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Bote

mhd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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38 in 26 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bote

Bd. 3, Sp. 266
Bote (lat. nuntius), in der Rechtssprache derjenige, der die Willenserklärung eines andern in dessen Auftrag einem Dritten ausrichtet, im Gegensatze zum Stellvertreter (s. d.), der im Auftrag eines andern Dienst irgend welcher Art leistet. Die Ansprüche, die für diese Tätigkeit dem Boten zustehen, der Botenlohn, verjährt nach § 196 des Bürgerlichen Gesetzbuches in zwei Jahren. – Im Verkehrswesen eine Person, die im Auftrag andrer zu Fuß, Pferd oder Wagen Sendungen befördert, entweder für einen besondern Fall gedungen (Expresser), oder regelmäßig zu bestimmter Zeit und zwischen bestimmten Orten die Aufträge bestellend (ordinärer B.). Im Mittelalter vermittelten Klosterboten, meist Klosterbrüder, den Nachrichtenverkehr für Bistümer, Abteien und Klöster. Die Studierenden, die sich je nach ihren Heimatsländern in Landsmannschaften zusammentaten, nahmen für jede Landsmannschaft ihre besondern Boten in Eid und Pflicht. Diese Universitätsboten teilten sich in Haupt- oder Großboten und Unterboten. Die Geschäftslokale der erstern wurden bald wohlbesuchte Postanstalten, die sich mit der Annahme und Ausgabe von Briefen und Paketen auch von und an Privatpersonen befaßten. Die Städteboten (Boten der Städte, namentlich der Handelsstädte), zuerst Fußboten, dann auch zu Pferd und zu Wagen ihr Amt verrichtend, mußten bei dem schlechten Zustande der Wege und der herrschenden Unsicherheit tüchtige und zuverlässige Männer sein. Das Botenamt, eine reiche Einnahmequelle der Magistrate, stand unter einem Botenmeister. Die aus Silber gefertigte Botenbüchse wurde vom Rate der Stadt geliefert; als Amtsabzeichen führten die Boten kleine silberne Schilder (daher Silberboten). Städtische Botenanstalten finden sich schon zu Anfang des 15. Jahrh. in Straßburg, Köln, Konstanz, Frankfurt a. M., Augsburg u. a. O. Mitte des 16. Jahrh. erstreckten sich die städtischen Botenpostkurse, namentlich die der Hansa, der sich später der Rheinische Städtebund anschloß, auf sehr große Entfernungen. Erst die Post als Reichsanstalt nahm das ausschließliche Recht des Botenwesens für das ganze Gebiet des Deutschen Reiches in Anspruch und veranlaßte dadurch viele Rechtskämpfe mit den Landesherren, Städten und besonders mit den Reichsstädten. Beide Einrichtungen: die Reichspost und das landesherrliche und reichsstädtische Botenwesen, blieben nebeneinander in Tätigkeit, aber die kaiserlichen Wahlkapitulationen beschränkten letzteres sehr und verboten das sogen. Nebenpostieren. In Frankreich schuf Ludwig XI. 1464 eine Botenanstalt für die ganze Ausdehnung seiner Krongüter, die sogen. maîtres coureurs royaux, die unter der Leitung eines grand maître standen. Die Boten waren beritten; ein Netz von Relais war über das ganze Land verteilt; Privatpersonen war die Benutzung der Einrichtung streng untersagt. In Spanien und den Niederlanden nahmen die Botenanstalten einen hervorragenden Rang ein. In Italien dagegen hatten nur die bedeutendern Plätze der Lombardei und Venedig Botenverbindungen. In England bestand ein zunftmäßiges Botenwesen nicht, vielmehr entstand dort schon zu Anfang des 14. Jahrh. eine Beförderungseinrichtung, die sowohl nach ihrer Anlage als nach dem Namen, den sie annahm, sich als eigentliche Post darstellte. Nach den für Deutschland maßgebenden Reichsgesetzen vom 28. Okt. 1871 und vom 20. Dez. 1899 über das Postwesen ist die Tätigkeit der Boten, wie in fast allen Kulturstaaten, durch den Postzwang (s. d.) eingeschränkt; doch ist auch hier die Beförderung gegen Bezahlung durch expresse Boten gestattet. Der Expreßbote eines einzigen Absenders darf postzwangspflichtige Gegenstände weder von andern mitnehmen, noch für andre zurückbringen, und zwar ebensowenig unentgeltlich als gegen Bezahlung. – In Österreich beschränkt sich (Postgesetz vom 5. Nov. 1837) das Postmonopol auf verschlossene Briefe und periodische Schriften (§ 7); doch ist der Transport von Briefen im Lokalverkehr mit der Beschränkung freigegeben, daß niemand berechtigt ist, eine Anstalt zur Sammlung und zum kollektiven Transport von Briefen zu errichten. Die lokale Beförderung von Briefen ist vollständig freigegeben (§ 8–15).
4133 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    boteswm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    bote swm. derjenige der, sei es zu fuße oder zu pferde, abgesendet wird, etwas zu bestellen, zu enbieten; nach heutigem …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    boteF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    bote , F. Vw.: s. bōte (2)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bote

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +5 Parallelbelege

    bote , m. nuntius, der entsendet wird, um zu entbieten, zu verkündigen, zu laden, eigentlich um gebot, dann auch andere …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Bote

    Goethe-Wörterbuch

    Bote vereinzelt -th-; häufiger Wortgebrauch (etwa 500 Belege), bes motiviert durch die Inanspruchnahme postähnl Botendie…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bote

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bote (lat. nuntius ), in der Rechtssprache derjenige, der die Willenserklärung eines andern in dessen Auftrag einem Drit…

  6. modern
    Dialekt
    Bote

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Bote Band 2, Spalte 2,1752f.

  7. Sprichwörter
    Bote

    Wander (Sprichwörter)

    Bote 1. Der allerfrömmeste bot ist ein schalck. – Henisch, 470. Lat. : Simiarum pulcherrima deformis est. ( Seybold, 561…

  8. Spezial
    Botem

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Bote , m вестник , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bote

291 Bildungen · 148 Erstglied · 141 Zweitglied · 2 Ableitungen

bote‑ als Erstglied (30 von 148)

bote, bute

LW

bote·bute

bote, bute, f. 1. Abhülfe, Besserung, Heilung. 2. Busse (im kirchl. Sinne); Busse, Genugthuung durch Geld- oder andere Strafen (im gerichtl.…

botech

Lexer

bot·ech

botech , boteche stm. swf. BMZ bottich. einen botich vollen Kchr. 5612. daʒ waʒʒer ûʒ den butchen viel Ernst 2460 ; nebf. botige Kchr. D. 17…

BOTECHE

BMZ

BOTECHE , BOTEGE ( ahd. botaha Graff 3, 85 swm. rundes faß, bottich. vgl. bütte und botech. er hieʒ daʒ münster bereiten botigen unt waʒʒer …

botechære

MWB

botechære stM. ‘Böttcher’ der waz czu machende vurdinget eyme czymmirmanne [...] eyme steynmetzen, bodeker adder eyme andirn manne StRHeilig…

botega

AWB

botega sw. f. , mhd. botige, nhd. dial. bair. tirol. bottig Schm. 1,309, Schöpf 52, kärntn. poutige, poutinge Lexer 37, entlehnt aus ital. b…

botëga1

LDWB1

botëga 1 [bo·të·ga] f. (-ghes) Laden m., Geschäft n., Handel m., Handlung f., Kaufladen m., Kaufhaus n. ◆ botëga al menü Detailgeschäft n.; …

botëga2

LDWB1

botëga 2 [bo·të·ga] f. (-ghes) ‹umor› (dla braia) Hosentürchen n., Hosenschlitz m. ▬ avëi la botëga daverta die Hose offen haben; daurí la b…

botege

KöblerMhd

bot·ege

botege , sw. F. Vw.: s. boteche

botege, boteche

MWB

botege, boteche FM. auch botenge, buteche. Ahd. botega swF.; die Variante boteche, ahd. botahha (erstmals in VocBV151 , Ende 12. Jh., s. unt…

boteghier

LDWB1

boteghier [bo·te·ghīer] m. (-s) 1 Geschäftsmann m., Kaufmann m. 2 (patrun dla botëga) Ladeninhaber m. 3 Ladenangestellter m., Verkäufer m., …

boteghiera

LDWB1

boteghiera [bo·te·ghīe·ra] f. (-res) Geschäftsfrau f. , Kauffrau f. → boteghier.

boteghin

LDWB1

boteghin [bo·te·ghịŋ] m. (-s) Kramladen m. , kleiner Laden ◆ boteghin dl lotto (portina dl lotto) Lottoannahmestelle f .

B¹teholt

WWB

bote·holt

Bo¹te-holt. „ Beit- “ Holzscheit für den Ofen (Frbg.) ( Dor Hs).

Botelho de Magalhães

Meyers

Botelho de Magalhães (spr. botelljo de magaljāngs), Benjamin Constant , brasil. Staatsmann, geb. 1838, gest. 21. Jan. 1891 in Rio de Janeiro…

botelich

Lexer

bote·lich

bote-lich adj. BMZ apostolicus Barl. var. Dwb. 2,276.

botelîn

Lexer

bote·lin

botelîn stn. ib. dem. zu bote Mone schausp. Renn. 23687. 23707 ;

botelinc

MWB

bote·linc

botelinc stM. ‘Bote, Gesandter’ sant Jacob sprach: ich bin Cristus bodelinck, / deme kunt synt alle dinck Karlmeinet 337,36 MWB 1 947,57; Be…

B¹teling

WWB

bote·ling

Bo¹te-ling m. ⟨ meist Boitlink; Botlink Wal Ro , ( Osn KlönA, Ravensbg LandoisT ) ⟩ 1. unfruchtbares männliches Haustier. — a) einjähriger B…

botellaria

MLW

* botellaria sim. v. * butellaria . Pape

botellus

MLW

botel·lus

botellus (bude-, perdue-) , -i m. intestinum — Darm : 1 spectat ad homines: Lex Frision. 22,53 si -um botellum vulneraverit. 22,56 si -us bo…

boteln

KöblerMnd

bot·eln

boteln , sw. V. Vw.: s. bȫtelen

B²telnikolaus

WWB

botel·nikolaus

Bo²tel-nikolaus. Botelklås eine Spottgestalt, entstanden aus dem St. Nikolaus, mit der die heranwachsenden Burschen unter Spottversen ihren …

bote als Zweitglied (30 von 141)

Alpbote

DRW

alp·bote

Alpbote Alpbediensteter Tirol/ÖW. V 38 Faksimile Tille,Vintschgau 106

Altarbote

DRW

altar·bote

Altarbote mit Sammlung von Spenden für einen Altar Beauftragter wir erlitten haben ßo viel bullen kremer, cardinel ... gardianten, stifft bo…

archibote

MWB

archi·bote

archibote swM. ‘wichtiger Bote’ der [Ametist] bezaichenet di martirare, / di gotes arhepoten waren HimmlJer 411 MWB 1 349,7; Bearbeiter: Die…

arnebote

Lexer

arne·bote

arne-bote swm. BMZ bote Leseb. vgl. gt. asneis nhd. mietling, aber auch oben ârant.

arzebote

KöblerMhd

arze·bote

arzebote , sw. M. nhd. Erzbote Hw.: s. arzāt, archibote E.: vgl. gr. ἀρχι- (archi), Adj., erste, oberste; vgl. gr. ἄρχειν (árchein), V., vor…

beredbote

Lexer

be-red-bote swm. BMZ anwalt, vertheidiger Weist. West. gl. 45.

brūtbote

KöblerMhd

brūt·bote

brūtbote , sw. M. nhd. „Brautbote“, Brautführer ÜG.: lat. paranymphus Gl Q.: Gl (15. Jh.?) I.: Lsch. lat. paranymphus? E.: s. ahd. brūtiboto…

bībote

KöblerMhd

bībote , sw. M. nhd. „Beibote“, Hilfsbote Q.: LexerHW (1443) E.: s. bī, bote W.: nhd. (ält.) Beibote, M., Beibote, Nebenbote, DW 1, 1358 L.:…

dienestbote

MWB

dienest·bote

dienestbote swM. ‘Diener’ (in untergeordneter Funktion): dy warin dine cremer, si brachten dinem volke dinstbotin [ mancipia ] Cranc Ez 27,1…

dienstbote

DWB

dienst·bote

dienstbote , m. famulus, famula. ursprünglich einer der in den dienst genommen ist um befehle zu bringen, bestellungen auszurichten, botendi…

engelbote

Lexer

engel·bote

engel-bote swm. engel. die heiligen und die engelboten Pass. 129,41.

erzebote

Lexer

erze·bote

erze-bote swm. erzengel Diem. 371,32 (arzepote) Pass. 151,8. 343,51.

fürbote

KöblerMhd

fürbote , sw. M. Vw.: s. vürebote*

gabote

KöblerAe

gabote , st. F. (ō)?, sw. F. (n)? nhd. kleine Schüssel, Teller ÜG.: lat. paropsis Gl Q.: Gl I.: Lw. lat. gabata E.: s. lat. gabata, F., Scha…

gebote

Lexer

ge-bote swm. bote, briefträger Mr. 3655. 58.

gerichtsbote

DWB

gerichts·bote

gerichtsbote , m. nuncius judicialis Stieler 182 , vergl. gerichtsdiener, -frohn, -knecht, -weibel: des gerichtz bote, pote weisth. 5, 124 (…

gotesbote

KöblerMhd

gotes·bote

gotesbote , sw. M. nhd. Gottesbote ÜG.: lat. evangelista PsM Hw.: vgl. mnd. gōdesbōde (2) Q.: Vät, Märt (FB gotesbote), Ägidius (um 1160), A…

himelbote

Lexer

himel·bote

himel-bote swm. himmelsbote, engel. Gabriêl der himelbote Erlœs. XVII, 342. daʒ si wære ein engel wunnebære und ein durhliuhtec himelbote Tr…

hērrenbote

KöblerMhd

hērrenbote , sw. M. nhd. Herrenbote, Bote eines Herrn Hw.: vgl. mnd. hērenbōde Q.: RvZw (1227-1248) E.: s. hērre, bote W.: nhd. DW- L.: DRW

hōchbote

KöblerMhd

hōch·bote

hōchbote , sw. M. nhd. „Hochbote“, Gesandter, Ehrenbote Q.: PKchr (nach 1275) E.: s. hōch (1), bote W.: nhd. DW- L.: DRW

Ableitungen von bote (2 von 2)

gebote

Lexer

ge-bote swm. bote, briefträger Mr. 3655. 58.

verbote

BMZ

verbote swv. lade vor gericht. die zu dem jârgeding verbottet würden Gr. w. 2,45. vgl. Haltaus 1837. Oberl. 1762.