lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Pfeffern

mhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
13 in 13 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
38
Verweise raus
18

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Pfeffern

Bd. 15, Sp. 695
Pfeffern, in Süddeutschland und einem großen Teile Österreichs zu Weihnachten üblicher Volksgebrauch, entspricht dem in Norddeutschland zu Ostern gebräuchlichen altarischen Schlagen mit der Lebensrute (vgl. Ostergebräuche). Die Kinder werden von den Eltern, die Eltern von den Kindern, Mädchen von den Burschen und umgekehrt im Bett überrascht, und der Gesundheit und Gedeihen verheißende Liebesdienst wird mit Pfefferkuchen belohnt. Meist ist der St. Stephanstag (26. Dez.) der Pfefferleinstag, doch wird auch vielfach am Tage der »unschuldigen Kinder« (28. Dez.), zu Neujahr und am Dreikönigstag (6. Jan.) mit feststehenden Sprüchen gepfeffert oder der Gegendienst geleistet, und dann heißt das P. Kindeln, Kindleinstreichen oder Fitzeln. Die Namen Pfefferkuchen (im 11. Jahrh. pfeforceltun) und Lebkuchen für das Weihnachtsgebäck rühren wahrscheinlich von diesem Gebrauche her, denn die Lebensrute heißt noch jetzt in Bayern Pfeffergerte und Lebzelten, der neben dem Pfefferkuchen an die jungen Burschen verabreichte Branntwein ist Pfefferlesbranntwein. Die unter besondern Zeremonien gepflückten grünen Zweige (Lebensrute) wurden früher besonders dem Wacholder (Quickholder) oder der Eberesche (Quicke, Quitsche), deren alte Namen den kraftverleihenden Lebenserfrischer (Erquicker) bezeichnen, entnommen; im Norden quickt man wie in Altindien und Altrom auch das Vieh noch heute. Um zu Weihnachten grüne Zweige zum P. zu haben, schneidet man am Barbaratag (4. Dez.) die Barbarazweige und setzt sie in Wasser auf den Ofen.
1533 Zeichen · 20 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    pfeffernsw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    pfeffern , sw. V. Vw.: s. pfefferen*

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pfêffern

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Pfêffern , verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wie Pfeffer…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pfeffern

    Goethe-Wörterbuch

    pfeffern stark würzen; ‘jdm etw gepfeffert kochen’ metaphor für: es ihm interessant machen [ Mephisto: ] Auf diesem Wege…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pfeffern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Pfeffern , in Süddeutschland und einem großen Teile Österreichs zu Weihnachten üblicher Volksgebrauch, entspricht dem in…

  5. modern
    Dialekt
    pfeffern

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    pfeffern Band 2, Spalte 2,505–508

  6. Sprichwörter
    Pfeffern

    Wander (Sprichwörter)

    Pfeffern 1. Gut gepfeffert ist halb verdaut. 2. Das ist gepfeffert. Sehr theuer. Die Redensart schreibt sich wol aus den…

  7. Spezial
    pfeffern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    pfef|fern vb.tr. 1 (mit Pfeffer würzen) mëte porvada, saré cun porvada 2 ‹fig› (lebendig gestalten) mëte n pü ’ de porva…

Verweisungsnetz

42 Knoten, 36 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 29 Sackgasse 10

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit pfeffern

34 Bildungen · 9 Erstglied · 23 Zweitglied · 2 Ableitungen

pfeffern‑ als Erstglied (9 von 9)

Pfeffernase

RhWB

pfeffer·nase

Pfeffer-nase (s. S.) Saarbr-SJohann , Köln-Stdt f.: verächtl. aufgestülpte N.

Pfefferneujahrsstadt

PfWB

 Pfefferneujahrs-stadt f. : ' eine nicht vorhandene Stadt ', Pefferneijohrstadt [Don-Alexhhs ( Steinmetz )].

Pfefferneujahrstag

PfWB

pfeffer·neujahrstag

 Pfefferneujahrs-tag m. : ' ein Tag, den es nicht gibt ', Pefferneijohrschdaa [ Don-Gottlob ]; vgl. Nimmerleinstag . Rhein. VI 684 .

Pfeffernüsse

Meyers

pfeffer·nuesse

Pfeffernüsse , kleine, runde Pfefferkuchen, werden besonders gut in Braunschweig und Offenbach bereitet.

pfeffernüszchen

DWB

pfeffer·nueszchen

pfeffernüszchen , pfeffernüszlein , n. dim. zum vorigen: wann die andern mädchen die ruthe kriegten, gab er ( der lehrer ) ein pfeffernüszch…

Pfếffernúß

Adelung

pfeffer·nuss

Die Pfếffernúß , plur. die -nüsse, Diminut. das Pfeffernüßchen, Oberd. Pfeffernüßlein, eine Art Gebackenen in Gestalt der Haselnüsse aus ebe…

pfeffernusz

DWB

pfeffernusz , f. nur im plur., kleines nuszförmiges gebäck aus pfefferkuchenteig Zedler 27, 1325 , plattd. pepernöte Dähnert 347 b : ( sie b…

pfeffern als Zweitglied (23 von 23)

anpfeffern

DWB

anpfeffern , pipere condire: die speise ist zu stark angepfeffert; er pfeffert seine reden noch mit spott an.

durchpfeffern

DWB

durch·pfeffern

durchpfeffern , stark mit pfeffer würzen. die speise ist wol durchpfeffert. uneigentlich. seine worte waren durchpfeffert, scharf, beiszend.

einpfeffern

DWB

ein·pfeffern

einpfeffern , pipere condire, nnl. inpeperen, mit pfeffer einmachen. figürlich, eingepfefferte, beiszende spottgedichte. nnl. ik zal hem dat…

Nachpfeffern

Campe

nach·pfeffern

Nachpfeffern , v. intrs . u. trs . 1) Nach dem Beispiele eines Andern pfeffern. 2) Hinten nach, später, wie auch, noch mehr pfeffern. D. Nac…

überpfeffern

DWB

ueber·pfeffern

überpfeffern , v. , untrennb. verb. 1) mit pfeffer überstreuen Campe 5, 34 b . 2 ) übermäszig pfeffern, nimio pipere aliquid depravare, corr…

verpfeffern

DWB

ver·pfeffern

verpfeffern , verb. durch pfeffer schmackhaft machen ( besonders in übermäsziger weise ): bey essen, weil sie bey dem trunck nicht übel schm…

Ableitungen von pfeffern (2 von 2)

bepfeffern

DWB

bepfeffern , pipere condire: eine speise bepfeffern. man sagt lieber blosz pfeffern, piperare.

verpfeffern

DWB

verpfeffern , verb. durch pfeffer schmackhaft machen ( besonders in übermäsziger weise ): bey essen, weil sie bey dem trunck nicht übel schm…