DWB2
BLEIBEN vb. DWB2(1)
ahd. bilîban,
mhd. belîben.
mnd. blīven;
mnl. bliven,
nnl. blijven;
afrs. b(i)liva, bilīva;
ae. belīfan
sind präfixbildungen zu germ. *lƀī‐a‐,
das auf die idg. wz. *lei̯p‐
‘kleben bleiben’ zurückgeführt wird, s. et. wb. dt. 1,186b, Rix
lex. idg. verben 2408. (2)
kürzung von be
‐ zu b‐
verstärkt seit dem 16. jh.; das part. prät. noch bis ins 17. jh. bli(e)ben. (3)
scharfe trennung des phraseologischen gebrauchs (8)
nicht immer möglich. (4)
lit.: Rosenthal
stud. z. syntax u. semantik d. verbs ‘bleiben’ (1984). DWB2 DWB2 1
in einem zustand verharren, verbleiben; eine eigenschaft erhalten: E8.jh. uuaar ist .. dhazs ni bilibun ano herrun iudæoliudi fona Iudases chunne
Isidor 34,19 H. ⟨u1195⟩ die naht beleip si unvrô/ und morgen allen den tac Hartmann
Heinrich 9510 ATB. ⟨u1220⟩ he wart darümb arm, dat wir riche/ würden ind bliven eweliche
rhein. marienlob 1285 LV. ⟨E13./A14.jh.⟩ des muoste in vil verborgen sîn unde bleip in unbekant
dt. mystiker 2,9 P. ⟨1461⟩ so ist sie durch min hilf junkfrow beliben Steinhöwel
Apollonius 127 Sch. 1532 es lauffend vnns vil knecht on basporten hinwegk, so sie one die hainkommenn wer mein gut beduncken das sie vngestrafft nit belibenn Schertlin
br. 24 H. 1578 wer wol leben will vnd wol pleiben, der geh müsig, wann andere weiben Fischart
207 DNL. 1616 baide
(silber und gold) bleiben im fewr beständig Kepler
5,590 F. 1669 die weber bleiben auß redlichkeit so arm, daß sich auch keine mäuß bey ihnen ernehren können Grimmelshausen
Simplicissimus 426 Sch. 1722 der herr doktor blieb diese vorige nacht sehr krank Messerschmidt
Sibirien 1,175 W. 1790 die kirche spaltete sich von neuem, und die spaltung ist blieben bis auf den heutigen tag Kosegarten
rhapsodieen 1,170. ⟨u1830⟩ mein sinn bleibt wach, mein auge hell Mörike
21,292 M. ⟨1870⟩ ein kleiner vorfall ist mir unvergeßlich geblieben Storm
3,151 K. 1917 endlich ging die sonne auf, trotzdem blieb der himmel tiefschwarz Meyrink
gesicht 375. ⟨1986⟩ ruhig bleiben, sagte ich mir, den klaren kopf behalten Bernhard
auslöschung (1989)246. 2005 der motor .. bleibt in den oberen gängen drehfreudig
n. zürch. ztg. (22.11.)29b. [] DWB2 2
sich nicht fortbewegen, wegbegeben. DWB2 a
ankommen, sich befinden und an einem ort verweilen, verharren: E8.jh.
remansit pileip
ahd. gl. 1,736,23 S./S. 863/71 nihein tharinne
(im tempel) bileib unz er thar nidare tho screib Otfrid
III 17,43 E./S. ⟨u1060⟩ samo der uuole iesente most nîet unrêines ne dolet hinter imo belîban Williram
132,15 S. ⟨u1170⟩ Fundeualle mir min uater liz./ da wolte ich gerne belibin Konrad
rolandslied 445 W. ⟨u1280⟩ ir sult schôn in diser stat/ belîben, daz ist mîn rât Jansen Enikel
fürstenb. 655 MGH. ⟨1315/23⟩ do quam her in Franken in eine stat, genant Swinferte .. unde her hatte willin obir nacht zu blibin Köditz
hl. Ludwig 45 R. z.j.1471
(der kaiser) zoch darnach ab gen Wienn, do belaib er lang
(Nürnb.) chr. dt. städte 11,467. 1522 ein theil von der geselschafft .. ist do bliben vbernacht
flugschr. ref. 3,18 C. 1584 ich wil mich gleich entschliessen, bey dem fraͤwlein von Rotenburg zu bleiben Ferdinand II. v. Tirol
speculum 63 HND. ⟨v1624⟩ bleibet ihr hie mit dem esel, ich und der knabe wollen dorthin gehen Böhme
theosophia (1730)17,494 faks. 1666 daß der ofen und die stube so heiß wurde, daß sie vor angstschweiß nicht bleiben können Praetorius
anthropodemvs 2,133. 1742 gedencke, daß deine geburtsstatt da ist, wo er bleibet Bodmer
Milton, paradies 511 faks. 1790 dann blieben sie zur mittagsmahlzeit, die oft über drey stunden dauerte Zimmermann
fragm. 1,138. ⟨1825⟩ ich bleibe zu hause Immermann
8,11 B. ⟨1885/6⟩ tante Salome blieb ein paar tage Storm
7,81 K. 1924 er ist doch beim feuer geblieben Federer
wander‐gesch. 170. ⟨1962⟩ Barbara bleibt im wagen Diggelmann
verhör (1964)244. 2003 Hannover heißt durchfahren, aber nicht bleiben
berl. ztg. (11.7.)3f. DWB2 b
eine (körperliche) haltung, position beibehalten. mit infinitivformen der verben sitzen, stehen, liegen
u. ä.: u830 ein after andaremo ûzgiengun .. inti bileib thar eino ther heilant inti thaz uuîb in mittemo stantenti
Tatian 2120,6 S. ⟨u1300⟩ das spil nam ain ende./ da pelaib stend der ellende Heinrich v. Neustadt
Apollonius 1533 DTM. u1477 belyb du hie oben uff dem berg still staun und sich zuo, was ich schaffe Steinhöwel
Äsop 230 LV. 1584 wann er
(ein schöner geselle) dieselbigen klaider hinweck thuet, so bleibt darnach die schoͤne creatur gottes da stehen Ferdinand II. v. Tirol
speculum 61 HND. 1669 drey gantzer stund .. muste ich in meinem eigenen unlust sitzen bleiben, ehe einer herzu schlich, und an dem rigel
(des gänsestalls) anfieng zu rappeln Grimmelshausen
Simplicissimus 96 Sch. 1790 indessen widerfuhr doch auch zuweilen, daß alle generale an seiner tafel einschliefen, weil er gerne da lange sitzen blieb Zimmermann
fragm. 2,293. v1836 wie’s wo ein madel sehn,/ bleib’ns auf kein fleck mehr stehn Raimund
65 C. ⟨1886⟩ der fremde aber .. blieb immer noch stehen Keller
(1893)8,10. 1900 wir bleiben hier sitzen, haben ein kleines böwlchen angesetzt Hartleben
rosenmontag 18. ⟨v1956⟩ nein, bleib nur sitzen! Brecht
stücke 11(1969)289. 2009 viele erheben sich zum abschied, Burger bleibt sitzen
spiegel 47,30c. DWB2 3
fortbleiben. DWB2 a DWB2
nicht (lebend) zurückkommen, überleben; euphemistisch ‘im krieg fallen’: ⟨881/2⟩ quimit he gisund uz, ih gilonon imoz; bilibit her thar inne, sinemo kunnie
ludwigslied 41 S. ⟨u1185⟩ si wânde er wære erslagen/ und er belibe des slages dâ Hartmann
Erec 854 ATB. ⟨u1250/72⟩ nû seht, .. daz under zwein unde drîzic tûsent niwan driu hundert bliben, unde daz die andern alle muosten widerkêren Berthold v. Regensburg
1,39 P./S. 1542/3 ich halt, das zu Rom mer als 2000 000 merterer bliben sein Luther
tischreden 5,207 W. ⟨1583⟩ der von Wiedersdörf .. ist in diesem jahr auff einem schormüzel .. blieben Hake
bergchr. 57 D. ⟨1626⟩ ehe er aber in die hoheit seines stands gesetzt, .. sey Aneroest .. in der schlacht .. geblieben Opitz
Argenis (1644)1,690. 1669 ich bin der cosakische obrist .. und bin in der schlacht geblieben .. und begehre, das man mich begrabe Praetorius
glückstopf 394. 1738 Ludovicus, welcher in der jugend .. aus einem fenster herab fiel, den hals brach, und auf der stelle blieb Falckenstein
thür. chr. 2,1,185. 1791 oft bleiben beide
(mutter und kind) zugleich unter der geburt Obermayer
unterr. entbindungskunst 183. 1814 die besatzung .. machte noch heute einen ausfall, bei welchem auf beiden seiten mehrere menschen geblieben und noch mehrere verwundet worden sind
d. n. Dtld. 609 L. 1881 wir sind schon alte bekannte von Leipzig her, wo mein bräutigam .. geblieben ist Raabe
14,396 H. 1939 der direktor .. der toten gedachte und des vaterlandes, für das sie geblieben Alverdes
dank 172. 1966 im ersten kriegsjahr .. blieb vater Hönisch .. auf dem ‘felde der ehre’ Selbmann
söhne 279. DWB2 –
bis ins 17. jh. häufig in der verbindung tot bleiben: ⟨u1120/30⟩ so si
(ameisen) ir chorn zesamen bringent,/ gelich enzwei
[]si ez teilent,/ daz ez vor fiuhte niht erchime/ noch in dem wintir hungers tot iht beliben
reimphysiologus 119,3 M. ⟨1297/8⟩ der bleib vil
(heiden) ûf dem velde tôt,/ die walstat wart von blûte rôt
livländ. reimchr. 511 M. 1378 margrave Albrecht .. de wart wunt vnd gevangen dy andern beliben alle tot
stadtrechtsb. Sillein 51b P. hs.15./16.jh. anno domini 1331 jar da ferpran dem alten Gossenprot sein hauß ab und beliben 3 tot darin
(Augsb.) chr. dt. städte 22,335. 1537 durch welchen fall der schiffregierer wie ain vich darnider geschlagen vnd auff der stat tod bliben Schaidenreiszer
odyssea 126 W. 1592 van den Harlingers vnd Wangers sint dodt gebleuenn hundert vnd ein
chr. jeuerensis 29 R. 1604
(mit den durch das erdbeben in Japan einstürzenden häusern) zugleich biß in 700. menschen todt gebliben J. Mayr
epitome 2204b. 1690 befahl er, daß man den entleibten alsobald auf der stelle, da er todt geblieben, einscharren solte Happel
academ. rom. 998. 1741 weil die französischen becker sich .. mit einiger gewalt der back‐oefen haben bemächtigen wollen, so ist es zur thätlichkeit gekommen, und deren einige dabey tod geblieben
stats‐ u. gel. ztg. (Hamb.)168,2a. 1814 preußischer seits ist nur ein mann todt geblieben und 5 mann leicht blessirt
d. n. Dtld. 660 L. 1935 weißt du denn nicht, daß es unser Jansen ist, der unter dem lastwagen tot blieb? Lersch
pulsschlag 47. DWB2 b DWB2
fern, außerhalb von etwas, unbeteiligt bleiben. häufig in verbindung mit außen
, jünger aus
oder von: hs.2.h14.jh. ist das eyn man get eynen langen wek unde blibit buzen xx tage, so mak das wip eynen andirn man nemen unde der man eyn ander wip
Marco Polo 13 DTM. ⟨1435⟩ aber die vorgenannten unser herrn vom capitl blieben ganz aussen
chr. Bamb. 1,154 Ch. ⟨1531⟩ so sollen sie entweders vom gantzen sacrament bleyben, oder das gantz enpfahen Franck
zeitb. 2(1550)113a. 1557 ein weib hies iren man aus dem haus beleiben, bis der staub vergieng Wickram
3,118 LV. 1643 so werden eüch viel närrischer gedancken aussen bleiben, vnd jhr werdet mancher thorheit vergessen Moscherosch
cura 63 HND. 1684 durch nachläßigkeit der arbeits‐leüte, welche zum öfftern von der arbeit bleiben, und ihres gefallens ab oder anfahren Leibniz
I 4,125 ak. ⟨1706⟩ und so ich die zauberhaffte gauckeley hätte vollbracht, so hätte es müssen die ursach seyn, daß die tauben geblieben wären J. G. Schmidt
rocken‐philos. 3/4 (1707)24. 1796 fieber bekommen, so daß ich nun diesen abend aus einer gesellschaft bey Woltmann bleiben muß C. Schlegel
br. 1,174 W. 1848 eine so große masse europäischer völker kann und soll nicht aus dem spiele bleiben K. A. Varnhagen
tgb. (1861) 5,240. 1939 wär ja auch schauerlich, wenn nur das alter zum alter käme. soll für sich bleiben, soll außen bleiben Th. Mann
Lotte 302. DWB2 –
in der verbindung wo bleibt (...)
ausbleiben, nicht eintreten, meist ungeduld oder enttäuschte erwartung ausdrückend: 1494 wo blib der tůmherr vff die zyt,/ ich vörch sin adel schirmbt in nüt Brant
narrenschiff 46a Z. 1533 wo bleibt hie jr faule aus rede Luther
w. 38,244 W. 1643 wo bleibet die religion vnd vorsorge für die arme posteritet? Moscherosch
cura 53 HND. 1758 wir seufzen, trinken, flehn, und doch, wo bleibet er
(frieden)? Weisze
scherzh. lieder 93 faks. 1822 unlieb ist es mir doch, daß die hirsch= und wilde schweinsjagd abhanden gekommen. wo sie nur geblieben sein mag! E. T. A. Hoffmann
12,16 G. 1925 wo bliwst du, Mieke? Preczang
baum 102. 1969 wo bleibt denn nur der kerl mit dem bier! Kühn
stadtpfeifer 186. 2006 ein jahr lang hat Benedikt XVI. abgewartet, seine feinde enttäuscht und viele anhänger frustriert: wo bleibt der ruck?
spiegel 16,116. DWB2 4
bestehen (bleiben). DWB2 a
weiterleben, fortdauern: ⟨A12.jh.⟩ wole wart then selen,/ there lichamen hir that verthinen, that se bliven mozen in godes riche
mfrk. reimbibel 545 M. ⟨1250/4⟩ und das er des niht woͤlte/ das sin geist belibin soͤlte/ bi dem menschen alwar/ ubir zweinzic und hundirt jar Rudolf v. Ems
weltchr. 708 DTM. 1375 sunder sin gnad belibet alle zit in mir
gnadenlehre 109 S. 1494 so würt zů letst doch worheyt bliben/ vnd würt jr falscheyt gantz vertriben Brant
narrenschiff 99a Z. 1512 der hymel ewig blyben thut Murner
2,203 Sch. 1569 vnd in gottes forcht bleyben, leben vnd wandeln
theatrvm diabolorum 164a. 1605 pflantzen die offt versetzt werden, bleiben nicht Petri
weissheit Qq 8b. 1669 mein thun und wesen bestehet so lang die welt bleibt Grimmelshausen
continuatio 40 Sch. 1781 alles daseyn, und aller wechsel in der zeit
(kann) nur als ein modus der existenz dessen, was bleibt, und beharrt, angesehen werden Kant
reine vernunft 183. 1803 meine erinnerung an die vergangenheit und meine wünsche für ihre zukunft werden auch im schweigen ewig bleiben Jean Paul
III 4,221 ak. 1871 un de
[]hoffnung bliwwt Reuter
7,499 B. ⟨1939⟩ in meinem herzen bleiben .. die spuren deiner ungeheuren blicke K. Mann
vulkan (1969)483. DWB2 b
mit etwas zurechtkommen, fertig werden. partiell im übergang zur phrase: ⟨n1210⟩ solt er, herre, dich vertrîben,/ wâ möhte ich dan belîben?
herzog Ernst B 710 B. ⟨1537⟩ wer aber nicht gleuben wil, der .. sehe, wo er bleibe
(nachschr.) Luther
w. 46,545 W. 1659 ihr bruder .. habe ihr gerathen, sie solle sich von ihrem manne scheiden, .. der mann möge sehen wo er bleibe Schupp
streitschr. 1,44 HND. 1887 wo blieben wir mit unserem beruf Raabe
16,348 H. ⟨1934⟩ wir tragen alle den tod im leib/ und helfen ihn weitertragen. / sehe ein jeder, wo er bleib’/ in seinen lebendigen tagen Claudius
ges. w. 1,104 J. 1972 ich werde überhaupt nicht mehr kochen, vater Batti. dann kannst du sehen, wo du bleibst! Seeger
Batti 315. DWB2 c
standhalten, sich erwehren. meist mit vor: ⟨u1248/78⟩ zwâr ez hât diu selbe mûs/ mit mir gewaltes mêr getriben/ wan der wint, vor dem ich bliben/ waere noch vil lange stunt Herrand v. Wildonie
4,142 ATB. u1400 da mit verwirstü jn so gar, das er nit waysst, wo er vor dir bliben sol fur war
Liechtenauer, fechten 107 W. 1524 unser tempel hat nun uber XIIII hundert jar gestanden, bleypt hynfurt vor dir und dem teuffel auch wol Alveldt
wittenb. abgot 42 B. 1562 bleibet vnnd bestehet eines werck
(beim jüngsten gericht), der wirt sein lohn empfahen Mathesius
Sarepta 218a. ⟨v1605⟩ ich hab mir ein gute halßkap an,/ das ich vor jm wol bleiben kan Ayrer
d. ä.
1,597 LV. DWB2 5
etwas (tätig) fortsetzen. DWB2 a
etwas beibehalten, festhalten an, treu sein: ⟨u1170⟩ unte belibent si haiden,/ ich gemache da uaige Konrad
rolandslied 3165 W. ⟨1252/5⟩ belîbe wir an im
(gott) nicht,/ sô sage ich iu was uns gesciht Heinrich v. Krolewiz
2604 L. ⟨u1300⟩ mit rede machte kundic,/ durch daz sie reine vundic/ an sinen minnen blibe Heinrich v. Hesler
apokalypse 4313 DTM. ⟨1468⟩ wie man sie martert, so belaib sie doch stett auf den worten Zink
in: (Augsb.) chr. dt. städte 5,240. ⟨1535⟩ denn wir wollen bleiben bey der einigkeit der christen Luther
w. 41,282 W. 1556 bleib stet an mir alß ich an dir/ biß in mein end von mir nit wend Forster
liedlein 201 HND. 1643 bleibe darnach ein jedes in seinem ambt vnd beruff Moscherosch
cura 76 HND. 1674 wie kan doch ein mensch für euch bleiben und sicher seyn Widmann/P.
Faust 171 LV. 1732
(gott) kennt, wie redlich du an deiner gattin blieben Henrici
ged. (1727)3,209. 1797 bleiben sie bey denen ihnen beywohnenden edlen grundsätzen K. E. Goethe
br. 52,34 K. 1830 aber auch in den gegenden, welche keinen wein hervorbringen, blieb man mehr der alten sitte treu Gülich
handel 2, 440. ⟨1874⟩ ‘hole der henker die federn von stahl!’/ rief der alte Schwind einmal:/ ‘und wären s’ von silber und gold – gleichviel,/ ich bleibe bei dem gänsekiel’ Mörike
21,325 M. 1931 doch bleiben wir bei der sache Graf
Bolwieser 332. 1998 Schulz .. blieb aber kein pfarrer, sondern eröffnete ein reformhaus
M. Walser
brunnen 53. DWB2 b
fortbestehen, erhalten (bleiben), gelten: u1293 daz dis
(besitz eines gartens) stete blibe dar vmbe so geben wir vnser ingesigel an disen brief
corp. altdt. originalurk. 3,1 W. ⟨1361⟩ auch all zech und ainung die in der stat .. Wienn under purgern kaufleuten arbeitern hantwerchern daher koͤmen sein, fuͤrbas geͣnzlich ab sein und nicht mer beleiben noch behalten werden
urk. dt.‐öst. erblande 204 Sch./D. 1483 und umb das dise satzunge und ordenunge fürter jn bestant bliben und gehalten werden mag
strassb. zunft‐verordn. 131 B. 1521 nemlich und zum ersten soll die alt angesetzt ordnung der Strassburger futter halber in irem wesen bliben bestan
strassb. tucherzunft 131 Sch. ⟨1552⟩ welche burgschaft drei jar lang sollt pleyben
württ. ländl. rechtsqu. 2,37 W. ⟨1782⟩
(ein kaufkontrakt) dergestalt, daß .. halbjährige aufkündigung, auf dem gute stehen bleiben sollen
in: Berg
hdb. policeyrecht (1799)5,452. DWB2 c
in einer zuständigkeit bleiben. rechtssprachlich: ⟨1435⟩ da hab das heilig concilium im rechten derkandt, das solch sache bey in pleiben und vur im zu rechtlichen ausstrag komen solle
chr. Bamb. 1,301 Ch. 1541 der keiser sol unter gott bleiben und seines gemessen befelhs .. warten Luther
w. 51,535 W. 1742 dieses aber alles wird nichts hindern, daß das recht des land=gerichts in Schwaben nicht bey kays. maj. gebliben seye Bürckhle
process 1,315. DWB2 6
von einer größeren menge verbleiben. DWB2 a DWB2
übrig sein: ⟨u1170/80⟩ dat pater noster he in screb,/ dat was der trost, di in do bleib
d. Wilde Mann
1,604 ATB. ⟨u1220⟩ wat suͤzcheit blift mir ane dich
rhein. marienlob 1122 LV. ⟨2.h14.jh.⟩ daz weip daz ist pey alten iaren,/ die stirbet schier, dir pleibt die hab Suchenwirt
31,67 P. 1437/8 item so blyben noch 39 huben, die dis jor czinßen sullen
zinsb. dt. ritterorden 75 Th. 1512 solt alles vbel gestrafft werden/ uon richteren hie vff disser erden,/ was blib
[]den vff den jüngsten dag? Murner
3,75 Sch. 1554 do blibt wenig gůter sitten in alten und jungen Wickram
2,3 LV. 1616 zeuch ab den leib hka von dem leib hakd, so bleibt dir der leib im schnitz hkd Kepler
5,531 F. 1689 das lob der tapferkeit muß unsren Teutschen bleiben Abschatz
in: Lohenstein
Arminius 1, e1a. 1738 6 von 7 bleibt 1 Euler
rechen‐kunst 1,54. ⟨1796⟩ gefangen und verwaist – blieb nichts mir, als mein muth Gotter
nachlaß (1802) 569. 1830 von dem indischen handel war ihm nur ein sehr kleiner theil geblieben Gülich
handel 1,255. ⟨1871⟩ wenn das altenteil der witwe noch dazu kommt, so wird dem annehmer der stelle nicht genug bleiben, um auch noch die erbteile der geschwister auszukehren Storm
3,205 K. ⟨1934⟩ wenn ich gar nichts mehr habe, bleibt mir immer noch die hoffnung Bruckner
dr. w. (1948)1,241. 1970 nur Jochen ist uns geblieben, der jüngste bruder Otto
Josef 170. 2004 vielleicht würde er die paar urlaubstage, die ihm noch blieben, verreisen Schroeder
mutter 9. DWB2 –
für die zukunft (zu tun) übrig bleiben. in verbindung mit inf. : 1519 denn solche pfant, so sy verluhen werden, belybent gewonlich vsz ston Murner
5,33 Sch. ⟨1884⟩ das aergste, was dir bleibt zu tauschen,/ es birgt nicht schrecken noch gefahr, –/ wenn weit vom ziel dein hoffen traf,/ so gibst du traum für tiefen schlaf Anzengruber
55,262 B. 1910 noch zwei gedankenreihen Brentanos bleiben hier zu erwähnen A. Weber
kampf 549. 1995 abzuwarten bleibt, ob das konservatfutter noch mit guter qualität eingefahren werden konnte
bauernztg. (23.6.)7. DWB2 b
bekommen, (erblich) zufallen: ⟨1172⟩ die frouwen wurfen ir lôz,/ wâ der purper unt diu sîde/ scholten belîben,/ welche des wert wâre,/ daz si daz beste nâme/ unt darane worhte priester Wernher
2386 W. ⟨u1300⟩ ungeteilet bleib er
(rock) doch,/ dar um spilten si her nâch/ unde lôzten wem er blibe Johannes v. Frankenstein
9309 LV. ⟨1444⟩ waͤr oͮch, ob der man ain unberaten tochter liesz, der sol das bett beliben
weist. 4,429 G. 1527 und alles das, so im schlos was, das sol als den 2 kinden beleiben Rem
in: (Augsb.) chr. dt. städte 25,104. 1578 so plieben meinem g. h. zeise und metze, dio sonsten inß bischthum kommet Nostitz
haushaltungsb. 107 L. DWB2 7
nicht weiter, keinen ausweg wissen: 1544 so westen wir nicht, wo wir für freuden bleiben solten
(nachschr.) Luther
w. 52,39 W. ⟨v1605⟩ vor angst ich nicht zubleiben weiß Ayrer
d. ä.
1,219 LV. 1665 der persische feldherr Kosrhoes wuste vor eifer und rachgier nicht zu bleiben Bucholtz
Herkuliskus 78a. ⟨1796⟩ der arzt hat mir .. angekündigt, daß ich die schwindsucht habe. ich weiss vor betrübniss nicht zu bleiben Tieck
(1828)7,195. 1854 viele würden sonst mit dem an zahlungsstatt erhaltenen viehe vor unkosten nicht zu bleiben wissen Roscher
system 1,197. DWB2 8
phraseologischer gebrauch. DWB2 –schuldig bleiben
etwas noch liefern müssen, ausstehen haben: 1275 so bliuen wir iere schuldich van der scholt sieven hundert marc
corp. altdt. originalurk. 1,265 W. ⟨1405⟩ ich .. bin ir schuldig beliben nach aller rechtung sechs vnd zwenzig guldin
d. geschichtsfreund 8(1852)85. 1555 dann sy hat gůt wüssen, daß es alles verrechnet was und irem mann bey der rechnung schuldig was bliben Wickram
3,15 LV. 1643 siehe zu, .. daß dir dein herr ja nichts schuldig bleibe Moscherosch
cura 45 HND. 1737 du ziehest fort, und gehst davon,/ und bist, soll mich das nicht betrüben?/ mir noch das trinckgeld schuldig blieben Henrici
ged. (1727)4,433. 1881 komme ich, um ihrer frau die visite zu machen, die sie mir schuldig geblieben ist Raabe
14,395 H. 2003 Anne schweigt, sie bleibt beiden die antwort schuldig
n. zürch. ztg. (10.11.)12a. DWB2 –unterwegs bleiben
ins stocken geraten, verloren gehen, scheitern: ⟨u1300⟩ swan er von im selber schrîbet,/ sîn nam dô underwegen belîbet/ von im ungenennet,/ als sîn schrift bekennet Johannes v. Frankenstein
4428 LV. 1470 und nach langen dingen so beleib der zug dazemal underwegen Tschachtlan
in: qu. schweiz. gesch. (1877)1,223. 1521 vff die sontag soll solich gemeine samlung nit vnderwegen bliben Eberlin
1,41 HND. 1563 welche geilheit sich am aller meisten, wo der wein überhandt nimmet, erzeugt, und das vorhin nüchterner scham halben underwegen blieben Kirchhof
wendunmuth 1,18 LV. 1669 da .. blieb nichts unterwegen, was nur dem geld wehe thun möchte Grimmelshausen
Simplicissimus 227 Sch. 1796 denn das freyen wird nunmehro wohl unterwegs bleiben J. G. Müller
Reinert 4,196. DWB2 –kein stein bleibt auf dem anderen
es wird alles zerstört: ⟨v1510⟩
(Titus) schleifft die stat in grund, dz kein stein vff dem andern blib Geiler
euangelia (1517) 133a. 1846 das ganze staatsgebäude müßte in allen seinen fugen erschüttert seyn, so daß kein stein auf dem anderen bleiben könnte
magazin lit. d. auslandes 29,273. ⟨1909⟩ denn diese stadt war’s, über die Jesus weinte, als er über Jerusalem weinte! kein
[]stein, sage ich euch, bleibt auf dem anderen H. Mann
ausgew. w. 3,354 ak. 1996 seit dem amtsantritt von Jürgen Schrempp im mai 1995 bleibt bei daimler‐benz kein stein auf dem anderen
frankf. allg. ztg. (18.10.)19a. 2003 wäre die assoziierte bewegung real, kein stein der umliegenden gebäude bliebe mehr auf dem anderen
süddt. ztg. (16.1.)13c. DWB2 –unter uns bleiben
etwas soll geheim gehalten, nicht weiter erzählt werden: 1522 doch woͤllen wir statuten schreiben,/ die heimlich vnder vns bleiben Murner
9,149 Sch. 1767 so hören sie nur, .. aber daß es ja unter uns und der policey bleibt Lessing
lustsp. 2,299. 1838 aber dieses bleibt ganz unter uns, du mußt es auch Linchen nicht sagen Droste‐H.
br. 1,270 Sch. K. 1859 daß dieß alles unter uns bleibt, versteht sich von selbst Hebbel
III 6,283 W. 1995 mit den jungs, sagt Schumacher, könne er offen reden: ‘da weiß ich, das bleibt unter uns’
spiegel 39,292b. DWB2 –im stich bleiben
verloren gehen, verloren sein: ⟨1570/1606⟩
(bei dem versuch der fürsten, den Türken aus Ungarn zu vertreiben,) hätte auch umb wenig gefehlt, daß hertzog Mauritz nicht selbst im stich blieben Wedel
hausb. 137 LV. 1614 der obriste Mondragon .. hat .. kriegsvolck versamblet, .. ja endtlich fast alle vberfallen .., da dann auch beyde, der von Schonewall vnnd Rolle im stich blieben
Meteren, niderlend. krieg 222b. 1719 der könig in Englandt ist doch gar glücklich nach Englandt ahnkommen, aber seine damen seindt im stich geblieben Elisabeth Ch. v. Orleans
br. 4,335 LV. 1864 den folgenden tag .. kam es .. zu einem harten treffen, in welchem auf herzogs seiten in 120 reuter im stich blieben und er selbsten in eine achsel geschossen Stramberg
antiquarius (1845) II 12,582. DWB2 –auf der fährte, den hacken, den fersen bleiben
etwas, jmdn. verfolgen: 1846 das ist mein ganzes studium, daß ich ihm auf der fährte bleibe Alexis
hosen 1,2,57. ⟨1894⟩ seitdem blieb die polizei dem dichter auf den hacken Treitschke
dt. gesch. 5(1899)235. 1965 jetzt mußten sie dem eindringling auf den hacken bleiben Zeiske
spuren 273. 2010 die HF Helmstedt‐Büddenstedt wollen mit einem heimsieg gegen den VfB Fallersleben dem spitzenreiter MTV Moringen auf den fersen bleiben
braunschweiger ztg. (14.1.), IdS‐arch. DWB2 –vom leib, hals bleiben
jmdn. (mit etwas) in ruhe lassen: 1859 ‘bleib mir vom leibe mit deinem .. französisch!’ schrie der hauptmann Raabe
2,164 H. 1983 mit ihrer ‘nonverbalen sprache des herzens’ sollten die aas
(anonyme alkoholiker) mir vom leibe bleiben
spiegel 38,256c. DWB2 –auf der strecke bleiben
nicht mitkommen, hinten bleiben: 1894 ihn trafen die flüche der arier und .. der semiten, als die partei bei den letzten wahlen auf der strecke blieb
zukunft 8,432 H. 1930 der hunger hatte die streikenden besiegt, fast ein drittel der werftarbeiter blieb auf der strecke Scharrer
art 257. 1995 die vielbeschworene solidarität im DGB bleibt da wohl auf der strecke?
focus (20.11.)102b. DWB2 –am ruder, ball, auf kurs bleiben
die kontrolle über etwas behalten: 1902 ob das ministerium Waldeck‐Millerand am ruder bleibt oder einem anderen platz macht – an die ‘krise’ glaubt nunmehr kein mensch in Frankreich Luxemburg
(1970)1,2,179. 2004 die Williams‐sisters bleiben am ball
n. zürch. ztg. (30.8.)24d.Stöwer