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Aufnehmen

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Aufnehmen trs., ntr., rec.

Bd. 1, Sp. 245a
Aufnehmen, v. unregelm. (s. Nehmen). I) trs. in die Höhe nehmen, hinaufnehmen. Etwas von der Erde aufnehmen. Ein liegendes Kind aufnehmen. »Bis an den Tag, da er aufgenommen ward.« Apostelg. 1, 2. »Aufgenommen in die Herrlichkeit.« 1 Tim. 3, 16. Bei den Buchdruckern, die abgedruckten Bogen nach der Buchstabenfolge zu sechs oder wenigern Bogen in Lagen bringen und aus mehrern solchen Lagen einen vollständigen Abdruck der Schrift (ein Exemplar) zusammenlegen. auch, was man fahren oder fallen ließ, wieder in die Höhe nehmen Davon die uneigentliche Redensart, den Faden der Erzählung wieder aufnehmen, d. h. wieder fortfahren, wo man aufhörte oder unterbrochen wurde. Bei den Jägern, in weiterer Bedeutung, durch den Geruch gleichsam aufnehmen, vom Leithunde gebraucht. Eine Fährte wohl aufnehmen, die verlangte Fährte bald finden und von andern unterscheiden. Uneigentlich. 1) Bei den Feldmessern, ein Feld, eine Gegend, einen Wald aufnehmen, ausmessen und in verkleinertem Verhältniß in einen Riß bringen, einen Grundriß davon machen. »Ih nahm die Bai und die umliegenden Gegenden geometrisch (meßkünstig) auf.« Ebeling. 2) † Zu sich in Verwahrung nehmen, übernehmen. I den Rechten einiger Gegenden, ein Gut aufnehmen, in Verwahrung nehmen. I den Bergwerken, eine Zeche aufnehmen, sie übernehmen, um sie zu bauen. Einen Stollen aus dem Freien aufnehmen, ihn ganz neu bauen. 3) Geld aufnehmen, borgen, als Darlehn empfangen. Gelder auf Wechsel auf sicheres Unterpfand aufnehmen. 4) Eine Rechnung aufnehmen, sie umständlich ablegen lassen. Ein Verzeichniß, ein gerichtliches Verhör aufnehmen, es niederschreiben, zu Papier bringen. † I O. D. auch jemandes Gründe aufnehmen und beantworten, sie anhören und erwägen. 5) I seine Verbindung, seine Gesellschaft in weiterem Sinne des Wortes nehmen. Einen Fremden, einen Gast bei sich aufnehmen, in sein Haus nehmen, beherbergen und bewirthen. Einen herrlich, gastfreundlich, unfreundlich aufnehmen. Zum Bürger, zum Mitgliede einer Gesellschaft, einen an Kindes Statt aufnehmen. Einen Lehrling aufnehmen, in die Lehre nehmen, bei den Jägern; aufdingen bei den Handwerkern. Davon der Aufzunehmende, der in irgend eine Gesellschaft oder Verbindung als Mitglied aufgenommen werden soll (Recipiendus). I weiterer Bedeutung von leblosen Dingen bei den Dichtern. Der kühle dunkle Wald nahm uns in seinen wohlthätigen Schatten auf. — — und sie gehn in verschlungenen Ringeln Schlängelnd einher, bis die Kluft des grenzenden Waldes sie aufnahm.Voß. I engerer und noch uneigentlicherer Bedeutung, etwas in sich aufnehmen, es mit sich so innig verbinden, daß beide nur einen Körper ausmachen, und einerlei Raum einnehmen. Das Wasser nimmt das Salz in sich auf. Die säurebrechenden Mittel nehmen die Säure im Magen in sich auf. 6) Auf eine gewisse Art betrachten, von einer gewissen Seite betrachten, den Eindruck äußern, den eine Sache macht. Etwas gut, hoch, günstig aufnehmen. Etwas für oder als Scherz, Ernst aufnehmen. »Einige Worte haben uns entzweiet, die im (in) Scherz gesagt und im (in) Ernst aufgenommen wurden.« Dusch. 7) Es mit einem aufnehmen, sich mit einem in einen Zweikampf, und in weiterer Bedeutung, in irgend einen Streit, Wettkampf einlassen. † Einen Streit, eine Schlacht aufnehmen, annehmen, liefern. »Ih wurde dadurch bewogen, den Streit mit dem Mächtigsten aufzunehmen.« Bodmer. 8) ≠ Für aufheben. — — — Sie baten den König Aufzunehmen den Kampf, wenn es ihm also beliebte. Göthe. Besonders in den Rechten, einen angesetzten Gerichtstag aufnehmen, ihn aufheben. II) * * ntr. mit haben, zunehmen, wachsen. »Wenn der Mond aufnimpt und abnimpt.« Buch der Natur. Hieher gehört der Ausdruck der Jäger, nach welchem sie aufnehmen, für empfangen, trächtig werden, gebrauchen. Der Hund, das Wild nimmt auf. III) rec. Sich aufnehmen, zunehmen, wachsen in uneigentlicher Bedeutung, seine äußeren Umstände verbessern. Er nimmt sich an diesem Orte sehr gut auf. I großes Aufnehmen kommen. — Das Aufnehmen. Die Aufnehmung. S. auch Aufnahme.
3993 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Aufnèhmen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Aufnèhmen , verb. irreg. (S. Adelung Nehmen ,) welches in doppelter Gattung üblich ist. I. Als ein Activum. 1. Herauf ne…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    aufnehmen

    Goethe-Wörterbuch

    aufnehmen auch (Part)subst 1 jdn, etw (vom Boden) hoch-, aufheben, in die Hand nehmen, ergreifen nahm sie das kleine [ K…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Aufnehmen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Aufnehmen , ein Stück Land, eine Gegend, heißt dieselbe geometrisch im verjüngten Maßstabe darstellen.

  4. modern
    Dialekt
    aufnehmenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    auf-nehmen st. : 1. gegenst. a. 'empornehmen'. Er hat de Blinne 'den Blinden' ufgenumm, beim Kartenspiel [KU-Bedb, verbr…

  5. Sprichwörter
    Aufnehmen

    Wander (Sprichwörter)

    Aufnehmen 1. Ist man wo gut aufgenommen, muss man nicht bald wiederkommen. 2. Er wird aufgenommen wie der Fuchs unter de…

  6. Spezial
    aufnehmen, in ein Wörterbuch v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    aufnehmen , v , in ein Wörterbuch ~ включать/включить , гл в словарь

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit aufnehmen

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von aufnehmen 2 Komponenten

auf+nehmen

aufnehmen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

aufnehmen‑ als Erstglied (2 von 2)

Aufnehmenswürdig

Campe

aufnehmen·s·wuerdig

Aufnehmenswürdig , — er, — ste, adj. u. adv. der Aufnahme würdig. Aufnehmenswürdige Personen. Auch aufnehmungswürdig. Davon die Aufnehmenswü…