BLEIBENLASSEN vb. mhd. belîben lâzen.
mnd. blīven lāten;
mnl. (een) blijf laten,
nnl. laten blijven.
zusr. von bleiben vb. und DWB2lassen
vb. 1
etwas in einem zustand oder an einem ort belassen, zurücklassen: ⟨u1120/30⟩ Jacop oͮf fazzote allez daz er hete/ oͮf ros unde oͮf esele, chint [unde] wip sazzete er oͮf wægene,/ daz uihe hiez er mit triben; heimwert lie er niht beliben
milst. genesis 101,9 D. ⟨n1210⟩ dich wil der vil unwerde/ von dînem erbe vertrîben. / læstu ez alsô blîben,/ daz ist iemêr ir herzeleit
herzog Ernst B 1066 B. ⟨u1330/40⟩ ûf den berc er blîbin lîz/ zwelf brûdere gewêre/ und vil wêpenêre,/ dî ir soldin nemin war Nicolaus v. Jeroschin
kronike 7796 S. 1434 das du .. darnach gewisse abschrifft und copien
(des briefes) .. ancleben und bliben lassest
urkb. Ndrhein 4,1,249. 1507 so du gericht hast, wie vrteyl und recht geben hat, so lass ich es dabey pleyben
carolina 282a Z. ⟨1557⟩ unnd eins tags er einen hanen name, denselbigen lebendig ropfft, im allein die federn am kopff und am schwantz bleiben liesse Montanus
schwankb. 105 LV. ⟨1614⟩ so kan man der welt wol entperen, vnd vergenglich gunst vnd herrligkeit bleiben lassen
fama fraternitatis (1616)239. ⟨1668⟩ wir wollen aller gelehrten meinung in seinem werth bleiben lassen Praetorius
Blockesberg 379 faks. 1742 der kayser .. seye willens, was jedem gehöret, dabey bleiben zu lassen Bürckhle
process 2,699. –
etwas für sich behalten, geheim halten: 1472/3 doch was ich euch sag das ir das bei euch beleiben lasset vnnd das keynem menschen diser welt saget Arigo
decameron 260 LV. 1524 vnnd laß dise red bey dir bleyben Eberlin
3,180 HND. 1559 darumb .. haltets auch bey ewren ritterlichen waren worten und threwen, das irs
(anzeige einer person) bey euch allein wolt bleyben lassen Schumann
nachtbüchl. 106 LV. 2
etwas nicht tun, unterlassen: ⟨u1160⟩ nû geswîge wir der grôzzen nôt,/ .. unt lâzzen die rede nû belîben Heinrich v. Melk
erinn. 924 H./K. ⟨u1240⟩ ‘lât den roup belîben!’ alsô sprach Hartmuot
Kudrun 15,800 M./Sch. ⟨u1300⟩ swaz her mich heizzet schriben,/ daz laz ich nicht bliben Heinrich v. Hesler
apokalypse 772 DTM. u1520 doch wil ichs iez laßen bliben,/ ein ander mal darvon schriben
sat. u. pasquille 23,35 Sch. 1584 ich wolte dir wol andere gleichnussen geben, so will ichs kuͤrtze halben bleiben lassen Ferdinand II. v. Tirol
speculum 22 HND. 1624 welchem die reime nicht besser als so von statten gehen, mag es künlich bleiben lassen Opitz
poeterei 33 HND. 1683 er würde sein schreckliches fluchen und rasen bleiben lassen Beer
sommer‐täge 176 HND. ⟨1742⟩ dieses sollte ein andrer, der nicht so geübt ist, wohl bleiben lassen
belustigungen d. verstandes 2(1744)41 Sch. ⟨1791⟩ wer da glaubt der wird selig, wer aber nicht glaubt, der – läßt es bleiben Schiller
1,219 nat. 1839 nein, das laß ich fein bleiben Engels
in: Marx/E.
(1956), ergbd. 2,412. ⟨1892⟩ weil ich damals schon bleiben ließ, was ich für unnötig hielt Ebner‐E.
4(1905)168. ⟨1901⟩ ist mir lieber, wenn du’s
(rauchen) bleiben läßt in der stube Rosegger
ges. w. 6(1914)268. 1998 Danny begann .., daß es wohl das beste wäre, wenn wir es überhaupt bleibenließen
(ein kind zu planen) I. Schulze
storys 198. –
etwas, jmdn. ruhen lassen, es bei etwas bewenden lassen: 1418 was rechts du in allen vorgeschriben dingen hast, daby wollen wir dich williclich und gentzlich beliben lassen
urkb. Ndrhein 4,1,126. u1522 by diser antwort laß ichs bleiben Eberlin
2,88 HND. ⟨1579⟩ darnach soll man solch besaͤyet feld den gantzen winter pleiben vnd beruhen lassen Sebiz
feldbau (1580)491. 1611 wer sich vor bienenstechen fürchtet, der lasse sie bleiben vnd komme nicht zu jhnen Colerus
oecon. 4,608. ⟨v1678⟩ seine wunden .. wann er sie hätte bleiben lassen, hätten zuheilen und erhärten können Butschky
rosen‐thal (1679) 90.Stöwer