dann,
adv. goth. þan, þanuh,
alts. than,
ahd. danna, danne, denni, denne,
mhd. danne, denne,
angels. þon, þonne, þanne, þœnne,
engl. then,
niederl. dan,
schwed. und dän. nur untrennbar in sdan, ligedan,
wie bei uns in alsdann, sodann.
in der Berliner volkssprache hört man dunne, dunnemals.
die partikel ist entsprungen aus dem goth. þana,
dem acc. sing. des demonstr. sa,
wofür auch einmal (
Marc. 15, 44) þan
vorkommt: seine accusativische natur wird durch das entsprechende tum (
cum, illum)
und tunc (
für tumc, goth. þanuh)
bestätigt. so erklärt sich auch die ahd. form denne
aus dem acc. den;
vergl. Gramm. 3, 165—167.
die verschiedenen formen sind ursprünglich gleichbedeutend und stehen sowol für tum tunc deinde als für nam enim, und hinter der comparation für quam; denne
erscheint nur etwas seltner. Keisersberg
läszt beide formen gelten, dann dan
und denn den,
doch jene gebraucht er öfter. Luther
hat sich für denn
entschieden und läszt dann
nicht zu. auch bei H. Sachs
ist denn
die regel, nur zuweilen zeigt sich dann,
während doch wann
bei ihm häufiger ist als wenn.
dagegen scheinen andere wie Steinhöwel, Schwarzenberg, Fischart
nur dann
gelten zu lassen. Maaler
gibt ihm s. 86
den vorzug, doch findet man bei ihm auch erst denn
tunc 89. Henisch im
anfang des 17
ten jahrh. stellt dann
und denn
auf und gibt beispiele von beiden 646. 679,
doch für quam braucht er vorzugsweise denn. Schuppius
und Jac. Ayrer
ziehen dann
vor, Logau
schwankt, neigt sich aber zu denn, Stieler
merkt s. 277 dann
und denn
für nam an, Steinbach
sagt dasz denn
häufiger sei, aber Frisch,
der keinen unterschied in der bedeutung macht, zieht in den beispielen dann
vor. etwa in der mitte des 18
ten jahrh. hat man angefangen eine geschichtlich unbegründete, an sich begreifliche, in die volkssprache nicht eingedrungene scheidung geltend zu machen, indem man denn
nur in der bedeutung von nam, enim und von quam hinter der comparation und verneinung zuliesz, wie man auch wann
und wenn
geschieden hat. 11.
es bezeichnet den zeitpunct nach einem eingetretenen ereignis, nach der erfüllung einer bedingung und steht wie tum, tunc; in alsdann alsdenn
wird es verstärkt. wenn
wird dabei vorausgesetzt, aber nicht immer ausgedrückt. wenn der frühling kommt, dann bricht das laub heraus. wenn ich zurückkomme, dann sollt ihr alles erfahren. die ihn jetzt loben, die schelten ihn dann. was hilft ihn dann sein übermut? was soll dann aus ihm werden? er ist immer unzufrieden, auch dann, wenn seine wünsche erfüllt werden. gleich als ein zerbrochen dach, wann es an einem ort dardurch thut regnen, so fleuchst du dann hindan in ein andern winkel, ob das wetter ubergehn wolt Keisersb.
Sünden des munds 42
a. sie (
die schnecken) steigent uf die böm bisz in die tolden und fressen die bletter ab, was sie dann finden 62
a. wann er dann also gar wart trunken, so sang er Bachus lob Fischart
Garg. 10. gib mir zuvor gelt, dann will ich dir wein geben Henisch 646. wann die zeit kommt, dann wollen wir davon reden
das. dann raube, plünder er, dann wehr er seinen namen. Logau 1, 71, 80. sei nicht geschickt, man wird dich wenig hassen, weil dir dann jeder ähnlich ist Gellert 1, 43. wenn du beweise siehst, dann ist der glaube pflicht. 1, 349. ja stürb ich auch zu ihren füszen, auch dann soll noch Lucinde wissen dasz sie mein zärtlich herz verehrt
ders. doch, wenn ichs (
das buch) nehme, grundgelehrter mann, mit gunst, musz ich es dann auch lesen? Lessing 1, 28. um erst dann zu leben, wann er staub wird sein 1, 40. ich habe, trotz der grauen haare, womit ich dann zur grube fahre, sechs tage nur geliebt 1, 63.
App. sehen Sie, ich soll noch heut eine frau nehmen.
Mar. nun? und dann?
App. und dann? und dann? Ihre frage ist auch verzweifelt naif. 2, 144. ich gehe und erwarte Sie als richter: und dann dort erwarte ich Sie vor dem richter unser aller 2, 189. auch dann nicht, dann nicht einmal, wenn erkenntlichkeit zum herzen eurer tochter der liebe schon den weg gebahnet hätte? 2, 287. nimmer, nimmer wollt ich dann noch nach andern freuden jagen Bürger 5
b. fürchteten gott wir so wie wir die könige fürchten, engel wären wir dann, machten zum himmel die welt. Herder
Zur schönen lit. 9, 123. bliebe dann noch dein gewissen unbefleckt und rein? 132. bist du der wirthliche gott? dann so verstosze den gastfreund nicht. Göthe 1, 270. strömt von der hohen steilen felswand der reine strahl, dann stäubt er lieblich in wolkenwellen zum glatten fels 2, 58.
vergl.denn 4. 22.
zur verstärkung der frage bei wie;
s. 7
c. wie dann? ist er bereit? wie dann? thut es ihm so wol?
Garg. 107
a. was dann? wie dann?
was soll in diesem fall, was soll hernach geschehen? wenn er nun aber! wie dann? Lessing 2, 177.
Recha. nun meiner wünsche wärmster innigster erfüllet ist, was dann? was dann?
Daja. was dann? dann hoff ich dasz auch meiner wünsche wärmster soll in erfüllung gehen 2, 260. 33. nun und dann
jetzt und in zukunft Briefe an Joh. v. Müller vorw. ix. dann und wann
zuweilen, interdum Stieler 277. Frisch
bemerkt 1, 185
b dasz es von den neuern gebraucht werde. Williram
sagt eteswanne unte eteswanne 21, 16.
niederdeutsch echt und echt
Brem. wörterb. 1, 291. so wünsch ich dann und wann Günther 696. 707. 783. dann und wann ausgehen
Irrgarten 164. so lange 'dann und wann' und 'spinde' märkisch ist. Canitz 216. wenn ich vom hofe abkomme, will ich Sie dann und wann besuchen Rabener 3, 327. doch bringt er seine spitzgen fragen, die minder als sie sagen sagen, noch dann und wann hervor Lessing 1, 74. 132. dann und wann einen kleinen profit zu haben 9, 579. wenn etwa dann und wann sich etwas ereignen sollte Wieland 5, 143. so wie auch wir uns dann und wann betrügen 8, 219. 220. auch dann und wann ein blick voll zärtlichkeit 9, 51. morgen oder dann und wann Rückert 26. aber glaubet mir das leben läszt sich dann und wann ertragen Platen. 44.
geht es auf die folge oder reihenfolge der ereignisse, auf eine ordnung, so heiszt es danach, sodann, deinde. erst gehen die männer, dann die frauen, dann die kinder.
der hanswurst sagt im puppenspiel bei der austheilung der speise, erst komme ich, dann ich und dann ich zum drittenmal. was ist darnach kürzer dan ein stund? und wir wellen da nit me dan ein stund schwetzen, und dann aber (
abermals) ein stund, und dan die dritten stund auch. also vertreiben wir die zeit Keisersb.
Sünden des munds 76
a. dann lecken und dann kratzen Weckherlin 142. der mohn dann halb, dann ganz 550. ir weiblein wann ich euch bericht dasz eure blick mein herz dann nähren und dann aufspalten, dann verzehren 794. dies ist der ring den sie in Frankreich mitgetragen, als sie das erste mal sich wollte kühnlich wagen mit ihrem bruder hie, der dann auf dieser fahrt die lanze mit sich hat, die noch Astolfi wart. Werder
Ariost 11. 4, 3. als gott zuerst erschien er ihr: dann als ein mann und endlich als ein thier Lessing 1, 3. du ladest zwanzig schmauser ein wovon ich keinen kenn: und dann mich oben drein. 1, 24. dem er den süszen trunk und dann das schlaflied zollt 1, 90. sein seidnes schnupftuch nimmt, sich räuspert und dann spricht Gellert 1, 53. ich führe parthischen schwefel zum lndus, denn da gilt er viel: sinesische geschirre bring ich dann zurück nach Indien: dann geb ich meinen schweren handel auf und setze mich zur ruh Herder
Zur schönen lit. 9, 126. erst empfindung, dann gedanken: erst ins weite, dann zu schranken Göthe 4, 166. 55.
kommt die zeit bei der folge nicht in betracht, so heiszt dann
soviel als zugleich, auch, überdies, dazu, simul; vergl. denn 5. dem herrn von Meyern, der Friedrichsuniversität zu Erlangen curatori, dann hochbestallten präsidenten des justizcollegii Reichard. du hattest, Sittah, nicht so unrecht: ich war nicht so ganz beim spiele: war zerstreut. und dann, wer gibt uns denn die glatten steine beständig die an nichts erinnern, nichts bezeichnen? Lessing 2, 229. dann ist der gut gelaunte sänger mitunter auch ein kinderfänger Göthe 1, 200. dann ist der vielgewandte sänger gelegentlich ein mädchenfänger 1, 201.
wird es wiederholt, so steht es für bald —
bald, modo —
modo, er ist alles in allem, schreiber, dann koch, dann kutscher, dann gärtner. sie (
die faulen weiber) gucken lieber zum fenster hinaus: denn seind sie oben in dem hus, dann unden, dann in dem stal bei dem knecht Keisersb.
Sünden des munds 11
a. dann südet man sie (
die eier), dann schlecht man sie in ein wasser, dann in anken, dan macht man kroszeier darausz, dan küchlin, dann so füllet man sie in hüner, dann macht man ein eierbrü darausz, und ist doch anderst nichts dann eier 4
b. da mancher zum pfarrambt kombt und erhoben wird, dann durch freundschaft, dann durch gift und gaben, dann durch andere ursachen Schuppius 532. dann musten sie vertragen dasz man sie eingesteckt, dann dasz man sie geschlagen. Opitz. 66.
substantivisch, über das dann des jenseits hat dies kleine jetzt keine stimme J. Paul
Titan 2, 74.
ebenso das wann, das wie, das wo. 77.
die scheidung von dann
und denn
hat sich wol insofern festgesetzt als jetzt in der bedeutung von nam, enim und quam nach dem comparat. denn
allein gebraucht wird, dagegen nur alsdann, sodann
für tunc, während bei Steinbach
noch alsdenn, sodenn
vorkommt, bei Frisch
nur alsdann,
doch bei Lessing alsdenn 2, 366. 398.
in den andern fällen gestatten selbst Herder, Klinger
und Göthe
noch dann
für denn,
zumal bei fragen; s. unten denn.
beispiele aus der zeit, in welcher die scheidung noch nicht eingetreten war, müssen hier angeführt werden. 7@aa. dann
für nam enim im anfang des satzes; s. denn 1. da mag man kein gemein regel geben, dan die menschen seint ungleich, sie hond nit gleich arbeit Keisersb.
Sünden des munds 5
a. es ist bös sein wider ein künig, dann er hat lange arm, reichet weit 18
a. da sprach diser vatter 'du lügst, dan sie hat das gethon ausz liebe gottes und liebe ires mans' 24
a. das ist ein unersamer schimpf, dan es ist uneerlich da einer die leut zelachen bewegt und acht nit ob es im wol anstand oder ubel 53
a. darum ist zweizüngigkeit gleich als hinderreden und zuo oren blasen, dan sie tragen red zuo oren 67. lob und eer gott den herren, dan er wil daz wir im dienen umb unsers nutz willen: er bedarf unser gar nichts 83
b. der sol sich nit underston dem bessern und höheren zu dienen, dan ire dienst werden unempfenglich (
nicht angenommen) Steinhöwel 33
a (1555). ich gib euch nichts, dan ich sol (
schulde) euch nichts 39
a. dann sie gehen süsz ein wie zucker Er. Alberus v. dann durch den glauben an Christum werden die herzen gereinigt
ders. dann man solch leut auch haben musz. Fischart
Garg. 2. dann weil er lebet must er trinken, und trinken war sein leben 9. iedoch so war ist was wir lesen, das wein vor fäule bhüt, so wird des Rabeles nam und wesen nimmer verfaulen nit, dann er ie wol beweinet war, sein leib und därm durchweint 11. das wird ihm lieber als betten sein, dann betten gehöret gott. 12. dann weil sie nicht lebhaftig sind verschwind ir leben auch geschwind 24. dann nichts ist also schwer und scharf, das nicht die arbeit underwarf
ders. Glückh. schiff 41. das gestad scherzt auch mit dem schiff, wann das wasser dem land zuliff, dann es gab einen widerton gleich wie die ruoder thäten gon 393. dan nichts zirt eine statt so sehr als ehrlich künst und gute lehr 911. gehst nicht weg, so erstich ich dich, dann ich bin gar ein jäher man. J. Ayrer
Theatr. 91
b. es wird morgen hübsch wetter sein, dann es abendröthet Henisch 646. wann einer sein kind zeucht, das verdreuszt seinen feind und erfreut seinen freund. dann wo sein vater stirbt, so ists als wäre er nicht gestorben: dann er hat seines gleichen hinter sich gelassen Schuppius 3. gleichwol ist es klüger in diesem stück als Plato und Socrates gewesen sind. dann die natur lehret ein solch vöglein dasz es sein eigen nest sucht 7. dann, indem sie so viel herrliche sprüche erzähleten, vermeinten die einfältigen leute — Opitz
Poeterei 3. dann der herr Christus hab befohlen Zinkgref
Apophth. 3, 3
und häufig. dann ohne zweifel ein solches groszes gut auch werth ist dasz — Spee 2
b. die unruh ist im land und ruh ist in der stadt, dann jenes leidet noth und sie ist meistens satt. Logau 1, 52 (9). ich wäre gerne reich, dann dasz ich reich nicht bin, drum wil man mich dazu noch zu der strafe ziehn. 1, 59 (37). im argen lag die welt, jetzt liegt sie nun im ärgsten, dann gottes theil ist schwach, des teufels ist am stärksten. 1, 79 (18). Pätus lobt der keuschheit gaben, dann es will ihn keine haben 1, 79 (19). sein irrthum wird nicht viel gezehlet, dann wo er etwa hat gefehlet, das wird in erde tief verhölet 1, 83 (40). was ists, worüber mehr die jungfern so entbrennen, als wenn man sie pflegt alt und ungestalt zu nennen? dann jugend dient zur zucht, und schönheit zum verthun: sind diese beide weg, so läszt man sie wol ruhn. 1, 99 (12). dann schach heiszt auf persianisch ein könig Olear.
Rosenthal 7, 13
u. s. w. Lockmanns fabeln 5. 10. 22. 24. hieraus erscheinet klärlich dasz wir Pommern zu den Carinern müssen gerechnet werden: dann unsere vorfahren in Vorpommern heiszen Plinio Cariner Micrälius 1, 16. 2, 187. die sarsaparilla musz mittelmäsziger dicke sein wie ein federkiel, dann die gar dünne nichts taugen Hohberg 3, 607
a. die ehr hat grosze kraft die künstler aufzumahnen, dan kunst ohn ehrenlohn wächst selten in die höh. Rompler 161. 168. 169. 191. dann mit der muttermilch hast du den trieb gesogen. Caniz 56. dann sollt ich hier die müh dich zu erforschen nehmen, wir müsten (ists nicht wahr) uns vor einander schämen 96. dann ein jeder ist überzeugt dasz er ursache dazu habe 187. er ist immer vergnügt, dann er ist recht gelehrt. dann wer recht gelehrt ist, kann sich immer vergnügungen machen. Frisch 1, 185
a. 7@bb.
steht es nicht im anfang des satzes, so heiszt es soviel als mithin, demnach, also, oder dient blosz zur verstärkung. der grund ist nicht selten nur im allgemeinen angegeben oder wird vorausgesetzt; s. denn 6. so geht dann endlich fort. so tretet dann hervor. da fing der advocat an und wolt disputieren, damit er dan alwegen was umb gangen Keisersb.
Sünden des munds 61
a. wüste und schampere wort, wie du es dann nennen wilt 61
b. er bat um ein thür (
vor den mund) die dan uf und zuo gat 77
b. bist du ein priester, so sprich psalmen. bist du ein lai, so sprich andere ding die du dann kannst 83
b. weil du dann dazumal meinetwegen leid und schmerzen gehabt Henisch 646. so bleibt es dann dabei Frisch 1, 185. er mag dann das vergangene bessern
das. Sittah (
beim schachspiel) so zieh ich in die gabel.
Saladin. wieder wahr. schach dann. Lessing 2, 226. wolan, so theile deine einsicht mir dann mit 2, 274. Lessing
gebraucht in dieser bedeutung auch denn;
s. unten. dies angenommen, wie es dann angenommen werden musz Klinger 11, 163. geschwind, herr pfarrer, dann: sticht Sie das mädchen an? Göthe 13, 15.
nach vorangehendem als, wie, wo, nun. ist nun gott dein geistlicher vatter, als uns dann der glaub fürgibt Keisersb.
Sünden des munds 13
b. Jacob der was glatt an dem leib, und Esau was harig, als dann ein mensch hariger ist dann der ander 15
b. und wolt vor mit im beten ee sie äszen, als dann ir gewonheit was 11
a. es waren zwen gevattern zuo Bononien, die luoden einander, als man dann thut, uf die fastnacht 19
b. dann er het in gesehen sitzen dort in seiner groszen kappen die er an hals gestreift het, als dan gewonheit ist der küning in Frankreich 46
a. so stelt er sich als ein narr, als er dan ein nar ist 52
a. und sie fiengen an zu reden von schamperen dingen oder von unkeuscheit, als man dan thuot 77
b. wie dann in denselbigen ländern knecht und mägd zu kaufen und verkaufen gewonheit ist Er. Alberus 1
a. wie dann Homerus und Virgilius schreiben 1
b. wie man dann auch find solchermaszen das ausz S. Dominici grab ein reb sei nach seim tod fürgsprossen, die gut domvinischen wein gab. Fischart
Garg. 9. als sie es merkten, wie sie dann eines scharfen verstandes sind, da lieszen sie es anstehen Frisch 1, 185
b. wie es dann auch wahr ist
ders. wo dann gerechtigkeit und unschuld am feind nicht kann erlangen huld H. Sachs 1, 51
b. nudann
cum itaque Stieler 277.
Prinz. rede will ich!
Marin. nun dann? was läge an meinen anstalten? Lessing 2, 161. verbrannt? wer? meine Recha? sie? das hab ich nicht gehört. nun dann! so hätte ich keines hauses mehr bedurft 2, 191.
Salad. wir kommen ab vom spiele. mach ein ende.
Sittah. so bleibt es? nun dann, schach und doppelt schach. 2, 227. 7@cc.
als verstärkung bei fragen; s. 2. denn 7. so du ein mensch bist, wie getarstu du dich dann wider einen halben got setzen? Steinhöwel
vorr. (1487). warum dann? Henisch 646. solt uns dann gottes sohn zu lieben unterlassen? Logau 1, 197 (7). wozu dienen sie dann? Schuppius 27. hastu dann die zehen reichsthaler gestern nicht empfangen? 29. wann dann? wohin dann? wer dann? worauf dann? warum dann? Stieler 277. wo seid ihr dann? was habt ihr dann? warum singen dann diese vögel? wie fängt er es dann an? ist er dann gelehrt? weist du dann nicht? Frisch 1, 185.
es kann ein adverb. oder ein pronom. interrogat. voran gehen, wie im latein. quidnam, quonam, ubinam: es kann auch fehlen, wo im latein. num, an, anne, ne steht. ist dann das dein meinung?
siccine est sententia? Maaler 86
b. ich werde sie fragen was dann die kleinigkeiten, darüber sie ganze bücher schreiben, wol sonderbares an sich haben Liscov 54. aber was dann eigentlich die seltsamen figuren bedeuten sollten, darüber konnten sie sich nicht vergleichen 62. er frug mich neulich ganz höhnisch warum dann nicht alle fenster so bemahlet worden, und was dann die einzige scheibe sonderbares an sich gehabt habe 70. dasz es nicht minder schwer zu begreifen, wer dann dem menschen diese kräfte genommen habe 710. näher als ich mir selbst, ist mir die güte des schöpfers: wie dann? dasz ich von ihm öfter mich fühle so fern? Herder
Zur schönen lit. 9, 123. wie dann, sprach ich, kommst du hieher? 132. der krämer fragt 'was ist dann das?' Göthe 2, 218. wer ist dein vater dann? 7, 87. von was, o fremdling, lebst du dann? (: mann) 13, 86. wer ist dein vater dann? (: mann) 13, 87. mein lieber freund, wer sind Sie dann? ich bin ein reicher edelmann 13, 67.
vergl.denn 7. 7@dd.
für quam, nisi nach comparativen oder comparativischen verneinungen, nach anders,
auch wenn statt nichts anders
nur nichts
steht, oder keiner
statt kein anderer.
im 15
ten und 16
ten jahrh. gebrauchte man auch weder,
jetzt ist als
gewöhnlicher. wenn du scheinest nit anderst dann als der umbschwaif der sunnen Steinhöwel
vorr. (1487). was der füller seint, die hörent nit ee uf dan bisz es inen nümer schmeckt Keisersb.
Sünden des munds 5
a. da einer kum dreier pfenningwert guots hat, der iszt me schleck dann mancher der jars hundert gülden gelts hat zuo verzeren 4
a. schlemen ist nüt anderst dan ein unordenliche begird zuo essen und zuo trinken 4
a. wann keinen gröszern feind magstu haben uf erdreich dann die sünd 13
b. dar zuo ist besser er werd lieb gehaben dann das er geeret werd 48
a. nit anderst dan wie ein henn thuot, die ein ei hat geleit, die gazet das haus vol in allen winkeln: sie hat kein ruog dan bisz sie sich selber darumb bringt und bisz man ir das ei dannen nimpt 56
a. man muosz es anderst angreifen wan man frid under den freunden wil machen dan also 66
b. zeit, da er verfaren mag mit geschwetz, das er me redet dan er reden solt 80
b. der gemein man went nit anderst dan man red recht und wol von den sachen, so seint der schelfen me dan der nüsz 81
a. die wort sollen vorhin kumen zuo der feilen, ee dan sie ausz gond von deinem mund 81
b. solten wir uns leiden nit mer dan wie die kriegs gesellen, die da leiden umb der welt willen tag und nacht 86
a. anderst dann vor zeiten Maaler 86. du thuost vil anderst dann du verheiszen hast
ders. war uns auch lieber dann hett uns der marggraf 2000 gulden geschenkt Götz von Berlichingen
Lebensbeschr. 60. ist uns auch lieber gewest dann gold und silber
das. dasz die fabeln nichts anders sind dann liebliche gleichnissen Eras. Alberus 4. kein feiner noch meisterlicher gedicht als das buch von Reinicken, welches ich nit geringer achte, dann alle comödien der alten 9. seh (
sie sehe) mehr dann sie je hät gehört. Schwarzenberg 106, 1. den tod ich heimlich mehr beklag dann ich sünst iemand öffen mag 148, 2. nun ist mir anderst nit zu sinn dann sei mein leben halb von hinn 151. sprach 'denk ein jeder mensch der lebt, hat nichts gewissers dann den tod' 151. bleib doch schwerer in meiner acht dann man jetzund die gulden macht. H. Sachs 1, 411
b. was haben die Griechen, dann fabeln von Germania geschrieben Frank
Weltb. 22
b. darum musz folgen dasz etwas anders auf der mülen ist dann man uns sagen will Fischart
Bienenkorb 97
a. und gehn die apostel nit lenger zu fusz dann bis sie ein pferd bekommen zu reiten 126
a. ich habe an keinen dann allein an dich geschrieben Henisch 646. unter allen menschen ist keiner ohne sünde gewesen dann Christus
das. du sagest anders dann du meinest
das. dann was steht basz dann wann die jugend nachschlägt irer vorfaren tugend. Fischart
Glückhaftes schiff 153. auch der poet Ovidius das zaignis ihnen geben musz, dasz ir gemerk vil schärfer sei dann keines hundes Spangenberg
Ganskönig G III
a. und nichts dann nur von bulschaft tadern H v. sie bilden ihnen selbs nichts für dann eitelkeit und ungebühr Weckherlin 3. die zeit wird eure schönheit nicht mehr dann die rosen sparen 391. mit keuschem unbeflecktem schein mehr dann Diana 430. wann es ordentlich im hause gehalten wird, das schaffet mehr dann grosze arbeit Schuppius 27. er solle ihm erlauben dasz er ihn noch desselben tages an seinem leibe angreife, ehe dann er sich erhole 160. einem narren und unverständigen ist nichts ratsameres dann dasz er still schweige Olear.
Rosenth. 8, 47. nichts dann gold Frisch 1, 185. er ist gelehrter dann sein bruder
das. von da an hat denn
die oberhand behalten; vergl. denn 2. 7@ee.
wo es eine bedingung bezeichnet und für nisi steht, sie hörent nit uf ze saufen, sie sehent dan der kanten (
kanne) den boden Keisersb.
Sünden des munds 5
a. der schiffman wolt in nit umb gottes willen hinüber füren, er geb im dann ein heller oder liesz im ein pfandt darfür 65
b. darumb soltu niemant nichts verheiszen, du seist dann gewisz das ze halten 66
a. es triegend dann mich alle meine sinne
nisi me omnia fallunt Maaler 86. es seie dann sach, dasz der vater ein anders sage
ders. kein pölz giengen überzwer, sie piffen dann Fischart
Garg. 180
b. es sei dann Henisch 646. es könne niemand ins ampt kommen, er nehme dann eines meisters tochter Schuppius 8. halte niemand für deinen freund, du hast ihn dann in der not probieret 236. an der börse laufen keine narren herum, es müste dann ein laie sein Klinger 11, 307.
vergl.denn 3. 88.
im 15
ten und 16
ten jahrhundert erscheint es zuweilen in der mhd. bedeutung von auszer, ausgenommen, niwan. gott der herr sprach zuo im 'wer hat dir gezeugt das du nacken (
nackend) warest dann allein das du hast gessen von dem holz (
baum) das ich dir verboten hab Keisersb.
Sünden des munds 12
b. er macht sein ze vil, wie wol er braucht kein wüst wort dan allein schimpfwort (
scherz) 53
a. nid lacht nit dann so undergat das schiff das sie ertrenket hat Brant
Narrenschiff 53, 21.