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Haube

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Haube Die

Bd. 2, Sp. 560a
Die Haube, Mz. die — n; Verkleinungsw. das Häubchen, O. D. Häublein und gekürzt Häubel, des — s, d. Mz. w. d. Ez. überhaupt die oberste Bedeckung und der oberste Theil einer Sache. 1) Eine Bekleidung des Hauptes, besonders beim weiblichen Geschlechte, wo sie entweder auf verschiedne Art aus Flor mit Spitzen  gemacht ist, eine Florhaube, Spitzenhaube, Nachthaube oder Schlafhaube, oder auch aus einem Mützendeckel mit einem breiten in Falten gelegten Streife, der am Rande herumlauft und steif in die Höhe gerichtet ist, bestehet. Eine Haube tragen. Eine Haube stecken, d. h. eine Haube von Flor machen und die Spitzen, das Band  daran mit Nadeln befestigen. I engerer Bedeutung, eine Haube, wie sie verheirathete Frauen zu tragen pflegen, oder eine Haube, die vielleicht ehemahls nur die verheiratheten Frauen trugen. Daher die uneigentlichen Redensarten: ein Mädchen unter die Haube bringen, ihm einen Mann geben, es verheirathen. Unter die Haube kommen, heirathen, eine Frau werden. I der Oberpfalz und andern O. D. Gegenden, werden auch die Mützen der Männer Hauben genannt. Daher die Haarhaube, die Perucke; die Pickelhaube, Sturmhaube. S. d. Х Einem auf die Haube greifen, ihm scharf zusetzen. Geh aber du dem Feinde auf die Hauben (Haube). Opiz. Х Einem auf der Haube sein, oder sitzen, so viel als einem auf dem Dache sein, genau auf ihn Acht haben. Einen auf der Haube haben, von ihm beobachtet und verfolgt werden. — so haben wir den Kobold auf der Hauben (Haube). Wieland. I der Bibel werden 2 Mos. 28, 40; 29, 9; 3 Mos. 8, 13 unter Hauben Hauptbinden verstanden. Uneigentlich nennen die Falkner die Kappe, welche sie dem Falken, ihn zahm zu machen, aufsetzen auch Haube; und bei den Jägern heißt der zugespitzte Sack, in welchem sie den Dachs in seinem Baue fangen, die Haube. Auch der zweite Magen der wiederkäuenden Thiere führt bei Einigen diesen Namen, wegen einiger Ähnlichkeit mit einer Mütze; im N. D. die Hülle. Die runde Vertiefung in der Mitte eines Treibherdes wird gleichfalls die Haube oder der Hut genannt. 2) Die Bedeckung oder Bekleiduug des obersten Theiles mancher Dinge. So heißt in der Baukunst ein geschweiftes Kuppeldach, besonders auf Thürmen und Gartenhäusern, dann auch wol ein jedes Kuppeldach eine Haube. Ferner, das Dach einer Holländischen Windmühle. Denselben Namen führt auch das kleine Dach über dem Pferdegöpel in den Bergwerken, das Sparrenwerk desselben gegen die Witterung zu schützen. I den Hüttenwerken nennt man das Gewölbe über dem unter der Erde gebauten Messingofen die Haube. Bei den Köhlern ist die Haube, die Decke des Meilers oder die obere Schicht von kurzem Holze, wodurch derselbe seine Wölbung bekömmt. 3) Der oberste Theil mancher Dinge. So heißt an den Vögeln der obere Theil des Kopfes die Haube, besonders wenn auf demselben die Federn länger sind als gewöhnlich, und in die Höhe stehen. Davon der Haubenadler, die Haubenente, der Haubenfalk, der Haubenfasen, der Haubenheher, das Haubenhuhn, der Haubenkernbeißer, der Haubenkuckuck, der Haubenpapagei, das Haubenperlhuhn, der Haubenreiher, der Haubenspecht, die Haubentaube, eine Spielart des Adlers, der Ente, des Falken, des Fasans  mit einer Haube oder einem Büschel von längern emporstehenden Federn auf dem Kopfe. S. auch die Haubendrossel, der Haubenfink, der Haubenkönig, die Haubenlerche, die Haubenmeise und der Haubentaucher. Bei den Glockengießern führt der oberste gerundete Theil der Glocke auf welchem die Henkel stehen, den Namen Haube. An den Hämmern ist der oberste stärkere Theil, in welchem sich das Auge zum Stiele befindet, die Haube; und an den Messerschalen der unterste Beschlag von Blech.
3655 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Haube

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Haube , plur. die -n, Diminut. das Häubchen, Oberd. Häublein, welches überhaupt eine jede oberste rundliche Bekleidu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Haube

    Goethe-Wörterbuch

    Haube abgekürzt pl ‘H’ 38,486,15 Späne ; im Vers einmal ‘Haub’’ 1 als Kopfschmuck, -putz, meist für Frauen (einmal für e…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Haube

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Haube (franz. Coiffe ), eine leichte, rundliche Kopfbedeckung, nach Maßgabe der Mode und des Standes von sehr verschiede…

  4. modern
    Dialekt
    Haubef.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Haube f. : 1. a. 'Frauenhaube', Bestandteil früherer Frauentracht, Haub (haub), Pl. Hauwe [(1925) verbr., auch Don Gal B…

  5. Sprichwörter
    Haube

    Wander (Sprichwörter)

    Haube 1. Drei Hauben an Einem Kohlenbecken drehn sich und drehn sich, um sich zu necken. Um einander zu ärgern. 2. Nein,…

  6. Spezial
    Haubef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Haube , f надставка , ж

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit haube

137 Bildungen · 98 Erstglied · 39 Zweitglied · 0 Ableitungen

haube‑ als Erstglied (30 von 98)

Haubêêre

Adelung

haube·ere

Die Haubêêre , plur. die -n. 1) In einigen Gegenden ein Nahme der Schlingbeeren oder Mehlbeeren, daher der Strauch, welcher sie trägt, auch …

Haubelmeise

Adelung

Haubelmeise , S. Adelung Haubenlerche , Adelung Haubenmeise .

haubeln

DWB

haubeln , häubeln , verb. mit einem häublein versehen. 1 1) vorzüglich vom falken und sperber ( nach haube 4) gebraucht: falken haubelen, fa…

haubenalk

DWB

hauben·alk

haubenalk , f. alca cristatella, der gehäubelte papageientaucher.

Haubenbändel

PfWB

hauben·baendel

Hauben-bändel m. : 'Band an der Haube 1 a', Hauwebännel [vereinzelt]. Südhess. III 160 ; Rhein. III 308 Haubenband. —

haubenband

DWB

hauben·band

haubenband , n. 1 1) band an der haube: ein herrliches rothes haubenband. J. Paul Titan 1, 90 . 2 2) in Schleswig und Holstein bezeichnet es…

haubenbendel

DWB

hauben·bendel

haubenbendel , m. binde die um den kopf zur haube gefaltet wird: vitta haubenbendel vel binnhaub erlicher weiber. Alberus J 2 b ; taeniae ha…

Haubenbodem

RhWB

hauben·bodem

Hauben-bodem (s. S.) Verbr. wie Haube 1 m.: der die obere Kopfhälfte bedeckende Teil der Haube 1.

haubendraht

DWB

hauben·draht

haubendraht , m. drahtgestell zu einer haube. Amaranthes frauenz.-lex. (1773) 1, 1304 .

haubeneisen

DWB

hauben·eisen

haubeneisen , n. beim messerschmid ein rundliches eisen, worauf aus silber- oder messingblech der unterste beschlag oder die haube eines mes…

Haubenfink

Campe

hauben·fink

Der Haubenfink , des — en, Mz. die — en , eine Art rother Finken in Idien mit einer Haube oder einem Federbüschel auf dem Kopfe (Coccothraus…

Haubenflor

Campe

hauben·flor

Der Haubenflor , des — es, Mz. die — e , Flor zu Hauben brauchbar oder bestimmt.

haube als Zweitglied (30 von 39)

Glashaube

RDWB1

Glashaube f übertr. unter der ~ idiom. - под стеклянным колпаком идиом. , в тепличных условиях идиом.

Bauschhaube

Wander

bausch·haube

Bauschhaube Sie hat die Bauschhaube offen. ( Augsburg. ) – Klein, I, 42. Ist betrunken.

dachschaube

DWB

dach·schaube

dachschaube , f. schaube von stroh, aus welchen die strohdächer zusammen gesetzt werden.

dachshaube

DWB

dachs·haube

dachshaube , f. bei den jägern ein an dem einen ende spitzer sack von bindfaden mit einem eisernen ring. wenn der dachs in seinen bau will, …

deckelhaube

DWB

deckel·haube

deckelhaube , f. capillamentum, im 15 ten und 16 ten jahrh. für perrücke. s. haube , haarhaube .

falkenhaube

DWB

falken·haube

falkenhaube , f. velamen oculis falconum objectum: dasz wir von seinen augen die falkenhaube abthaten. J. P. teufelsp. 1, 52.

Fuchswildhaube

Wander

fuchswild·haube

Fuchswildhaube D' Fuchswildhaub'n afhab'n. ( Oberösterreich. ) – Baumgarten, 77. In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein.

Gatterhaube

Adelung

gatter·haube

Die Gatterhaube , plur. die -n, eine netzförmige Haube von Seide, Gold oder Silber, welche in einigen Gegenden, z. B. zu Salzburg, von dem w…

glückshaube

DWB

glucks·haube

glückshaube , f. , teil der embryonalhaut, der am neugeborenen ( besonders an seinem kopfe ) hängen bleibt, ihn als glückskind kennzeichnet …

goldhaube

DWB

gold·haube

goldhaube , f. , mit echt goldenem oder goldfarbenem zierat ( drahträndern, spitzen, stickerei ) versehene hauben, die in manchen gegenden z…

haarhaube

DWB

haar·haube

haarhaube , f. 1 1) reticulum capillare, vitta crinalis: galericum ein haarhaub. Alberus J 2 b ; hoerhaub. Diefenb. 256 a ; harhûben vitta 6…

nachthaube

DWB

nacht·haube

nachthaube , f. vitta cubicularis Aler 1440 a : ain braite nachthub, cinctio. Diefenb. gloss. 120 a ; die nachthauben. vierte bibelübersetzu…

nebelhaube

DWB

nebel·haube

nebelhaube , f. eine haube von nebel: wie von den bergen bläst die nebelhauben ein frisch lebendiges gewitterschnauben. Lenau (1880) 2, 240 …

pechhaube

DWB

pech·haube

pechhaube , f. oder pechmütze, für einen grindkopf die haare hinweg zu nehmen. Ludwig 1383 ( vgl. harzhaube , pechkappe , pechmütze); mnd. p…

pickelhaube

DWB

pickel·haube

pickelhaube , f. , mhd. seit dem 13. jahrh. beckenhûbe und mit übergang des n in l beckelhûbe ( Lexer 1, 264 und nachtr. 46), mnd. pekelhûve…

purpurhaube

DWB

purpur·haube

purpurhaube , f. : sie hat eine güldene krone mit einer purpurhauben. Sir. 6, 31 .

Rauschhaube

Adelung

rausch·haube

Die Rauschhaube , plur. die -n, bey den Falkenjägern, eine Haube, womit die wilden Falken, wenn sie erst gefangen worden, gehaubet werden.

Schandhaube

DRW

schand·haube

Schandhaube, f. eine auffällige Kopfbedeckung als Strafe für Frauen, die sich lasterhaft verhalten haben vgl. Schandkleid dann daselbs wer g…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „haube". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/haube/campe?formid=H01930
MLA
Cotta, Marcel. „haube". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/haube/campe?formid=H01930. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „haube". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/haube/campe?formid=H01930.
BibTeX
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