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denn

mnd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
17 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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66
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35

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

denn

denn

dann Adv. und denn Adv. und Konj. sind ursprünglich umlautlose und umgelautete Form eines Wortes und daher in älterer Zeit bedeutungsgleich. Ahd. thanne, thenni (8. Jh.), mhd. dan(ne), den(ne), frühnhd. dann, denn Adv. und Konj. Nebenformen mit Umlaut finden sich auch sonst im Westgerm., vgl. mnd. dan, dann(e), den(ne), afries. than(na), thenne, aengl. þanne, þonne, þænne, engl. than, then, hingegen nur asächs. thanna, than(ne), mnl. dan(ne), nl. dan wie anord. þā (aus *þan), schwed. , got. þan. In allen Fällen handelt es sich um Bildungen mit n-Formans zum Pronominalstamm ie. *te-, *to- (s. der), die im Westgerm. außerdem eine nasale Erweiterung zeigen. Im Dt. erfolgt im 18. Jh. die heute geltende semantische Differenzierung von dann und denn. Von den zunächst beiden Varianten gemeinsamen Verwendungen bewahrt dann den adverbiellen Gebrauch (dafür nur in nordd. und md. Umgangssprache noch denn); es kennzeichnet eine Aufeinanderfolge (‘danach, ferner’) oder einen in naher Zukunft liegenden Zeitpunkt (‘nachher’) und weist auf die (meist in einem Konditionalsatz genannten) Voraussetzungen für ein Geschehen hin (‘in diesem Falle’). Der Gebrauch als Konjunktion, durch den in älterer Zeit neben- und unterordnend verschiedenartige, namentlich temporale und kausale Zusammenhänge hergestellt werden, verengt sich und geht ganz auf denn über; dieses leitet nun vor allem begründende Hauptsätze ein, steht gelegentlich in Vergleichen beim Komparativ (im Sinne von ‘als’) und knüpft (nur in altertümelnder Redeweise noch allein, sonst in der Fügung es sei denn, daß …) eine die Gültigkeit des Hauptsatzes einschränkende Ausnahme an. Als Adverb wird denn jetzt lediglich zur Intensivierung einer Frage oder Aussage verwendet. Eine ähnliche Entwicklung wie die von dann, denn (und vergleichbarem wann, wenn, s. d.) vollzieht sich im Engl.; dort trennen sich than Konj. ‘als’ und then Adv. ‘dann’ ebenfalls im 18. Jh. voneinander. – dannen Adv., heute nur noch altertümlich-feierlich in der verdeutlichenden präpositionalen Verbindung von dannen ‘weg, fort’ (schon ahd. fona thanā̌n, 9. Jh.); ohne Präposition bis ins 17. Jh. gebräuchlich. Neben ahd. thana (8. Jh., gleichen Ursprungs wie ahd. thanne, also vom Pronominalstamm germ. *þa-, s. oben), mhd. dane, dan stehen häufiger die erweiterten Formen ahd. thanā̌n, thannān (8. Jh.), than(a)na, thannana (9. Jh.), mhd. danne(n); ebenso asächs. thanan(a), mnd. dānen, danne(n), mnl. danen, danne(n), afries. thana, aengl. þanon(e) und anord. þanan (anders gebildet got. þaþrō). Das Adverb hat im Dt. zunächst die lokale Bedeutung ‘von einem Ort weg, von dorther’, wird aber bereits im Ahd. auch auf andere, besonders temporale und kausale Beziehungen übertragen (‘von da an, dadurch, deshalb’). – dennoch Adv., seit dem 18. Jh. ausschließlich einschränkendes Konjuktionaladverb ‘trotzdem’, zuerst jedoch temporales Adverb, zusammengesetzt aus den unter dann, denn (s. oben, daher bis ins 18. Jh. auch dannoch) und 1noch (s. d.) behandelten Adverbien; anfangs Getrenntschreibung ahd. thanne noh, thenni noh ‘zu der Zeit noch’ (9. Jh.), bei Notker bereits ‘selbst unter der Voraussetzung noch’; früh auch als Zusammenrückung ahd. thenninoh (10./11. Jh.), thannoh (11. Jh.) ‘zu der Zeit noch’, mhd. dannoch, dennoch ‘damals noch, jetzt noch, außerdem’ sowie vom 12. Jh. an im heutigen Sinne; diesen zeigt auch mnd. dan(ne)noch, den(ne)noch.
3395 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    dennAdv., Konj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    denn , Adv., Konj. Vw.: s. den (3)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Denn

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Denn , eine Conjunction, welche allezeit den Indicativ zu sich nimmt, und die natürliche Wortfügung eines Satzes in den …

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    denn

    Goethe-Wörterbuch

    denn In Labores juv u vorital Br vereinzelt ‘den’. — Gelegentl, gemäß dem im 18. Jh noch schwankenden Sprachgebrauch stä…

  4. modern
    Dialekt
    denn

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    denn Band 3, Spalte 3,1553–1555

  5. Sprichwörter
    Denn

    Wander (Sprichwörter)

    Denn Nu denn, säd' dat Mäten, un wull nich ja seggen. ( Hannover. ) – Hoefer, 683.

  6. Spezial
    denn

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    denn I conj. 1 (begründend) porciodí che, deache, ajache 2 (bei Komparativen: als) co 3 (verstärkend) mo 4 (Modalpartike…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit denn

59 Bildungen · 51 Erstglied · 5 Zweitglied · 3 Ableitungen

denn‑ als Erstglied (30 von 51)

denne(n)

Idiotikon

denne(n) Band 13, Spalte 18 denne(n) 13,18

Denne-Baron

Meyers

denne·baron

Denne-Baron (spr. dän'-baróng), Pierre Jacques René , franz. Schriftsteller, geb. 6. Sept. 1780 in Paris, gest. daselbst 5. Juni 1854, widme…

denne (danne)

LW

denne·danne

denne (danne), m. u. f. (schalenförmige) Vertiefung, Höhlung, bes. von der Lagerstätte.

dennen

DWB

den·nen

dennen wie dannen. und schiedst on die sacrament von dennen. Murner Luther. narr 4411 . ja will ich faren schnell von dennen. ders. Schelmen…

DENNENHIN

DWB2

dennen·hin

DENNENHIN adv. nbf. zu dannenhin adv. 1 zeitlich von da an: 1521 sy wellen ertoͤden heimlich den iungen Karle das sy denethin moͤgend dester…

Denner

Meyers

den·ner

Denner , 1) Johann Christoph , Erfinder der Klarinette, geb. 13. Aug. 1655 in Leipzig, gest. 20. April 1707 in Nürnberg, war Sohn eines Horn…

Dennery

Meyers

Dennery , franz. Schriftsteller, s. Ennery .

dennest

DWB

denn·est

dennest , adv. eine weitere entstellung von dannocht, s. dannest . dennost. disz lämle pluot söl unverblichen stäts stän ob unser thür gestr…

dennevōrt

KöblerMnd

dennevōrt , Adv. nhd. danach, weiter, sogleich, sodann, darauf E.: s. denne (1), vōrt (1) L.: MndHwb 1, 415 (dennevōrt)

Dennewitz

Meyers

denne·witz

Dennewitz , Dorf im preuß. Regbez. Potsdam, Kreis Jüterbog-Luckenwalde, mit 320 Einw., bekannt durch die Schlacht am 6. Sept. 1813. Um über …

denneⁿ

Idiotikon

denneⁿ Band 13, Spalte 120 denneⁿ 13,120

Dennful

MeckWB

denn·ful

Dennful Adj. ist ein Mensch, der nicht aus dem Bett finden kann Pa Dobb .

denngras

DWB

denn·gras

denngras , n. wegtritt, weggras, polygonum aviculare, auch dänegras, dähngras, tennegras Nemnich 1027 . Stieler 694 .

DENNHIN

DWB2

denn·hin

DENNHIN adv. zuss. von denn adv. A 2 und hin adv. folgernd; dann: 1454 wirt aber der eide getan und gelopt an den stab als er bescheen sol, …

dennia

AWB

[ dennia as. sw. f. ; vgl. Pfeifer, Et. Wb. S. 1411 s. v. Tanne. dænniun: dat. sg. Gl 2,716,46 = Wa 112,25 ( Jh ). Tannenholz: dænniun [ ins…

dennig

Idiotikon

dennig Band 13, Spalte 18 dennig 13,18

dennigen

MeckWB

denn·igen

dennigen 1. wie dennen: de Sœg' dennigt sick dor so schön wälzt sich im Stroh Gü Gülz ; wat horrickst un dennigst du zu einem Menschen, der …

denn II

RhWB

denn II = dannen (s. d.);

denn als Zweitglied (5 von 5)

alddenn

Idiotikon

ald·denn

alddenn Band 13, Spalte 39 alddenn 13,39

alldenn

Idiotikon

all·denn

alldenn Band 13, Spalte 39 alldenn 13,39

enusodenn

Idiotikon

enusodenn Band 13, Spalte 48 enusodenn 13,48

Ableitungen von denn (3 von 3)

denne

Lexer

denne adv. s. danne.

zerdennen

Idiotikon

zerdennen Band 13, Spalte 121 zerdennen 13,121