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Wallen

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
30 in 18 Wb.
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7 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wallen

Bd. 4, Sp. 1365
Wallen, verb. regul. neutr. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Mit dem Hülfsworte haben, sich wellenförmig bewegen. (1) Eigentlich von flüssigen Körpern, wenn sie sich in einer starken innern Bewegung befinden, welche Wellen auf der Oberfläche bildet. das Wasser wallet in dem Topfe, wenn es kocht. Das Meer wallet, wenn es sich in einer starken Bewegung befindet, in welchem Verstande es doch wenig mehr gebraucht wird. Wenn gleich das Meer wüthete und wallete, Ps. 64, 4. Das Blut wallet, wenn es stärker, als gewöhnlich umläuft; eine noch sehr übliche Bedeutung. Ein starkes Wallen des Geblütes empfinden. (2) In weiterer Bedeutung, auch von andern leichten oder biegsamen Körpern, sich wellenförmig bewegen, besonders als ein anschauliches Wort in der dichterischen Schreibart. So wallet das Getreide auf dem Felde, wenn es durch seine Bewegung gleichsam Wellen bildet. Die frohen Haine hallen, Da Zephyrs Hauch und Scherz in ihren Haaren wallen, Haged. Ein schimmerndes Gewand floß, gleich der Morgenröthe, Weit wallend um sich her, Dusch. Dort, wo der Rauch aus den Bäumen in die Luft empor wallt, dort wohnt meine Phyllis, Gesn. In goldnen Locken wallt sein Haar, eben ders. So lang' in dieses Hafens Arme Segel wallen vom Ostwind aufgeschwellt, Raml. O ich seh es mit Lust, wie der graue Bart schneeweiß über meine Brust herunter wallet, Geßn. Es webet, wallt und spielet, Das Laub um jeden Strauch, Haged. (3) Figürlich, von Leidenschaften und Empfindungen, eine ohne Zweifel von dem Wallen des Blutes hergenommene Figur. Auch am häufigsten in der dichterischen Schreibart. Das Herz wallet mir vor Freude. Noch haben sie uns Männer aufgespart, In deren Brust die Freyheitsliebe wallet, Weisse. In engerer Bedeutung zuweilen von der Empfindung des Erbarmens, der Liebe. Dein Herze wird dir wallen, Opitz. Noch ließ der große Gott sein Vaterherze wallen, eb. ders. Laß dein Herz für einen Sünder wallen, Canitz. 2. Mit dem Hülfsworte seyn. (1) Sich auf einem flüssigen Körper wellenförmig fortbewegen, auch nur in der dichterischen Schreibart. Mit pestilentialischem Fittig wallet auf Nebeln die Seuche daher, Zachar. (2) In weiterer Bedeutung, gehen, zu Fuße reisen; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, vermuthlich, weil die Figur hier nicht paßt, und man so viele andere Wörter an dessen Stelle hat. Im Oberdeutschen scheint es noch hin und wieder gangbar zu seyn. In der Fremde herum wallen. Im Hochdeutschen lebt es in dieser Bedeutung nur noch bey den Dichtern, ungeachtet das Bild hier zur Verschönerung nichts beyträget, da es nicht einmahl passend ist. Den Pilgram, welchen du siehest außer Weges wallen Und irrig gehn Wald ein, Opitz. Schon wall ich auf der Bahn, die uns zur Ehre leitet, Zachar. Auf Erden wallen, figürlich, noch auf der Erde leben. So lang ich hier im Leibe walle Bin ich ein Kind, das strauchelnd geht, Gell. So auch das Wallen und die Wallung, S. das letztere besonders. Anm. Für gehen, wandern, schon bey dem Ottfried und Notker uualloa, im Schwed. valla, im Angels. vealian, wovon ohne Zweifel auch das Französische aller gebildet ist. Wallen ist ursprünglich eine Onomatopöie, welche, so wie das Lat. bullire, den Laut des siedenden Wassers oder des wallenden Meeres nachahmet, worauf es nach einer sehr gewöhnlichen Figur auch auf solche Bewegungen übergetragen worden, welche nur für das Auge, nicht aber für das Ohr, wallend sind. Seiner Form nach ist es ein Intensivum, welches folglich einen stärkern Grad dieser Bewegung bezeichnet, als das einfache, aber ungewöhnliche, walen bezeichnen würde, welches nur noch in dieser und manchen andern Ableitungen lebt. S. Walgen. Auch Schwall, schwellen und Quellen gehören hierher, wo nur der Grundbegriff durch Vorsylben anders bestimmt worden.
3758 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    wallenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    wallen stn. bî sînes lebens wallen Frl. 29,6.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wallenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    wallen , st. V. nhd. „wallen“ (V.) (1), aufwallen, sieden Vw.: s. be-, tōhōpe-*, vör- Hw.: vgl. mhd. wallen (1), mnl. wa…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wallen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Wallen , verb. regul. neutr. welches auf doppelte Art gebraucht wird. 1. Mit dem Hülfsworte haben, sich wellenförmig bew…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wallen

    Goethe-Wörterbuch

    wallen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    wallen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    walle n [wâlə Hi. Obhergh. Logelnh. Co. Dü. ; wàlə U. W. ] wallen, schäumen, von den Wasserfluten u. vom siedenden Wasse…

  6. Sprichwörter
    Wallen

    Wander (Sprichwörter)

    Wallen 1. Walle, doch nicht falle! – Körte, 6431. 2. Wallen vnnd irren, als weren sie im Behmerwald. – Mathesius, Sarept…

  7. Spezial
    wallen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    wal|len vb.intr. (siedendes Wasser) flocoré (-ra), cöje (cöj, cöt).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wallen

63 Bildungen · 20 Erstglied · 37 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von wallen 2 Komponenten

wal+len

wallen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

wallen‑ als Erstglied (20 von 20)

Wallenbirn

Campe

wallen·birn

Die Wallenbirn , Mz. — en , eine Sorte Birnen, von Nemnich aus Tragus angeführt.

wallende

KöblerMhd

wall·ende

wallende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „wallend“, wandernd, pilgernd Vw.: s. al-, ūf- Q.: GTroj, Apk, Tauler, Gnadenl (FB wallende), PrüllS (2. …

wallendic

KöblerMhd

wallen·dic

wallendic , Adj. nhd. „wallendig“, sprudelig Hw.: s. wellendic; vgl. mnl. wallendich Q.: Spec (um 1150) (wellentic) (FB wallendic), Konr, Pr…

wallendig

DWB

wall·endig

wallendig , adj. , kochend, weiterbildung des part. wallend ( zu wallen I, A, 6) in der älteren sprache, vgl. lebendig : wan diu marter waʒ …

Wallendorf

Meyers

wallen·dorf

Wallendorf , 1) (magyar. Szepes-Olaszi , spr. ßépesch ólaßi) Stadt mit geordnetem Magistrat im ungar. Komitat Zips, an der Bahnlinie Kaschau…

Wallenfels

Meyers

wallen·fels

Wallenfels , Flecken mit städtischer Verfassung im bayr. Regbez. Oberfranken, Bezirksamt Kronach, im Frankenwald, an der Wilden Rodach und d…

wallen III

RhWB

wallen III das Zeitw. ist als -al-, –a·l.- Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, Geilk [ -ā- NSaarbg , Trier-Ld , Wittl , Bernk , Bitb , SPrüm ] schw.: …

Wallenklotz

RhWB

wallen·klotz

Wallen-klotz Koch-Bertrich , Daun-Neroth m.: 1. der Kl. der Walze. — 2. verächtl. plumper Mensch.

wallenmilch

DWB

wallen·milch

wallenmilch , f. eine milchspeise: milchbrocken, lactarius s. cibus, wallenmilch. Maaler 290 b ; wallenmilch, gewellte milch, lac passum. 48…

Wallenstadt

Herder

wallen·stadt

Wallenstadt , Stadt im schweiz. Kanton St. Gallen, mit ungefähr 1900 E. Der W. er-See od. der Wallensee liegt 1336' über dem Meere, ist 4 St…

wallenstatt

DWB

wallen·statt

wallenstatt , f. , wallfahrtsort: da ichs nun recht gemercket hatt, war nit weit von dannen eine gnadreiche wallenstatt, in der ehr und namm…

Wallenstein

Meyers

wallen·stein

Wallenstein ( Waldstein ), Albrecht Wenzel Eusebius von, Herzog von Friedland , kaiserlicher Generalissimus im Dreißigjährigen Kriege, geb. …

wallensteiner

DWB

wallen·steiner

wallensteiner , m. 1 1) knebelbart, wie er zur zeit Wallensteins getragen wurde: in der hand den Ziegenhainer, und die mappe, ha, verdammt! …

wallen als Zweitglied (30 von 37)

a(n)wallen

Idiotikon

a(n)wallen Band 15, Spalte 1147 a(n)wallen 15,1147

abe wallen

MWB

abe wallen V. ‘herabfließen’, nur Part. Präs.: er ward herzklich weinende von andaht, daz im die ab walenden trehen úber daz herz ab runnen …

abewallen

KöblerMhd

abe·wallen

abewallen , st. V. nhd. „abwallen“, herabfließen, niederfließen, herniederfließen Q.: Seuse (1330-1360) (FB abe wallen) E.: s. abe, wallen W…

Abwallen

Campe

◬ Abwallen , v. ntr. mit sein, abwärtswallen, wallend herabhangen. Jetzo durchfingerten jene die sanft abwallenden ( Locken) emsig. Baggesen…

aufwallen

DWB

auf·wallen

aufwallen , n. aufwall, aufwallung: vielleicht ist dies der freiheit letztes aufwallen. Klinger 2, 340 ; letzteres fiel mir einmal bei sehr …

bewallen

DWB

bewallen , vallo munire, einen graben bewallen, mit einem damm versehen; den boden bewallen, wälle, schanzen aufwerfen. die hopfenbauer sage…

durchwallen

DWB

durch·wallen

durchwallen , wie durchwandern, jetzt nur im höheren stil gebräuchlich. 1 1. eigentlich. die welt durchwallen Stieler 2422 . so wie ein mann…

entwallen

DWB

ent·wallen

entwallen , 1 1) die ahd. bedeutung intwallan defervere, desinere fervere, aufhören zu wallen, intwial deferbuit ( Graff 1, 799 ) findet nic…

enwallen

KöblerMhd

enwallen , st. V. nhd. in Wallung geraten (V.) E.: s. en, wallen W.: nhd. DW2- L.: Hennig (enwallen)

erwallen

DWB

erwallen , peragrare, durchwallen, durchwandern, ahd. irwallôn, irwallôta ( Graff 1, 800 ), mhd. erwallen: jâ du frëch ungetriuweʒ wîp, ich …

fortwallen

DWB

fort·wallen

fortwallen , ahd. wallôn, 1 1) peregrinari, weiter reisen: wenn im strom des lebens sanft der kahn fortwallt. Voss; von ihr ( der freundscha…

fuurtwallen

MeckWBN

Wossidia fuurtwallen fort-, entlangwandern, -ziehen: Un deer 'ck allein an 'n Strand furt wall'n Less. Hell. 150.

gewallen

DWB

gewallen , verbum , verstärktes wallen ( s. d. ). hier müssen verbalformen in betracht gezogen werden, die auf zwei verschiedenartige stämme…

gruntwallen

MWB

grunt·wallen

gruntwallen stV. ‘von Grund aufwallen’ owê dir, leider urteile smit! [...] / owê dir, gruntwallende wurz [= würze ‘Gebräu’ ] , / ein überfei…

hingewallen

KöblerMhd

hinge·wallen

hingewallen , st. V. nhd. „hinwallen“ (?) Q.: EvSPaul (1300-1350) (FB hin gewallen) E.: s. hin, gewallen W.: nhd. DW-

in'nannerwallen

MeckWBN

innanner·wallen

Wossidia in'nannerwallen durcheinandermengen: dat (Getreide und Erbsen zweier benachbarter Felder) is all' in'nannerwallt Schö Schönberg@Sch…

niderwallen

KöblerMhd

nider·wallen

niderwallen , st. V. nhd. „niederwallen“, herabfließen Q.: Seuse (1330-1360) (FB niderwallen) E.: s. ahd. nidarwallōn*, sw. V. (2), sich hin…

rupwallen

MeckWBN

rup·wallen

Wossidia rupwallen refl. sich allmählich auftürmen: dat wallt sick heil nah 'n Sloßbarg rup Ro Rostock@Kösterbeck Kösterbeck .

tõhôpewallen

MNWB

tohope·wallen

° tõhôpewallen , swv. : zusammensetzen, zusammenfügen , „ Tohope wallen efte walken efte madden conglutinare” (Voc. Strals. ed. Damme 410).

tohōpewallen

KöblerMnd

tohōpewallen , sw. V. Vw.: s. tōhōpewallen*

tōhōpewallen

KöblerMnd

tōhōpewallen , sw. V. nhd. zusammendrehen, zusammenfügen ÜG.: lat. conglutinare Voc Q.: Voc. Strals. ed. Damme (15. Jh.) I.: Lüs. lat. congl…

überwallen

DWB

ueber·wallen

überwallen , v. I I. überflieszen, zu wallen I ( s. u. th. 13, sp. 1269). I@A A. in trennb. verbindung, die schon mhd. überwiegt ( s. mhd. w…

verwallen

DWB

ver·wallen

verwallen , v. , mhd. wb. 3, 471; mnl. Verwijs-Verdam 9, 269 . transitiv zu wallen I A 6: v. erhitzen Schmid schw. wb. 515 ; reflexiv Fische…

vorwallen

DWB

vor·wallen

vorwallen , verb. , ' in wallender bewegung sich vorwärts bewegen ' Campe, als wort der ' höheren, besonders der dichterischen schreibart ' …

vörwallen

KöblerMnd

vörwallen , st. V. nhd. entzünden, zuschwellen Q.: SL E.: s. vör, wallen (1) L.: MndHwb 1, 962 (vorwallen) Son.: örtlich beschränkt, nur Par…

Wégwallen

Adelung

weg·wallen

Wégwallen , verb. regul. act. sich wallend entfernen, nur in der dichterischen Schreibart. Schön wallet dein dunkles Haar unter dem Blumenkr…

zesamenewallen

KöblerMhd

zesamene·wallen

zesamenewallen , st. V. nhd. zusammenwallen, zusammenbranden Q.: Lucid (1190-1195) E.: ahd. zisamanewallan* 1, red. V., branden; s. mhd. zes…

zesamenwallen

Idiotikon

zesamenwallen Band 15, Spalte 1148 zesamenwallen 15,1148

Ableitungen von wallen (6 von 6)

bewallen

DWB

bewallen , vallo munire, einen graben bewallen, mit einem damm versehen; den boden bewallen, wälle, schanzen aufwerfen. die hopfenbauer sage…

entwallen

DWB

entwallen , 1 1) die ahd. bedeutung intwallan defervere, desinere fervere, aufhören zu wallen, intwial deferbuit ( Graff 1, 799 ) findet nic…

erwallen

DWB

erwallen , peragrare, durchwallen, durchwandern, ahd. irwallôn, irwallôta ( Graff 1, 800 ), mhd. erwallen: jâ du frëch ungetriuweʒ wîp, ich …

gewallen

DWB

gewallen , verbum , verstärktes wallen ( s. d. ). hier müssen verbalformen in betracht gezogen werden, die auf zwei verschiedenartige stämme…

verwallen

DWB

verwallen , v. , mhd. wb. 3, 471; mnl. Verwijs-Verdam 9, 269 . transitiv zu wallen I A 6: v. erhitzen Schmid schw. wb. 515 ; reflexiv Fische…

zerwallen

DWB

zerwallen , verb. , in wellen zerflieszen: Wieland I , 1, 443 ak. ausg.; langes, z-des haar Heinse 7, 44 Sch.; dicht.: Rückert w. 3, 178 ; 5…