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Boden

ae. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Boden

Bd. 1, Sp. 1108
Der Boden, des -s, plur. die Böden, überhaupt das Unterste einer jeden Sache. Besonders, 1. Die Oberfläche der Erde, im Gegensatze des Himmels, ohne Plural. 1) So fern diese Oberfläche bloß als das Unterste im Gegensatze des Himmels betrachtet wird. Daher, der Erdboden, die ganze Erdkugel, besonders in Rücksicht auf ihre Oberfläche. Siehe das demüthige Veilchen, welches auf der Erde kriecht, und sich kaum über den Boden zu wagen scheinet. Der Boden weicht unter mir. Pfadlos, ach! und rauh ist der Boden! Wenn das Wort Boden von einzelnen Theilen der Erdfläche gebraucht wird, so geschiehet solches in dieser Bedeutung am häufigsten in einigen figürlichen Redensarten. Einen zu Boden treten, ihn unterdrücken. Jemanden zu Boden schlagen, ihn demüthigen, ihm alle Hoffnung benehmen, ihn entkräften u. s. f. Dieß schlägt alle deine Entschließungen auf Ein Mahl zu Boden, Dusch, vernichtet sie, macht sie unnütz. 2) In Rücksicht auf die physische Beschaffenheit des Erdbodens, in der Landwirthschaft. Ein fruchtbarer Boden, ein sandiger, ein kalter, ein hitziger Boden. Sprichw. Das Handwerk hat einen goldenen Boden, es ernähret seinen Meister reichlich. 3) In Rücksicht auf das Recht des Eigenthumes, da dieses Wort gemeiniglich mit[] dem Worte Grund verbunden wird. Grund und Boden ist mein. 2. Der unterste Raum eines Gefäßes, Behältnisses, oder was dem ähnlich ist. Der Boden eines Fasses, eines Sackes, eines Gefäßes, eines Zimmers, der auch wohl der Fußboden genannt wird, zum Unterschiede von dem obern Boden eines Gebäudes. Dem Fasse den Boden ausstoßen, in einer niedrigen Figur, eine Sache völlig verderben. Sich zu Boden, oder auf den Boden setzen, sagt man von schweren Körpern, welche sich in einem flüssigen niederwärts senken. S. Bodensatz. So auch von dem Boden oder Grunde des Meeres. Zu Grund und Boden gehen, im gemeinen Leben, völlig verderbet werden. Die Goldschmiede nennen auch die unrechte Seite einer getriebenen Arbeit den Boden. 3. Was die Gestalt des Bodens eines Gefäßes hat. In dieser Bedeutung nennet man nur im Handel und Wandel, ein rundes Stück Wachs oder Talg, welches in eine hölzerne Schüssel gegossen worden, wovon es die Figur angenommen hat, einen Boden Wachs oder Talg. 4. Der Raum eines Gebäudes, welcher zwischen zwey gestreckten Gebälken bleibt, oder der Theil eines Gebäudes, welcher nicht unmittelbar zur Wohnung zubereitet ist. Ein Kornboden, ein Haferboden, ein Malzboden, ein Holzboden, ein Fechtboden, ein Tanzboden u. s. f. Auf den Boden gehen. Daher bey Scheuern oder andern nicht zur Wohnung bestimmten Gebäuden Boden eben das ist, was bey andern ein Geschoß, oder Stockwerk heißt. Ein Thurm, ein Vorrathshaus mit vier Böden. Besonders der oberste Raum eines Hauses unter dem Dache, welcher in einigen Oberdeutschen Gegenden die Bühne, im Nieders. der Böhn genannt wird. Er, der Kater, hatte die Nacht durch einsame Böden durchirrt, Zachar. Ehedem wurde ein solcher oberster Boden auch der Söller genannt, S. dieses Wort. Im Nieders. heißt er auch Oken, und im Osnabrückischen Hyle. 5. In einigen, besonders Niedersächsischen Gegenden wird der Grund bunter oder geblümter Zeuge der Boden genannt, in welcher Bedeutung der Plural ungewöhnlich ist. Stoff mit dunkelem Boden. Anm. 1. So fern dieses Wort so wohl die Erdfläche, als auch das Unterste eines Behältnisses bedeutet, lautet es bey dem Notker Bodem und Podem, im Angels. Botm, im Engl. Bottom, im Schwed. Bottn, im Holländ. Boden, im Friesischen Boem, im Nieders. Bodden, im Böhmischen Puda, im Pohln. Spod. Frisch hält die Slavonische Partikel bod, unten, für das Stammwort. So viel ist gewiß, daß es ein sehr altes Wort ist, indem schon das Griech. βυθος, βυθμος, πυθμην, βενθος, dem Hesychius zu Folge, den Boden bedeutete. Herr Ihre rechnet auch das Latein. Fundus hierher, welches durch Versetzung aus dem Griechischen entstanden. Diese Muthmaßung lässet sich aus dem Dänischen bestätigen, wo Bund, durch eine ähnliche Versetzung den Boden bedeutet. Im Isländ. ist Badmur eine ebene Fläche, ein Feld, und um Lauenburg heißen die Flößen, welche Stamm- und Stabholz nach Hamburg führen, Bodens. Übrigens lautet dieses Wort im Oberdeutschen noch jetzt Bodem, und in der Oberpfalz Büdne. Wenn Boden den Raum eines Gebäudes ausdrückt, so stehet es vermuthlich im Gegensatze des Daches, in dessen Rücksicht ein solcher Boden alle Mahl das Niedrigere ist. Anm. 2. Der Plural lautet durch ganz Obersachsen, besonders in Meißen, Böden; die Niederdeutschen behalten das o unverändert, welches auch Luther 1 Mos. 6, 16, und 1 Kön. 7, 7, nachgeahmet hat. Die Oberdeutschen sind hier gleichfalls getheilet. Die Schlesier und einige andere Mundarten sprechen Bödemen, dagegen die Oberpfälzer u. s. f. Boden haben.[]
4724 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    bodenst. M. (a)

    Köbler Afries. Wörterbuch

    boden , st. M. (a) Vw.: s. bodem*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bodenst. M.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    boden , st. M. Vw.: s. bodem

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bodenF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    boden , F. Vw.: s. bȫdene

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Boden

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Boden , des -s, plur. die Böden, überhaupt das Unterste einer jeden Sache. Besonders, 1. Die Oberfläche der Erde, im…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Boden

    Goethe-Wörterbuch

    Boden rund fünf Sechstel der üb 850 Belege in A; Pl selten (nur in C u einmal in B 1 b), nur einmal 1) ‘Boden’ GWB T1,27…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Boden

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Boden ( Erdboden ), die äußerste Schicht der festen Erdrinde, ein erdiger Überzug über dem festen Gestein (Grund und Bod…

  7. modern
    Dialekt
    Boden

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Boden Band 2, Spalte 2,1544–1550

  8. Sprichwörter
    Boden

    Wander (Sprichwörter)

    Boden 1. Der Boden ist nass, eh' der Blinde verstopft das Fass. 2. Der Boden trägt gut, wenn der Herr selber das Beste t…

  9. Spezial
    Boden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Bo|den m. (-s, Böden) 1 (Fußboden) funz (func) m. 2 (Erdreich, Erde) tera (teres) f. 3 (Grundlage) basa (bases) f. , fon…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit boden

738 Bildungen · 307 Erstglied · 428 Zweitglied · 3 Ableitungen

boden‑ als Erstglied (30 von 307)

Bodenheim

SHW

Boden-heim Band 1, Spalte 987-988

Bodenaltertum

DERW

boden·altertum

Bodenaltertum, N., ›vorgeschichtlich oder geschichtlich bedeutsamer Gegenstand auf oder in einem Grundstück‹, 20. Jh.?, s. Boden, Altertum

Bodenbach

Herder

boden·bach

Bodenbach , österr. Gränzdorf an der sächs. böhm. Gränze, an der Eisenbahn zwischen Prag und Dresden, Zoll- und Poststation, Handelsverkehr,…

Bodenbefreiung

DERW

boden·befreiung

Bodenbefreiung, F., ›Lösung der Grund- stücke der Bauern aus den feudalen Ab- hängigkeitsverhältnissen zu Beginn des 19. Jahrhunderts‹, 20. …

bodenbelag

DWB2

boden·belag

bodenbelag m . (zu DWB2 D ): 1816 Jester anleitung (1815)3,41. 2004 süddt. ztg. (9.3.)V2/5 c .

Bodenbesitzreform

Meyers

bodenbesitz·reform

Bodenbesitzreform ( Bodenreform ). Unter diesem Namen werden im weitern Sinn alle auf eine Reform des geltenden Bodenbesitzrechts abzielende…

bodenbildung

DWB2

boden·bildung

bodenbildung f . (zu DWB2 E ): 1827 Voigt gesch. Preußens 1,10 faks. 1995 geographie 2 207 L./M.

Bodenblatt

Adelung

boden·blatt

Das Bodenblatt , des -es, plur. die -blätter, in den Probieröfen, ein Blatt von Thon unter der Nuffel, worauf die Kapellen und Scherbel gese…

boden als Zweitglied (30 von 428)

Erdboden

RDWB1

Erdboden m etw. dem ~ gleich machen idiom. - сровнять с землёй идиом. , стереть с лица земли идиом. , выжигать / выжечь калёным железом идио…

Hosenboden

RDWB1

Hosenboden m sich auf den ~ setzen idiom. - засесть за учёбу

Afterboden

ElsWB

after·boden

Afte r bode n n. ein weitab vom Orte, an der Grenze des Bannes gegen Mittelweier zu gelegenes Rebgelände Rchw.

Atlaßboden

Campe

atlass·boden

Der Atlaßboden , des — s, d. Mz. ungew. bei den Zwillichwebern das, was andre Weber Atlaßgrund nennen, der atlaßmäßig geköperte Grund eines …

Augboden

GWB

aug·boden

Augboden für Augenhintergrund Über den gelben Punkt im Auge .. daß uns durch denselben eine Mitte des A-s, wenn ich mich so ausdrücken darf,…

besendeboden

LW

be-sendeboden, einen Sendboten wohin schicken.

Bettboden

Campe

bett·boden

Der Bettboden , des — s, Mz. die — böden, der hölzerne Boden eines Bettgestelles.

Blindboden

Adelung

blind·boden

Der Blindboden , des -s, plur. die -böden, bey den Bierbrauern, der obere blinde oder falsche Boden in dem Maischbottige, welcher weggenomme…

blumenboden

DWB

blumen·boden

blumenboden , m. receptaculum, area florum: der klare strom der zeit geht über einen hinabgelagerten blumenboden schöner stunden. J. Paul He…

bōdemvruchte, bōde(n)

MNWB

° bōdemvruchte, bōde(n)-, pl. , Erträgnisse des Bergbaues (Goslar 1401). vruchtbōdem, ~bôm, ~brûkinge, ~drechtichê(i)t , ~drechtlĩk, ~lôs, ~…

Bord(en)boden

PfWB

borden·boden

Bord(en)-boden m. : 'Bretterboden'. a. 1578: Ein Bordenboden auf den Speicher zu legen [FR-Kirchh (H. J. Keller, Mein Heimatbuch, S. 127)]. …

bottichboden

DWB2

bottich·boden

bottichboden m .: 1696 Reuter Schelmuffsky 37 HND. 2011 frankf. allg. sonntagsztg. 42,61 e .

dachkehlenboden

DWB

dachkehle·n·boden

dachkehlenboden , m. die lage von gyps oder kalk, in welche die zwei ziegel die eine dachkehle bilden, eingesetzt werden, falls nicht eine a…

darrboden

DWB

darr·boden

darrboden , m. wo getrocknet wird. bildlich, abgewendet von den darrböden des kaufmännischen luxus sehnten sich meine gedanken und blicke na…

deckboden

DWB2

deck·boden

deckboden m. : 1949 mit entblößten füßen seien die mädchen über den decksboden gehuscht Jahnn fluß 1,110.

DIELENBODEN

DWB2

dielen·boden

DWB2 DIELENBODEN m. DWB2 DWB2 DWB2 1 bretterfußboden: 1750 die feurherd .. müßen auf keinen dillenboden noch auf palcken gesetzt werden obrh…

Dinkelboden

RhWB

dinkel·boden

Dinkel-boden m.: B. für Dinkel 1, auch allg. für lehmige, tonige, mit Kalk gemischte Bodenart.

Ableitungen von boden (3 von 3)

beboden

KöblerMnd

beboden , sw. V. Vw.: s. bebōden

bodene

KöblerMnd

bodene , F. Vw.: s. bȫdene

urboden

DWB

urboden , m. , ursprünglicher, unverbrauchter boden: in dieses neugebrochene land, das gleichsam die ganze jugendkraft eines urbodens in sei…