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Haube

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Haube

Bd. 3, Sp. 306
Haube je nach Geb. mit verschiedener Bed. u. Form f.: 1. Rhfrk haup, –ǫu-, Pl. -wə bis nördl. einschl. Simm-Schneppenb Schwarzerden, Soonw, Simm-Rheinböllen Dichtelbg; n. davon hǫu, Pl. -ə; Mosfrk hǫ·u.f, Pl. -wə(n); Siegld hūf, Pl. -wə; Gummb hūəf, Pl. -wə; Demin. hęibχə, hę·i.fχə(n), hīfχə. a. Frauenhaube, d. h. die aus weissem Tüll genähte u. gebügelte, bis über die Mitte des vorigen Jhdts. übliche Kopfbedeckung der Frau; im Hunsr zunächst die einfache H., der Ulles, von buntem, gewöhnlich blauem Kattun oder Gedrucks mit Samteinfassung, hinten in Falten gezogen u. den Kopf so bedeckend, dass über der Stirn das gescheitelte u. glatt gekämmte Haar nur dreifingerbreit sichtbar war, während im Nacken nur eine kleine Haarwelle aus der H. hervorragte; zur Festtracht gehörte die hohe H., der Schwartemagen, bei der auf eine halbkreisförmige, sich dem Kopfe anschmiegende u. von einem Ohr über den Scheitel zum anderen Ohr reichende Form ein hohes, fast kreisförmiges Gestell aufgesetzt war, das mit Stoff in sehr zahlreichen Falten überzogen war, so dass die H. wie ein breiter u. hoher Fächer auf dem Kopfe sass; mit breiten Bändern wurde sie unter dem Kinn gebunden; dann die sich unmittelbar dem Kopfe anschmiegende H., die Kappe, in mannigfachen Formen; s. Kappe, Kamudchen, Kornettchen, Löcherblauhaube; man unterschied auch Summer- u. Winterh.; im Westerw (Altk) sass bei der H. an einem breiten, quer über Kopf u. Ohren liegenden Vorderteil ein runder Boden hinter dem Kopfe u. eine seitlich über den Hals u. Nacken fallende Rüsche; die H. bestand ganz aus gestärkten, am Vorderrand getollten Spitzen (Klöckelchen); in dem runden Teil waren oft Ranken eingestickt u. an den Seiten bunte Sträuss-chen aus künstlichen Blumen u. Blättern angebracht; eine weisse Seidenschleife im Nacken u. breite, manchmal bunte Seidenbänder, die unter dem Kinn zur Schleife gebunden wurden, vollendeten dieses Staatsstöck; wohl aus Sparsamkeitsgründen kamen auch schwarze Spitzenhauben von gleicher Machart u. solche ohne den runden Teil auf; in der WEif unterschied man die ganz H. von der halwen H., bei der der Teil, der bei jener den Hinterkopf bedeckte, der Boddem, fehlte, so dass die Haarflechten sichtbar waren; en getutert H. mit der Zange in kleine Dütchen aufgebügelte Spitzenh.; s. auch Kinnerheibchen, Schlosshauf [n. des Mosfrk ist H. 1 mdl. nicht bekannt, dafür Mötz; aber Häupche (in nhd. Lautung) dringt ein]. RA.: Dat steht dem wei er Sau en iawescht H. Merz-Saarhölzb; e könnt daher wie en Sau mat er gespötzter H. Trier-Mehring. Ich scheissen der op de Kopp! Erwiderung darauf: dat gef en H. ohne Noht (Naht) Saarbg-Soest. Könner ka mer wohl en al (alte) H. opsetzen, awer kan ale Kopp Trier. Wat setzt den en bronkig H. op! was macht er ein trübes Gesicht Merz-Saarhölzb; hen hot ken gut (en schlecht) H. on (om, op) Bitb-Betting Mettend, Saarbg; e hät wei (jetzt) de H. schen ofsetze Merz-Riml. Em (einem) de H. bile (bügeln) ihn schlagen Koch-Poltersd. De Man hot de H. die Frau steht unter seinem Regiment Prüm-Mürlenb. De Flantes do löft allen H.ən no allen Weibern ebd. 1860. Inner (unter) de H. kommen heiraten, vom Mädchen; en Mädchen inner de H. brengen Allg. — In folg. RA. steht H. in leichter Übertragung für ‘Kopf’. Ech haue der ene (en) an (iwer) de H.; dau krigst en an de H.! Drohung von Schlägen Allg. [du kriss jetz di Häubsche geschoəre! Kref-Lank; ich schlonn der op di Häubche! Köln-Stdt]. Et as em net gut (recht) an (in) der H. er ist schlecht gelaunt, hierfür nicht aufgelegt Bitb, Allg., auch et es him net an (in) der H.; wat hos dau an der H.? was hast du im Sinne Bitb, Allg.; der hat einen en der H. er ist betrunken Merz-Wadern. — b. übertr. α. sachl. αα. hūf das obere Innengewölbe des Backofens Siegld; -ū:- Neuw-Buchholz. — ββ. hǫ·u.f das obere am Zugtier befindliche Ende der Deichsel Mos. — γγ. der zweite Magen, Labmagen der Wiederkäuer WMosfrk; Muskellage beim Magen des Schweines Simm. — δδ. Rossbicher Heibche Bergkuppe bei Neuw-Rossb. — β. persönl. αα. hę·i.fχən Huhn mit Schopf Saar, Trier; Haubenlerche Goar-Salzig. — ββ. verächtl. al H. altes Weib Allg.; domm H. dummer Mensch; geckig H. närrischer M. Merz. — 2. OBerg [ö. Ürd.-L. -wə], NBerg, SNfrk [doch hier auch, bes. Kemp, Kref, Geld -u-, –o-] hūf, –ū:-, Pl. -wən, -və; Monsch, Aach, Eup, Jül, Dür, Bergh, Grevbr -u-, hier u. da -ū:- [Köln-Stdt -ō:-; Wermelsk -o-; Monsch-Rötgen -u- u. hǫp], Pl. -və; Klevld -ū-, –u-, Pl. -wə(n). a. das bei einem Fuhrwerk über die runden Eisenbügel gespannte Segel- oder Zelttuch, das Personen u. Waren vor Regen schützen soll; auch das Verdeck bei Kinderwagen, Tuchdach; de H. op de Kar sette die Bügel aufsetzen u. das Tuch drüber ziehen Nfrk, Allg. RA.: Se hät de H. opgesatz sie geht in Strenge umher Dür-Langerwehe. — b. eiserne Auflage oben auf der Öse am Beil, an der Axt, um darauf beim Spalten des Holzes zu schlagen Dür-Frauwüllesh, Sieg-ODollend; -ǫ·u.- Bernk-Merschd. — c. huvə Pl. Schuhflicken auf dem Oberleder Geilk-NBusch. — d. Häubche kleiner Heuhaufen auf der Wiese Gummb-Gimborn. — 3.Rees, Dinsl, MülhRuhr hyf, Pl. -wə strohgeflochtener Bienenkorb, Beienh. [s. Häupe (høyp, –ei-, –y-) WMosfrk].
5210 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Haube

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Haube , plur. die -n, Diminut. das Häubchen, Oberd. Häublein, welches überhaupt eine jede oberste rundliche Bekleidu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Haube

    Goethe-Wörterbuch

    Haube abgekürzt pl ‘H’ 38,486,15 Späne ; im Vers einmal ‘Haub’’ 1 als Kopfschmuck, -putz, meist für Frauen (einmal für e…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Haube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Haube (franz. Coiffe ), eine leichte, rundliche Kopfbedeckung, nach Maßgabe der Mode und des Standes von sehr verschiede…

  4. modern
    Dialekt
    Haubef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Haube f. : 1. a. 'Frauenhaube', Bestandteil früherer Frauentracht, Haub (haub), Pl. Hauwe [(1925) verbr., auch Don Gal B…

  5. Sprichwörter
    Haube

    Wander (Sprichwörter)

    Haube 1. Drei Hauben an Einem Kohlenbecken drehn sich und drehn sich, um sich zu necken. Um einander zu ärgern. 2. Nein,…

  6. Spezial
    Haubef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Haube , f надставка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haube

137 Bildungen · 98 Erstglied · 39 Zweitglied · 0 Ableitungen

haube‑ als Erstglied (30 von 98)

Haubêêre

Adelung

haube·ere

Die Haubêêre , plur. die -n. 1) In einigen Gegenden ein Nahme der Schlingbeeren oder Mehlbeeren, daher der Strauch, welcher sie trägt, auch …

Haubelmeise

Adelung

Haubelmeise , S. Adelung Haubenlerche , Adelung Haubenmeise .

haubeln

DWB

haubeln , häubeln , verb. mit einem häublein versehen. 1 1) vorzüglich vom falken und sperber ( nach haube 4) gebraucht: falken haubelen, fa…

haubenalk

DWB

hauben·alk

haubenalk , f. alca cristatella, der gehäubelte papageientaucher.

Haubenbändel

PfWB

hauben·baendel

Hauben-bändel m. : 'Band an der Haube 1 a', Hauwebännel [vereinzelt]. Südhess. III 160 ; Rhein. III 308 Haubenband. —

haubenband

DWB

hauben·band

haubenband , n. 1 1) band an der haube: ein herrliches rothes haubenband. J. Paul Titan 1, 90 . 2 2) in Schleswig und Holstein bezeichnet es…

haubenbendel

DWB

hauben·bendel

haubenbendel , m. binde die um den kopf zur haube gefaltet wird: vitta haubenbendel vel binnhaub erlicher weiber. Alberus J 2 b ; taeniae ha…

Haubenbodem

RhWB

hauben·bodem

Hauben-bodem (s. S.) Verbr. wie Haube 1 m.: der die obere Kopfhälfte bedeckende Teil der Haube 1.

haubendraht

DWB

hauben·draht

haubendraht , m. drahtgestell zu einer haube. Amaranthes frauenz.-lex. (1773) 1, 1304 .

haubeneisen

DWB

hauben·eisen

haubeneisen , n. beim messerschmid ein rundliches eisen, worauf aus silber- oder messingblech der unterste beschlag oder die haube eines mes…

Haubenfink

Campe

hauben·fink

Der Haubenfink , des — en, Mz. die — en , eine Art rother Finken in Idien mit einer Haube oder einem Federbüschel auf dem Kopfe (Coccothraus…

Haubenflor

Campe

hauben·flor

Der Haubenflor , des — es, Mz. die — e , Flor zu Hauben brauchbar oder bestimmt.

haube als Zweitglied (30 von 39)

Glashaube

RDWB1

Glashaube f übertr. unter der ~ idiom. - под стеклянным колпаком идиом. , в тепличных условиях идиом.

Bauschhaube

Wander

bausch·haube

Bauschhaube Sie hat die Bauschhaube offen. ( Augsburg. ) – Klein, I, 42. Ist betrunken.

dachschaube

DWB

dach·schaube

dachschaube , f. schaube von stroh, aus welchen die strohdächer zusammen gesetzt werden.

dachshaube

DWB

dachs·haube

dachshaube , f. bei den jägern ein an dem einen ende spitzer sack von bindfaden mit einem eisernen ring. wenn der dachs in seinen bau will, …

deckelhaube

DWB

deckel·haube

deckelhaube , f. capillamentum, im 15 ten und 16 ten jahrh. für perrücke. s. haube , haarhaube .

falkenhaube

DWB

falken·haube

falkenhaube , f. velamen oculis falconum objectum: dasz wir von seinen augen die falkenhaube abthaten. J. P. teufelsp. 1, 52.

Fuchswildhaube

Wander

fuchswild·haube

Fuchswildhaube D' Fuchswildhaub'n afhab'n. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten, 77. In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein.

Gatterhaube

Adelung

gatter·haube

Die Gatterhaube , plur. die -n, eine netzförmige Haube von Seide, Gold oder Silber, welche in einigen Gegenden, z. B. zu Salzburg, von dem w…

glückshaube

DWB

glucks·haube

glückshaube , f. , teil der embryonalhaut, der am neugeborenen ( besonders an seinem kopfe ) hängen bleibt, ihn als glückskind kennzeichnet …

goldhaube

DWB

gold·haube

goldhaube , f. , mit echt goldenem oder goldfarbenem zierat ( drahträndern, spitzen, stickerei ) versehene hauben, die in manchen gegenden z…

haarhaube

DWB

haar·haube

haarhaube , f. 1 1) reticulum capillare, vitta crinalis: galericum ein haarhaub. Alberus J 2 b ; hoerhaub. Diefenb. 256 a ; harhûben vitta 6…

nachthaube

DWB

nacht·haube

nachthaube , f. vitta cubicularis Aler 1440 a : ain braite nachthub, cinctio. Diefenb. gloss. 120 a ; die nachthauben. vierte bibelübersetzu…

nebelhaube

DWB

nebel·haube

nebelhaube , f. eine haube von nebel: wie von den bergen bläst die nebelhauben ein frisch lebendiges gewitterschnauben. Lenau (1880) 2, 240 …

pechhaube

DWB

pech·haube

pechhaube , f. oder pechmütze, für einen grindkopf die haare hinweg zu nehmen. Ludwig 1383 ( vgl. harzhaube , pechkappe , pechmütze); mnd. p…

pickelhaube

DWB

pickel·haube

pickelhaube , f. , mhd. seit dem 13. jahrh. beckenhûbe und mit übergang des n in l beckelhûbe ( Lexer 1, 264 und nachtr. 46), mnd. pekelhûve…

purpurhaube

DWB

purpur·haube

purpurhaube , f. : sie hat eine güldene krone mit einer purpurhauben. Sir. 6, 31 .

Rauschhaube

Adelung

rausch·haube

Die Rauschhaube , plur. die -n, bey den Falkenjägern, eine Haube, womit die wilden Falken, wenn sie erst gefangen worden, gehaubet werden.

Schandhaube

DRW

schand·haube

Schandhaube, f. eine auffällige Kopfbedeckung als Strafe für Frauen, die sich lasterhaft verhalten haben vgl. Schandkleid dann daselbs wer g…