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locken

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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34 in 18 Wb.
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8 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

locken verb.

Bd. 12, Sp. 1105
locken, verb. allicere, invitare. 11) das verbum, ahd. in der doppelform als locchôn lochôn lokkôn lokôn und lucchan (aus lucchjan), und mhd. ebenso als locken und lücken lucken erscheinend, nd. nl. locken, auch altnord. als lokka vorhanden, ergibt sich als ableitung zu dem adj. lock (sp. 1101) und luck nachlassend, nachgebend (pervius luock Dief. 431b; lugk, laxus, laxatus Maaler 275c, noch jetzt allgemein oberdeutsch, s. an alphabet. stelle), wobei das adj. auf den willen geht, wie noch heute in den schweizerischen formeln lugg lô, lugg gê, lugg sî nachgeben (Seiler 195a, vergl. auch locker lassen unter locker no. 6). locken scheint ein altes weidmanns- und hirtenwort, zunächst auf falken und hunde sowie herde gewendet, die man zur folge bewegt, aber früh in allgemeine anwendung gekommen, insofern die ahd. glossen es für das lat. palpare, fovere, lactare, inculcare, delinire u. ähnl. geben, selbst für nutrire: nutrias locchust Prudentiusgl. in Haupts zeitschr. 16, 50, 855, wovon vielleicht das bair. locken, ein kind auf dem arme tragen (Schm. 1, 1434 Fromm.) ein nachklang ist. Eine umgelautete form löcken in älteren schweizerischen quellen: hand sy üch .. mit dem kärder der gaben gelöcket. Zwingli vermahnung an die eidgen. (Wackernagel leseb. 3, 1, 253); zuohin löcken mit liebkosen, einhin füren und laden, allicere Maaler 274c. 22) locken ein thier durch ruf zur folge oder zum kommen bewegen. 2@aa) mit dem accusativ: wîp unde vederspildie werdent lîhte zam: swer si ze rehte lucket,so suochent si den man. minnes. frühl. 10, 19; der valkner sol .. den valken .. mit grober stimme locken; so komt er wider zu im. Mynsinger v. d. falken s. 6; sie (die hunde) kennen dich, magst sie nur locken. Stolberg 1, 278; willst du ihn (den vogel) locken, so fleugt er hinweg; doch kommt er von selber oft und picket. 373; willst du nicht die heerde locken mit des hornes munterm klang? Schiller der alpenjäger; als du die schwärmenden bienen zum ahorn locktest mit klingeln. Voss 2, 203; in einem vom schäfer her genommenen bilde, mit angabe des ziels: (gott) ruft und locket uns zusammen in den weiten himmelsschosz. P. Gerhard 63, 51 d.; sprichwörtlich, keinen hund vom ofen locken können, vergl. theil 42 sp. 1912 fg.: er kan mit seiner kunst keinen hund aus dem ofen heraus locken, arte sua neque ad suam, neque aliorum utilitatem quicquam proficit. Serz 72b. 2@bb) mit dem dativ: man sol auch dem valken von der paisze wider locken mit groszer grober stimme als man den hunden locket, nit zu der hand, sunder zu dem luder. H. Mynsinger 5; vindt er in (den falken) willig und begirig zu der paisze, so sol er in in dem guten willen also behalten; vindt er in aber unwillig, so sol er im wider locken von der paisz. 20; so man jm (dem kranken habicht) locken und ätzen wil, flügt er seinem herren nit schnäl zuo hand. Heuslin vogelb. 121b; wolst darumb nicht Kunz heiszen, weil man inn Sachsen den schweinen also locket? Garg. 109a; in einem bilde: und ist dir und mir so wol hiemit (mit einem bibelvers) gelockt, und gepfiffen, als diesem oder jenem heiligen. Luther 6, 125a. 33) locken ferner von dem rufe der thiere untereinander, durch welchen sie in der begattungszeit oder bei der pflege der jungen zum kommen bewegen; ebenfalls mit accusativ oder dativ, der aber auch ausgelassen sein kann: wan als Basilius spricht, diu slang locket die murên auʒ dem waʒʒer mit sänftem wispeln und unkäuscht dann mit ir. Megenberg 254, 21; welches (entenmännlein) dann sich alsbalden zu ermeltem haufen gesellet, in der meinung, das weiblein darunter zu finden; wann es aber selbiges nicht angetroffen, so fangt es an, ihm zu locken. adelicher zeitvertreiber 3, 105; es geschiehet zwar gar oft, dasz dergleichen auszgelassenes männlein sein weiblein nicht locken höret, weil entweder der gegenwind es verhindert, oder auch das weiblein gar langsam zu schreien oder zu locken anfahet. 106; hannen (den hähnen) sind die frauen günstig, weil sie ihre männer lehren, wie sie jhnen sollen locken, sie mit lust und kost verehren. Logau 3, 235, 98; ein nachtigallmännchen wird locken die braut mit lieblichem tief aufflötendem laut. Bürger 61a; drüben vom kornfeld lockte die streifende wachtel. Voss Luise 1, 619; mit der turteltaube locken lockt zugleich die nachtigall. Göthe 2, 41. 44) locken, von der nachahmung solcher rufe (no. 3) seitens der jäger oder vogelsteller, um die thiere zu fangen: darumb lockent ir (der muräne) die vischer mit wispeln auʒ dem waʒʒer und vâhent si. Megenberg 254, 23; gleichwie ein weidmann anders locket den wachteln, anders den grammetsvögeln. Schuppius 273; ist noch übrig zu vermelden, wie man den vögeln locken solle. adelicher zeitvertreiber 3, 97; nehmet, sobalden man etwas gesehen oder gehöret, die pfeife, und locket darmit: unter währendem locken aber musz man zuweilen die rudel ziehen. 98; hofleüt thu ich den vögeln vergleichen, derselben die vogler vil mehr fangen mit jhrem locken und gesangen, als die paurn mit jhrer grobheit. J. Ayrer 411a (2064, 17 Keller); ach, das ist ein künstlich locken, drin ich waidmann nichts vermag, nur den kuckuksruf verstehend und den schlichten wachtelschlag. Uhland ged. 283; dann aber auch in bezug auf jedes listige fangen, ohne dasz ein ruf dazu gehöre: zwei verschiedene listige ränke, die raub- und reiszende thier zu der falle herbei zu locken. adelicher zeitvertreiber 4, 64; (was er) bald in der netze wänden gefangen führt, bald, wie den fetten aal, in reusen lockt, zum frohen mittagsmahl. Hagedorn 1, 73; sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm: was lockst du meine brut mit menschenwitz und menschenlist hinauf in todesgluth? Göthe 1, 185; mit unterdrücktem object: angel schwebte lockend nieder. 3, 34. 55) hieran schlieszt sich locken, jemanden durch list, schlaues gebahren, verführung an einen ort, in einen zustand kommen machen: mein kind, wenn dich die böse buben locken, so folge nicht. spr. Sal. 1, 10; ein freveler locket seinen nehesten, und füret jn auf keinen guten weg. 16, 29; ein jglicher wird versucht, wenn er von seiner eigen lust gereizet und gelocket wird. Jac. 1, 14. im part. und im substantivisch gesetzten infinitiv: es ist der geiz der teufel vieler alten, und der Beelzebub, der lockend sie bethört. Hagedorn 2, 72; er wuszte sein wörtchen so traulich und süsz in ohr und herz ihr zu girren! .. er sparte kein locken, die schüchterne scham zu seinem gelüste zu kirren. Bürger 61a. mit angabe des zustandes aus dem, und des zieles zu dem man gelockt wird, durch präpositionale oder adverbiale verbindungen: diu untugenthaften weip, diu weipleicher zuht verlaugent habent, diu lockent mangen man ze pôshait. Megenberg 240, 28; sihe, ich wil dich herumb lenken und locken, und aus den enden von mitternacht bringen. Hes. 39, 2; mein kind, wilt du gottes diener sein, so schicke dich zur anfechtunge. halte fest, und leide dich, und wanke nicht, wenn man dich davon locket. Sir. 2, 2; sie ... locken an sich die leichtfertigen seelen. 2 Petr. 2, 14; so sanft, wie die stimme des ehebrechers, der zum ersten falle lockt. Klinger 3, 151; locke .. das fräulein ins freie. Immermann Münchh. 3, 126; den feind in einen hinterhalt, in eine falle locken; si (die jungfrau) locket unde reiʒet mich vil ofte zuo dem zil, daʒ ich nâch herzeliebe quil. troj. krieg 15950; drumb schätzt ich alles disz nur für gemahlte körner, darmit das glück uns streut, und ins verterben lockt. Lohenstein Sophonisbe s. 23; und wärs in unsrer macht, wir würden niemals ihn zu diesem mordsitz locken. Gotter 2, 21; und (es hat) ein kuppler Albanis mich, mit gewichtigen zetteln, bald nach Ostia, bald nach den vier brunnen gelockt. Göthe 1, 267; ich wuszte drum. ich liesz die that geschehn, und lockt ihn schmeichelnd in das todesnetz. Schiller M. Stuart 1, 4; vgl. dazu verlocken. dann auch mit sächlichem object etwas aus einem locken: er wuszte geschickt einige unbesonnene äuszerungen aus ihm zu locken; ein geheimnis aus jemand locken. 66) locken in milderem sinne und mehr an die bedeutungen 2 und 3 angeschlossen, so dasz die beziehung auf die list wegfällt und nur die auf den reiz hervortritt. in mehrfachen wendungen. 6@aa) mit persönlichem object, in einfacher und erweiterter fügung: gott wil uns damit (mit der anrede vater unser) locken, das wir gleuben sollen, er sei unser rechter vater. Luther 8, 349b; reisen soll ich, freunde, reisen? lüften soll ich mir die brust? aus des tagwerks engen gleisen lockt ihr mich zu wanderlust? Uhland ged. 55; besonders gern werden in dichterischer rede sonne, luft, frühling, himmelsblau u. a. lockend gedacht, ebenso menschliche schönheit, liebe, verlangen, glück: das kriegsglück des Cäsar Borgia hatte mehrere der tapfersten kriegshauptleute, die in verschiedenen städten Italiens herrschten, in seine dienste gelockt. Beckers weltgesch. 8, 325; dein antlitz locket mich, dein unmuth stöszt mich hin. Lohenstein blume s. 40; die grüne nacht belaubter bäume lokt uns in anmuthsvolle träume. Haller 87; die holde liebe lockte mich in ihren myrthenhain. Gleim 2, 39; uns lockt die morgenröthe in busch und wald. Hagedorn 3, 108; der laue west lockt Floren, wo er fliegt, ihm brünstig lächelnd nachzuschleichen. Uz 1, 82; dann bebet ahnungsschauer, der uns mild lockt in Edens duftgefild. Stolberg 1, 184; keiner städterin reiz, weder ein blaues aug, noch ein kuszlicher mund, soll mich aus deinem arm zu den hallen des tanzes locken, oder des opernspiels. Hölty 76 Halm; drum, liebes paar, zagt nicht! eilt auf beblümter spur zum altar, weil der lenz euch locket. Gotter 1, 81; uns lockt und zog ein süsz verlangen, wir gleiteten zur vollern brust. Göthe 1, 49; lockt dich der tiefe himmel nicht, das feuchtverklärte blau? lockt dich dein eigen angesicht nicht her in ewgen thau? 186; die nachtigall sie war entfernt, der frühling lockt sie wieder. 3, 141; lockte die neugier nicht den menschen mit heftigen reizen, sagt! erführ er wohl je, wie schön sich die weltlichen dinge gegen einander verhalten? 40, 237; da spielen die wasser ihm um die brust, und es ruft aus den tiefen: lieb knabe, bist mein! ich locke den schläfer, ich zieh ihn herein. Schiller Tell 1, 1; was locket dich das sonnenlicht? was lockt dich blüthenhauch? Arndt ged. (1840) 81; mich lockt die sonne mit warmem stral. 454; ebenso dinge: die schöne frucht lockte das kind, es kam herbei; spiesz, und pfeil, und blosze degen, rohr, pistol und büchsenspeisz, macht soldaten mehr verwegen, und sie lockt zum ehrenpreisz. Spee trutzn. (1654) 78; die reife beere lockt den vogel, gold und geiz, ein stummes ehrenbild den giftgen hochmuths-reiz. Lohenstein Cleopatra s. 89; dort insgeheim zu sinnen auf predigten, oder zu schlummern, lockt der trauliche winkel den herrn. Voss Luise 2, 341; das ist die schöne Lüneburger ebene, wohin des rufs trompete mich von fern gelockt. Platen 279. 6@bb) zu locken treten als object sinne, neigungen oder thaten der menschen: die eigentliche kraft und wirksamkeit der poesie, sowie der bildenden kunst, liegt darin, dasz sie hauptfiguren schafft und alles was diese umgiebt, selbst das würdigste, untergeordnet darstellt. hierdurch lockt sie den blick auf eine mitte, woher sich die strahlen über das ganze verbreiten. Göthe 39, 31; gleichgewicht und ernst war jedoch alsobald wieder hergestellt, und die aufmerksamkeit auf eine neue, stattlich heranziehende procession gelockt. 43, 267; Philipps auge blieb finster, alle verschwendungen der pracht, alle laute üppige ergieszungen der redlichsten freude konnten kein lächeln des beifalls in seine miene locken. Schiller 786b; ein erlner blumenstrausz, welcher mund und augen locket. Günther 923; drauf lockte meinen sinn die neu-verjüngte welt, die andre frühlingszeit des herbstes in das feld, dem Flora einen rock von blumen angezogen. 1067; die siegende gewalt, die gabe reich zu sein, was sinnen lockt und übt, hat nicht der mensch allein. Hagedorn 1, 16; sie braucht der ammen kunst, singt beider kinder ohr ein süszes liedchen vor; diesz liedchen lockt den schlaf. 3, 174; küsse der mägdlein locken gesang aus der brust, wie warmer regen das mailaub. Voss 2, 301; und nichts versäumt sie, was an Magdalenen die augen locket und die herzen rührt. Uhland ged. 458; ihr gönnt mir diese träume, sie schmeicheln mir und locken alte reime. Göthe 2, 146; auch thränen, seufzer werden gelockt: so mein ich, es lock ihr der nahe verlust die frühe bereuung aus augen und brust. Günther 927; (das wird) die thränen oft mir in die augen locken. Göckingk 2, 151; hab ich euch thränen ins auge gelockt. Göthe 1, 331; seit dreiszig jahren lockt diese freude die ersten thränen aus meinen augen! 57, 250. 6@cc) noch anders, z. b. nachtigallen locken, zum wettgesange reizen (verschieden von oben 4): er führte mich zu diesem wald hinein, und spielt, und sang, und lockte nachtigallen. Hagedorn 2, 78; das grün des frühlings locken: süsz (ist es) voll blüthen zu sehn die neulebendigen zweige, dann das grünende laub locken mit sehnendem blick. Göthe 1, 351; mit näherer bestimmung des woher und wohin: wer treibet ausz getreid, und grasz, wer lockets an die sonnen? Spee trutzn. (1654) 91; du (mit deiner dichtergabe) zeigst an schattger halde mir den beschilften see, du lockest aus dem walde zum bad ein scheues reh. Uhland ged. 310; aber aus den goldnen saiten lockt Apoll die harmonie und das holde masz der zeiten und die macht der melodie. Schiller das eleus. fest; vgl. dazu anlocken, entlocken, herlocken, hinlocken, und die zusammenrückungen mit locken unter heraus, herbei, herein, herunter, hervor, hinauf, hinzu u. s. w. 6@dd) locken, ohne object; von personen: die jüngere lockte mit spielwerk. Voss 2, 14; von dingen: täglich geh ich meinen gang: arbeit, ruhe, spiel, gesang locken um die wette. Voss 5, 108; jetzo geöffnet, lockte das helle klavier. Luise 3, 1, 34; in dem stillen mondenscheine singt ein liebchen! wohl das meine? ach so süsz, so liebevoll, wie die cither locken soll. Göthe 47, 20; das blanke eisen, das junge blut, man musz es brauchen in jahren; die jugend locket mit frischem muth, wird frisch von hinnen auch fahren. Arndt ged. (1840) 45; locke, stiller gottesfrieden! süsze sehnsucht, schweige nimmer! 487; zu etwas, auf etwas locken: gott verwehrt uns keine freuden, wann sie freuden bleiben nur, wenn wir hierbei nur vermeiden, was lockt auf der wollust spur (auf die spur der wollust). Fleming 417; so lockt ein flüchtig wohl, das wahn und sehnsucht färben, von weh zu gröszerm weh, vom kummer zum verderben. Haller 126; mit orgeln und mit glocken (namen für grosze geschütze) sollt ihr zum tanze (zur schlacht) locken. Arndt ged. 357. 77) locken kann, im gegensatze zu dem bisher entwickelten gebrauche, auch von einem unbeabsichtigten reizen stehen: der laute zank lockte die polizei herzu: durch das prahlen mit seinen schätzen lockte er sich diebe auf den hals; eh an die ferse lockten wir selbst, durch gräszliche thaten, uns die Erinnyen her, wagten es eher, des Zeus hartes gewicht am rollenden rad und am felsen zu dulden, als dem reizenden dienst unser gemüth zu entziehn. Göthe 1, 263. 88) das part. lockend in vielfacher verwendung, wie reizend, schmeichelnd, verführerisch: das bild war allzu lockend. Scheffel Ekkeh. s. 260; bald lockt dich Flora nach der au, wo tausend blumen stehn im tau, die auf dein auge lockend warten. Haller 120; attributiv, von personen, dingen, betragen und handlungen: der schwarzen augen schlauer scherz, der anstand lockender geberden bezauberten ein jedes herz. Hagedorn 2, 90; kaum wallet noch weiter mein zögerndes herz bei winkenden freuden, bei lockendem scherz. 3, 74; indesz verschlieszt sich unsre brust dem ruf der lockenden Cythere. Uz 1, 66; du segnetest den tod, der ihn (den gestorbenen sohn) aus finsternissen und schlingen lockender gefahr zu einer bessern welt entrissen. 254; umsonst sucht von der tugend bahn der eigennutz dich zu verdrängen, und führet wider dich, mit jauchzen und gesängen, die lockende verführung an. 277; er fällt wie durstig hin auf lockendes vergnügen, berauscht in wollust sich mit ungehemmten zügen. 2, 57; fliehe, bist du des führers im eigenen busen nicht sicher, fliehe den lockenden rand, ehe der schlund dich verschlingt! Schiller 99a; dabei hochschäumendes festbier, noch von der ernte gespart, und die lockende flasche voll bischofs. Voss Luise 3, 2, 17; was will dies ringen und schwingen? wo wills mit mir hinaus? es fehlt den lockenden winden der mächtigen flügel saus. Arndt ged. 443.
16594 Zeichen · 211 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    lockenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    locken swv. BMZ locken, anlocken, verlocken mit acc. d. p. Mai , Konr. iuwer schœne hât manegen ritter ûf den plân geloc…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lockenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    locken , N. nhd. Locken (N.) (2), Verlockung Hw.: s. anelocken (2); vgl. mhd. locken (2) E.: s. locken (1) W.: s. nhd. L…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Locken

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Locken , verb. reg. act. in Locken legen. Die Haare locken. Gelockte Haare.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    locken

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    2 locken überwiegend PartPrät, einmal subst 1 sich (von Natur aus) ringeln a mBez auf Köpfe mit lockiger Haarstruktur; i…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Locken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Locken , Signal 1 / 4 Stunde vor dem Zapfenstreich (s. d.); dann beim Parademarsch der Trommelwirbel vor Einfallen der M…

  6. modern
    Dialekt
    Locken

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Locke n [Lokə Rapp. Str. U.; Demin. Lèklə] f. Pl. 1. gescheiteltes, glatt gestrichenes Haar: Dis (Mädchen) het awer schö…

  7. Sprichwörter
    Locken

    Wander (Sprichwörter)

    Locken 1. Der ist leicht locken, der selber gern kommen will. Schwed. : Han är god locka, som med wil hoppa. ( Grubb, 52…

  8. Spezial
    locken2

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    lo|cken 2 I vb.tr. aricé (aricia), fá da riciui II vb.refl. sich locken se aricé, gní da riciui.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit locken

135 Bildungen · 61 Erstglied · 69 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von locken 2 Komponenten

loc+ken

locken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

locken‑ als Erstglied (30 von 61)

locken I

SHW

locken I Band 4, Spalte 369-370

locken II

SHW

locken II Band 4, Spalte 369-370

Lockenholz

SHW

Locken-holz Band 4, Spalte 369-370

Lockenkopf

SHW

Locken-kopf Band 4, Spalte 371-372

lockenbändchen

DWB

locken·baendchen

lockenbändchen , n. bändchen, welches die locken zusammenhält: dem schönen haupt gelöst das lockenbändchen. Rückert 305 .

lockenbau

DWB

locken·bau

lockenbau , m. locken als bau, künstlich aufgebaute locken der perücken des 17. und 18. jahrh., oder der weiblichen kopfhaare: die akademie …

Lockenberingelt

Campe

◬ Lockenberingelt , adj . u. adv . mit Locken beringelt, d. h. mit ringelnden Locken bedeckt. — der Jungfrau lockenberingelte Lilienarme. So…

Lockenbrenner

PfWB

locken·brenner

Locken-brenner m. : 'Fuchsschwanz (Alopecurus)', Lockebrenneʳ [Kirchhbol ( Wilde 75)]. Kinder drehen sich die abgestreifte hakige Spindel de…

lockende

KöblerMhd

lock·ende

lockende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. lockend Q.: Tauler (vor 1350) (FB lockende) E.: s. locken (1) W.: s. nhd. lockend, Adj., lockend, DW-

Lockenferkel

RhWB

locken·ferkel

Locken-ferkel Ahrw-Sinzig n.: verächtl. Mädchen, mit künstl. gelocktem Haar , putzsüchtiges M.

Lockenfritz

PfWB

locken·fritz

Locken-fritz m. : 'Mensch mit dichtem, lockigem Haar', -fritz [ ZW-Bechhf ]. —

lockengeringel

DWB

locken·geringel

lockengeringel , n. : glänzendes lockengeringel zerstreut um schneeige schultern. Voss Virg. georg. 4, 337 .

Lockenglut

GWB

locken·glut

Lockenglut für das strahlend-helle Haar des Sonnengottes Helios; in bildh-personifizierter Vorstellung des gleißenden Tageslichts 50,300 Pan…

lockenhaar

DWB

locken·haar

lockenhaar , n. haar in locken: dasz er die augen und das lockenhaar seiner landsmännin vor sich erblickte, so oft er die augen erhob. Freyt…

Lockenhoor

MeckWBN

Wossidia Lockenhoor n. lockiges Haar Müll. Reut. 81 a .

locken als Zweitglied (30 von 69)

blocken?

KöblerMnd

*blocken? , sw. V. nhd. in Blöcke sägen Vw.: s. vör- E.: s. blok

gelocken

KöblerMnd

*ge·locken

*gelocken , sw. V. nhd. verlocken, in Versuchung führen Hw.: s. gelockære; vgl. mhd. gelocken E.: s. ge, locken

Korkenzieherlocken

RDWB1

Korkenzieherlocken Pl. (kein Bezug zu "открывашка") букли, крупные локоны

abblocken

RDWB1

abblocken umg. противиться / воспротивиться; решительно препятствовать / воспрепятствовать чему-л.; давать / дать отбой идиом.

ablocken

DWB

abloc·ken

ablocken , delicere, weglocken: den hund, die tauben ablocken, meist mit beigefügtem dativ. einem sein geld, ein geheimnis, ein lied, lächel…

aflocken

MNWB

aflocken , swv. , ablocken.

ane klocken

MWB

ane klocken swV. ‘anklopfen’ chlochet an! / wer chlochet, dem wirt auff getan Teichn 286,77. 286,55 MWB 1 251,1; Bearbeiter: Schnell

aneklocken

KöblerMhd

ane·klocken

aneklocken , sw. V. nhd. anklopfen Q.: Teichn (1350-1365) (FB ane klocken) E.: s. ane, klocken W.: s. nhd. anklopfen, sw. V., anklopfen, DW2…

anlocken

DWB

anlocken , allicere, nnl. aanlokken: ein anlockendes, reizendes wesen; die fische, die vögel anlocken; blühende ufer mit bäumen süszer, anlo…

Ausglocken

Adelung

aus·glocken

Ausglocken , verb. reg. act. mit der Glocke ausplätten, bey den Wäscherinnen. Manschetten ausglocken.

auslocken

DWB

aus·locken

auslocken , elicere, nnl. uitlokken: thränen, welche von den herzbrechenden complimenten waren ausgelocket worden. Weise kl. leute 19 ; so m…

beklocken

KöblerMhd

bek·locken

beklocken , sw. V. nhd. beschmutzen, beflecken Q.: Rol (um 1170) E.: s. be, klocken W.: nhd. DW- L.: MWB 1, 546 (beklocken)

belocken

MNWB

belocken , swv. , verlocken.

durchvlocken

KöblerMhd

durch·vlocken

durchvlocken , st. V. nhd. „durchflocken“ Hw.: s. durchvlocket Q.: OvW (2. Viertel 15. Jh.) E.: s. durch, vlocken W.: nhd. DW2-

enlocken

MNWB

enlocken , swv. , verlocken, verführen, fortlocken, entführen, s. noch ent-.

enphlocken

Lexer

en-phlocken swv. decrepere Voc. 1482. diu rôse sich entpflocket gein dem gruoʒ der liehten sunne Türl. Wh. 35 a .

entlocken

DWB

ent·locken

entlocken , elicere, nnl. ontlokken: einem thränen, lächeln entlocken; den saiten töne; und manch wort ihm entlockt, das mehr wol frommte ve…

entpflocken

KöblerMhd

ent·pflocken

entpflocken , sw. V. nhd. sich entfalten, öffnen ÜG.: lat. decrepere Voc Hw.: vgl. mnl. ontpluychen Q.: TürlWh (nach 1270) (FB enphlocken), …

frohlocken

DWB

froh·locken

frohlocken , n. jubilum. das verbum substantivisch zu verwenden, wurde nöthig, da das zum grunde liegende frolock erloschen war. in den vorh…

fürlocken

KöblerMhd

fürlocken , sw. V. Vw.: s. vrōlocken (1)

fürplocken

KöblerMnd

fürplocken , sw. V. Vw.: s. vorplücken* (2)

gelocken

Lexer

geloc·ken

ge-locken swv. eʒ kunden alle frouwen gelocken von dir niht mînem herzen Hadam. 694.

Herauslocken

Wander

heraus·locken

Herauslocken A hat doch noch woas râs gelockt, der Strohlgiftmann. – Gomolcke, 54. S. Auslugen in Vergleich mit Frommann, III, 417, 335.

Ableitungen von locken (5 von 5)

belocken

MNWB

belocken , swv. , verlocken.

entlocken

DWB

entlocken , elicere, nnl. ontlokken: einem thränen, lächeln entlocken; den saiten töne; und manch wort ihm entlockt, das mehr wol frommte ve…

erlocken

DWB

erlocken , allicere, illicere, inducere, producere, verlocken: erweichen, erlocken und bezaubern, das sie gegeneinander holdseliger sich erg…

gelocken

Lexer

ge-locken swv. eʒ kunden alle frouwen gelocken von dir niht mînem herzen Hadam. 694.

verlocken

DWB

verlocken , verb. durch zuruf zum kommen bewegen, durch list jemand zu etwas veranlassen. mhd. verlocken, verlücken, holl. verlokken Krahmer…