Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
bast stMN.
2 bildl. für Geringfügigkeit, oft zur Verstärkung einer Negation
3 jägerspr. ‘Haut (des Hirsches)’ , auch übertr. auf den Vorgang des Enthäutens und Zerwirkens; nur Tr (vgl. H. Kolb, Ars venandi im ‘Tristan’ , in: FS Ruh, Tübingen 1979, S. 175-197, bes. S. 182f.)
1 ‘Bast’ (pflanzlicher Faserstoff unter der Rinde eines Baumes), selten auch ‘Rinde’ wurz, este, ris, loub unde bast Mügeln 254,8. – meist als Material zum Binden: so binde is czu samen mit eyner wit odir baste odir semdin [Schilf, Binse] Pelzb 120,26; man slîzet ab der wîden / ein bast vil sterker mit der hant, / dann iezuo sî der minne bant KvWHerzm 545; die gevangen si bunden / in die wegen vaste / mit stricken und mit baste Ottok 84738; Iw 4940; Tr 2950. – teilweise zeigt der Kontext, dass Bast als einfaches, wenig edles Material angesehen wird (vgl. 2): diu stîcledr von baste Parz 530,25; Mechth 4:27,15; HvNstAp 6752; ez ist auch gesetzet, daz nieman in die sail, die niht pestein sint, kain past inwendig darein wuͤrke NüP 157. – übertr. für den (mit Band benähten) Saum eines Kleides: do der kittel hette den bast / do sach ich froeiden richen last / des beines ein vil wening blos MinneR 333 65. – übertr. für die Dornenkrone Christi: ich klage, daz dû dich solt phlihten / [...] / zuo dem sældenrîchen bast, / den got ûf sînem houbte truoc Ottok 63648 2 bildl. für Geringfügigkeit, oft zur Verstärkung einer Negation: ez was im anders sam ein bast [es war ihm sonst gleichgültig] Iw 2635; ich sag iu ein bast [überhaupt nichts] ebd. 6273; dise veste [...] ist sô vast, / daz si ne vorhtent niht ein bast / uns noh alle di nû leben SAlex 6994; doch vorvienc iz nicht ein bast HeslApk 14851; Eckh 1:103,7; Kreuzf 3392; Hiob 6740. – in der Wendung ein fûleʒ/ fûler ~ : daz schilt unde sper benamen / zerbrâsten als ein fûlez bast EnikWchr 16847; EnikFb 3622; rehte als ein vûler bast Krone 16380; daz si als einen fulen bast / in vnd den keiser ahte Martina 165,40; Er 2798 3 jägerspr. ‘Haut (des Hirsches)’, auch übertr. auf den Vorgang des Enthäutens und Zerwirkens; nur Tr (vgl. H. Kolb, Ars venandi im ‘Tristan’, in: FS Ruh, Tübingen 1979, S. 175-197, bes. S. 182f.): und bâten, daz er [Tristan] si den bast / von ende zende lieze sehen Tr 3462; hie mite sô was der bast bereit ebd. 2920; seht [...] meister, deist der bast / und alse ist disiu kunst getân ebd. 2922
MWB 1 449,20; Bearbeiter: Schnell