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rinde

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rinde f.

Bd. 14, Sp. 962
rinde, f. cortex. dem goth. altn. mangelnd; ags. starkes und schwaches fem.: rind und rinde; mhd. rinde, rinte; ahd. rinda, rinta. in den meisten fällen als schwaches fem. erscheinend, doch kommen daneben formen nach der starken decl. seit dem ahd. vor; vgl. Graff 2, 532. diu bitteri der rinde beceichenot die arbeite sinis libis. Wackernagel pred. 3, 40; ir stam (der stamm der linde) was gevallen so tiefe in sine (des buchsbaums) rinde; davon grunt diu linde, daʒ si niht velwet, e ir zit. altd. wälder 3, 233, 25; Albertus spricht über ain puoch, hât Aristotiles gemacht, von wachsenden dingen, sam paum und kräuter sint, wenn man des paums (der birke) rind auʒprenn, alsô daʒ waʒʒer dar auʒgêt, sô sei daʒ waʒʒer stinkend und zach. Megenberg 331, 23. daneben: der paum .. hât ain scharff rinden. 333, 14. im nhd. hat rinde das geschick der übrigen fem. getheilt, wie die belege unten zeigen. die schwache form im singular findet sich einmal noch bei Schiller: in seine grüne rinden drückt sich ein nahme leicht. 11, 348. auswärtige verwandtschaft des wortes läszt sich nicht erweisen; wahrscheinlich ist, dasz es zu rand im ablautverhältnis steht, und beide zu einem starken verbum goth. *rinþan, ranþ, runþum, runþans gehören, von dem sich vielleicht noch eine spur erhalten hat: ob dan wohl der corper sehr bleich und fast der erden gleich, auch die wunden so er geschlagen .. gantz schwartz und zugerunden gewesen, so seind doch nicht allein die wunden wieder sobalt frisch roth und fliesend geworden. protokoll von 1603 bei Vilmar 327. Bedeutung. 11) die äuszere, meist trockene und harte umhüllung des baumstammes, von dem eigentlichen holzkörper durch den unter ihr liegenden bast geschieden; die borke, oberd. der ranft. [] alnus haiʒt ain erl. der paum wechst gern an feuhten steten und ist sein holz rôt und diu rind swarz. Megenberg 314, 32; das holcz .. ee es die rinden lesst. Nürnb. polizeiordn. 306; aber das hab ich gleichwol von etlichen gesehen, die grossen nutz vom holtz genommen, das sie eichen oder ander holtz gefellet, die rinden darvon abgeschelet, und darnach den schustern und schwartzferbern, und andern verkaufft haben. Colerus 2, 212; der eychbaum ... ist aber ein hoher baum, mit einer groben, dicken und rauhen rinden und stammen. Fuchs kräuterb. 84a; der bernstein .. tropfe nunmehr, wie fettiges gummi, aus der rauhen rinde der tamariske. Voss Virgil 2, 413; sam das holz underr rinden, alsame sît ir verborgen. Iwein 1208; sie (Pomona) spielt die rinden dâ bî und belzete ein nûweʒ zwî, daʒ daʒ saf emphienge daʒ von dem boume gienge. Albrecht v. Halberstadt 34, 19; ist doch jetzund nichts zu finden als ein' eitle wüsteney; alle bäume stehen frey und ohn laub, ja schier ohn rinden. Roberthin in den ged. des Königsberger dichterkr. 199 (neudruck); du sahest oft an hoffnungsvollen bäumen, um rind und stamm, das moos zu häufig keimen. Hagedorn 1, 69; noch dienlicher, wenn ich der hasel sauber die rind' abstreift, und mit ästigem pflocke zusammen heftete. Voss 1, 26; es blüh' um die erde narcissus; schwize wie fett aus der rinde die sumpftamariske den bernstein. Virgil 2, 385; auch vom cytisus streift' er mit schneidendem zahne die rinde. Stolberg 1, 433; vom felsen reisz' ich farren und ander kraut, dasz ich die fugen stopfe; die moos'ge rinde lasz ich an den sparren; dumpf durch die schlucht dröhnt meiner axt geklopfe. Freiligrath 1, 174; die hände hielten wir stumm gepreszt, da zog ich aus flatternder binde eine blanke nadel, und drückte fest sie, fest in die saftige rinde. A. v. Droste-Hülshoff 159. in die rinde der bäume werden zur erinnerung gedenksprüche oder die namen geliebter personen eingegraben: tief an des boumes rinden begund er schœne buochstaben mit sînem meʒʒerlîne graben. Konrad v. Würzburg troj. krieg 784; nicht weit davon stundt eine linde, viel höher alsz die andern bäum', an esten reich, in derer rinde war ein geschnitten dieser reim: hie liegt der schäfer her begraben den Phyllis nie recht lieb wolt' haben. S. Dach in den ged. des Königsberger dichterkr. 173 (neudr.); solt ich billig in den rinden aller hohen bäume nicht schreiben, dasz nicht möcht' verschwinden ob der falschheit dein gerücht. G. K. Schreiber nachschöszlinge (1664) 62; ja, ich will dir, kühler hayn! hiemit ihren namen weihn, dieser fichte schmuck zu seyn. name, wachse mit den rinden! Hagedorn 3, 60; hegst die zeichen, trauter baum, in der hartgewordnen rinde. Chamisso 1, 119; wohl möcht' ich jene stelle liebend hegen, dort zeichen graben in des baumes rinde. Uhland ged. 134; ein eigner wald! voll von verschwiegnen gründen! drin hob sich dunkel mal und runenstein! uralte reime standen auf den rinden: die schnitt vordem ein zaubrer wohl hinein. Freiligrath 2, 179; ich schnitt es gern in alle rinden ein, ich grüb' es gern in jeden kieselstein, ... dein ist mein herz, und soll es ewig bleiben. W. Müller ged.4 1, 11; am brunnen vor dem thore da steht ein lindenbaum; ich träumt' in seinem schatten so manchen süszen traum. ich schnitt in seine rinde so manches liebe wort. 1, 75. die abgelöste rinde verschiedener baumarten wird zu mannigfachen zwecken verwandt: zum gerben des leders und zum färben. Jacobsson 3, 420b; daher bildlich: [] ich bin gar offt gerennet an, wile ich disz schiff (das narrenschiff) gezymbertt han, ich soll es doch eyn wenig färben und nit mit eychen rynden gärben, sunder mit lynden safft ouch schmyeren und ettlich ding ettwas glosyeren. Brant narrenschiff 104, 53. als heilmittel: die weidenblätter, same, rinden, und safft, ziehen zusamen .. der same ist nützlich denen so blut speien. gleiche wirkung und krafft hat auch die rind, doch ist sie mehr trücknen. Fuchs kräuterb. 126d; nimb die rinden von einem jungen aichbaum, die seud in wein, und wasch die wunden damit. Seuter rossartzney 215; da findet er die göttliche rinde der china. Schiller 1, 157. als schreibmaterial: (sie) schreiben auff subtile rinden von beumen. Frank weltb. 191b; vor zeiten schreib man auff die rinden, oder bäst der bäum. Dasypodius; gestern fand ich ein stück rinde in der höhlung und auf der innern seite das bild eines rosses eingeritzt. Freytag ahnen 1, 434; mir, ihr süsze vers, gefielet, euch zu lieb mich hab verspät; und weil nichtes da zu finden, da man euch könnt schreiben auf, nahm ich eine grüne rinden, zeichnet euch mit dörnen drauf. Spee trutzn. 171 Balke. als baumaterial: sie machten an den stunden von rinden und von loube ûʒ schilfe und uʒ schoube eine hütte grôʒ und wît. Heinr. v. Freiberg Tristan 3329; die reiter ... sahen vor sich die hütte, welche der sauhirt für den sommer aus stangenholz und rinde zusammengeschlagen hatte. Freytag ahnen 2, 137. in einigen gegenden dienen tannenrinden auch als dachziegel Jacobsson 3, 420b. daher im lusernischen rinde geradezu die schindel. Zingerle lusern. wb. 47. 22) rinde bezeichnet aber auch die unter der eigentlichen rinde (cortex) liegende weiche haut, den bast (liber), wie umgekehrt dieses zuweilen die bedeutung rinde annimmt (s.bast 1, 1149). liber, bast, die innerlich rind am holtz. Dasypodius; man sol nemmen die inner rinden von bircken, die wol seubern, und zu kleinen stucken zerschneiden. Seuter rossartzn. 239. cortex, die äuszere rinde. liber, die innere rinde. Frisch 2, 120b; die auswendige mehrentheils rauhe rinde dienet den baum für dem gewitter zu bewahren. die nächst darunter liegende inwendige zarte rinde ist gleichsam das geäder, durch welches der nahrungssafft aus der wurzel angezogen, und dem baum zu seinem wachsthum mitgetheilet wird. haushaltungslex. 782. der bast wird auch als die andere rinde bezeichnet: lasz die ander rind von lindenbaum inn wasser sieden, und tuncke tücher darinnen, und lege sie uber die brüst. Sebiz feldb. 90; gelbe ferbet man mit öpffelbeumen rinden, wenn man zuvor die eusserste grawe rinde gar weg geschnitten, und nimpt darnach die andere rinde, und kochet sie mit lauge. Colerus 2, 213. 33) der ursprüngliche begriff 'rinde des baumes' erweitert sich. rinde wird zur benennung der äuszeren festen schale, die sich um einen weicheren kern schlieszt, verwandt. dem ursprünglichen sinne am nächsten kommt 3@aa) rinde der pflanzenwurzel: die wurzel ist vollkommener, dicker und schwerer substantz, die rinden auszwendig äschenfarb. Sebiz feldb. 233. häufig insofern, als sie als heilmittel in verwendung kommt: die äsch von den rinden der rohrwurtzeln mit essig vermischet wie ein sälblein unnd angestrichen, machet das auszgefallen haar wider wachsen. Tabernaemontanus kräuterb. 705f; die rinde von der wurtzel (des maulbeerbaums) in wasser gesotten und getrunken, lindert den bauch. Fuchs kräuterb. 198e. auch beim rettig: die rinden von rätich nüchterling gessen, bewaren eynen für dem gifft. Sebiz feldb. 198. 3@bb) die rinde an früchten; der gewöhnlichere ausdruck ist hier schale: rinden, cortices, lassen sich eintheilen in rinden, schalen oder schelffen von früchten, und in rinden von den bäumen und wurtzeln. Hübner handlungslex. 1563. so: pfersich habent ein dünne rinten. Diemer arzneib. lv im mhd. wb. 2, 1, 710a; die rinden eines granatöpffels. Maaler 333b; die kern welche am rand, oder zunächst an der rinden inn melonen stehn, soll man zum säyen nicht nemmen. Sebiz feldb. 203; die rinde von den kürbsen zuo äschen gebrennt, heylet den brandt krefftiglich. Fuchs kräuterb. 138 f. auch an erdäpfeln. Hunziker 205. an kernen: man schol si (die körner in den fichtenäpfeln) des êrsten auf ainen glüenden koln legen und [] schol si ain wênig verprennen, dar nâch schol man in die rinden abziehen und schol die blôʒen kern in ain waʒʒer legen und schol si gar wol sieden. Megenberg 339, 20; die melonenkernen soll man zusäyen nemmen, welche eyne dicke und harte rinde haben. Sebiz feldb. 202. an der nusz bezeichnet rinde die äuszere grüne schale: ein nuʒ hât driu an ir: rinte, schale, kern. diu bitter rinte bezeichnet daʒ vleisch unsers herren. spec. eccles. 16. 3@cc) die rinde des brotes, die kruste, die die krume umschlieszt. schon ahd.: thaʒ deta druhtin, thaʒ man weiʒ, thô er thia krustun firsleiʒ; thaʒ man thia fruma thar gisah, thô er thia rintun firbrah. Otfrid 3, 7, 32. mnd. rinde in pane est crusta. Schiller - Lübben 3, 483a; daʒ grôʒe brôt hât herte und dicke rinten. Diemer arzneib. b iii im mhd. wb. 2, 1, 710a; als eʒ (das gericht neunaugen) gar sie gerœst, stôʒ eʒ in eime mörser, und tû dor zû eine swartze rinden brotes. buch von guter speise 11; und nim eine rinden brotes und ingeber. 12; nimb brot, schneid die rinden davon, und reib die brosam klein. Seuter rossartzn. 132; eine rinde brot, crusta panis. Stieler 247; die rinde des brodts gedörrt, wird unter die zahn-pulver genommen. Hübner handlungslex. 1681; im wässrigen, zu schnell gebackenen brote trennte sich krume von rinde und in den zwischenräumen erzeugte sich schimmel. Göthe 30, 94; nimm nimmer von dem brot die rinden nur allein. J. W. Simler ged. 210; aber leer sind meine taschen; trockne rinden hab' ich kaum. Kind ged. 1, 184. man unterscheidet eine obere und eine untere rinde: theils legen ihr brod, wann sies aus den ofen nehmen, auf die obere rinden; und glauben, es soll nicht rindhefftig werden oder auffahren. Hohberg 1, 201a; das brod bestehet aus zwey theilen, der krume nemlich .. und der rinde, so in die obere und untere eingetheilet wird. öconom. lex. 382; sechs loth obere rinde von schwarzem brod. frauenzimmerlex. 1, 557. bei Adelung gilt rinde als der edlere, kruste als der gewöhnlichere ausdruck. 3@dd) die rinde am käse: scandisch käsz, die allein die nastropfige weiber machen, und in formen bachen, an deren eim zwen bauren auff mistberen, wie am cananeischen trauben zuketschen haben, und die rinden darvon für tartschen und schantzkörb prauchen. Fischart Garg. 79 neudr.; der käse hat eine harte rinde. Adelung. 3@ee) am braten: (der rinderbraten) musz aber allemal fett begossen werden, so bekömmt er eine rinde, als ob er mit teig überzogen wäre. frauenzimmerlex. 2, 2885. 3@ff) überhaupt die rinde, die sich beim trocknen bildet; auf der wunde, der schorf: die wunde bekömmt eine rinde. Adelung. auf dem straszenkothe: in heiszen sommertagen bekömmt der gassenkoth eine feste rinde. ebenda. 3@gg) rinde von weinstein, die sich in weinfässern absetzt: die jahre setzen um sein bestes herz blut, wie um alten wein eine steinerne rinde, an. J. Paul biogr. bel. 1, 101. 3@hh) rinde von eis: die besonnten hügel grünen, und des eises rinde springt. Schiller 11, 199; zudem der steg, jüngst überschwemmt von aufgelös'ten schnees wogen, mit eises rinde ist umzogen, die sich zu glatten hügeln dämmt. A. v. Droste - Hülshoff 312. 3@ii) die rinde von fels oder stein: die mikroscopischen kleinen organismen, welche unsere stehenden gewässer und die verwitternde rinde der felsen bewohnen. Humboldt kosmos 1, 80; ihrer beschaffenheit nach sind sie (die meteorsteine) inwendig sandartig und grau, und von auszen mit einer schwarzen, glänzenden rinde überzogen. Hebel werke 2, 23. die gase einschlieszende felsrinde: mit dem gezähe hackt er (der bergmönch) am spalt, bis das schwefelnde wetter im grimm gegen die weichende rinde schwallt. A. v. Droste - Hülshoff 128. 3@kk) die erdrinde, im geologischen sinne: (die flüssige masse der erde) fing an hart zu werden, und zwar bei der oberfläche zuerst, die luft und das wasser begaben sich wegen ihrer leichtigkeit aus dem innern der erde unter diese rinde. die rinde sank, und es wurde alles mit wasser bedeckt. Kant 9, 316; die oberste rinde der erde besteht ... aus schichten von verschiedener materie, die sich blätterweise übereinander befinden. 9, 281. mit anklang an die baumrinde, in die man [] seinen namen schneidet: als der vater einige fusz tief als ein ganz unbekannter mann in die erde einsank und der sohn bedachte, dasz diesz soviel sei, als habe man den mann durch die halbe erdkugel durchgesenkt, besonders da er auf deren rinde keinen eingeschnittenen namen nachgelassen, nämlich im Heiligenguter adreszkalender keinen: so war es ihm, als habe alle welt, nicht blos er, einen vater auf immer verloren. J. Paul leb. Fibels 54. 3@ll) in dichterischer übertragung, das fasz als die rinde des weines: einen wein hab' ich erkoren, der im eise hat gefroren. seines phlegmas kaltes nasz, seht, es ist erstarrt im fasz. aber in der kalten hülle glüht des traubengeistes fülle. brüder, schlagt die rind' entzwei! macht die feuerseele frei! W. Müller ged.4 2, 65. 44) rinde im bilde und in übertragener bedeutung. hier ist der begriff nach zwei seiten entwickelt. 4@aa) rinde drückt die äuszere erscheinung im gegensatze zum inneren wesen aus; das bild, das von der baumrinde stammt, erscheint noch völlig durchgeführt in stellen wie: wenn auch .. die glänzende rinde (die lauten beifallsbezeugungen) nach und nach verwittert, das mark der gunst läszt doch den baum nicht ganz zu grunde gehen. F. Raimund werke 4, 324; bliebst du wohl bey mir? um mir? — als christ, als muselmann: gleich viel! im weiszen mantel, oder jamerlonk; im tulban, oder deinem filze: wie du willst! gleich viel! ich habe nie verlangt, dasz allen bäumen eine rinde wachse. Lessing 2, 308; 'viva!' ein könig wird gegrüszt — es fault im mark, die rinde gleiszt. A. v. Droste - Hülshoff 126. abgeblaszter: substanz und wesen, brots und weins, zum leib sich überleiben; doch brod und wein, von auszen scheints, die zufäll je noch bleiben. geruch, geschmack, farb und gestalt sich frisch noch lassen finden, als wie, vom wesen abgespalt, nur blosze schal und rinden. Spee trutzn. 245; oft besah er abends vor dem bettegehen seinen lebenden körper so lange, dasz er ihn von sich abtrennte und ihn als eine fremde gestalt so allein neben seinem ich stehen und gestikulieren sah: dann legte er sich zitternd mit dieser fremden gestalt in die gruft des schlafes hinein, und die verdunkelte seele fühlte sich wie eine hamadryade von der biegsamen fleischrinde überwachsen. daher empfand er die verschiedenheit und den langen zwischenraum zwischen seinem ich und dessen rinde tief, wenn er lange einen fremden körper, und noch tiefer, wenn er seinen eignen anblickte. J. Paul Hesp. 2, 13. 4@bb) das bild von der überziehenden rinde wird aufs seelische übertragen; man spricht von einer rinde des zweifels, des argwohns u. s. w., die herz und seele umzieht: der, trotz der rinde, womit ihn seine landwirthliche lebensart überzogen hat, nichts weniger als ohne sinn und empfänglichkeit für die eigenschaften .. ist. Wieland bei Campe; gelingt es mir .. die rinde von des vaters herzen zu lösen. Kotzebue dram. spiele 3, 165; wie? hat auch eurer freuden milden genusz die weisheit mir vergällt? schlosz sie mein herz in eine rinde, dasz ich, dem sonst, bey harfenklang, gefühl durch alle nerven drang, nicht diesen zauber mehr empfinde. Gotter 1, 450; ich will ihn tilgen diesen zweifel — will mich hängen an das vaterherz, will reiszen, will mächtig reiszen an dem vaterherzen, bis dieses zweifels felsenveste rinde von diesem herzen nieder fällt. Schiller Carlos 2, 3; und sahst du ihn, gespannt und stumm, sein ohr dem trüben warner leih'n, so sog es andre kunde ein, als die des herzens rinde bricht. A. v. Droste - Hülshoff 405. ähnlich: wir ziehen auf meine güter, wo wir so lange bleiben, bis die zeit eine rinde über das vergangene gezogen hat. Schiller 3, 573.
17370 Zeichen · 295 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    rindesw. F. (n)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    rinde , sw. F. (n) nhd. Rinde, Borke, Kruste Hw.: s. rind E.: s. rind L.: Hh 261, Hall/Meritt 283a, Lehnert 172a

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RINDEswf. stf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +1 Parallelbeleg

    RINDE RINTE swf. stf. ahd. rindâ Graff 2, 532. rinde am baum und am brote. cortex rinte sumerl. 45,17. rinde das. 26,2. …

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rindeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    rinde , F. nhd. Rinde, Gewebemantel an Bäumen Ästen und Zweigen, Hülle, Schale (F.) (1), harter Überzug über einem weich…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rinde

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Rinde , plur. die -n, Dimin. das Rindchen, Oberd. Rindlein, der harte äußere Theil, welcher ein anderes Ding umgibt,…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rinde

    Goethe-Wörterbuch

    Rinde 1 die Ummantelung des Stamms, der Äste u Wurzeln bei Pflanzen; überwiegend bezogen auf Bäume a die äußere feste od…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rinde

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Rinde (Cortex) , die äußere Schichte der Pflanzen, erscheint am ausgebildetsten bei den Bäumen; sie besteht aus Zellen, …

  7. modern
    Dialekt
    Rinde

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Rind e , Runge [Rìnt Su. NBreis. Str. Betschd. ; Re Mutzig K. Z. ; Ræ M. ; Rùə S.; Demin. Rìl Rimbach ] f.…

  8. Sprichwörter
    Rinde

    Wander (Sprichwörter)

    Rinde 1. Die Rinde von der Pastete ist so gut wie Brot. Frz. : Croute de pâté vaut bien pain. ( Kritzinger, 193 b . ) 2.…

  9. Spezial
    Rinde

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Rin|de f. (-,-n) 1 scorza (-zes) f. 2 (vom Brot) crosta (-tes) f. ▬ die Rinde abschälen (vom Baum) scorzé ; (Früchte) de…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rinde

497 Bildungen · 370 Erstglied · 126 Zweitglied · 1 Ableitungen

rinde‑ als Erstglied (30 von 370)

Rinde(n)chlëber

Idiotikon

Rinde(n)chlëber Band 3, Spalte 612 Rinde(n)chlëber 3,612

Rinde(n)der(r)et

Idiotikon

Rinde(n)der(r)et Band 13, Spalte 1023 Rinde(n)der(r)et 13,1023

Rinde(n)schel(l)er

Idiotikon

Rinde(n)schel(l)er Band 8, Spalte 552 Rinde(n)schel(l)er 8,552

Rinde(n)schel(l)et

Idiotikon

Rinde(n)schel(l)et Band 8, Spalte 552 Rinde(n)schel(l)et 8,552

Rinde(n)schëreⁿ

Idiotikon

Rinde(n)schëreⁿ Band 8, Spalte 1142 Rinde(n)schëreⁿ 8,1142

Rinde(n)staler

Idiotikon

Rinde(n)staler Band 11, Spalte 1194 Rinde(n)staler 11,1194

Rinde(n)stampf

Idiotikon

Rinde(n)stampf Band 11, Spalte 477 Rinde(n)stampf 11,477

Rinde(n)stampfi

Idiotikon

Rinde(n)stampfi Band 11, Spalte 485 Rinde(n)stampfi 11,485

Rinde(n)star

Idiotikon

Rinde(n)star Band 11, Spalte 1193 Rinde(n)star 11,1193

Rinde(n)staub

Idiotikon

Rinde(n)staub Band 10, Spalte 1071 Rinde(n)staub 10,1071

rindeclifer

KöblerAe

rindeclifer , st. F. (ō) nhd. Kleiber, Klebermeise, Blauspecht, Rindenkleber E.: s. rind, *clifer (2) L.: Hh 52

Rindeeisen

PfWB

rinde·eisen

Rinde-eisen n. : ' gebogenes Messer zum Lösen der Lohrinde ', Rinneise [KU-Schmittw/O Feierowend 19/1955]; vgl. PfWB Rindenkratzer , -schäle…

rindeffen

MeckWB

rind·effen

Wossidia rindeffen rinner- ein-, hineinschlagen, ein Blitz, ein Schlag ins Auge: rin- Ro Rostock@Altheide AHeide ; in sin Kajütenfinster ...…

rindeken

KöblerMnd

rinde·ken

rindeken , N. nhd. „Rindchen“, hartes Stück Gebäck, Zimtrinde, Rinde des Zimtbaums Q.: Dief. 23 E.: s. rinde, ken W.: s. nhd. Rinde, N., Rin…

rindelblume

DWB

rindel·blume

rindelblume , f. name der viola lutea. Dief.-Wülcker 820 ; viole lutee alias calte rindelblumen. Trochus L 2 b .

rindele

KöblerMnd

rind·ele

rindele , F. nhd. Ringelblume ÜG.: lat. calendula officinalis? Q.: De Man 195 E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 2, 2141 (rindele)

rindeln

DWB

rind·eln

rindeln , verb. dialektisch. 1) gerste in graupen verwandeln, vgl. DWB rändeln und DWB renneln . 2) ( figürlich ) geld wechseln, gröbere mün…

rindelīn

KöblerMhd

rinde·līn

rindelīn , st. N. nhd. Rindlein (N.) (2), kleine Rinde Hw.: s. rintel E.: s. rinde W.: nhd. Rindlein, N., Rindlein (N.) (2), DW 14, 975 L.: …

Rindenbank

SHW

Rinden-bank Band 4, Spalte 1407-1408

Rindenbeil

SHW

Rinden-beil Band 4, Spalte 1407-1408

Rindenbock

SHW

Rinden-bock Band 4, Spalte 1407-1408

Rindenbund

SHW

Rinden-bund Band 4, Spalte 1407-1408

Rindenburde

SHW

Rinden-burde Band 4, Spalte 1407-1408

Rindenfeier

SHW

Rinden-feier Band 4, Spalte 1407-1408

rinde als Zweitglied (30 von 126)

alrûn|rinde

MWB

alrûn|rinde swF. ‘Rinde der Mandragorawurzel’ nim anacardi. seuenboumes. entian. alrun rinden. igliches eilf korn SalArz 95,46 MWB 1 167,22;…

alrūnrinde

KöblerMhd

alrūn·rinde

alrūnrinde , F. nhd. Alraunrinde ÜG.: lat. cortex madragorae Gl, Voc Q.: Gl, SalArz (Anfang 13. Jh.), Voc E.: ahd.? alrūnrinta* 2, st. F. (ō…

Angosturarinde

Herder

angostura·rinde

Angosturarinde , von der Galipea officinalis , einem Südamerika eigenthümlichen Baume; sie dient in Wechselfiebern, Durchfall, Ruhr u.s.w. D…

baumrinde

DWB

baum·rinde

baumrinde , f. die härtere, äuszere rinde, unter welcher sich noch der zartere bast befindet.

Bo¹kenrinde

WWB

Bo¹ken-rinde f. ⟨ › bo¹kenrinne ‹ ( Kr. Höxter Höx Kr. Höxter@Bergheim Bg ), bō¹ken- ‹ ( Kr. Olpe Olp El) ⟩ Buchenrinde.

Bō²mrinde

WWB

bom·rinde

Bō²m-rinde f. ⟨ › bō²m- ‹ ; -rinde ( Kr. Osnabrück Osn Kr. Osnabrück@Borgloh Bo , Kr. Steinfurt Stf Lf, Kr. Höxter Höx Kr. Höxter@Bredenborn…

Brō²drinde

WWB

brod·rinde

Brō²d-rinde f. ⟨ -rinde ( Kr. Detmold Det Kr. Detmold@Reelkirchen Rk , Kr. Höxter Höx Kr. Höxter@Kollerbeck Kb , Kr. Büren Bür Kr. Büren@Wes…

Cascarillrinde

Herder

Cascarillrinde , ein geschätztes Arzneimittel, kommt von Croton Eluteria (s. Croton).

Chlorinde

GWB

chlor·inde

Chlorinde Dat, AkkSg -den weibl Heldin in Tassos ‘Gerusalemme liberata’ GWB 21,33,17 Lj I 7 Tasso 1100 uö als Typ der edlen, tatkräftigen Fr…

Doogwoodrinde

Wander

Doogwoodrinde Jemanden Doogwoodrinde schälen lassen. ( Nordamerika. ) Der Doogwoodbaum, eine Art wilder Cornelkirsche, aber mit bittern, ung…

Dorinde

GWB

dor·inde

Dorinde Figur (Gärtnermädchen) aus Cimarosas Oper ‘Le trame deluse’ GWB 12,254 Vereitelte Ränke PersVerz [G/Vulpius] uö Elisabeth Mager E. M…

epfichrinde

KöblerMhd

epfich·rinde

epfichrinde , st. F., sw. F. nhd. Sellerierinde Q.: SalArz (Anfang 13. Jh.) E.: s. epfich, rinde (1) W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 1773 (ephichbla…

ephichrinde

MWB

ephich·rinde

ephichrinde F. ‘(abgeschälte) Sellerierinde’ gip im [dem Fieberkranken] uenchel rinde. oder eppen rinde di gesoten sin mit oximel SalArz 72,…

ephicrinde

KöblerMhd

ephicrinde , st. F., sw. F. Vw.: s. epfichrinde*

Ableitungen von rinde (1 von 1)

gerinde

Lexer

ge-rinde stn. s. gerinne.