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doch

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MWB
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Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)

doch

Bd. MWB 1 1334, Sp. 8
doch Konj., Adv., Partikel 1 Konj. (meist satzeinleitend)
1.1 konzessiv ‘obwohl, obgleich, wiewohl’ (zunächst mit Konjunktiv, später auch mit Indikativ; seit dem späten 13. Jh. durch swie ersetzt, vgl. 2 5 Mhd. Gr. § S 175.1)
1.2 adversativ bzw. restriktiv ‘aber’
1.2.1 als Gegensatz zum zuvor Gesagtem
1.2.2 als Einschränkung gegenüber zuvor Gesagtem
2 Adv. (meist satzeinleitend, nicht immer von der adversativen oder restriktiven Konj. zu unterscheiden)
2.1 konzessiv ‘dennoch, trotzdem’
2.2 adversativ bzw. restriktiv
2.2.1 als Gegensatz gegenüber zuvor Gesagtem ‘hingegen, jedoch’
2.2.2 als Einschränkung gegenüber zuvor Gesagtem ‘allerdings, nur, wenigstens’
3 Partikel ‘doch’
3.1 Abtönungspartikel (vgl. Hentschel, Partikeln, S. 110-115; Eroms, Abtönungspartikeln, S. 118f.)
3.1.1 in Aussagesätzen
3.1.1.1 zur Unterstreichung einer unbestreitbaren Tatsache
3.1.1.2 mit Widerspruch auf Vorangegangenes
3.1.2 in Aufforderungssätzen
3.1.3 in Fragesätzen
3.1.4 zur Verstärkung
3.2 Antwortpartikel
   1 Konj. (meist satzeinleitend)    1.1 konzessiv ‘obwohl, obgleich, wiewohl’ (zunächst mit Konjunktiv, später auch mit Indikativ; seit dem späten 13. Jh. durch swie ersetzt, vgl. 2 5Mhd. Gr. § S 175.1): toh ir chomint alle von einiman / ir bint iedoch geskeiden / mit manicvalten listen MemMori 57; doh er [Laa. swie er doch, doch wie er ] wære ain kindelîn, / si muosen alle under im sîn Kchr 7626; doch er guot ellen trüege, / Êrec in von dem rosse schiet Er 821; doch iz dir, hêrre, wêre leit: / er seite dir dî wârheit JJud 1275; Will 37,3; Parz 462,11. – mit Indik.: doh si mih in gelêrt hât, / si newaiz selbe wiez umbe in stât Kchr 2463; wir wâren gar al ein, / doch ez an drîen stücken schein Parz 752,10; doch jener die besten würfe warf / [...], / dô half disen daz ern nie / ûz den slegen komen lie Er 942; MF:Hartm 3:6,3; MüOsw 29. – zur Anknüpfung von Satzteilen: Ithêrn von Gaheviez / er jæmerlîche ligen liez. / der was doch tôt sô minneclîch Parz 159,7; volleclich stimme, doch niht hart, / sol man han von guter art Physiogn 251; den du [Maria] maget doch [obgleich du Jungfrau warst] gebære SM:EvS 1: 14,5    1.2 adversativ bzw. restriktiv ‘aber’    1.2.1 als Gegensatz zum zuvor Gesagtem: der werde künec milte / muose ab dem vurte entwîchen, / doch unlasterlîchen Wh 436,26    1.2.2 als Einschränkung gegenüber zuvor Gesagtem: dizce wort [ scandalum ] stet [...] in ubeler bezeichenunge. doh so me iz rehtiste unde eiginlichiste gediuten mach. so chiut iz wirserunge PsWindb 105,36 Randgl.; ir tiuvel, iu werdent dise kristenliute niht gar. ir engele, sie werdent ouch iu niht gar, doch diu kleinen kint PrBerth 2:169,35; wir setzen, das diejenigen mezlere [...] das flaisch [...] verkauffen, die vor alter darzu verordnet sein; doch das dieselbigen von den frembden kain flaisch kauffen WüP 6g,2    2 Adv. (meist satzeinleitend, nicht immer von der adversativen oder restriktiven Konj. zu unterscheiden)    2.1 konzessiv ‘dennoch, trotzdem’ swer was ze Bêârosche komn, / doch hete Gâwân dâ genomn / den prîs Parz 398,2; der eine was ime uon chunne lieb; / doch nelie daz der heideniske man nieht, / erne rafstin mit slegin suâre Exod 280; der sol von der stat varn vnd niemer wider in komen [...]. doch sol er ein wuchen han ze beratenne sih UrkCorp (WMU) 26AB,16; sît ich dich niht erwenden mac, / sô tuo doch ein dinc, des ich ger Walth 101,15; michels minner ich daz [Gott loben] chan. / darumb wil ich doch nicht lân MvHeilFr 3; NibB 638,3; Iw 1703. – in Verbindung mit unde: [sie] heten in vil schier erslagen, / und doch unglîch einem zagen Iw 6788; si wârn ein ander unbekant, / unt beslôz se doch ein porte Parz 637,21; die beide von windischer art sin here komen vnd doch nine Winede sin UrkCorp (WMU) 51,12. 3260,9; Walth 14,7    2.2 adversativ bzw. restriktiv    2.2.1 als Gegensatz gegenüber zuvor Gesagtem ‘hingegen, jedoch’ Turnûs was des slages gemeit, / doch was ez Ênêase leit En 12426; dô lac frou Jeschûte / al weinde bî ir trûte, / vor liebe, unt doch vor leide niht, / als guotem wîbe noch geschiht Parz 272,9; ich pin doch wol sô wîse ebd. 612,4; von ir der kumber mîn ist niuwe, / doch dunket mich, der selbe pîn / hab wol tûsent jâr gewert SM:Ro 6: 1,5    2.2.2 als Einschränkung gegenüber zuvor Gesagtem ‘allerdings, nur, wenigstens’ die pfaffen striten sêre, / doch wart der leien mêre Walth 9,29; der selb vnser rat sol och von sin selbes hvs, da er selb wil, ze herberg inne sein, daz doch vngelthaft sol sein UrkCorp (WMU) 1975AB,33; habe guͦt geleite! / doh solt du niht uon hinne chomen, / e du min urlop hast genomen OsterSpM 3,39; nû ist zît dc dû chomest, ube dû wellest in dîner iugende odir doch in dîneme altere TrudHL 136,20; MF:Hartm 17:2,3; Wernh 4116    3 Partikel ‘doch’    3.1 Abtönungspartikel (vgl. Hentschel, Partikeln, S. 110-115; Eroms, Abtönungspartikeln, S. 118f.)    3.1.1 in Aussagesätzen    3.1.1.1 zur Unterstreichung einer unbestreitbaren Tatsache: wolt ir wider Elenam, / durch die doch dise vehe quam Herb 15298; wes wende ich sîn gebot, / der doch ist der hœhste got? Parz 119,14; ez sint doch allez meistec kint, / die mit dem künec dâ komen sint ebd. 356,3. 749,19; Tristan, ich hôrte dich doch ê / britûnsch singen und gâlois Tr 3690; nû wâren doch alle tugende volkomenlîche in unser vrouwen Eckh 5: 407,1; Roth 1993; Iw 6932    3.1.1.2 mit Widerspruch auf Vorangegangenes: warvmbe stellet ir dise not? / ez ist doch niet wen ein tot Herb 9822; wer gab ez [Tristans Schwert] disem spilman? / der ist doch Tantris genant Tr 10099. 4143; ôwê, liebe schoene vrowe mîn, / nû bin ich doch dîn, / mahtu troesten mich vil senenden man! MF:Mor 12: 2,7; alle die von dißem land sint doch myn man Lanc 54,33. 64,16; Iw 2258; KLD:BvH 6:4,11; Eckh 5:279,14    3.1.2 in Aufforderungssätzen: ‘waz mære hâstû vernomen?’ / ‘guotiu mære.’ ‘sage doch, wie?’ Iw 2207. 5491; nv tut ez doch gote zv eren Herb 12634. 7276; dâ merkent doch ein wunder an MF:Reinm 20: 1,5; so hab doch gervnge nach der girde als der wissage PrBerthKl 7,56. 7,18; KLD:GvN 28:3,8; Konr 16,70; Tr 4028    3.1.3 in Fragesätzen: ein jude [...] sæit im, daz ez [sein angeblich verstorbenes Kind] lebte noch. / ‘wer got’, sprach er: ‘tut ez doch?’ Jüdel 346    3.1.4 zur Verstärkung: – von konzessiven Nebensätzen (in Verbindung mit swie): ich lob ir lîp, / swie ich sî doch nie niht gebæte Walth 111,16; swie manhaft er doch wære / [...] im ein krankez wîp / verkêrte sinne unde lîp Iw 3251; swie doch die táglichen svnden niht mvgen ze totsvnden werden, so ziehent si doch ze totlichen svnden PrBerthKl 2,58. 3,50; vnd swie doch ich ez an meiner chinde vnd erben hant wol mohte getvͦn UrkCorp (WMU) 3401,42; RvEGer 1454; Eckh 5:208,2. – von Konditionalsätzen: wê der klage / unde owê. / hete ich doch noch wân als ê, / sô möht ich / fröiwen mich KLD:UvL 21: 2,8. – von Wunschsätzen: wan het ich doch mîn swert! Parz 407,25    3.2 Antwortpartikel: der seite im aller hande, / [...] / waz engeslîcher swære / dem lande erstanden wære. / ‘doch’ sprach er ‘sît daz ir enzît / ze trôste uns allen komen sît / [...], / sô sol sîn alles werden rât’ Tr 1601

MWB 1 1334,8; Bearbeiter: Schnell

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    doch

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    doch Gl 2,726,76 = Wa 111,17 s. toph.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DOCHpronominaladv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    DOCH ( aus dô-uh? Gr. 3,176. Graff 5, 68 ) pronominaladv. I. demonstr. doch, dennoch. 1. in einem hauptsatze, welcher si…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dochAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    doch , Adv. nhd. doch, jedoch, dennoch, in jedem Fall, sowieso, bekanntlich, ja Vw.: s. io-, wō- Hw.: vgl. mhd. doch, mn…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Doch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Doch , eine Partikel, welche eigentlich für den Nachsatz gehöret, und überhaupt betrachtet, eine Bejahung andeutet, obgl…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    doch

    Goethe-Wörterbuch

    doch 1 Adverb bzw Konjunktion adversativen Inhalts; öfter nach konzess Vordersatz (korrelierend mit ‘zwar, wohl, ob/wenn…

  6. modern
    Dialekt
    doch

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    doch Band 3, Spalte 3,1807f.

  7. Sprichwörter
    Doch

    Wander (Sprichwörter)

    Doch Aber doch! – Agricola I, 349; Latendorf, 117; Schottel, 1139 a ; Eyering, I, 1. Um auszudrücken, dass man unter Ums…

  8. Spezial
    doch

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    doch [dǫch] m. (docs) (fujina dles barches) Dock n.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit doch

66 Bildungen · 48 Erstglied · 17 Zweitglied · 1 Ableitungen

doch‑ als Erstglied (30 von 48)

docheln

SHW

doch-eln Band 1, Spalte 1549-1550

Dochan

Meyers

Dochan , s. Pennisetum .

Dochart

Meyers

doch·art

Dochart ( Loch D.), kleiner See in Perthshire (Schottland), am Nordfuß des Ben More, in malerischer Umgebung, umschließt eine Insel mit Schl…

dôche(n)

MNWB

1 doch , dôch , doche(n) , dôche(n) , adv. , conj. , doch, jedoch; dennoch, gleichwohl, trotzdem; in jedem Fall; sowieso, bekanntlich, ja, d…

Doches

PfWB

Doches 'Gesäß' s. Dokes .

dochium

MLW

* dochium , -i n. ( δοχεῖον ) xenodochium — Spital : Epitaph. Lun. 7 ( MGPoet. IV p. 1006) fundavit -um dochium . Pörnbacher

dochlen

ElsWB

doch·len

dochle n [tòχlə Roppenzw. Wittenh. ] poltern, mit den Holzschuhen Lärm machen. Dë r dochlet wi e der mit de n Schue hen ! Wittenh. Vgl. boch…

dochma

MLW

dochma v. dogma . Pörnbacher

Dochmĭus

Meyers

Dochmĭus (griech.), Versfuß, der in der Grundform aus einem Jambus und einem Kretikus ( @24@float ) besteht, aber durch Verlängerung der Kür…

Dochnahl

Meyers

Dochnahl , Friedrich Jakob , Pomolog, geb. 4. März 1820 in Neustadt a. d. Hardt, erlernte die Gärtnerei und lebte seit 1849 in Wachendorf un…

Dochow

Meyers

Dochow , Adolf , Kriminalist, geb. 24. Sept. 1844 in Templin, gest. 20. Dez. 1881 in Halle, habilitierte sich 1871 in Heidelberg und wurde 1…

Dochow, Adolf

DWBQVZ

Dochow, Adolf *1844 Templin †1881 Halle.

Dochpreussen

MeckWB

doch·preussen

Dochpreussen m. Pl. die Bewohner der Prignitz, weil sie anstatt 'nicht wahr' immer doch sagen Lu Grab .

Dochtgarn

SHW

Docht-garn Band 1, Spalte 1551-1552

Dochtbank

Adelung

docht·bank

Die Dochtbank , plur. die -bänke, bey den Lichtziehern, eine Bank, auf welcher die Dochte zu den Lichtern verfertiget werden.

dochte

MNWB

dochte s. denken, dȫgen, dörven.

dochtererven

KöblerMnd

dochter·erven

dochtererven , N. nhd. Erbtochter E.: s. dochter, erven (1), ervent L.: MndHwb 1, 436 (dochter)

doch als Zweitglied (17 von 17)

dēdoch

KöblerAfries

*dēdoch , Adj. Vw.: s. *dēdich

bandēdoch

KöblerAfries

bandēdoch , Adj. Vw.: s. bandēdich*

de(r)doch

Idiotikon

de(r)doch Band 12, Spalte 214 de(r)doch 12,214 M.

dyadoch

Lexer

dyadoch swm. dyadochos, ain stain Mgb. 424,23.

honddēdoch

KöblerAfries

honddēdoch , Adj. Vw.: s. handdēdich*

iedoch

Lexer

ie-doch BMZ adv. des gegensatzes: doch, dennoch allgem.; bisweilen auch idoch ( Kl. Parz. Gen. D. 13,7. 59,16. 96,18. Lieht. 75,25. Pass. K.…

iodoch

MNWB

iodoch , ie- , î- , jo- , adv. , durch io verstärktes doch : doch, dennoch; jedoch, aber; hingegen . iodoch dat wenngleich, obwohl.

jedoch

DWB

jedoch , conjunction des gegensatzes, aus doch mit vorangestelltem, eine bedingte behauptung oder eine bestreitung ausdrückendem je ( sp. 22…

misdēdoch

KöblerAfries

misdēdoch , Adj. Vw.: s. misdēdich

Nudoch

Idiotikon

Nudoch Band 4, Spalte 677 Nudoch 4,677

swiedoch

KöblerMhd

swie·doch

swiedoch , Adv. nhd. es ist erlaubt ÜG.: lat. licet PsM Q.: PsM (vor 1190) (FB swiedoch) E.: s. swie, doch W.: nhd. DW-

wōdoch

KöblerMnd

wōdoch , Adv., Konj. nhd. wie (fragend bzw. im Ausruf), wie sehr, irgendwie, wie dass, dass, so wie, als, als ob, obgleich, wiewohl, wie auc…

ërddoch

Idiotikon

ërddoch Band 12, Spalte 214 ërddoch 12,214 u.

Ableitungen von doch (1 von 1)

doche

KöblerMnd

doche , Adv. Vw.: s. doch (2)