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Stopfen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
25 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
77
Verweise raus
107

Eintrag · Adelung (1793–1801)

Stopfen

Bd. 4, Sp. 403
Stopfen, verb. regul. act. einen weichen Körper fest in eine Öffnung drücken, um diese damit anzufüllen. 1. Eigentlich mit der vierten Endung des weichen Körpers. Werk in ein Loch, in einen Ritz stopfen. Federn in das Küssen stopfen. Den Tobak in die Pfeife stopfen. Den Stöpsel fest in die Bouteille stopfen. Gestopft voll. Ingleichen mit der vierten Endung der Öffnung oder des Körpers, worin sich dieselbe befindet, auf solche Art an- oder ausfüllen. Eine Pfeife Tobak stopfen. In andern Fällen ist dafür zustopfen und verstopfen üblicher. 2. Figürlich. (1) Jemanden den Mund, das Maul stopfen, ihn zum Schweigen bringen, es geschehe auf welche Art es wolle, durch Gründe, durch ein Verbot, durch Drohungen, durch Geschenke, oder auf andere Art. Ich will mir meinen Mund nicht stopfen lassen. Ps. 40, 10. Aller Bosheit wird das Maul gestopfet werden, Pf. 107, 42. Sie plauderte beständig, nichts konnte ihren Mund stopfen. (2) Gänse, Kapaunen stopfen, sie mit Nudeln, welche ihnen in den Mund gestopft werden, fett machen; im Oberdeutschen schopfen, in andern gemeinen Sprecharten frexen. (3) Ein Loch in einem Zeuge, Gewirke oder Gestricke stopfen oder zustopfen; das Loch mit kreuzweise über und durch einander geschlungenen Fäden ausfüllen. Einen Strumpf stopfen, die Löcher in denselben auf solche Art ausfüllen. Im Oberdeutschen, wibeln, zuwibeln. (4) Etwas, das im Laufe begriffen ist, aufhalten, hemmen; eine im weitesten Verstande im Hochdeutschen ungewöhnliche Bedeutung. Dieser Ruhm soll mir nicht gestopfet werden, 2 Cor. 11, 10. In der Parforce-Jagd werden die Hunde gestopft, wenn man sie in ihrem Laufe mit Gewalt auf- und zurück hält. Im Niedersächsischen ist es in dieser Bedeutung noch am gangbarsten, wo man eine Winde, ein Tau stopft, wenn man sie im Ablaufen aufhält. Engl. to stop. Im Hochdeutschen gebraucht man es nur in einigen Fällen. Eine Speise stopft, wenn sie die Öffnung des Leibes hindert. Einen Durchfall stopfen, hemmen. Der Tobak stopft mich, hemmet den Fluß der Feuchtigkeiten durch die Nase. S. Verstopft in Verstopfen. So auch das Stopfen. Anm. Im Nieders. stoppen, im Angels. stoppan, im Schwed. stoppa, im mittlern Latein. stupare, stopare, im Ital. stoppare, im Franz. estouper, im Engl. stuff, stop, im Griech. συφειν, so wie auch das Latein stipare und Griech. σειβειν, verdicken, damit verwandt sind. Es vereinigen sich in diesem Worte die Begriffe der Spitze, des Drückens, der Dichte und der Unbeweglichkeit, so daß es als ein Verwandter von Zapfen, Stab, stapfen, Döbel, tupfen, dem Ital. Toppa, ein Schloß, ingleichen ein Lappen, zum Stopfen, und andern mehr angesehen werden muß. Der Form nach ist es ein Intensivum von einem veralteten stoben, stopen, welches zu unserm stauen, und dem schon gedachten Griech. σειβειν, gehöret hat. Übrigens ist für stopfen im Oberdeutschen schopfen, und im Hochdeutschen auch pfropfen üblich. Im weitesten Verstande wurde es ehedem auch für packen gebraucht, wie noch aus dem folgenden Stopfer erhellet.
2990 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stopfenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    stopfen swv. BMZ stechen mit Mgb. Diem. arzb. ; stopfen, verstopfen Albr. die ( rinnenden ) vasz st. Mich. M. hof 37. st…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stopfen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Stopfen , verb. regul. act. einen weichen Körper fest in eine Öffnung drücken, um diese damit anzufüllen. 1. Eigentlich …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stopfen

    Goethe-Wörterbuch

    stopfen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stopfen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stopfen , eine Nadelarbeit, durch die fehlende oder zerrissene Fäden einer Strickarbeit oder eines Gewebes ersetzt werde…

  5. modern
    Dialekt
    Stopfenm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Stopfen m. : 1. a. 'Flaschenverschluß, Korken', Stoppe (šdǫbə) [verbr. NPf WPf Andre 123 Hussong Kirkel 146 Juner 83 Mül…

  6. Sprichwörter
    Stopfen

    Wander (Sprichwörter)

    Stopfen Er stopft ihn von hinten und von vorne. – Frischbier 2 , 3648.

  7. Spezial
    Stopfen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Stop|fen n. (-s) tocé m. , atociada (-des) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stopfen

35 Bildungen · 17 Erstglied · 14 Zweitglied · 4 Ableitungen

stopfen‑ als Erstglied (17 von 17)

Stopfengeld

SHW

Stopfen-geld Band 5, Spalte 1463-1464

Stopfenkind

SHW

Stopfen-kind Band 5, Spalte 1465-1466

Stopfenohr

SHW

Stopfen-ohr Band 5, Spalte 1465-1466

Stopfenblech

PfWB

stopfen·blech

Stopfen-blech n. : 'Thermosflasche', Stoppeblech [IB-Ensh ( Glass 98)]. De Babbe hadd immer e St. medd uff die Ärwet geholl, wiea noch um Ha…

Stopfengeld

PfWB

stopfen·geld

Stopfen-geld n. : 'Geld, das für das Öffnen der von dem Gast mitgebrachten Flaschen in der Wirtschaft bezahlt wird', -geld [ IB-Blieskst ]. …

Stopfengewehr

PfWB

stopfen·gewehr

Stopfen-gewehr n. : 'Spielzeuggewehr mit Verschlußkorken', -gewehr [ Kraus Metzelsupp 10]. Rhein. VIII 744 Stoppengewehr. —

stopfenverschlusz

DWB

stopfen·verschlusz

stopfenverschlusz , m. , verschlusz, der mit einem stopfen ( unter 1) bewirkt wird: mittelst stopfenverschlusz eine zinkstange in die flüssi…

stopfenwurz

DWB

stopfen·wurz

stopfenwurz , f. , wohl weil sie stopfende wirkung hat ( s. 1 stopfen, verb., I 3) oder, ganz sinnlich vorgestellt, die dienste eines stopfe…

stopfenzieher

DWB

stopfen·zieher

stopfenzieher , m. , korkzieher, flaschenöffner Autenrieth 137 ; luxemburger mundart 427. s. auch unten stöpselzieher.

stopfen als Zweitglied (14 von 14)

anstopfen

DWB

ans·topfen

anstopfen , implere, infarcire: das bett mit federn anstopfen, den sack mit wolle; sich mit speise anstopfen; ein angestopfter kropf.

ausstopfen

DWB

aus·stopfen

ausstopfen , farcire: einen vogel, einen balg, ein bett, ein kissen ausstopfen. bildlich, von närrischen und abgeschmackten fabeln war sie g…

bestopfen

DWB

bes·topfen

bestopfen , obstruere, obturare, farcire, nnl. bestoppen: weil die balken allbereit in einander gefüget und nur auf einander geleget und mit…

durchstopfen

DWB

durch·stopfen

durchstopfen , 1 1. durch eine öffnung stopfen. sie fand ein loch in der wand und stopfte ihre kleider durch. 2 2. voll stopfen Stieler 2134…

einstopfen

DWB

eins·topfen

einstopfen , infercire, schw. instoppa, dän. indstoppe: federn einstopfen, taback in die pfeife einstopfen; er stopft unmäszig speisen in si…

entstopfen

DWB

ent·stopfen

entstopfen , relinere, aperire, öfnen. Maaler 106 b ; die flaschen entstopfen, entkorken.

gestopfen

KöblerMhd

ges·topfen

gestopfen , sw. V. nhd. stopfen Hw.: vgl. mnl. gestoppen Q.: Muscat (1. Drittel 15. Jh.) E.: s. ge, stopfen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 2…

Nachstopfen

Adelung

nach·stopfen

Nachstopfen , verb. reg. act. hinter eine gestopfte oder eingestopfte Sache noch etwas stopfen.

verstopfen

DWB

vers·topfen

verstopfen , verb. , mit einem dem got. faur- entsprechenden präfix componiert Grimm gramm. 2, 859 ; Wilmanns 2 , § 125. schon ahd. furistop…

vollstopfen

DWB

voll·stopfen

vollstopfen , trennbar, pressend, drückend ganz füllen: ausbuffen, confercire, effarcire et refarcire, alias anfüllen, voll stopfen Stieler …

vorstopfen

DWB

vors·topfen

vorstopfen , verb. , vgl. fürstopfen teil 4, 1, 1, sp. 893, einen stöpsel, zapfen, werg u. ä. vor etwas anbringen und dadurch eine öffnung v…

zustopfen

DWB

zus·topfen

zustopfen , v. : gegen welchem theil die maulwörf, igel und murmelthier ihre gruben zustopffen, da kommt gewisz ein rauher wind her Sebiz fe…

Ableitungen von stopfen (4 von 4)

bestopfen

DWB

bestopfen , obstruere, obturare, farcire, nnl. bestoppen: weil die balken allbereit in einander gefüget und nur auf einander geleget und mit…

entstopfen

DWB

entstopfen , relinere, aperire, öfnen. Maaler 106 b ; die flaschen entstopfen, entkorken.

gestopfen

KöblerMhd

gestopfen , sw. V. nhd. stopfen Hw.: vgl. mnl. gestoppen Q.: Muscat (1. Drittel 15. Jh.) E.: s. ge, stopfen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 2…

verstopfen

DWB

verstopfen , verb. , mit einem dem got. faur- entsprechenden präfix componiert Grimm gramm. 2, 859 ; Wilmanns 2 , § 125. schon ahd. furistop…