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Boden

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Boden Der

Bd. 1, Sp. 585b
Der Boden, des — s, Mz. die Böden, bei Andern, die Boden, überhaupt das Unterste, der Grund, die Grundlage einer Sache. 1) Die Oberfläche der Erde, als der Grund, die Grundlage alles dessen betrachtet, was darauf befindlich ist; der Erdboden. Die Erde bebte, der Boden wankte unter mir. Pfadlos, ach! und rauh ist der Boden! Einen zu Boden schlagen, ihn schlagen, daß er zur Erde fällt, und uneigentlich, ihn entkräften, des Muths, der Hoffnung berauben, ihn tief demüthigen  Einen zu Boden werfen, treten, ihn unterdrücken. »Dies schlägt alle deine Entschließungen auf Einmahl zu Boden«, vernichtet sie auf Einmahl. Dusch. I engerer Bedeutung, die Oberfläche der Erde oder ein Theil derselben. (1) I Rücksicht auf ihre natürliche Beschaffenheit. Ein fruchtbarer, unfruchtbarer, fetter, magerer, sandiger, kalter, hitziger Boden, oder mit Grundwörtern zusammengesetzt, Sandboden, Lehmboden, Weizenboden  Uneigentlich. Auf dem Boden eines guten Herzens, schlagen gute Lehren Wurzel, und gedeihet manche schöne That. Die Ermahnung ist auf einen guten Boden gefallen. So auch das Sprichwort: Handwerk hat einen goldnen Boden, ernähret, gehörig getrieben, seinen Mann reichlich. I einer ähnlichen uneigentlichen Bedeutung spricht Kant auch von einem Boden der Begriffe oder des Erkenntnißvermögens, und versteht darunter, dasjenige Fach, oder Feld, worin für uns Erkenntniß möglich ist, z. B. die Erfahrung. (2) I Rücksicht auf das Eigenthumsrecht, da man es gewöhnlich mit Grund verbindet. Grund und Boden ist mein. 2) Der unterste Theil eines Gefäßes, Behältnisses, oder was dem ähnlich ist. Der Boden eines Glases, eines Fasses, Sackes  Der Boden eines Zimmers, der Fußboden. Dem Fasse den Boden ausstoßen, eine Sache völlig verderben, auf Einmahl unbrauchbar machen. Sich zu Boden, oder auf den Boden setzen, von den schweren erdigen Theilen in einer Flüssigkeit, welche niedersinken. S. Bodensatz. Х Zu Grund und Boden gehen, völlig verderbt werden. So auch der Boden des Meeres, der Grund desselben. I den Hüttenwerken ist der Boden der unterste Theil des Flußofens, wo sich das Eisen, wenn es flüssig geworden ist, sammelt und wo es abgestochen wird, daß es ablaufe. Bei den Geigen= und Lautenmachern, der unterste gewölbte Theil einer Geige oder Laute. I Mühlenbaue versteht man unter dem Boden des Rades diejenigen Bretter, welche die zwischen den Kränzen des Rades eingesetzten Schaufeln inwendig mit einander verbinden. Bei den Goldschmieden wird auch die unrechte Seite einer getriebenen Arbeit der Boden genannt. I ähnlicher uneigentlicher Bedeutung nennt man auch Wachs oder Talg, das in Schüsseln gegossen die Form des Bodens derselben angenommen hat, einen Boden Wachs oder Talg. 3) Der Raum eines Gebäudes, der zwischen zwei gestrekten Gebälken bleibt, oder der Theil des Gebäudes, der nicht unmittelbar zu einer Wohnung eingerichtet ist, sondern zu anderm Gebrauch, zur Aufbewahrung verschiedener Dinge  dient, besonders, wenn er unmittelbar unter dem Dache befindlich ist. Auf den Boden gehen. »Er (der Kater) hatte die Nacht durch einsame Böden durchirrt.« Zachariä. Ein Kornboden, Schüttboden  So auch ein Fechtboden, Tanzboden. I den Scheuern und andern nicht zu Wohnungen bestimmten Gebäuden ist Boden eben das, was bei Andern ein Geschoß, Stockwerk ist. Ein Thurm, ein Vorrathshaus mit vielen Böden. Ein Raum unmittelbar unter dem Dache heißt in einigen O. D. Gegenden die Bühne, im N. D. der Böhn. 4) † I mehrern, besonders N. D. Gegenden, der Grund bunter, geblümter  Zeuge. Ein Stoff mit dunkelem Boden.
3533 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    bodenst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    boden , st. M. (a) Vw.: s. bodem*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bodenst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    boden , st. M. Vw.: s. bodem

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bodenF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    boden , F. Vw.: s. bȫdene

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Boden

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Boden , des -s, plur. die Böden, überhaupt das Unterste einer jeden Sache. Besonders, 1. Die Oberfläche der Erde, im…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Boden

    Goethe-Wörterbuch

    Boden rund fünf Sechstel der üb 850 Belege in A; Pl selten (nur in C u einmal in B 1 b), nur einmal 1) ‘Boden’ T1,278,22…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Boden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Boden ( Erdboden ), die äußerste Schicht der festen Erdrinde, ein erdiger Überzug über dem festen Gestein (Grund und Bod…

  7. modern
    Dialekt
    Boden

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Boden Band 2, Spalte 2,1544–1550

  8. Sprichwörter
    Boden

    Wander (Sprichwörter)

    Boden 1. Der Boden ist nass, eh' der Blinde verstopft das Fass. 2. Der Boden trägt gut, wenn der Herr selber das Beste t…

  9. Spezial
    Boden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bo|den m. (-s, Böden) 1 (Fußboden) funz (func) m. 2 (Erdreich, Erde) tera (teres) f. 3 (Grundlage) basa (bases) f. , fon…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit boden

500 Bildungen · 309 Erstglied · 188 Zweitglied · 3 Ableitungen

boden‑ als Erstglied (30 von 309)

Bodenheim

SHW

Boden-heim Band 1, Spalte 987-988

Bodenaltertum

DERW

boden·altertum

Bodenaltertum, N., ›vorgeschichtlich oder geschichtlich bedeutsamer Gegenstand auf oder in einem Grundstück‹, 20. Jh.?, s. Boden, Altertum

Bodenbach

Meyers

boden·bach

Bodenbach , Stadt in Böhmen, Bezirksh. Tetschen, nahe der sächsischen Grenze, an der Mündung des Eulenbaches in die Elbe, mit dem gegenüberl…

Bodenbearbeitung

Meyers

boden·bearbeitung

Bodenbearbeitung , Verbesserung des ungünstigen physikalischen und chemischen Zustandes, in den der Boden durch Benutzung zur Pflanzenkultur…

Bodenbefreiung

DERW

boden·befreiung

Bodenbefreiung, F., ›Lösung der Grund- stücke der Bauern aus den feudalen Ab- hängigkeitsverhältnissen zu Beginn des 19. Jahrhunderts‹, 20. …

Bodenbelag

LDWB2

boden·belag

Bo|den|be|lag m. (-[e]s, ...beläge) 1 funz (func) m. 2 curida (-des) f.

Bodenbesitzreform

Meyers

bodenbesitz·reform

Bodenbesitzreform ( Bodenreform ). Unter diesem Namen werden im weitern Sinn alle auf eine Reform des geltenden Bodenbesitzrechts abzielende…

Bodenblatt

Adelung

boden·blatt

Das Bodenblatt , des -es, plur. die -blätter, in den Probieröfen, ein Blatt von Thon unter der Nuffel, worauf die Kapellen und Scherbel gese…

boden als Zweitglied (30 von 188)

Erdboden

RDWB1

Erdboden m etw. dem ~ gleich machen idiom. - сровнять с землёй идиом. , стереть с лица земли идиом. , выжигать / выжечь калёным железом идио…

Hosenboden

RDWB1

Hosenboden m sich auf den ~ setzen idiom. - засесть за учёбу

Ackerboden

Wander

acker·boden

Ackerboden Wer die Tiefe seines Ackerbodens mehrt, thut ebenso viel, als wenn er die Fläche des Ackers vergrössert. – Wunderlich, 3.

bebōden

MNWB

beb·oden

bebōden , swv. , beschicken, durch Boten melden, Botschaft bringen, benachrichtigen, durch Boten vorfordern, einladen, entbieten , zusammenb…

besendebōden

MNWB

besendebōden , swv. , einen Sendeboten schicken, beschicken.

Bettboden

Campe

bett·boden

Der Bettboden , des — s, Mz. die — böden, der hölzerne Boden eines Bettgestelles.

Blindboden

Adelung

blind·boden

Der Blindboden , des -s, plur. die -böden, bey den Bierbrauern, der obere blinde oder falsche Boden in dem Maischbottige, welcher weggenomme…

bōdemvruchte, bōde(n)

MNWB

° bōdemvruchte, bōde(n)-, pl. , Erträgnisse des Bergbaues (Goslar 1401). vruchtbōdem, ~bôm, ~brûkinge, ~drechtichê(i)t , ~drechtlĩk, ~lôs, ~…

Döbelboden

Adelung

doebel·boden

Der Döbelboden , des -s, plur. die -böden, im gemeinen Leben, der Fußboden zwischen zwey Stockwerken, wo der Raum zwischen zwey Hauptbalken …

erdboden

DWB

erd·boden

erdboden , m. 1 1) orbis terrarum: auf das same lebendig bleibe auf dem ganzen erdboden. 1 Mos. 7, 3 ; denn das gewesser war noch auf dem ga…

Faßboden

BWB

Faßboden Band 2, Spalte 2,1555

Ableitungen von boden (3 von 3)

bebōden

MNWB

bebōden , swv. , beschicken, durch Boten melden, Botschaft bringen, benachrichtigen, durch Boten vorfordern, einladen, entbieten , zusammenb…

bodene

KöblerMnd

bodene , F. Vw.: s. bȫdene

urboden

DWB

urboden , m. , ursprünglicher, unverbrauchter boden: in dieses neugebrochene land, das gleichsam die ganze jugendkraft eines urbodens in sei…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „boden". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/boden/campe?formid=B06688
MLA
Cotta, Marcel. „boden". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/boden/campe?formid=B06688. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „boden". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/boden/campe?formid=B06688.
BibTeX
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