lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Stopfen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
25 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
77
Verweise raus
107

Eintrag · Campe (1807–1813)

Stopfen v., trs, rec

Bd. 4, Sp. 677b
Stopfen, v. I) trs. einen Körper fest in eine Öffnung drücken und damit ausfüllen. Den Stöpfel fest in eine Flasche stopfen. Einen Sack, die Taschen voll stopfen. Die Betten in den Bettsack, die Federn in die Betten stopfen. Werg in eine Ritze  stopfen. Die Speise in den Mund stopfen. Dann auch mit dem vierten Falle der Öffnung und des Körpers, worin sich dieselbe befindet, auf solche Art verschließen, anfüllen, ausfüllen. Ein Leck stopfen, auf den Schiffen, einen entstandenen Leck ausbessern, dadurch daß man einen Schmierpfropfen  hineinsteckt. Eine Pfeife Tabak stopfen, ein Pfeifchen stopfen. Den Mund voll stopfen, mit Speise, Brot  Den Mund stopfen, ihn füllen. Einem den Mund stopfen, uneigentlich, ihn zum Schweigen bringen, auf irgend eine Art. »Ih will mir meinen Mund nicht stopfen lassen.« Ps. 40, 10, »Aller Bosheit wird das Maul gestopfet werden.« Ps. 107, 42. Sich stopfen, sich d. h. seinen Magen mit Speise anfüllen. — — und stopft sich und ruht nicht Bis er die niedliche Frucht bis zu dem Kerne verderbt hat. I N. Götz. Gänse, Kapaunen stopfen, ihnen mit den Händen gerollte Stückchen Teig in den Hals stopfen, damit sie davon fett werden; auch nudeln, im O. D. schopfen, in andern Gegenden Х frexen. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung 1) Ein Loch in einem Strumpfe, Kleide  stopfen, das Loch durch kreuzweise geführte Stiche mit Fäden ausfüllen, im O. D. wibeln; zustopfen, zuwibeln. Einen Strumpf, ein Kleid, Tuch  stopfen, die hineingekommenen Löcher auf solche Art ausfüllen. Uneigentlicher sagt man von Schuldnern, daß sie hier ein Loch stopfen, eine Schuld bezahlen und dort, ein neues Loch, d. h. eine neue Schuld machen. † Die Unkosten stopfen, sie bezahlen, bestreiten. »Mit 1100 Reichsthalern kann ich alle die Unkosten stopfen, die mein Unterhalt erfodert.« bei Heynatz. 2) † Etwas das in Bewegung ist, aufhalten. So werden in der Hetzjagd die Hunde gestopft, wenn man sie in ihrem Laufe mit Gewalt aufund zurückhält. I Holsteinschen gebrauchen auch die Reepschläger sich stopfen, für, anhalten, still stehen. Eine Winde, ein Tau stopfen, sie im Ablaufen aufhalten. Ein Schiff stopfen, in Altona, es vom Absegeln oder Weitersegeln in einem streitigen Falle abhalten, anhalten. Ein Tau stopfen, oder † stoppen, in der Schifffahrt, ein Tau, auf welches eine Kraft wirkt, fest halten, daß es nicht weiter gehe. Daher Stopf oder † stop, ein Zuruf auf den Schiffen, ein Tau beim Abvieren zu stopfen. Zeit oder Gezeit stopfen heißt eben daselbst, bei dem Rücklauf der Ebbe oder der Flut vor Anker gehen, um nicht zurückgetrieben zu werden. Einen Durchlauf, einen Blutlauf stopfen, ihn hemmen, stillen. Eine Speise stopfet, sowol wenn sie leicht sättiget, den Magen füllet, als auch, wenn sie den Leib verschließet, so daß man keinen Stuhlgang hat. Ganz ungewöhnlich ist es von unkörperlichen Dingen. »Dieser Ruhm soll mir nicht gestopfet werden.« 2 Cor. 11, 10. II) rec. Sich stopfen, in seiner Bewegung, seinem Laufe durch Anhäufung der Theile aufgehalten, zurückgehalten werden; wofür man auch sagt, sich sacken. An den Thoren stopfte sich die Menge. Das Treibeis, das Flößholz stopft sich an der Brücke  Hier stopft sich das Wasser. I N. D. lautet es stoppen. — D. Stopfen. D. — ung.
3264 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stopfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    stopfen swv. BMZ stechen mit Mgb. Diem. arzb. ; stopfen, verstopfen Albr. die ( rinnenden ) vasz st. Mich. M. hof 37. st…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stopfen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Stopfen , verb. regul. act. einen weichen Körper fest in eine Öffnung drücken, um diese damit anzufüllen. 1. Eigentlich …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stopfen

    Goethe-Wörterbuch

    stopfen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stopfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stopfen , eine Nadelarbeit, durch die fehlende oder zerrissene Fäden einer Strickarbeit oder eines Gewebes ersetzt werde…

  5. modern
    Dialekt
    Stopfenm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Stopfen m. : 1. a. 'Flaschenverschluß, Korken', Stoppe (šdǫbə) [verbr. NPf WPf Andre 123 Hussong Kirkel 146 Juner 83 Mül…

  6. Sprichwörter
    Stopfen

    Wander (Sprichwörter)

    Stopfen Er stopft ihn von hinten und von vorne. – Frischbier 2 , 3648.

  7. Spezial
    Stopfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Stop|fen n. (-s) tocé m. , atociada (-des) f.

Verweisungsnetz

141 Knoten, 153 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Hub 3 Wurzel 2 Kompositum 114 Sackgasse 16

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stopfen

35 Bildungen · 17 Erstglied · 14 Zweitglied · 4 Ableitungen

stopfen‑ als Erstglied (17 von 17)

Stopfengeld

SHW

Stopfen-geld Band 5, Spalte 1463-1464

Stopfenkind

SHW

Stopfen-kind Band 5, Spalte 1465-1466

Stopfenohr

SHW

Stopfen-ohr Band 5, Spalte 1465-1466

Stopfenblech

PfWB

stopfen·blech

Stopfen-blech n. : 'Thermosflasche', Stoppeblech [IB-Ensh ( Glass 98)]. De Babbe hadd immer e St. medd uff die Ärwet geholl, wiea noch um Ha…

Stopfengeld

PfWB

stopfen·geld

Stopfen-geld n. : 'Geld, das für das Öffnen der von dem Gast mitgebrachten Flaschen in der Wirtschaft bezahlt wird', -geld [ IB-Blieskst ]. …

Stopfengewehr

PfWB

stopfen·gewehr

Stopfen-gewehr n. : 'Spielzeuggewehr mit Verschlußkorken', -gewehr [ Kraus Metzelsupp 10]. Rhein. VIII 744 Stoppengewehr. —

stopfenverschlusz

DWB

stopfen·verschlusz

stopfenverschlusz , m. , verschlusz, der mit einem stopfen ( unter 1) bewirkt wird: mittelst stopfenverschlusz eine zinkstange in die flüssi…

stopfenwurz

DWB

stopfen·wurz

stopfenwurz , f. , wohl weil sie stopfende wirkung hat ( s. 1 stopfen, verb., I 3) oder, ganz sinnlich vorgestellt, die dienste eines stopfe…

stopfenzieher

DWB

stopfen·zieher

stopfenzieher , m. , korkzieher, flaschenöffner Autenrieth 137 ; luxemburger mundart 427. s. auch unten stöpselzieher.

stopfen als Zweitglied (14 von 14)

anstopfen

DWB

ans·topfen

anstopfen , implere, infarcire: das bett mit federn anstopfen, den sack mit wolle; sich mit speise anstopfen; ein angestopfter kropf.

ausstopfen

DWB

aus·stopfen

ausstopfen , farcire: einen vogel, einen balg, ein bett, ein kissen ausstopfen. bildlich, von närrischen und abgeschmackten fabeln war sie g…

bestopfen

DWB

bes·topfen

bestopfen , obstruere, obturare, farcire, nnl. bestoppen: weil die balken allbereit in einander gefüget und nur auf einander geleget und mit…

durchstopfen

DWB

durch·stopfen

durchstopfen , 1 1. durch eine öffnung stopfen. sie fand ein loch in der wand und stopfte ihre kleider durch. 2 2. voll stopfen Stieler 2134…

einstopfen

DWB

eins·topfen

einstopfen , infercire, schw. instoppa, dän. indstoppe: federn einstopfen, taback in die pfeife einstopfen; er stopft unmäszig speisen in si…

entstopfen

DWB

ent·stopfen

entstopfen , relinere, aperire, öfnen. Maaler 106 b ; die flaschen entstopfen, entkorken.

gestopfen

KöblerMhd

ges·topfen

gestopfen , sw. V. nhd. stopfen Hw.: vgl. mnl. gestoppen Q.: Muscat (1. Drittel 15. Jh.) E.: s. ge, stopfen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 2…

Nachstopfen

Adelung

nach·stopfen

Nachstopfen , verb. reg. act. hinter eine gestopfte oder eingestopfte Sache noch etwas stopfen.

verstopfen

DWB

vers·topfen

verstopfen , verb. , mit einem dem got. faur- entsprechenden präfix componiert Grimm gramm. 2, 859 ; Wilmanns 2 , § 125. schon ahd. furistop…

vollstopfen

DWB

voll·stopfen

vollstopfen , trennbar, pressend, drückend ganz füllen: ausbuffen, confercire, effarcire et refarcire, alias anfüllen, voll stopfen Stieler …

vorstopfen

DWB

vors·topfen

vorstopfen , verb. , vgl. fürstopfen teil 4, 1, 1, sp. 893, einen stöpsel, zapfen, werg u. ä. vor etwas anbringen und dadurch eine öffnung v…

zustopfen

DWB

zus·topfen

zustopfen , v. : gegen welchem theil die maulwörf, igel und murmelthier ihre gruben zustopffen, da kommt gewisz ein rauher wind her Sebiz fe…

Ableitungen von stopfen (4 von 4)

bestopfen

DWB

bestopfen , obstruere, obturare, farcire, nnl. bestoppen: weil die balken allbereit in einander gefüget und nur auf einander geleget und mit…

entstopfen

DWB

entstopfen , relinere, aperire, öfnen. Maaler 106 b ; die flaschen entstopfen, entkorken.

gestopfen

KöblerMhd

gestopfen , sw. V. nhd. stopfen Hw.: vgl. mnl. gestoppen Q.: Muscat (1. Drittel 15. Jh.) E.: s. ge, stopfen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 2…

verstopfen

DWB

verstopfen , verb. , mit einem dem got. faur- entsprechenden präfix componiert Grimm gramm. 2, 859 ; Wilmanns 2 , § 125. schon ahd. furistop…