meiner Abreise zu empfehlen, unaussprechlich die G. die ich anwenden mußte mein weiteres Vorhaben [
Italienreise] zu verschweigen GWBB8,98,16 Hzgin Louise [12.]/23.12.86 [
aus Ital] An dir häng ich mit allen Fasern meines Wesens .. du weist nicht welche G. ich mir angethan habe und anthue und daß der Gedancke dich nicht zu besitzen mich doch im Grunde .. aufreibt und aufzehrt GWBB8,206,1 ChStein 21.2.87 GWBB1,27,9 Cornelia [8.]12.65 GWBB3,65,13 Gfin Stolbg 18.5.[76]
uö b
als von einer Gedichtform ausgehende Disziplinierung ist auch ein diffuses Wesen in ihm [
F vLuck], aber da tuet ihm das Sonett G. an und zwingt ihn zur Einheit Gespr (Weitz1,238) Boisserée 6.8.15 3
Heftigkeit, Vehemenz, häufig ‘mit ( .. ) G.’ a
bezogen auf Naturerscheinungen, elementare Mächte od Kräfte, Tendenzen Nachricht von Feuer in Gros Brembach .. bey einem unglücklichen Wind war die G. des Feuers unbändig GWBB4,239,11 ChStein 26.6.[80] [
mBez auf die ‘Acqua Paola’] hier tritt der friedlichste Ernährer [
das Wasser] mit gleicher Kraft und G. ein GWB32,171,19 ItR die G. des Schwunges GWBN1,226,16 FlD 561 Vegetabilische und animalische Körper ergreifen sie [
Farbstoffe] mit mehr oder weniger G. GWBN1,222,8 FlD 549 GWBN6,193,12 VerstäubgVerdunstg Vertropfg GWB21,229,4 Lj II 14~GWB52,98,1 ThS IV 16 GWB20,228,9 Wv II 4
uö mit zeitl Komponente es wird mit G. grün GWBB5,329,23 ChStein 15.5.82
uö b
bezogen auf Gemütsbewegungen, Affekte, Eindrücke, auch iSv Leidenschaftlichkeit, ‘mit G.’ auch iSv unbedingt, unter allen Umständen Hier [
in Raphaels Villa] findet man .. ein ander geheimnißvoll allegorisches Bild, wahrscheinlich die G. der Begierden vorstellend GWB47,240,23 Von Arabesk [
Künstler vor dem Gemälde der Venus Urania:] Die ich in Seel’ und Sinn, himmlische Gestalt, | Dich umfasse mit Bräutigams G. GWB16,143 KünstlersErdew 12 Die Liebe, deren G. die Jugend empfindet, ziemt nicht dem Alten; so wie alles, was Productivität voraussetzt GWB42
2,163,3 MuR(385) Mir macht es großes Vergnügen daß ihn [
Kant] die vornehmen Philosophen und die Prediger des Vorurtheils so ärgern konnten, daß er sich mit aller G. gegen sie stemmt GWBB12,302,5 Schiller [12.9.97] Scene wegen der jungen Thörin, welche mit G. baden wollte GWBTgb 6.7.23 GWB23,240,13 Lj VIII 7 GWB11,194,16 Stella V GWBNatT 567 GWBN4,404,20 Fl AnzÜbers
uö → GWB
Allgewalt GWB
Bardengewalt GWB
Erdgewalt GWB
Farben- [] GWB
Feuergewalt GWB
Gegengewalt GWB
Geistesgewalt GWB
Glutgewalt GWB
Göttergewalt GWB
Gottesgewalt GWB
Grundgewalt GWB
Hochgewalt GWB
Kriegsgewalt GWB
Kunstgewalt GWB
Lebensgewalt GWB
Machtgewalt GWB
Menschen- GWB
Miß- GWB
Nacht- Natur- GWB
Ober- GWB
Original- GWB
Partei- GWB
Pfeil- GWB
Priester- GWB
Redner- GWB
Revolutions- GWB
Schnell- GWB
Staats- GWB
Sturm- GWB
Über- Syn zu A
GWB
Kraft GWB
Macht zu A1
GWB
Fähigkeit GWB
Vermögen zu A2u3
GWB
Energie GWB
Wirkenskraft Wirkungskraft zu A2a
GWB
Agens GWB
Urkraft zu A2b
GWB
Triebkraft zu A3b
GWB
Attraktion GWB
Faszination zu A3c
GWB
Bann GWB
Zauber zu A3d
GWB
Force zu B
GWB
Macht zu B1
GWB
Befugnis zu B1a
GWB
Botmäßigkeit GWB
Herrschaft zu B1b
GWB
Berechtigung GWB
Mandat GWB
Vollmacht zu B2
GWB
Einfluß zu B2a und b
GWB
Geltung zu B2a
GWB
Ansehen GWB
Autorität zu B2b
GWB
Bedeutung GWB
Wert zu C
GWB
Gewaltsamkeit zu C1a
GWB
Gewalttätigkeit zu C2
GWB
Zwang zu C3
GWB
Heftigkeit GWB
Vehemenz GWB
Wucht 1) Anklang an Röm 13,1; in iron Einkleidung eigener Gewalttätigkeit; vgl HArens, Komm zu G-s Faust II, 1989,881 2) vgl die Var-Darbietung in FfA I 32,1101 Armin GieseA.G.