Hauptquelle · Grimm (DWB, 1854–1961)
seidel
seidel , n. masz für flüssiges und trockenes; lehnwort aus situlus, der nebenform zu lat. situla, womit im mittelalter ein kleineres gemäsz namentlich für wein bezeichnet wurde; vgl. du Cange 7, 499 a ; aus der kloster- und urkundensprache spät ins mhd. übergegangen, als sîdel, erweitert auch als sîdelîn, sîdlîn aufgenommen ( vgl. unten seidlein), das geschlecht etwa nach masz oder glas ins neutrale gewendet. das wort ist zunächst auf das ober- und mitteldeutsche sprachgebiet eingeschränkt: nösel, .. hält ein halb maasz .. in Oberdeutschland, besonders in Oesterreich, heiszt es auch ein seidel…