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Doch

ahd. bis spez. · 28 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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32 in 28 Wb.
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59

Eintrag · Campe (1807–1813)

Doch

Bd. 1, Sp. 725a
Doch, ein Bindewort, welches überhaupt eine Verbindung andeutet, und sowol im Vordersatze als im Nachsatze gebraucht wird. 1) Wird es in einem Nachsatze gebraucht bei einer Sache, welche dem Vordersatze nach eigentlich nicht Statt haben sollte, welche demselben zu widersprechen scheint, oder nicht darauf folgt. Ob er gleich merken konnte, daß ich allein sein wollte, so blieb er doch. Mögen Sie auch schelten, ich weiß doch, daß Sie es gut mit mir meinen. »Du bist fast so klug, wie mein Bruder, und hast doch nicht studirt«, und bist doch kein Gelehrter. Gellert. Oft fängt es auch den Nachsatz an. Ih bat ihn darum, doch er wollte nicht. Zuweilen gehet auch der Satz, worauf sich das doch bezieht, schon weiter vorher. »Es ist doch ein unerträglicher Stolz, daß er mich verläßt.« Gellert. 2) Dient es einen Gegensatz des Vorhergehenden zu bezeichnen, für aber. Du hast mich nicht lieb, und doch meine ich es herzlich gut mit dir. Er wollte mich besuchen, doch er kam nicht. Er spricht schlecht, doch schreibt er gut. Leicht läßt sich die Vernunft, doch schwer das Herz betrügen. Gellert. 3) Schränkt es den Vordersatz ein, wie aber. Es gefällt mir sehr, doch nicht am besten. Zwar lehren wir und lernen beide; Doch unsre Wissenschaft ist Freude Und unsre Kunst Gefälligkeit. Hagedorn. Zuweilen begleitet es einen Einwurf, auch eine Bedingung. Es ist freilich nicht recht, doch es ist mehr seiner Unwissenheit zuzurechnen. Die Natur ist hier schön; doch wird sie es auch für mich sein? Ih will es Inen sagen, doch dürfen Sie es nicht weiter sagen. 4) Oft bedient man sich des doch, eine angefangene Rede abzubrechen. Ih könnte Inen noch mancherlei darüber sagen; doch ich will schweigen. 5) Häufig wird es auch zur Verstärkung einer Bejahung und Verneinung gebraucht; oft steht es aber bloß zu mehrerer Ründung der Rede. Ja doch! Nein doch! Nicht doch! »Auf diese Art weiß man doch, worauf man sich zu verlassen hat.« Gellert. Ih möchte doch wissen, was er vorhat. It mir's doch, als wenn ich ihn schon irgendwo gesehen hätte. »Hätte ich doch nicht gedacht, daß du so verliebt wärest.« Gellert. Zuweilen deutet es einigen Unwillen, auch eine Bitte an. Laß mich doch in Ruhe. So höre doch. So laß ihn doch. Bringen Sie mir es doch bald. Lassen Sie mich doch ja nicht lange warten. Zuweilen auch eine Voraussetzung. Sie wissen doch, daß er nicht kömmt? Mein Vater stammte doch von N. her. Oft begleitet es auch eine Frage. Es ist doch nicht schon fort? »Wie können Sie sich doch ohne Noth traurig machen?« Gellert. Zuweilen begleitet es auch einen Wunsch, eine Klage. O, daß ich doch bei Euch wäre! Das ist doch gar zu traurig! 6) † I N. D. wird es auch schlechthin als eine Bejahung gebraucht, in sofern man einer vorhergehenden Verneinung widersprechen will, für allerdings. Du hast mir nicht geschrieben. O doch! zweimahl habe ich geschrieben. Haben Sie es noch nicht? Doch! o ja. Doch, meine Tochter, doch! Lessing. Endlich gebraucht man es im N. D. auch fragend für wirklich, so? und verbindet auch wol wirklich damit. A. Ih habe heute viel gearbeitet. B. Doch? oder, Doch wirklich?
3090 Zeichen · 58 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    doch

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    doch Gl 2,726,76 = Wa 111,17 s. toph.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    DOCHpronominaladv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    DOCH ( aus dô-uh? Gr. 3,176. Graff 5, 68 ) pronominaladv. I. demonstr. doch, dennoch. 1. in einem hauptsatze, welcher si…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dochAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    doch , Adv. nhd. doch, jedoch, dennoch, in jedem Fall, sowieso, bekanntlich, ja Vw.: s. io-, wō- Hw.: vgl. mhd. doch, mn…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Doch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Doch , eine Partikel, welche eigentlich für den Nachsatz gehöret, und überhaupt betrachtet, eine Bejahung andeutet, obgl…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    doch

    Goethe-Wörterbuch

    doch 1 Adverb bzw Konjunktion adversativen Inhalts; öfter nach konzess Vordersatz (korrelierend mit ‘zwar, wohl, ob/wenn…

  6. modern
    Dialekt
    doch

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    doch Band 3, Spalte 3,1807f.

  7. Sprichwörter
    Doch

    Wander (Sprichwörter)

    Doch Aber doch! – Agricola I, 349; Latendorf, 117; Schottel, 1139 a ; Eyering, I, 1. Um auszudrücken, dass man unter Ums…

  8. Spezial
    doch

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    doch [dǫch] m. (docs) (fujina dles barches) Dock n.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit doch

66 Bildungen · 48 Erstglied · 17 Zweitglied · 1 Ableitungen

doch‑ als Erstglied (30 von 48)

docheln

SHW

doch-eln Band 1, Spalte 1549-1550

Dochan

Meyers

Dochan , s. Pennisetum .

Dochart

Meyers

doch·art

Dochart ( Loch D.), kleiner See in Perthshire (Schottland), am Nordfuß des Ben More, in malerischer Umgebung, umschließt eine Insel mit Schl…

dôche(n)

MNWB

1 doch , dôch , doche(n) , dôche(n) , adv. , conj. , doch, jedoch; dennoch, gleichwohl, trotzdem; in jedem Fall; sowieso, bekanntlich, ja, d…

Doches

PfWB

Doches 'Gesäß' s. Dokes .

dochium

MLW

* dochium , -i n. ( δοχεῖον ) xenodochium — Spital : Epitaph. Lun. 7 ( MGPoet. IV p. 1006) fundavit -um dochium . Pörnbacher

dochlen

ElsWB

doch·len

dochle n [tòχlə Roppenzw. Wittenh. ] poltern, mit den Holzschuhen Lärm machen. Dë r dochlet wi e der mit de n Schue hen ! Wittenh. Vgl. boch…

dochma

MLW

dochma v. dogma . Pörnbacher

Dochmĭus

Meyers

Dochmĭus (griech.), Versfuß, der in der Grundform aus einem Jambus und einem Kretikus ( @24@float ) besteht, aber durch Verlängerung der Kür…

Dochnahl

Meyers

Dochnahl , Friedrich Jakob , Pomolog, geb. 4. März 1820 in Neustadt a. d. Hardt, erlernte die Gärtnerei und lebte seit 1849 in Wachendorf un…

Dochow

Meyers

Dochow , Adolf , Kriminalist, geb. 24. Sept. 1844 in Templin, gest. 20. Dez. 1881 in Halle, habilitierte sich 1871 in Heidelberg und wurde 1…

Dochow, Adolf

DWBQVZ

Dochow, Adolf *1844 Templin †1881 Halle.

Dochpreussen

MeckWB

doch·preussen

Dochpreussen m. Pl. die Bewohner der Prignitz, weil sie anstatt 'nicht wahr' immer doch sagen Lu Grab .

Dochtgarn

SHW

Docht-garn Band 1, Spalte 1551-1552

Dochtbank

Adelung

docht·bank

Die Dochtbank , plur. die -bänke, bey den Lichtziehern, eine Bank, auf welcher die Dochte zu den Lichtern verfertiget werden.

dochte

MNWB

dochte s. denken, dȫgen, dörven.

dochtererven

KöblerMnd

dochter·erven

dochtererven , N. nhd. Erbtochter E.: s. dochter, erven (1), ervent L.: MndHwb 1, 436 (dochter)

doch als Zweitglied (17 von 17)

dēdoch

KöblerAfries

*dēdoch , Adj. Vw.: s. *dēdich

bandēdoch

KöblerAfries

bandēdoch , Adj. Vw.: s. bandēdich*

de(r)doch

Idiotikon

de(r)doch Band 12, Spalte 214 de(r)doch 12,214 M.

dyadoch

Lexer

dyadoch swm. dyadochos, ain stain Mgb. 424,23.

honddēdoch

KöblerAfries

honddēdoch , Adj. Vw.: s. handdēdich*

iedoch

Lexer

ie-doch BMZ adv. des gegensatzes: doch, dennoch allgem.; bisweilen auch idoch ( Kl. Parz. Gen. D. 13,7. 59,16. 96,18. Lieht. 75,25. Pass. K.…

iodoch

MNWB

iodoch , ie- , î- , jo- , adv. , durch io verstärktes doch : doch, dennoch; jedoch, aber; hingegen . iodoch dat wenngleich, obwohl.

jedoch

DWB

jedoch , conjunction des gegensatzes, aus doch mit vorangestelltem, eine bedingte behauptung oder eine bestreitung ausdrückendem je ( sp. 22…

misdēdoch

KöblerAfries

misdēdoch , Adj. Vw.: s. misdēdich

Nudoch

Idiotikon

Nudoch Band 4, Spalte 677 Nudoch 4,677

swiedoch

KöblerMhd

swie·doch

swiedoch , Adv. nhd. es ist erlaubt ÜG.: lat. licet PsM Q.: PsM (vor 1190) (FB swiedoch) E.: s. swie, doch W.: nhd. DW-

wōdoch

KöblerMnd

wōdoch , Adv., Konj. nhd. wie (fragend bzw. im Ausruf), wie sehr, irgendwie, wie dass, dass, so wie, als, als ob, obgleich, wiewohl, wie auc…

ërddoch

Idiotikon

ërddoch Band 12, Spalte 214 ërddoch 12,214 u.

Ableitungen von doch (1 von 1)

doche

KöblerMnd

doche , Adv. Vw.: s. doch (2)