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Schwingen

mnd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
21 in 17 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schwingen v., ntr, rec, trs

Bd. 4, Sp. 354a
Schwingen, v. I) ntr. unregelm. unl. verg. Z. ich schwang, schwung, geb. F. ich schwänge, schwünge, Mittelw. d. verg. Z. geschwungen. Befehlw. schwinge, mit haben, sich schnell und beschleunigend bewegen, besonders in einem Bogen um einen festen Punkt. Der Schwengel der Uhr schwingt in einer Minute 60 Mahl, er bewegt sich an einem festen Punkt 60 Mahl in einem Bogen hin und her, indem seine Bewegung nach dem Ruhepunkte hin durch die eigene Schwere beschleuniget wird. Eine schwingende Bewegung. Auch als rec. der Schwengel schwingt sich. Uneigentlich, eine gebogene Richtung nehmen und in solcher Richtung laufen, sich erstrecken. Der hinter Reyn (Rhein) — — — Der sich in rechten Reyn auch schwingt. H. Sachs (R.). Die Wiese sich in Reyn auch schwingt. Ders. (R.). II) trs. unregelm. in den beiden ersten Bedeutungen. 1) Schwingend, mit einem Schwunge bewegen. Etwas in der Hand schwingen, es in einem Bogen oder Kreise bewegen, indem die Hand und der Arm dabei selbst einen Bogen oder Kreis beschreibt, dessen fester Punkt oder Mittelpunkt der Punkt ist, wo der Arm in den Rumpf eingefugt ist. Den Arm schwingen. Die Fahne, die Lanze schwingen. Und hui! war der Atride da und schwung Den langen Speer — — Bürger (R.). Und sie ergrimmten und riefen und schwungen die tobenden Fakkeln. Klopstock. Selber die schrecklichen Furien schwangen Gegen Orestes die höllischen Schlangen. Schiller (R.). »— und wenn die Cherubim ihre Flügel schwungen, daß sie sich von der Erde erhoben « Ez. 10, 16. Daß der Adler mög wieder Schwingen sein ganz Gefieder. H. Sachs (R.). Uneigentlich, mächtig erheben. Zum Pindus schwang mich oft ein früh versuchter Flug. Gieseke. Auf das Pferd schwingen, mit einem Schwunge auf das Pferd heben, setzen. »— ein feindlicher Reiter sprengte nach, ergriff sie, schwang sie auf sein Pferd und wollte fort mit ihr.« Meißner (R.). Etwas über den Kopf, hinter sich  schwingen, mit einem Schwunge werfen. I engerer Bedeutung zuweilen auch schaukeln. Einen auf einem Seile schwingen. So auch, sich schwingen, sich schwingend, vermittelst eines Schwunges sich bewegen. Sich über einen Zaun  schwingen, sich, indem man mit den Händen sich daran hält und darauf stützt, mit einem Schwunge hinüber bewegen, wobei man auch um den festen Punkt, wo man sich mit den Händen anhält, einen Bogen beschreibt. Sich in den Sattel, auf das Pferd schwingen. I engerer Bedeutung, sich vermittelst der Schwingen oder Flügel schnell fortbewegen. Der Adler schwang sich in die Luft. I weiterer Bedeutung auch von jeder schnellen Bewegung und Wendung. »— und wenn er (der Leviathan) sein ansichtig wird, schwinget er sich dahin.« Hiob 40, 28. Uneigentlich, sich mit Äußerung und Anwendung von Kraft schnell in einen Zustand versetzen, erheben. Sich auf den Thron schwingen. Sich an die Spitze des Heeres schwingen. S. Aufschwingen. 2) Schwingend, besonders mit der Schwinge, behandeln, bearbeiten. So heißt bei den Glasern schwingen, die aufgeschlitzten Winkel des Fensterbleies mit Zinn zugießen, weil sie dabei den Kolben mit einem Schwunge herumdrehen. Den Flachs schwingen, ihn nach dem Brechen mit der Schärfe eines Brettchens schlagen, um ihn von den holzichten Fasern zu befreien. Das Getreide, den Samen  schwingen, es oder ihn in einem Behältnisse mit einer schwingenden Bewegung in die Höhe werfen und dadurch vom Staube und anderem Unrath reinigen. Das Futter schwingen, es in der Schwinge mit einer schwingenden Bewegung in die Höhe werfen, damit es sich unter einander menge. 3) Von Schwinge, Flügel, regelm. mit Schwingen versehen, beschwingen. Davon der Geschwingte, einer der mit Schwingen versehen ist. — — Es blutet die Kuh der Minerva Und dem Geschwingten (dem Merkur) das Kalb — Voß. D. Schwingen. D. — ung. S. d. und auch der Schwung und Schwenken.
3804 Zeichen · 87 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schwingenst. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schwingen , st. V. Vw.: s. swingen

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schwingen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schwingen , verb. irreg. Imperf. ich schwang, (im gemeinen Leben ich schwung;) Mittelw. geschwungen; Imper. schwinge. Es…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schwingen

    Goethe-Wörterbuch

    schwingen 2,90 Vs 104 wohl irrtümlich statt ‘schmiegen’ 1) 1 etw/sich mit Schwung hin und her, auf und ab, im Bogen/Krei…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schwingen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Schwingen , soviel wie Schwungfedern, s. Vögel .

  5. modern
    Dialekt
    schwingen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    schwinge n [wìə Osenb. Mittl. M. Bf. Uttenh. Dachstn. ; weə Su. Logelnh. Bebelnh. Scherw. Bisch. Str. K. Z. Ingw. ; …

  6. Sprichwörter
    Schwingen

    Wander (Sprichwörter)

    Schwingen Die Schwingen wachsen im Fluge. – Körte, 5511; Simrock, 9422.

  7. Spezial
    schwingenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    schwingen , v колебаться/колебнуться , гл

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schwingen

30 Bildungen · 12 Erstglied · 13 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von schwingen 2 Komponenten

schwin+gen

schwingen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schwingen‑ als Erstglied (12 von 12)

schwingenapf

DWB

schwinge·napf

schwingenapf , m. bei den nadlern eine wanne, worin sie die verzinnten und getrockneten nadeln durch schwingen von den anhaftenden kleien od…

schwingenbraus

DWB

schwingen·braus

schwingenbraus , m. : von flügelschlag und schwingenbraus und lautem schwung erdröhnt die luft. Rückert nachl. 250 .

schwingenflosz

DWB

schwingen·flosz

schwingenflosz , n. : auf ihrem dach die fledermaus, sie schaukelt sich, sie breitet aus den rippenschirm des schwingenflosses. A. v. Droste…

schwingenhut

DWB

schwingen·hut

schwingenhut , m. , oder undenhut, bei den strumpfwirkern ein eisen, das in einiger entfernung unter der platinenbahn über den platinen lieg…

schwingenpresse

DWB

schwingen·presse

schwingenpresse , f. , oder undenpresse, basquille, eine schiene am strumpfwirkerstuhl, die auf die hintern enden der schwingen ( s. daselbs…

schwingenrand

DWB

schwingen·rand

schwingenrand , m. : da sank ein falter tief in sie ( die lilie ) mit dunklem schwingenrand. Keller 9, 28 .

schwingenschlosz

DWB

schwingenschlosz , n. , mhd. swingensloʒ, schlosz an einer swinge ( thor, s. schwinge 1, r ). Lexer mhd. hdwb. 2, 1379 ( Frankfurter baumeis…

schwingen als Zweitglied (13 von 13)

abschwingen

DWB

abschwingen , vibrare, im schwung ablösen: den mantel von der schulter abschwingen; den staub vom tuche und das tuch abschwingen; die frucht…

aufschwingen

DWB

auf·schwingen

aufschwingen , attollere, erigere: ein tuch aufschwingen; den geist aufschwingen, erheben. mhd. diu ougen ûf swingen. sich aufschwingen: wär…

ausschwingen

DWB

aus·schwingen

ausschwingen , vibrare, vibrando purgare: den flachs, hanf, das werk, den haber, die wäsche ausschwingen; das haar, das gefieder: fraw nacht…

beschwingen

DWB

beschwingen , in mehrfachem sinn, 1 1) coercere, domare: ein weiser seinen mund beschwingt, dasz er was leszt furüber gahn, drumb bleibt die…

entschwingen

DWB

ent·schwingen

entschwingen , entschwang , vibrare, vibrari, 1 1) transitiv: Bacchos entschwinget dem fenchel die flamme der lodernden fackel. Stolberg 8, …

erschwingen

DWB

ersch·wingen

erschwingen , agitare, vibrare, 1 1) vögel erschwingen ihre flügel ( schwingen ): mhd. dër rabe sîn gevidere erswanc. Oswald 721 ; nhd. so s…

Hervorschwingen

Campe

hervor·schwingen

Hervorschwingen , v. trs . unregelm. ( s. Schwingen ), aus einem hintern, tiefen, verborgenen Raume  herschwingen. So auch, sich hervorschw…

hi(n)schwingen

Idiotikon

hi(n)schwingen Band 9, Spalte 1988 hi(n)schwingen 9,1988

Mitschwingen

GWB

mit·schwingen

Mitschwingen für das harmonische Zusammenschwingen eines Grundtons mit seinen Obertönen; ‘sympathetisches M.’: natürliches gleichzeitiges Zu…

nachschwingen

DWB

nach·schwingen

nachschwingen , verb. 1 1) transitiv, schwingend hinterher bewegen: schwingt unser Spreng nicht sein gefieder dem dichter Jacobs glücklich n…

zerschwingen

DWB

zer·schwingen

zerschwingen , verb. , 1) auseinanderschwingen, zerstreuen: that giswerc warth thuo teswungan Heliand 5632 ; gefieder: minnes. 1, 201 b v. d…

Ableitungen von schwingen (5 von 5)

beschwingen

DWB

beschwingen , in mehrfachem sinn, 1 1) coercere, domare: ein weiser seinen mund beschwingt, dasz er was leszt furüber gahn, drumb bleibt die…

entschwingen

DWB

entschwingen , entschwang , vibrare, vibrari, 1 1) transitiv: Bacchos entschwinget dem fenchel die flamme der lodernden fackel. Stolberg 8, …

erschwingen

DWB

erschwingen , agitare, vibrare, 1 1) vögel erschwingen ihre flügel ( schwingen ): mhd. dër rabe sîn gevidere erswanc. Oswald 721 ; nhd. so s…

verschwingen

DWB

verschwingen , verb. , mhd. verswingen mhd. wb. 2, 2, 804 b . Lexer mhd. handwb. 3, 265 ; das wort, das im mhd. ziemlich oft und in verschie…

zerschwingen

DWB

zerschwingen , verb. , 1) auseinanderschwingen, zerstreuen: that giswerc warth thuo teswungan Heliand 5632 ; gefieder: minnes. 1, 201 b v. d…