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pfeffern

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

pfeffern verb.

Bd. 13, Sp. 1638
pfeffern, verb. , frühmhd. phëfferôn, phëfirôn, mhd. pfëfferen, pfëffern, md. mit nd. anlaute peffern, nd. pepern. 11) transitiv. 1@aa) eigentlich, pfeffer in etwas thun, mit pfeffer würzen, piperare Dief. 436b: daʒ eʒʒen was guotvil wol gephefirôt. Milstäter genesis 50, 20; gepfäfferter wein, vinum piperatum Maaler 316c; gepfefferte würste Stieler 1436; sprichwörtlich: wer pfeffer genug hat, der pfeffert auch seinen brei. Simrock 422 (vergl. pfefferrusz). 1@bb) weidmännisch, einen falken pfeffern, einen (räudigen oder verwundeten) falken mit wasser waschen, worin pfeffer aufgelöst ist. Behlen lexic. der forst- und jagdkunde 5, 142. 1@cc) uneigentlich scharf, beiszend, bitter machen (vgl.salzen): hte dich vor gezuckerten zungen und gepfefferten (haszerfüllten) herzen. Zinkgref 2, 18; das (die kritische geiszel) pfeffert sein (des dichterlings) geschwäze und würzet seine lehr. Schiller 1, 352; das gab reichen stoff zu einer gepfefferten unterhaltung. Gotthelf erz. 3, 209; tirol. es einem pfeffern, ihm derb die wahrheit sagen. Schöpf 496, schwäb. einem etwas erschweren. Schmid 60. — eine waare, eine rechnung u. s. w. pfeffern, bitter und unangenehm für den bezahler machen, sehr theuer anbieten oder berechnen: der wirth hat uns die mahlzeit gepfeffert. Stieler 1436; er wird mirs pfeffern, theuer anschreiben Ludwig 1392; die rechnung war gepfeffert und gesalzen. Albrecht Leipz. mundart 181b; der acker ist gepfeffert (sehr theuer). Kehrein volksspr. in Nassau 1, 303; westerwäldisch das ist gepeffert Schmidt 133; plattd. de waare is pepert. Dähnert 347. 1@dd) in einigen gegenden Baierns und Schwabens ziehen am tage der unschuldigen kindlein (s.pfeffertag) die kinder mit ruten herum, schlagen (pfeffern) damit die erwachsenen unter hersagung gewisser sprüche und erhalten dafür eine kleine gabe, die ursprünglich ein pfefferkuchen gewesen ist (an der unschuldigen kindleintag pfeffert man .. mit ruten einander umb ein lebkuchen. Fischart bienenk. 150a; dann wer sich umb ein lebkuchen pfeffern laszt, ist billich dasz man ihm ein weinachtfladen schenkt. Garg. 199b), s. Schm.2 1, 422. Schmid 60. Birlinger volksth. 1, 12 anm. Schade klopfen 57 f. zur sache vergl. fizeln, kindeln, in Kärnten tschâpen (Lexer 214); obscen: noch dorft er sich des nie verwegen, das er mich dörft pfeffern mit Adams gerten. fastn. sp. 325, 20. 1@ee) scharf werfen, besonders in etwas flüssiges (pfeffer 2), dasz es auseinanderspritzt: er hat den stein in die pfütze gepfeffert u. dergl. Albrecht Leipz. mundart 181b. 22) intransitiv erst nhd. 2@aa) wie pfeffer brennen, eigentlich und übertragen Adelung: es ist gar wunderbar, wie die mischungen in den gemüthern sich machen, und wer achtet auf die tropfen alle, welche in die gemüther fallen, sie zuckern oder pfeffern, säuren oder salzen. Gotthelf Uli der pächter (1859) 196. 2@bb) einen pfeffer (2) machen; obscen, hennebergisch cacare Spiesz 181. vergl.dann was er (papst) scheiszt, sieht man gleich für pfeffer an. Fischart bienenk. (1580) 235a.
3068 Zeichen · 68 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfeffernsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfeffern , sw. V. Vw.: s. pfefferen*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfêffern

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Pfêffern , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wie Pfeffer…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pfeffern

    Goethe-Wörterbuch

    pfeffern stark würzen; ‘jdm etw gepfeffert kochen’ metaphor für: es ihm interessant machen [ Mephisto: ] Auf diesem Wege…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfeffern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfeffern , in Süddeutschland und einem großen Teile Österreichs zu Weihnachten üblicher Volksgebrauch, entspricht dem in…

  5. modern
    Dialekt
    pfeffern

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pfeffern Band 2, Spalte 2,505–508

  6. Sprichwörter
    Pfeffern

    Wander (Sprichwörter)

    Pfeffern 1. Gut gepfeffert ist halb verdaut. 2. Das ist gepfeffert. Sehr theuer. Die Redensart schreibt sich wol aus den…

  7. Spezial
    pfeffern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    pfef|fern vb.tr. 1 (mit Pfeffer würzen) mëte porvada, saré cun porvada 2 ‹fig› (lebendig gestalten) mëte n pü ’ de porva…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfeffern

34 Bildungen · 9 Erstglied · 23 Zweitglied · 2 Ableitungen

pfeffern‑ als Erstglied (9 von 9)

Pfeffernase

RhWB

pfeffer·nase

Pfeffer-nase (s. S.) Saarbr-SJohann , Köln-Stdt f.: verächtl. aufgestülpte N.

Pfefferneujahrsstadt

PfWB

 Pfefferneujahrs-stadt f. : ' eine nicht vorhandene Stadt ', Pefferneijohrstadt [Don-Alexhhs ( Steinmetz )].

Pfefferneujahrstag

PfWB

pfeffer·neujahrstag

 Pfefferneujahrs-tag m. : ' ein Tag, den es nicht gibt ', Pefferneijohrschdaa [ Don-Gottlob ]; vgl. Nimmerleinstag . Rhein. VI 684 .

Pfeffernüsse

Meyers

pfeffer·nuesse

Pfeffernüsse , kleine, runde Pfefferkuchen, werden besonders gut in Braunschweig und Offenbach bereitet.

pfeffernüszchen

DWB

pfeffer·nueszchen

pfeffernüszchen , pfeffernüszlein , n. dim. zum vorigen: wann die andern mädchen die ruthe kriegten, gab er ( der lehrer ) ein pfeffernüszch…

Pfếffernúß

Adelung

pfeffer·nuss

Die Pfếffernúß , plur. die -nüsse, Diminut. das Pfeffernüßchen, Oberd. Pfeffernüßlein, eine Art Gebackenen in Gestalt der Haselnüsse aus ebe…

pfeffernusz

DWB

pfeffernusz , f. nur im plur., kleines nuszförmiges gebäck aus pfefferkuchenteig Zedler 27, 1325 , plattd. pepernöte Dähnert 347 b : ( sie b…

pfeffern als Zweitglied (23 von 23)

anpfeffern

DWB

anpfeffern , pipere condire: die speise ist zu stark angepfeffert; er pfeffert seine reden noch mit spott an.

durchpfeffern

DWB

durch·pfeffern

durchpfeffern , stark mit pfeffer würzen. die speise ist wol durchpfeffert. uneigentlich. seine worte waren durchpfeffert, scharf, beiszend.

einpfeffern

DWB

ein·pfeffern

einpfeffern , pipere condire, nnl. inpeperen, mit pfeffer einmachen. figürlich, eingepfefferte, beiszende spottgedichte. nnl. ik zal hem dat…

Nachpfeffern

Campe

nach·pfeffern

Nachpfeffern , v. intrs . u. trs . 1) Nach dem Beispiele eines Andern pfeffern. 2) Hinten nach, später, wie auch, noch mehr pfeffern. D. Nac…

überpfeffern

DWB

ueber·pfeffern

überpfeffern , v. , untrennb. verb. 1) mit pfeffer überstreuen Campe 5, 34 b . 2 ) übermäszig pfeffern, nimio pipere aliquid depravare, corr…

verpfeffern

DWB

ver·pfeffern

verpfeffern , verb. durch pfeffer schmackhaft machen ( besonders in übermäsziger weise ): bey essen, weil sie bey dem trunck nicht übel schm…

Ableitungen von pfeffern (2 von 2)

bepfeffern

DWB

bepfeffern , pipere condire: eine speise bepfeffern. man sagt lieber blosz pfeffern, piperare.

verpfeffern

DWB

verpfeffern , verb. durch pfeffer schmackhaft machen ( besonders in übermäsziger weise ): bey essen, weil sie bey dem trunck nicht übel schm…