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Denn

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
17 in 15 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Denn

Bd. 1, Sp. 1450
Denn, eine Conjunction, welche allezeit den Indicativ zu sich nimmt, und die natürliche Wortfügung eines Satzes in den allermeisten Fällen nicht verändert. Sie bezeichnet, 1. Die Ursache eines vorher gegangenen Ausspruches, in welcher Bedeutung sie zu Anfange eines Satzes stehet. Er ist immer vergnügt, denn er ist mit allem zufrieden. Erinnere dich deiner Geburt, denn sie legt dir Pflichten auf. Erinnere dich deiner Ahnen, denn sie sind Beyspiele für dich. Zuweilen stehet der Satz, von welchem denn die Ursache enthält, nicht deutlich da, sondern muß darunter verstanden werden; z. B. der vortreffliche Mann! Lebt er noch? denn in meiner Einsamkeit höre ich schon lange nichts mehr, kann so ergänzet werden: lebt er noch? ich muß nach ihm fragen, denn u. s. f. Zuweilen kann um des Nachdruckes willen auch die gewöhnliche Folge der Wörter verändert werden. Vermuthlich steckt etwas anders dahinter: denn wirklich sahe er sehr verwirrt aus, für denn er sahe wirklich u. s. f. Welches im gemeinen Leben auch alsdann geschiehet, wenn denn mit der Partikel wie verbunden wird. Von vielen nicht gekannt, und andern auch vernichtet; Wie denn die schnöde Welt nur nach den Augen richtet, Opitz. S. Wie. 2. Einen gemeiniglich versteckten Schluß aus einem vorher gegangenen Satze. In diesem Falle wird es mit so verbunden, und stehet hinter dem Verbo finito und dem persönlichen Fürworte. So mag es denn gut seyn. So bleibt es denn dabey. So wollen wird denn aufbrechen. So kommen sie denn. Man bath mich zu singen, und weil man es durchaus haben wollte, so sang ich denn endlich. 3. Eine Bedingung. Ich sähe denn nicht recht. Er verspreche mir denn, daß er nächstens zu mir kommen wolle. Er bezahle mir denn die alte Schuld. Es sey denn, daß er es läugne. Du sollst nicht sterben, du habest denn erst den Herren gesehen. In diesem Falle wird denn zwar mit dem Conjunctivo verbunden, es regieret ihn aber nicht, sondern die ungewisse Beschaffenheit der Sache selbst erfordert denselben. Auch hier hat es den Nominativ, das Verbum finitum, und zuweilen eine Endung des persönlichen Fürwortes vor sich. 4. Eine Einschränkung, ein Subject genau zu bestimmen, besonders nach verneinenden Ausdrücken, für als. Wir haben uns für niemanden zu fürchten, denn für ihn. Dieß hat kein anderer gethan, denn du. Nichts denn Gold. 5. Eine Vergleichung, doch nur nach den Comparativen, gleichfalls für als. Wer ist reicher, denn er? Ich bin eher gekommen, denn du. Ehe, denn ich sterbe. 6. Eine Zeitfolge, in Gestalt eines Adverbii. Erst wollen wir essen, denn spazieren gehen. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? Liebst Mäßigkeit; denn auch Geduld? Gell. Im Hochdeutschen ist in dieser Bedeutung dann üblicher. S. Dann. 7. Dienet es auch zur Ausfüllung der Rede, um ihr die gehörige Vollständigkeit zu geben, wie das Latein. nam. Ich bin besorgt, was denn wegen dieser Sache beschlossen werden möchte. Wohlan, vernichte denn durch deinen Unverstand, die Sorgfalt, die ich angewandt! Gell. So wies denn kommt. Besonders nach Fragewörtern. Wo ist er denn? Ist er denn gelehrt? Hast du denn auch geschrieben? Kann denn ich was dafür? Hast du denn auch geschrieben? Kann denn ich was dafür? oder kann ich denn was dafür? Wissen sie denn, daß sie dazu verbunden sind? Hat denn ein süßer Herr Verstand? Gell. Können denn die Großen, denen diese Welt gehört, auch seufzen? Sonnenf. Anm. 1. Ein im Hochdeutschen veralteter Gebrauch dieser Partikel ist es, wenn selbige im Oberdeutschen für ferner gebraucht wird. Unsere Freunde, denn mehr andere patriotische Stände. Ingleichen für weil. Denn die Stunde gekommen war. Dasselb beschach Darumb dann zum Held der Jeger sprach, Theuerd. Kap. 20. Opitz gebraucht dann dann, für bald bald, ein im Hochdeutschen eben so ungewöhnlicher Fall: Dann mußten sie vertragen, Daß man sie eingesteckt, dann daß man sie geschlagen. Anm. 2. Im Oberdeutschen lautet diese Partikel durchgängig dann, im Nieders. den. In Fragen gebraucht Notker für die Enklitika denn schon tenne, Ottfried thanne, Isidors Übersetzer aber dhanne. Nach einem Comparative setzt Ottfried thanne und Kero denne; aber der letztere gebraucht dieses Bindewort auch für wenn, und danta für weil. Wanta ist noch eine andere verwandte Partikel, welche Ottfried und Willeram für denn[] gebrauchen, und die noch in dem Niedersächsischen wante vorhanden ist. Wenn denn eine Ursache bezeichnet, so hat derjenige Satz, in welchem es vorkommt, eigentlich ein Kolon oder doch ein Semikolon vor sich. Ist aber der vorher gehende Satz nur kurz, so ist er auch mit einem bloßen Komma zufrieden.
4580 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dennAdv., Konj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    denn , Adv., Konj. Vw.: s. den (3)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Denn

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Denn , eine Conjunction, welche allezeit den Indicativ zu sich nimmt, und die natürliche Wortfügung eines Satzes in den …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    denn

    Goethe-Wörterbuch

    denn In Labores juv u vorital Br vereinzelt ‘den’. — Gelegentl, gemäß dem im 18. Jh noch schwankenden Sprachgebrauch stä…

  4. modern
    Dialekt
    denn

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    denn Band 3, Spalte 3,1553–1555

  5. Sprichwörter
    Denn

    Wander (Sprichwörter)

    Denn Nu denn, säd' dat Mäten, un wull nich ja seggen. ( Hannover. ) – Hoefer, 683.

  6. Spezial
    denn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    denn I conj. 1 (begründend) porciodí che, deache, ajache 2 (bei Komparativen: als) co 3 (verstärkend) mo 4 (Modalpartike…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit denn

59 Bildungen · 51 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

denn‑ als Erstglied (30 von 51)

denne(n)

Idiotikon

denne(n) Band 13, Spalte 18 denne(n) 13,18

Denne-Baron

Meyers

denne·baron

Denne-Baron (spr. dän'-baróng), Pierre Jacques René , franz. Schriftsteller, geb. 6. Sept. 1780 in Paris, gest. daselbst 5. Juni 1854, widme…

denne (danne)

LW

denne·danne

denne (danne), m. u. f. (schalenförmige) Vertiefung, Höhlung, bes. von der Lagerstätte.

dennen

DWB

den·nen

dennen wie dannen. und schiedst on die sacrament von dennen. Murner Luther. narr 4411 . ja will ich faren schnell von dennen. ders. Schelmen…

DENNENHIN

DWB2

dennen·hin

DENNENHIN adv. nbf. zu dannenhin adv. 1 zeitlich von da an: 1521 sy wellen ertoͤden heimlich den iungen Karle das sy denethin moͤgend dester…

Denner

Meyers

den·ner

Denner , 1) Johann Christoph , Erfinder der Klarinette, geb. 13. Aug. 1655 in Leipzig, gest. 20. April 1707 in Nürnberg, war Sohn eines Horn…

Dennery

Meyers

Dennery , franz. Schriftsteller, s. Ennery .

dennest

DWB

denn·est

dennest , adv. eine weitere entstellung von dannocht, s. dannest . dennost. disz lämle pluot söl unverblichen stäts stän ob unser thür gestr…

dennevōrt

KöblerMnd

dennevōrt , Adv. nhd. danach, weiter, sogleich, sodann, darauf E.: s. denne (1), vōrt (1) L.: MndHwb 1, 415 (dennevōrt)

Dennewitz

Meyers

denne·witz

Dennewitz , Dorf im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Jüterbog-Luckenwalde, mit 320 Einw., bekannt durch die Schlacht am 6. Sept. 1813. Um über …

denneⁿ

Idiotikon

denneⁿ Band 13, Spalte 120 denneⁿ 13,120

Dennful

MeckWB

denn·ful

Dennful Adj. ist ein Mensch, der nicht aus dem Bett finden kann Pa Dobb .

denngras

DWB

denn·gras

denngras , n. wegtritt, weggras, polygonum aviculare, auch dänegras, dähngras, tennegras Nemnich 1027 . Stieler 694 .

DENNHIN

DWB2

denn·hin

DENNHIN adv. zuss. von denn adv. A 2 und hin adv. folgernd; dann: 1454 wirt aber der eide getan und gelopt an den stab als er bescheen sol, …

dennia

AWB

[ dennia as. sw. f. ; vgl. Pfeifer, Et. Wb. S. 1411 s. v. Tanne. dænniun: dat. sg. Gl 2,716,46 = Wa 112,25 ( Jh ). Tannenholz: dænniun [ ins…

dennig

Idiotikon

dennig Band 13, Spalte 18 dennig 13,18

dennigen

MeckWB

denn·igen

dennigen 1. wie dennen: de Sœg' dennigt sick dor so schön wälzt sich im Stroh Gü Gülz ; wat horrickst un dennigst du zu einem Menschen, der …

denn II

RhWB

denn II = dannen (s. d.);

denn als Zweitglied (5 von 5)

alddenn

Idiotikon

ald·denn

alddenn Band 13, Spalte 39 alddenn 13,39

alldenn

Idiotikon

all·denn

alldenn Band 13, Spalte 39 alldenn 13,39

enusodenn

Idiotikon

enusodenn Band 13, Spalte 48 enusodenn 13,48

Ableitungen von denn (3 von 3)

denne

Lexer

denne adv. s. danne.

zerdennen

Idiotikon

zerdennen Band 13, Spalte 121 zerdennen 13,121