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Esel

ahd. bis spez. · 26 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Esel

Bd. 6, Sp. 104
Esel (Asinus Gray), Gruppe der Gattung Pferd (Equus), von den eigentlichen Pferden durch den nur an der Spitze mit langen Haaren besetzten Schwanz, die nur an den Vorderfüßen vorhandenen Kastanien, die kurze, aufrechte Mähne und die längern Ohren unterschieden. Der Halbesel (Dschiggetai, Kiang, Kulan, Equus [A.] hemionus Gray) ist 2 m lang, mit 40 cm langem Schwanz, 1,3–1,5 m hoch, zierlich gebaut, mit nicht sehr langen, aufrechten Ohren, etwas schwerem Kopf und kleinen Hufen. Das im Winter zottige Haar ist isabellfarben, an der Schnauze, der innern Seite der Hinterbeine und der hintern Seite der Vorderbeine weißlich; von der kurzen und weichhaarigen, dunkeln Mähne zieht sich ein braunschwarzer Streifen über den Rücken und den bis zur Mitte kahlen Schwanz. Er lebt truppweise in ganz Mittelasien, bevorzugt die Umgebung der Seen und Flüsse, schweift im Winter in großen Herden weit umher und sucht futterreiche Gegenden, um im Frühjahr auf die Sommerstände zurückzukehren. Er weidet auf den Hochgebirgen Nordtibets und auf den Wiesen am Kukunor. Jedem Trupp von 3–20 und mehr Tieren steht ein Hengst vor, der um seine Herrschaft mit andern Hengsten mutig kämpft. Der Halbesel wird des Fleisches und Felles halber gejagt, und sein Schwanz gilt als heilkräftig. Seine Zähmung ist den Mongolen nicht gelungen; aber in unsern Tiergärten hat man den Dschiggetai mit dem Esel, Quagga, Zebra und Pferd gekreuzt, und in Tibet benutzt man ihn zur Zucht von Maultieren, die fruchtbar sein sollen. Der wilde E. (Onager, Gorkur, E. [A.] Onager Briss.) ist etwas kleiner als der vorige, höher und seiner gebaut als der zahme E., grau silberglänzend, an der Seite des Halses, Rumpfes und der Hüften isabellfarben, mit weißen Streifen auf dem Rücken und an der Hinterseite der Keulen und braunen Riemen. Er findet sich von Syrien über Arabien und Persien bis Indien. In seiner Lebensweise erinnert er an den vorigen. Von seiner großen Schnelligkeit spricht schon Xenophon, der ihn in der Nähe des Euphrats traf. Nach Strabon und Plinius lebte er auch in Kleinasien. Kirgisen, Perser, Araber jagen ihn seines Fleisches halber, und die Römer schätzten die Füllen (lalisiones) als Leckerbissen. Das Fell verarbeitet man auf Chagrin und andres Leder. Die Perser fangen die wilden E. lebendig in Wolfsgruben und verkaufen sie in die Stutereien, wo man sie zähmt und die prächtigen E. zieht, die man in Persien, Arabien und Ägypten reitet und tener bezahlt. Die Stammform unsers Esels lebt in zwei Unterarten in Afrika. Der Steppenesel (E. [A.] africanus, A. taeniopus Heugl., s. Tafel »Einhufer«, Fig. 2) ist groß, schlank, hübsch gebaut, doch mehr als die vorigen vom Habitus des gezähmten Esels, aschgrau oder isabellfarben, an der Unterseite heller, mit deutlichem Schulterkreuz und einigen mehr oder weniger bemerkbaren Querstreifen an der Außenseite des Hinterfußes. Die Mähne ist ziemlich schwach und kurz, die Quaste am Schwanz aber stark und lang. Das Tier findet sich wahrscheinlich in allen Steppenländern östlich vom Nil, häufig um die Atbara und in den Barka-Ebenen, bis an die Küsten des Roten Meeres. Jeder Hengst führt eine Herde von 10–15 Stuten; er ist ausnehmend scheu und vorsichtig; in der Jugend eingefangen, soll er sich leicht zähmen lassen. Der Somalesel (E. [A] somalicus) des Somallandes ist größer als der vorige und hat eine längere, hängende Mähne. Er ist grau mit undeutlichem Rückenstreifen, ohne Schulterkreuz, aber mit zahlreichen deutlichen schwarzen Querbinden an den Beinen. Der zahme E. (A. domesticus L.) stammt von einem der genannten Wildesel; von alters her hat man den Steppenesel und den Onager gezähmt und zur Veredelung der Eselzucht benutzt. Dies geschieht noch jetzt in Persien und Arabien, während der E. bei uns durch Vernachlässigung sehr herabgekommen ist. Er ist in Persien und Ägypten ein schönes, lebendiges, fleißiges, ausdauerndes Geschöpf und wird als Haustier sehr vielseitig ausgenutzt. Man hält eine große Nasse, wohl aus der Kreuzung mit dem Onager hervorgegangen, als Reittier, die teurer bezahlt wird als das Pferd, und eine kleinere zum Lasttragen. Auch im Sudân ist der E. noch Haustier, und in Südamerika kommt er verwildert vor wie ehemals auch auf Sardinien und einigen griechischen Inseln. Er liebt Trockenheit und erträgt Feuchtigkeit und Kälte weniger gut als das Pferd. Sein Schritt ist sehr sicher, er wird als Last- und Zugtier, auch wohl als Reittier gebraucht. Der E. bevorzugt trockne und salzige Kräuter, Hafer und Klee, ist aber sehr genügsam und verschmäht selbst Disteln nicht. Er säuft nur ganz reines Wasser. Seine Sinne sind hoch entwickelt, besonders das Gehör, er ist listig, gutmütig, oft aber auch tückisch und störrig. Gegen Prügel ist er wenig empfindlich. Eine Anhänglichkeit an seinen Wärter wie das Pferd zeigt er niemals. Die Stimme ist ein langgedehntes Y-a, das vorzüglich durch zwei eigne kleine Höhlungen am Luftröhrenkopf bewirkt wird. Krank wird er nicht leicht, er kann über 50 Jahre alt werden. Die Roßzeit fällt bei uns in die letzten Frühlings- und ersten Sommermonate, und nach 290 Tagen wirft die Eselin ein Junges, das nach 5–6 Monaten entwöhnt werden kann. Das Fleisch des Esels wird in südlichen Gegenden gegessen. Die Haut gibt zähes Leder, das für Trommeln geschätzt wird; auch wird Pergament daraus verfertigt. Über die Milch des Esels s. Milch. Durch Kreuzung des Esels mit Pferden entstehen das Maultier und der Maulesel (s. d.). Vgl. Zürn, Der E. und seine Bastarde (Stuttg. 1900); Schlieben, Der E. und der Mensch (kulturgeschichtlich, Wiesbad. 1894).
5579 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    esel

    Althochdeutsches Wörterbuch

    esel , esel- s. esil, esil-.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ESELstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    ESEL ( goth. asilus , ahd. esil Graff 1,486 ) stm. esel. ûf sînen esel er dô saʒ Mos. 73,2. onager wilder esel sumerl. 3…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    2ēsel

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    2 ēsel eselgraues Zeug, 3 ēlen ēsels (lākens).

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Êsel

    Adelung (1793–1801) · +10 Parallelbelege

    1. Der Êsel , des -s, plur. ut nom. sing. der Nahme eines ungeflügelten Insectes, S. Adelung Assel .

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Esel

    Goethe-Wörterbuch

    Esel 1 das Haustier a als Last- od Reittier, bes in südl Ländern; gelegentl in Bildbeschreibung In Neapel tragen geschäf…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Esel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Esel (Equus Asinus) , bekanntes Hausthier aus der Gattung der Pferde, unterscheidet sich vom eigentlichen Pferde durch d…

  7. modern
    Dialekt
    Esel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Esel [Ésl Steinbr. Su. ; Êsl Bf. ; Èsl Molsh. Rotb. Str. K. Z. Ndrbetschd. ] m. 1. Esel ( selten Bezeichnung des Dummen,…

  8. Sprichwörter
    Esel

    Wander (Sprichwörter)

    Esel 1. Als dem Esel zu wohl war, fiel er und brach ein Bein. 2. Als der Esel auss Hunger seinem Treiber Stro auss den S…

  9. Spezial
    Esel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Esel m. (-s,-) 1 ‹zool› müsc m. 2 ‹fig› (Dummkopf) müsc m. , musciat (-ac) m. , tec m. , capüc m. ✒ den Esel führt man n…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit esel

626 Bildungen · 489 Erstglied · 134 Zweitglied · 3 Ableitungen

esel‑ als Erstglied (30 von 489)

Esel(s)chürbs

Idiotikon

Esel(s)chürbs Band 3, Spalte 456 Esel(s)chürbs 3,456

Esel(s)drëck

Idiotikon

Esel(s)drëck Band 14, Spalte 745 Esel(s)drëck 14,745

Esel(s)ei

Idiotikon

Esel(s)ei Band 1, Spalte 15 Esel(s)ei 1,15

Esel(s)hueb

Idiotikon

Esel(s)hueb Band 2, Spalte 956 Esel(s)hueb 2,956

Esel(s)milch

Idiotikon

Esel(s)milch Band 4, Spalte 201 Esel(s)milch 4,201

Esel(s)plätzli

Idiotikon

Esel(s)plätzli N. Band 5, Spalte 259 Esel(s)plätzli N. 5,259

Esel(s)ruggeⁿ

Idiotikon

Esel(s)ruggeⁿ N. Band 6, Spalte 791 Esel(s)ruggeⁿ N. 6,791

Esel(s)seich

Idiotikon

Esel(s)seich Band 7, Spalte 139 Esel(s)seich 7,139

Esel(s)staub

Idiotikon

Esel(s)staub Band 10, Spalte 1070 Esel(s)staub 10,1070

Esel(s)stil

Idiotikon

Esel(s)stil Band 11, Spalte 232 Esel(s)stil 11,232

Esel(s)sīteⁿ

Idiotikon

Esel(s)sīteⁿ Band 7, Spalte 1454 Esel(s)sīteⁿ 7,1454

Esel(s)tritt

Idiotikon

Esel(s)tritt Band 14, Spalte 1520 Esel(s)tritt 14,1520

Esel(s)trȫster

Idiotikon

Esel(s)trȫster Band 14, Spalte 1437 Esel(s)trȫster 14,1437

Esel(s)tutten

Idiotikon

Esel(s)tutten Band 13, Spalte 2090 Esel(s)tutten 13,2090

Eselacker

SHW

Esel-acker Band 2, Spalte 275-276

Eselstall

SHW

Esel-stall Band 2, Spalte 281-282

eselære

Lexer

esel·aere

eselære stm. ib. eseltreiber Kchr. (1523. 1734. 36. 52).

eselat

DWB

eselat , f. quantum portatur ab asino, eseltracht: zwo eselat mit kriesen ( kirschen ). weisth. 1, 423.

eselbære

Lexer

esel·baere

esel-bære adj. eselhaft. von eselbæren herren sol man eselmære sagen Msh. 3,8 b .

eselbar

DWB

esel·bar

eselbar , stultus, eselhaft, mhd. eselbære: von eselbæren hërren sol man eselmære sagen. MSH. 3, 8 b .

ēselbartus

MNWB

ēselbartus Schimpf (wohl Weiterbildung zu * ēselbâr, vgl. mhd. ēselbœre, eselhaft gebildet) . —

esel als Zweitglied (30 von 134)

pesel

KöblerGerm

*pesel , Sb. nhd. Pesel, Wohnraum ne. heatable room (N.); RB.: ae., as., ahd. I.: Lw. lat. pēnsilis E.: s. lat. pēnsilis, Sb., Gemach, Pesel…

sēmesel

KöblerMnd

*sēmesel , N. nhd. Gesims Vw.: s. ge- Hw.: s. sēmese E.: s. sēmese

besel

BWB

-besel Band 2, Spalte 2,309

Drahtesel

RDWB1

Drahtesel scherzh. велик разг.

Schnösel

RDWB1

Schnösel m пижон, умник презр. , задавака разг. , грамотей презр.

Strickliesel

RDWB1

Strickliesel f куколка (вспомогательное приспособление) для вязания шнура

Wiesel

RDWB1

Wiesel n flink wie ein Wiesel idiom. - проворный, как белка идиом. ; быстрый; юркий; юла перен.

Achat-Kiesel

Adelung

achat·kiesel

Der Achat-Kiesel , des -s, plur. ut nom. sing. bey einigen Neuern ein Nahme eines bräunlichen Achates, mit gelblichen, braunen, schwärzliche…

Altjāresel

Idiotikon

Altjāresel Band 1, Spalte 515 Altjāresel 1,515 u.

Amethyst-Kiesel

Adelung

amethyst·kiesel

Der Amethyst-Kiesel , des -s, plur. ut nom. sing. Amethyst in Gestalt abgerundeter Kiesel, dergleichen man im Sande und in den Flüssen finde…

Amtsesel

DRW

amts·esel

Amtsesel Esel für den Amtsdienst vgl. Esel (I) desse esele sint des koninges ammetesele Anf. 15. Jh. Schiller-Lübben I 70 Faksimile

B(e)schnīdesel

Idiotikon

B(e)schnīdesel Band 1, Spalte 518 B(e)schnīdesel 1,518 u.

Badeesel

Wander

bade·esel

Badeesel Wie ein Badeesel. – Henisch, 940, 50. D.i. »einer, der wenig Nutzen von seiner arbeit hat.«

Baschgesel

Idiotikon

Baschgesel Band 1, Spalte 521 Baschgesel 1,521

bieresel

DWB

bier·esel

bieresel , m. ein unruhiger hausgeist, der nachts alles zerschlagen soll, wenn ihm nicht ein krug bier hingestellt wird. s. auch bierholer .

Brummkriesel

Wander

Brummkriesel Er ist wie ein Brummkriesel. – Frischbier, I, 479.

Brügiesel

Idiotikon

Brügiesel Band 1, Spalte 521 Brügiesel 1,521

bûkēsel

MNWB

buk·esel

* bûkēsel , m. , Hohnbezeichnung für den wollüstigen Geistlichen (in der protestantischen Reformationsliteratur).

Chinde(n)esel

Idiotikon

Chinde(n)esel Band 1, Spalte 519 Chinde(n)esel 1,519

Chlausesel

Idiotikon

Chlausesel Band 1, Spalte 515 Chlausesel 1,515 u.

Ableitungen von esel (3 von 3)

esele

DWB

esele , n. asellus, schweizerisch. Maaler 121 a . nnl. ezeltje.

unesele

BMZ

unesele swv. ich mache einem esel ungleich. ein mære von einem esel, der sich in eines lewen hiute uneselt Renner s. 99. b.

uneselen

Lexer

un-eselen swv. BMZ einem esel ungleich machen, refl. Renn. 7523.

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APA
Cotta, M. (2026). „esel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/esel/meyers?formid=E04538
MLA
Cotta, Marcel. „esel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/esel/meyers?formid=E04538. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „esel". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/esel/meyers?formid=E04538.
BibTeX
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