Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
gewant stn.
1. kleidung, kleid. den besten zobel den man vant, daʒ was der maget gewant a. Heinr. 1026. daʒ gewant ob den enkelen erwant Lanz. 5859. daʒ oberste gewant das oberkleid krone 288. a Sch. lînîn gewant Parz. 588,12. fuhsîn, wiltwerkîn gewant Kolocz. 174. 175. vîretaglich gewant MS. H. 3,228. b. ir gewant ist seltsiene Roth. 254. rîch gewant Iw. 137. niweʒ gewant Nib. 359,2. swen si kleident mit ir reinem muote, guot und edel daʒ gewant ist MS. H. 2,318. b. — swie unhovebære gewandes halp was die kleidung betraf er wære Trist. 4028. — wie sîn ding alleʒ was getân an lîbe und an gewande das. 3815. mit wîbe joch mit gewande fuor er Genes. fundgr. 30,5. vaʒʒete sie mit gewande Roth. 1184. tuot iuch ûʒ dem gewande Mai 199. 11. — gût gewant haben Roth. 31. vgl. Nib. 63,2. 345,4. heten hêrîn gewant an Diemer 143,3. der het an im alsolch gewant Parz. 225,9. gewant tragen das. 776,11. Roth. 202. leite nider sîn gewant leseb. 300,4. zarte abe sîn gewant Iw. 124. ouch zôch im mêr gewandes abe manec wol geborner knabe Parz. 243,17. wer sol mir bieten zum anziehen reichen mîn gewant das. 245,24. daʒ gewant daʒ me machet Windb. ps. 572. die helde in hieʒen soumen beide wâfen und gewant Nib. 68,4. den fremden unde den kunden gap er ros unde gewant das. 28,4. swelhem edeln man er gît gewant, des wîp wirt ouch bekleit MS. 2,2. b. vgl. Grimm über schenken und geben s. 128. — plural. er vaʒʒote sîne olbenten mit sînen guanten (bezieht sich nicht bloß auf die fertigen kleider) Genes. fundgr. 45, 24
2. rüstung. dô spranc si nâch dem wurfe, daʒ lûte erklang ir gewant Nib. 435,4. vgl. 67,1. 85,3. 422, 2. 423,3. dô nam der herre Dietrich selbe sîn gewant: im half, daʒ er sich wâfent, der alte Hildebrant das. 2261,1. er fuorte ein stehelîn gewant troj. s. 160. d. hete an sich getân von stahelringen ein gewant das. s. 26. b. ein îsenîn gewant füeren Nith. 13,4.
3. allgemeiner was zum anzuge oder zur bewaffnung gehört. daʒ vingerl und der stap und ander vil bezeichenlich gewant, dâ von si bischof sint genant tod. gehüg. 63. daʒ swert ist ein rîterlich gewant, eʒ zimt wol in iuwer hant pf. K. 198,7.
4. zeug. si (die kaufleute) fuorten misselich guant Genes. fundgr. 54,32. gewant unverschrôten En. 12988. ich (sagt ein kaufmann) hân gewant, daz al der Franzoyser lant niht mac erziugen beʒʒer wât W. Wh. 137,27. Hymberger (var. Lintberger), Arras und alleʒ dünneʒ gewant Münch. str. a. 324. Ginthisch gewant und Ypirsch und Broslisch gewant Freiberg. str. 279. gewant snîden und veile haben das. 279. H. zeitschr. 6,427. der daʒ guote gewant zuo hadern machet Bert. 294.