Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
hinten Adv.
hinten Adv.
hinten Adv. ‘an der Rückseite, vom Betrachter weiter entfernt, am Ende’, ahd. hintana (9./10. Jh.; dazu gebildetes hintannō̌ntīg ‘hinten befindlich’, Subst. ‘Rücken’, bereits 8. Jh.), mhd. hinden(e), frühnhd. hinden, selten hinten (so erst im 17. Jh. geläufig), asächs. bihindan, mnd. hinden(e) (auch Präp. ‘hinten an, hinter’), aengl. hindan Adv. ‘von, nach hinten, hinten’, behindan Adv. ‘hinten’, Präp. ‘hinter’, engl. behind Adv. ‘hinten, hinterher, nach hinten, zurück’, Präp. ‘hinter’, got. hindana Präp. ‘jenseits von’. Die germ. Adverbialbildung auf -ana kennzeichnet ursprünglich (wie die entsprechenden Pronominaladverbien, s. dann, hin, wann) die Herkunftsrichtung, dann vorwiegend (wie die Ortsadverbien außen, innen, oben, unten, s. d.) die Ruhelage. Sie gehört mit großer Wahrscheinlichkeit zum Pronominalstamm germ. *hi-, ie. *k̑(e)i- ‘dieser, jener’ (s. hin), der im vorliegenden Falle zusätzlich zu dem auch bei hin auftretenden n-Suffix offensichtlich noch um ein dentales Formans erweitert ist; die Ableitung kann also an ein germ. *hind- (ie. *k̑int-) angeschlossen werden, die vermutlich selbst bereits als Adverb aufzufassen ist. Wenig überzeugend ist der Versuch, hinten mit burgund. hendinos ‘König’ (Ende 4. Jh. in lat. Texten) zu aind. kanī́nah ‘jung’, griech. kainós (καινός) ‘neu, ungewohnt’, lat. recēns ‘frisch, neu, jung’, air. cētne ‘der erste’ zu stellen und auf die Wurzel ie. *ken- ‘frisch hervorkommen, entspringen, anfangen’ zurückzuführen.