Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bort stMN.
1.1 allgemein
1.2 besonders Rand von Gewässern, ‘Ufer, Böschung, Fassung (von Quellen und Brunnen)’
2 ‘Schiffsplanke’ (gebraucht für Seiten- wie Deckplanken), auch ‘Seitenwand des Schiffs’ , ‘Schiffsdeck’ und das Schiff selbst (vgl. Kluge, Seemannssprache, S. 127-130)
2.1 allgem.
2.2 über bort ‘über, von Bord’
1 ‘Rand, Kante’ 1.1 allgemein: sie slugen vnd stizzen / mit des schildes borte / vnde mit des speres orte, / mit des swertes knoufe Herb 5409; nv fort, ritter, vort! / ienre sweimete vmbe bort [am Rande des Kampfkreises] ; / dirre stunt mitten dar in ebd. 9541; und schlug den konig [...] mit dem kopff an syn antlicz, das im das bort von dem kopff das fleisch schneyt biß off das beyn Lanc 57,35; ez stêt ein turn ze Garte, dar inne lît mîn hort, / der ist gefult mit schatze von bodem unz an den bort OrtnAW 52,4. – übertr., für die Reimstelle des ersten Verses eines Reimpaars, gedacht als Fuge, Zäsur?: daz kein buchstab begegene / der vumfer an deme worte, / daz einer an dem borte, / der ander an dem ende ste; / dem a begegene nicht daz e [...] HeslApk 1402. – über bort ‘über den (oberen) Rand hinaus, übermäßig’ hiut sî dîns süezen lobes wort / hô über bort / gelobet von allem künne LobGesMar 41,13; von grunde auf hohe biz uber bort / hat mich dein minne durchgozzen Syon 556; und mit der maz, da mit ir hie / gemeszent, mit der wirt uch dort / gemeszen wider uber bort EvStPaul 6795. – got unser herre im do bot / disses amtes vollen bort [ganzes Maß] Pass III 557,43 1.2 besonders Rand von Gewässern, ‘Ufer, Böschung, Fassung (von Quellen und Brunnen)’ der krieg [...] vmbe die gewer der borter des baches, der enzvischen ir gvͦte rinnet UrkCorp (WMU) 198,5; ûf des wazzers bort / dâ stêt ein linde wolgestalt HvFreibTr 4682; nâhen der borte sîn gezelt / gegen den schiffen zôch man uf Kreuzf 682 u.ö.; und stiess in von mir úber daz port ab in den Rin Seuse 80,11; der borne werffet noch over boirt / al das veniin [Gift] das in eme ist MinneR 497 984 2 ‘Schiffsplanke’ (gebraucht für Seiten- wie Deckplanken), auch ‘Seitenwand des Schiffs’, ‘Schiffsdeck’ und das Schiff selbst (vgl. Kluge, Seemannssprache, S. 127-130) 2.1 allgem.: Vlixes trat vf des schiffes bort / vnde sluc vnd dranc, / vnz er vf den stat spranc Herb 4394; nu daz er in daz schif geschreit, / dô saz er nider an daz ort. / sîn houbet legte er ûf daz bort / unt entslief ein kleine KvWPart 658; als ie gelac ein bruoder tôt, / herzog Ernest daz gebôt, / daz man in legte ûf des kieles bort; / dan fuorten in die grîfen vort ErnstD 3361; die lute wanten ouch iren mut / uf den wec, den er zeigete. / den segel man nu neigete / und wolden in zur andern bort Pass III 470,13; als dy schif dy epphel tragen, / der [deren] marnere balde jagen / und ylen vaste vursich vort, / nicht alleine durch den bort, / sunder durch den willen me / daz von dem swemen uf der se / dy epphel in vervulen icht Hiob 3518 2.2 über bort ‘über, von Bord’ und er dar în [ barke ] getrat, / er schufte dâ manegen über bort Wh 415,7; daz er lieze / die vrowen werfen vber bort / als man [...] / vz anderen schiffen plege / swanne ieman tot gelege PassI/II 380,4; die unden sich erhuben / vnde traden zv in vber bort ebd. 204,64; bildl.: diu heidenschaft in [den Christen] über bort / an allen orten ündet în Wh 32,2. – übertr.: si wâren vil einbære / beidiu ir wille und ir wort. / ich weiz wol, daz si über bort / vil geselliclîchen giengen, / dâ si die geste enpfiengen Tr 5248; der uber bort / sins mundes vz lat ein wort EvStPaul 8222
MWB 1 932,13; Bearbeiter: Plate