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Bōrt

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Bōrt

Bd. 1, Sp. 1130
Das oder der Bōrt, des -es, plur. die -e, ein altes Wort, welches den Rand eines jeden Dinges bedeutet. 1) Eigentlich. Das Bort (der obere Rand) eines Gefäßes. Etwas mit einem Borte, oder Rande versehen. Der Bort an den Salzpfannen, der obere Rand derselben. Auch das Ufer eines Flusses, Sees u. s. f. wird ein Bort genannt. Das Wasser an dessen blumigen Bort sie oft schlummert, Geßn. Am Ufer, wo kleine Wellen das Bort schlagen, ebend. Am blumenvollen Bort des fließenden Krystalls, Wiel. Im Hochdeutschen kommt es in dieser Bedeutung seltener vor, häufiger im Oberdeutschen, wo es oft die Borte lautet; S. dieses Wort. Am häufigsten findet man es im Hochdeutschen, obgleich auch nur nach Anleitung der Niedersachsen, von dem obern Rande eines Schiffes, wo es aber am häufigsten indeclinabel und ohne Artikel gebraucht wird. Ein Schiff von hohem Borte, ein Kriegesschiff, und in noch weiterer Bedeutung, ein jedes Schiff, welches auf der See gehet. Ein Schiff von niedrigem Borte, ein Handelsschiff, ingleichen ein Flußschiff. Etwas über Bort werfen, es in die See werfen. Über Bort fallen, springen, u. s. f. 2) Figürlich, das Schiff selbst; doch nur in einigen Ausdrücken. An Bort gehen, zu Schiffe gehen. Zu einem an Bort gehen, oder kommen, auf dessen Schiff gehen. An Bort bringen, einschiffen. An Bort legen, sich mit seinem Schiffe so nahe an das andere legen, daß man hinein springen kann. Am Bort des Admirals-Schiffes, auf dem Admirals-Schiffe. Die Französische Sprache hat noch mehrere ähnliche Redensarten, welche aber im Deutschen niedrig klingen, wenn sie von ungeschickten Übersetzern beybehalten werden; z. B. sortir de son bord, aus seinem Borte gehen, für aus seinem Schiffe gehen. Anm. Im Hochdeutschen ist dieses Wort im männlichen Geschlechte am üblichsten; doch wenn es von dem Rande eines Schiffes oder dem Schiffe selbst gebraucht wird, wird ihm zuweilen das ungewisse beygeleget, das Bort, welches auch in den zusammen gesetzten Backbort und Strybort am häufigsten ist. In eben dieser und den verwandten nordischen Mundarten bedeutet dieses Wort noch: 1) Ein Bret, etwas darauf zu setzen. Ein Bücherbort, ein Bücherbret. Diese Bedeutung hat so wohl das alte Goth. Baurd, als auch das Wallisische Bord, Biord, das Schw. Bord, das Engl. Board, und das Dän. Bord. Von dieser Bedeutung rühret es vermuthlich noch her, daß auch in den Salzwerken die eisernen Bleche, woraus die Salzspannen bestehen, Borte genannt werden. 2) Einen Tisch, welche Bedeutung sich noch bey dem Schwed. Bord, dem Angels. Board, und dem Dän. Bord befindet. 3) Ein Haus, S. Bordell. 4) Das Äußerste eines jeden Dinges, welches die erste Bedeutung zu seyn scheinet, wenigstens die gemeinste ist, die sich aber nur noch in dem Schwed. Bord, dem Isländ. Bard, und dem Ital. Bordo erhalten hat. So fern es den Rand eines Schiffes, und das Schiff selbst bedeutet, lautet es im Franz. Bord, im Holländ. Boord, und im Engl. Board. Bording bedeutete in Niedersachsen ehedem ein Fahrzeug. Es ist ungewiß, ob dieses Wort von Ort, das Äußerste eines Dinges, mit dem vorgesetzten B, oder von bor, empor, hoch, und bären, heben, weil der Rand einer Sache gemeiniglich erhaben zu seyn pfleget, oder von einem andern Stammworte herkommt. So fern es das Ufer bedeutet, hat[] es zu dem Engl. to board, anländen, und zu dem Ital. abbordare, und Franz. aborder, annähern, Anlaß gegeben; ja es stehet dahin, ob nicht das Lat. Portus, ein Hafen, selbst davon herkommt. S. Börde, Borte und Bret. Die Niedersachsen haben in diesem Worte ein d, welches auch viele Hoch- und Oberdeutsche beybehalten, vermuthlich den gedehnten Ton des Wortes dadurch zu bezeichnen, daher man aus eben derselben Ursache ehedem auch Pabst und Probst schrieb. Allein da diese Analogie längst veraltet ist, und in der Verlängerung des Wortes, wenigstens im Hochdeutschen, das t sehr merklich ist, so schreibt man es lieber mit diesem.
3912 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    bortM.

    Köbler Afries. Wörterbuch

    bort , M. nhd. Scherz ne. joke (N.) Hw.: vgl. mnl. boerde Q.: Jur I.: Lw. afrz bourde E.: s. afrz bourde, Sb., Spiel, Sc…

  2. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    bortAdv.

    Köbler An. Wörterbuch

    bort , Adv. nhd. fort Hw.: s. brott L.: Vr 51a

  3. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    bortst. (m.?)

    Althochdeutsches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    bort st. ( m.? ) , mhd. bort m. n., nhd. bord m. n. ; as. bord m., mnd. bōrt f. m., mnl. boort m. f. n. ; afries. bord m…

  4. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BORTstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    BORT stm. ? ( doch vgl. uber di bort Pass. Germania 7,269 ) der rand, insbesondere der rand des schiffes. zu ich bir? vg…

  5. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bort

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +10 Parallelbelege

    bort, m. u. f. Rand eines Gefässes, Bettes, Schiffes, einer Glocke; Tafel, Tisch.

  6. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bōrt

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das oder der Bōrt , des -es, plur. die -e, ein altes Wort, welches den Rand eines jeden Dinges bedeutet. 1) Eigentlich. …

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bort

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Bort (spr. bōr), Stadt im franz. Depart. Corrèze, Arrond. Ussel, an der Dordogne und am Fuß eines Basaltfelsens (Orgues …

  8. modern
    Dialekt
    Bort

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Bort Band 4, Spalte 1430 Bort (I) 4,1430

  9. Spezial
    борт

    Russ.-Dt. Übers. (ru-de)

    борт оказаться за бортом истории идиом. - auf der Müllhalde der Geschichte landen idiom. оказаться за бортом идиом. - vo…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bort

159 Bildungen · 84 Erstglied · 70 Zweitglied · 5 Ableitungen

bort‑ als Erstglied (30 von 84)

Bōrtanker

Adelung

bort·anker

Der Bōrtanker , des -s, plur. ut nom. sing. in der Seefahrt, eine allgemeine Benennung der Haupt- und Nachtanker, vermuthlich weil sie am Bo…

bortbra

AWB

bort·bara

bortbara sw. f. ? porta-para („ das mittlere a wahrscheinlicher als o“ Steinm. z. St. ) : nom. sg. Gl 3,17,59 ( Sg 242, 10. Jh. ). die ‘ Sch…

Bōrtblếch

Adelung

bort·blech

Das Bōrtblếch , des -es, plur. die -e, an den Salzpfannen, die Seitenbleche, im Gegensatze der Bodenbleche. Sie werden auch die Bortenbleche…

bortbrêf

LW

bort-brêf, Geburtsbrief, Bescheinigung ächter freier Geburt.

Bortbuechstab(en)

Idiotikon

Bortbuechstab(en) Band 10, Spalte 1039 Bortbuechstab(en) 10,1039

bortbāra

KöblerAhd

bortbāra , sw. F. (n)? Vw.: s. bortbara*

borte

FWB

1. ›gewebtes Band, Zierband, Borte‹.; 2. ›gewebtes Band, Zierband als Besatz von Kleidungsstücken‹.; 3. ›(Borte als) Gürtel‹.; 4. ›(Borte al…

bortelīn

KöblerMhd

borte·līn

bortelīn , st. N. nhd. Börtlein, kleine Borte Q.: GTroj, HvBurg (FB börtelīn), BDan, Philipp, StRPrag, Trist (um 1210) E.: s. borte (1), *lī…

bortelīnwirkære

KöblerMhd

bortelīnwirkære , st. M. nhd. Bordürenmacher ÜG.: lat. limbularius Gl Q.: Gl (15. Jh.?) E.: s. bortelīn, wirken (1) W.: nhd. DW- L.: LexerHW…

Bōrten

Adelung

bor·ten

Der Bōrten , des -s, plur. ut nom. sing. S. die Borte.

Bōrten-Filếtt

Adelung

borten·filett

Das Bōrten-Filếtt , des -es, plur. die -e, bey den Buchbindern, ein Eisen, den Band der Bücher mit einer künstlichen Borte zu versehen, und …

bortengewand

DWB

borten·gewand

bortengewand , n. vestis limbo ornata: die zier, arbeiter aller schneider, aller portengewend, geschmeid und kleider. Ayrer 263 c ;

bortengewant

MWB

borten·gewant

bortengewant stN. ‘Kleidungsstück mit Borten’ kleider unde bortengewant, / hûsgereht und swaz man vant / in den judenhiusern über al, / daz …

Borten+gürtel

PfWB

borten·guertel

Borten + -gürtel m. : 'mit Borten verzierter Gürtel'. a. 1537: Ein Braunen Borttengürttell [SpeyTreudInv]. —

Bortenhut

PfWB

borten·hut

Borten-hut m. : 'mit Borten verzierter Hut', Boʳdehut [KL-Weltb (1930)].

bortenroc

KöblerMhd

borten·roc

bortenroc , st. M. nhd. „Bortenrock“, Rock mit Borten Q.: LexerN (1356) E.: s. borte, roc (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 97 (bortenroc)

bortenseide

DWB2

borten·seide

bortenseide f .: ⟨u1194⟩ Ulrich v. Zazikhoven 4874 H. 1489 Keller reiserechenb. 839 B.

Bortenweberei

Meyers

borten·weberei

Bortenweberei , die Verfertigung der Borten , bandförmiger Gewebe, auf Web- oder Mühlstühlen. Gold- und Silberborten werden aus Gold- und Si…

Bortenwerk

Campe

borten·werk

◎ Das Bortenwerk , des — es, d. Mz. ungew. so viel als Bortenarbeit ( Posamentir arbeit). C.

bort als Zweitglied (30 von 70)

ambōrt

MNWB

ambōrt s. anbōrt, Näherrecht, das Beispruchs- oder Retraktrecht der nächsten Grenznachbarn, Vorkaufsrecht der Nachbarn auf das angrenzende G…

¹anbōrt

MNWB

1 anbōrt , an(ge)bōrt , f. , 1. Blutsverwandtschaft . 2. Näherrecht, Beispruchsrecht. S. noch das folgende.

Báckbōrt

Adelung

back·bort

* Das Báckbōrt , des -es, plur. die -e, auf den Schiffen, die linke Seite des Schiffes, wenn man aus dem Hintertheile nach vornen zu siehet;…

bakbōrt

MNWB

bak·bort

bakbōrt , backbōrt die linke, ursprünglich dem Steuernden im Rücken liegende Seite. an b. liggen, hebben, liggen lâten, lâten d. i. links vo…

Chǟsbort

Idiotikon

Chǟsbort Band 4, Spalte 1630 Chǟsbort 4,1630

Dāhlbōrt

Adelung

dahl·bort

Das Dāhlbōrt , des -es, plur. die -e, in dem Schiffbaue, die Lehne an der Gallerie, ingleichen das Äußerste an der Schiffsverkleidung, die o…

Diamantbort

Adelung

diamant·bort

Das Diamantbort , des -es, plur. inus. ein unreiner Diamant, besonders wenn er gepülvert ist, da denn dieses Pulver zum Schleifen des reinen…

drî|bort

MWB

drî|bort stN. ein kleiner Bootstyp: [am Zoll zahlt] ein nache, der ein stende rudil hat, i. colnisch; item ein dribort i. lichin penning Urk…

drībort

KöblerMhd

drī·bort

drībort , st. N. nhd. Nachen, Kahn Q.: Urk (1329) E.: s. drī, bort W.: nhd. (ält.) Dreibord, N., Kahn aus drei Brettern, DW2 6, 1352 L.: Lex…

Falcheⁿbort

Idiotikon

Falcheⁿbort Band 4, Spalte 1630 Falcheⁿbort 4,1630

gankbort

KöblerMnd

gankbort , F.? Vw.: s. gancbōrt

goldbort

KöblerAhd

gold·bort

goldbort , st. M. (a?, i?) nhd. Goldborte, Goldband ne. golden band ÜG.: lat. aurifrigium Gl Hw.: s. goldborto* Q.: Gl (12. Jh.?) I.: Lüt. l…

Háckbōrt

Adelung

hack·bort

Das Háckbōrt , des -es, plur. die -e, der oberste Theil an dem Hintertheile eines Schiffes, welcher gemeiniglich aus Bildhauerarbeit bestehe…

hochbort

DWB

hoch·bort

hochbort , m. n. schiff mit einem hohen bort, das nur segel führt, im gegensatz der niederborte, die segel und ruder zugleich führen. Jacobs…

Hërdbort

Idiotikon

Hërdbort Band 4, Spalte 1630 Hërdbort 4,1630

kerk°bōrt

MNWB

kerk·bort

kerk ° bōrt , kark- Wandbrett, Gestell für die Kirche (Wismar 16. Jh.). —

Lēebōrt

Adelung

lee·bort

Das Lēebōrt , des -es, plur. die -e, in der Seefahrt, das linke Bort des Schiffes, die Schiffsseite unter dem Winde, welche auch das Bakbort…

lê{?K}pel*bōrt

MNWB

lê{?K}pel * bōrt , n. , Regal zum Aufhängen der Löffel (SL: 1607). —

morgenbort

Lexer

morgen·bort

morgen-bort stmn. 37 β 3 hell. umb 12 morgenborte Frankf. baumstb. 1384 , 3 b . in den gleichzeitigen rechenbüchern kommen die morgenborte o…

Ableitungen von bort (5 von 5)

Beborten

Campe

Beborten , v. trs. mit einer Borte versehen, besetzen (bordiren). Ein Kleid beborden. Ein bebordetes Kleid. Uneigentlich. Die Gartenbeete, d…

Bebortung

Campe

Bebortung , Mz. die — en. 1) Die Handlung des Bebordens oder Bebortens; ohne Mehrzahl. 2) Dasjenige, womit eine Sache bebordet oder bebortet…

borte

DWB

borte , m. limbus, wie ahd. porto ( Graff 3, 213 ), mhd. borte ( Ben. 1, 223 a ): und oben mitten in sol ein loch sein und ein borte umb das…

gebort

Lexer

ge-bort s. geburt.

verborten

DWB

verborten , verb. mit einer borte versehen Heinsius 4 2 , 1268. früher scheint verbortieren, fimbriis ornare et quasi tegere Frisch 1, 120 b…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „bort". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/bort/adelung?formid=B03578
MLA
Cotta, Marcel. „bort". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/bort/adelung?formid=B03578. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „bort". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/bort/adelung?formid=B03578.
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