Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
offen swv.
1. mache offen, entgegengesetzt dem verschliessen. wir wolden offen diz tor Ludw. kreuzf. 5384. wolden aber diu liute ir ture niht offen ör. w. s. 609. got hât mir geuffint daʒ ôre myst. 182,14. dô offinte im got der herre di innewendigin ougen Ludw. 36,17. die offenten im ein pförtelîn Heinr. Trist. 3077. offent eʒ (des herzen tor) den sünden sich, sô füllet aber diu sünde dich Barl. 176, 29. diu himelvart uns goffent ist das. 209,31, vgl. das. 272,15. daʒ velt öffen, nach der ernte die weide eintreten lassen, münch. stadtr. 494.
2. eröffne, mache bekannt, entgegengesetzt dem verbergen. mîn kunst, diu was verborgen ie, die wolde ich nu offen hie Wigal. 125. die offent er in sêre in bezeichenlîcher lêre Barl. 76, 13. unz got dô wolde offen sînen namen Servat. 147. dô offent got sîne maht warnung 1999. ich zwîvel niht, daʒ dises mort got offenen sol Boner. 61,28. wil ich selb den gebresten mîn offnen, wer sol mir den gestân? das. 76,53. swer heimlich ûf des andern guot klagt, der sol eʒ offenôn vor dem schultheiʒen zürch. richtebr. 55. swer hie wider tuot, den suln si dem râte offenen das. 68. dâ mite er sînes herzen grunt offente eime knehte Pass. K. 141,85. eʒ wirt durch untruw hûsgesind geöffent und usbrôcht geschwind narrensch. 39,28. vgl. Schmeller 1,34. besonders in der gerichtssprache: offnen des hofs recht Gr. w. 1,7. di wîle man des gerichtʒ und zwings rechtung offnet — sol man umb eigen und erb und des vogtʒ und der liute recht offnen das. 1,41; urtheilen, zu gericht sitzen. vgl. offenunge.
3. aufgehen lassen, anfangen machen. daʒ begunde in beidiu stillen und offenen ir ungemach Trist. 12036.