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Haube

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Adelung
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Haube

Bd. 2, Sp. 1000
Die Haube, plur. die -n, Diminut. das Häubchen, Oberd. Häublein, welches überhaupt eine jede oberste rundliche Bekleidung eines Dinges zu bezeichnen scheinet; besonders in folgenden Fällen. 1) Eine Bekleidung des Hauptes bey Menschen, eine Mütze. In der Oberplatz und andern Oberdeutschen Gegenden werden auch die Mützen des männlichen Geschlechtes Hauben genannt, in welcher Bedeutung dieses schon im Schwabenspiegel vorkommt. Daher die im gemeinen Leben üblichen figürlichen R. A. jemanden auf die Haube greifen, ihn scharf zusetzen; einem auf der Haube seyn, oder sitzen, genau auf ihn Acht haben, ihn genau beobachten. Geld aber du dem Feinde auf die Hauben, Opitz. Die Söhne Aarons mußten Hauben, d. i. Hauptbinden, tragen, 2 Mos. 28, 40; Kap. 29, 9; Mos. 8, 13. In den Zusammensetzungen Bickelhaube und Sturmhaube hat es gleichfalls noch die alte Bedeutung einer jeden Bekleidung des Kopfes. Im Hochdeutschen ist es nur von einer Bekleidung des Hauptes des andern Geschlechtes üblich, wo man in manchen Gegenden bald eine jede Bekleidung des Hauptes, ein Kopfzeug, bald nur eine Art einfacher und ungekünstelter Mützen, bald aber auch nur die leinwandene und gemeiniglich mit Spitzen besetze Bekleidung unter der Mütze eine Haube zu nennen pfleget. Daher die Nachthaube oder Schlafhaube, Florhaube, Spitzenhaube u. s. f. In einigen Niedersächsischen Gegenden tragen noch die Jungfrauen bloße leinwandene Hauben, die Geschwächten und verehelichten Personen aber Mützen, Nieders. Hüllen. Daher sagt man in Niedersachsen, mit Ehren unter die Hülle kommen, d. i. mit Ehern eine Ehefrau werden, wofür man im Hoch- und Oberdeutschen mit Ehren unter die Haube kommen sagt, und alsdann eine Weiberhaube oder Mütze darunter verstehet. Die Kappe, welche dem Falken aufgesetzet wird, ihn zahm machen, heißt bey den Falkenieren gleichfalls die Haube, so wie die Jäger den zugespitzten Sack, worin sie den Dachs in seinem eigenen Loche fangen, eine Haube nennen. Einige nennen den zweyten Magen der wiederkäuenden Thiere, vermuthlich wegen einiger Ähnlichkeit mit einer Mütze, die Haube, und im Nieders. die Hülle. 2) Verschiedene Arten der Bedeckung oder der Bekleidung des obersten Theiles lebloser Körper. So wird der obere Theil des Mühlengehäuses an den Holländischen Windmühlen die Haube genannt. Bey den Kohlenbrennern ist die Haube eines Meilers die obere Schicht, welche aus kleinem Holze gemacht wird. In der Baukunst sind die Wälschen Hauben Arten von Kuppeldächern, welche nach zierlichen ausgeschweisten und eingebogenen krummen Linien zusammen gesetzet sind, am häufigsten bey Kirchthürmen und Lufthäusern gebraucht und auch Helmdächer genannt werden. In weiterer Bedeutung pfleget man auch ein jedes Kuppeldach zuweilen eine Haube zu nennen. S. Kuppel. 3) Der oberste Theil mancher Dinge, in einigen einzelnen Fällen. So wird an den Vögeln der obere Theil, welcher aus der Stirn, der Scheitel und dem Hinterkopfe bestehet, die Haube genannt. In einem andern Verstande führet[] diesen Nahmen der Schopf Federn welchen einige Vögel auf dem Kopfe haben. S. Haubendrossel, Haubensink, Haubenlerche, Haubenmeise. An den Hämmern hat der oberste mitelste Theil, in welchem sich das Auge befindet, den Nahmen der Haube. Im Böhmischen werden die Schwämme vermuthlich wegen ihres rundlichen Obertheils Hauba genannt. Anm. Dieses lautet in der ersten Bedeutung im Nieders. Huve, im Dän. Hue, Huve, im Schwed. Hufwa, im Engl. How, Cois, im Wallis. Hwf, im Ital. Cofsia, im mittlern Lat. Coiffa, Cuphia, daher das Franz. Coeffe. Durch Vorsetzung des Zischlautes ist daraus Ital. Scuffia und alte Deutsche Schaube entstanden. Wachter leitet es von dem Griech. υφον, ein Gewebe, Frisch von Rufe, ein hohles Geschirr, Ihre aber von dem Gothischen Vaib, eine Hauptbinde, Haube, und vaiban, bekleiden her. Allein, da dieses Wort in allen Fällen, in welchen es gebraucht wird, sich auf das Obertheil einer Sache beziehet, so scheinet es vielmehr zu Haupt und Haufe zu gehören, so fern sie überhaupt etwas, das in seiner Art das oberste oder höchste ist, ausdrucken. S. auch Hoch.
4103 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Haube

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Haube , plur. die -n, Diminut. das Häubchen, Oberd. Häublein, welches überhaupt eine jede oberste rundliche Bekleidu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Haube

    Goethe-Wörterbuch

    Haube abgekürzt pl ‘H’ 38,486,15 Späne ; im Vers einmal ‘Haub’’ 1 als Kopfschmuck, -putz, meist für Frauen (einmal für e…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Haube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Haube (franz. Coiffe ), eine leichte, rundliche Kopfbedeckung, nach Maßgabe der Mode und des Standes von sehr verschiede…

  4. modern
    Dialekt
    Haubef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Haube f. : 1. a. 'Frauenhaube', Bestandteil früherer Frauentracht, Haub (haub), Pl. Hauwe [(1925) verbr., auch Don Gal B…

  5. Sprichwörter
    Haube

    Wander (Sprichwörter)

    Haube 1. Drei Hauben an Einem Kohlenbecken drehn sich und drehn sich, um sich zu necken. Um einander zu ärgern. 2. Nein,…

  6. Spezial
    Haubef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Haube , f надставка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haube

137 Bildungen · 98 Erstglied · 39 Zweitglied · 0 Ableitungen

haube‑ als Erstglied (30 von 98)

Haubêêre

Adelung

haube·ere

Die Haubêêre , plur. die -n. 1) In einigen Gegenden ein Nahme der Schlingbeeren oder Mehlbeeren, daher der Strauch, welcher sie trägt, auch …

Haubelmeise

Adelung

Haubelmeise , S. Adelung Haubenlerche , Adelung Haubenmeise .

haubeln

DWB

haubeln , häubeln , verb. mit einem häublein versehen. 1 1) vorzüglich vom falken und sperber ( nach haube 4) gebraucht: falken haubelen, fa…

haubenalk

DWB

hauben·alk

haubenalk , f. alca cristatella, der gehäubelte papageientaucher.

Haubenbändel

PfWB

hauben·baendel

Hauben-bändel m. : 'Band an der Haube 1 a', Hauwebännel [vereinzelt]. Südhess. III 160 ; Rhein. III 308 Haubenband. —

haubenband

DWB

hauben·band

haubenband , n. 1 1) band an der haube: ein herrliches rothes haubenband. J. Paul Titan 1, 90 . 2 2) in Schleswig und Holstein bezeichnet es…

haubenbendel

DWB

hauben·bendel

haubenbendel , m. binde die um den kopf zur haube gefaltet wird: vitta haubenbendel vel binnhaub erlicher weiber. Alberus J 2 b ; taeniae ha…

Haubenbodem

RhWB

hauben·bodem

Hauben-bodem (s. S.) Verbr. wie Haube 1 m.: der die obere Kopfhälfte bedeckende Teil der Haube 1.

haubendraht

DWB

hauben·draht

haubendraht , m. drahtgestell zu einer haube. Amaranthes frauenz.-lex. (1773) 1, 1304 .

haubeneisen

DWB

hauben·eisen

haubeneisen , n. beim messerschmid ein rundliches eisen, worauf aus silber- oder messingblech der unterste beschlag oder die haube eines mes…

Haubenfink

Campe

hauben·fink

Der Haubenfink , des — en, Mz. die — en , eine Art rother Finken in Idien mit einer Haube oder einem Federbüschel auf dem Kopfe (Coccothraus…

Haubenflor

Campe

hauben·flor

Der Haubenflor , des — es, Mz. die — e , Flor zu Hauben brauchbar oder bestimmt.

haube als Zweitglied (30 von 39)

Glashaube

RDWB1

Glashaube f übertr. unter der ~ idiom. - под стеклянным колпаком идиом. , в тепличных условиях идиом.

Bauschhaube

Wander

bausch·haube

Bauschhaube Sie hat die Bauschhaube offen. ( Augsburg. ) – Klein, I, 42. Ist betrunken.

dachschaube

DWB

dach·schaube

dachschaube , f. schaube von stroh, aus welchen die strohdächer zusammen gesetzt werden.

dachshaube

DWB

dachs·haube

dachshaube , f. bei den jägern ein an dem einen ende spitzer sack von bindfaden mit einem eisernen ring. wenn der dachs in seinen bau will, …

deckelhaube

DWB

deckel·haube

deckelhaube , f. capillamentum, im 15 ten und 16 ten jahrh. für perrücke. s. haube , haarhaube .

falkenhaube

DWB

falken·haube

falkenhaube , f. velamen oculis falconum objectum: dasz wir von seinen augen die falkenhaube abthaten. J. P. teufelsp. 1, 52.

Fuchswildhaube

Wander

fuchswild·haube

Fuchswildhaube D' Fuchswildhaub'n afhab'n. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten, 77. In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein.

Gatterhaube

Adelung

gatter·haube

Die Gatterhaube , plur. die -n, eine netzförmige Haube von Seide, Gold oder Silber, welche in einigen Gegenden, z. B. zu Salzburg, von dem w…

glückshaube

DWB

glucks·haube

glückshaube , f. , teil der embryonalhaut, der am neugeborenen ( besonders an seinem kopfe ) hängen bleibt, ihn als glückskind kennzeichnet …

goldhaube

DWB

gold·haube

goldhaube , f. , mit echt goldenem oder goldfarbenem zierat ( drahträndern, spitzen, stickerei ) versehene hauben, die in manchen gegenden z…

haarhaube

DWB

haar·haube

haarhaube , f. 1 1) reticulum capillare, vitta crinalis: galericum ein haarhaub. Alberus J 2 b ; hoerhaub. Diefenb. 256 a ; harhûben vitta 6…

nachthaube

DWB

nacht·haube

nachthaube , f. vitta cubicularis Aler 1440 a : ain braite nachthub, cinctio. Diefenb. gloss. 120 a ; die nachthauben. vierte bibelübersetzu…

nebelhaube

DWB

nebel·haube

nebelhaube , f. eine haube von nebel: wie von den bergen bläst die nebelhauben ein frisch lebendiges gewitterschnauben. Lenau (1880) 2, 240 …

pechhaube

DWB

pech·haube

pechhaube , f. oder pechmütze, für einen grindkopf die haare hinweg zu nehmen. Ludwig 1383 ( vgl. harzhaube , pechkappe , pechmütze); mnd. p…

pickelhaube

DWB

pickel·haube

pickelhaube , f. , mhd. seit dem 13. jahrh. beckenhûbe und mit übergang des n in l beckelhûbe ( Lexer 1, 264 und nachtr. 46), mnd. pekelhûve…

purpurhaube

DWB

purpur·haube

purpurhaube , f. : sie hat eine güldene krone mit einer purpurhauben. Sir. 6, 31 .

Rauschhaube

Adelung

rausch·haube

Die Rauschhaube , plur. die -n, bey den Falkenjägern, eine Haube, womit die wilden Falken, wenn sie erst gefangen worden, gehaubet werden.

Schandhaube

DRW

schand·haube

Schandhaube, f. eine auffällige Kopfbedeckung als Strafe für Frauen, die sich lasterhaft verhalten haben vgl. Schandkleid dann daselbs wer g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „haube". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/haube/adelung?formid=H01005
MLA
Cotta, Marcel. „haube". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/haube/adelung?formid=H01005. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „haube". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/haube/adelung?formid=H01005.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
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  urldate      = {2026-05-17},
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